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*** WMDEDGT 2017-12-05 ***

Der erste Gedanke nach dem morgendlichen Weckerklingeln sortiert in letzter Zeit ziemlich häufig die Wochentage. Welcher ist heute? Der Zeiger bleibt bei Dienstag stehen. Oh – Dienstag! Das heißt Musikschule und, ach Mist, ich muss außerdem heute auch noch vorher Haare waschen. Also habe ich keine Zeit zu verkaspern. Wecker aus und hoch und ab ins Bad.

Wenig später habe ich ein Handtuch auf dem Kopf und das Holz aus dem Keller geholt. Der Ofen wird geheizt während der Hausherr einen herrlich heißen GutenMorgenKaffee reicht.

Während der Ofen sich auf Betriebstemperatur arbeitet essen wir Frühstück und hören dabei draußen den Krankenwagen fahren. Kurze Zeit später die Sirene und dann auch noch die Feuerwehr. ‚Klingt nach Verkehrsunfall.‘ sage ich zum Hausherren. ‚Klingt nach Vollsperrung.‘ seufzt er. ‚Hoffentlich nicht unsere Strecke.‘ Hoffen wir beide.

Nun noch schnell die Hühner füttern, den Stall putzen, alle Sachen, die ich über den Tag brauchen (und erledigen) will ins Auto tun und dann ab. Ach stimmt ja, tanken muss ich auch noch, sonst komme ich heute nicht weit. Aber dann nix wie los, ich will ja schließlich pünktlich beim Unterricht sein.

Aber natürlich komme ich nicht pünktlich, denn es ist eine Vollsperrung und zwar genau auf meiner Strecke. Ich verkneife mir ein gereiztes Meckern, denn ich muss daran denken, dass es mir gut geht, was man von dem Fahrer des Ziehharmonikaautos dort an dem Baum wahrscheinlich nicht sagen kann. Also stattdessen ein kleines Dankeschön ans Universum und rauf auf die Umleitung.

Trotzdem komme ich glücklicherweise nicht viel zu spät zum Unterricht, welcher dann aber natürlich viel zu früh zu Ende ist.

Im Anschluss erledige ich noch ein paar Besorgungen in der Stadt (Kaffee!!) und mache auf dem Weg zu meinen Eltern noch einen kleinen Umweg um ihnen die bestellten Fotobücher abzuholen. Dann kurz einen Boxenstopp beim Gemüsehändler unseres Vertrauens, welcher nach zwei Wochen Urlaub endlich wieder offen ist. Es ist eine herrlich fröhliche Stimmung im Laden, alle beglückwünschen die Inhaberin zu ihrem erholten Aussehen. Ich kaufe Apfelsinen, Mandarinen, Zwiebeln, Ingwer und so Kram.

Je zwei Apfelsinen und Mandarinen lasse ich dann als kleines Mitbringsel bei meinen Eltern, wo ich mit einem leckeren Mittagessen verwöhnt werde. Anschließend schwatzen wir und trinken Tee, bevor es ans Eingemachte geht. Der Vater und ich wollen ein Musikstück gemeinsam spielen und dazu gehört Übung. Also zücke ich mein Saxophon, der Vater seine Geige und dann geht es ‚Yesterday‘ von den Beatles an den Kragen. Die Mutter sitzt dabei und hört tapfer zu.

Nach der Verabschiedung muss ich in einem Vermietungsobjekt noch den Aushang mit dem Ablesetermin anbringen, dann von einem Kunden Unterlagen abholen. Dort kommen wir ins Schwätzen, was dazu führt, dass ich meine Handtasche dort vergesse. – Was ich aber erst merke, als ich beim famila anhalte. Ich beiße sanft ins Lenkrad (orrr) und fahre noch einmal durch die Stadt zurück zum Kunden.

Dann aber nix wie nach Hause. Obwohl halt stopp, lieber doch noch das Autochen durch die Waschanlage fahren. Die Umleitung heute früh hat ihm eine bemerkenswerte braune Schlammkruste verpasst.

Irgendwann bin ich dann zu Hause. Gerade noch rechtzeitig um gemeinsam mit dem Hausherren einen Kaffee zu trinken, bevor ich mir einen Teil der Apfelsinen schnappe und diese schäle und klein schneide. Da die ApfelsinenMöhrenmarmelade nicht wirklich gegessen wird, wird sie aufgepeppt. In diesem Haus werden keine Lebensmittel weggeschmissen – sie werden aufgepeppt! Zu diesem Zweck habe ich (noch in Dänemark) zwei weitere Marmeladen gekauft, die jetzt mit in den Topf wandern. Und diese ungrliebte Ingwermarmelade auch. Der Hausherr seufzt aber hilft tapfer, die 16 Gläser Marmelade abzufüllen.

Zwischendurch gibt es noch ein Miniabendbrot, damit wir nicht vor Entkräftung umfallen. Es gab ja schließlich erst 17:00 Stollen und Kekse. Ach ja.

Dann brauche ich nur noch die vom Keksebacken übriggebliebenen vier Eiweiße zu Kokosmakronen aufzupeppen und dann bin ich mit meinem Tagespensum auch schon fast fertig. Ein winziges bisschen Improvisation ist nötig, denn ich habe (keine Ahnung wieso) tatsächlich keinen Quark im Haus. Also muss ich den benötigten Quark vortäuschen. Das erledige ich kurzerhand mit Joghurt und Schmand und keiner merkt es.

Und plötzlich ist es 22:00 und ich wundere mich nur, wie dieser Tag heute in einem kurzen Wusch an mir vorbeigezogen ist. Trotzdem stricke ich noch schnell zwei Reihen an dem Pullover. Hauptsächlich, damit ich heute nicht nicht gestrickt habe.

Aber dann fallen mir bei den letzten Maschen schon fast die Augen zu und ich schaffe es gerade noch rechtzeitig ins Bett. Ganz kurz beginne ich zu überlegen, was morgen auf dem Programm steht. Ach ja, morgen muss ich ganz unbedingt die B . . .

Ch ch ch ch . . .

Pssst, leise bitte. Wenn ihr jetzt geht, um bei Frau Brüllen zu schauen, wie andere so den 05.12. verbracht haben, schließt bitte leise die Tür, um mich nicht zu wecken.

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*** WMDEDGT 2017-11-05 ***

Es ist Sonntag. Du darfst ein wenig länger schlafen als unter der Woche. Heute tatsächlich nur ein wenig, denn heute reist der große Sohn wieder ab und er muss rechtzeitig zum Zug gefahren werden. Deshalb habt ihr euch gestern schon zum Wecken um 07:30 Uhr verabredet.

Als Du 07:15 Uhr im Bad stehst, hörst du ihn schon und wunderst dich. Jedenfalls kannst du ihm ja auch jetzt schon einen guten Morgen wünschen, auch wenn es draußen grau und trübe ist und der November seinem Namen alle Ehre macht. Du gehst in sein Zimmer und siehst, dass auch hier alles nicht so toll ist, wie es sein soll und er bestätigt dir seine Kopfschmerzen.

Mist. Hoffentlich ist es noch nicht zu spät. Du verabreichst ihm eine Kopfschmerztablette und versprichst in einer halben Stunde wiederzukommen. Du hast ein ungutes Gefühl.

Dann kochst du dir wenigstens erst einmal einen Kaffee. Denkst du. Aber es ist keine Milch da und dir fällt ein, dass gestern eigentlich Milch holen angesagt war. Und leider vergessen worden ist. Also kochst du keinen Kaffee und fährst stattdessen Milch holen. Auf dem Weg zum Auto winkst du dem Hausherren, der gerade die Federviecher füttert.

Nach dem Milch holen kontrollierst du den Sohn und stellst fest, dass es nicht besser geworden ist. Du verpasst ihm eine zweite Tablette und erst hinterher bekommst du mit, dass er bereits einmal erbrochen hat. Na dann war die zweite Tablette ja komplett sinnlos. Du weißt, dass die ebenso postwendend wieder herauskommen wird. Das Ganze hat nur ein Positives – dann greifen die Tabletten wenigstens nicht seinen Magen so sehr an, wenn er sie eh‘ gleich wieder herausbringt. Also muss er ein Zäpfchen nehmen. Du stellst ihm einen Eimer ans Bett. Die Regentropfen trommeln ans Fenster.

Dann bekommst du endlich deinen Kaffee und es gibt Frühstück. Ein sehr leises, stilles Frühstück, immer mit einem Ohr zum Zimmer des Sohnes. Das klingt nicht gut. Das wird heute wohl nix mit der Zugfahrt.

Nach dem Frühstück versorgst du die Hühner, welche frustriert und nass unter den Tannen stehen um dem Regen aus dem Weg zu gehen.

Beim Sohn beginnen endlich das Kopfschmerz- und das Übelkeitszäpfchen zu wirken. Er kommt langsam zur Ruhe und schläft sich gesund. Den Rest des Vormittags bleibt ihr einfach sitzen und trinkt weiter Tee. Nebenher stornierst Du die Fahrkarte und buchst eine neue für Montag früh.

Draußen ist es grau und regnet Tropfen um Tropfen um Tropfen gegen die Fensterscheiben. Du strickst und trinkst Tee und horchst immer mit einem Ohr zum Zimmer des Sohnes.

Zum Mittag wärmt ihr Reste auf. Unter der Woche ist genügend übriggeblieben. Ihr tut alles in einen Topf und habt eine prima Reis-Nudel-Tomaten-Gurken-Mahlzeit. Der Sohn bekommt ein Schälchen Hühnerbrühe und darf weiterschlafen.

Du sitzt im Wohnzimmer und strickst und versuchst nicht an das ewige Grau da draußen zu denken. Zum Kaffee kommt der Sohn aus seinem Zimmer. Blass noch und sehr müde. Aber er lächelt und sagt, er ist glücklich. Du fragst ihn, wie man denn um Himmelswillen in so einem Zustand glücklich sein kann? Aber er lächelt und sagt, er ist glücklich, weil er dich hat. Und da ist auf einmal der Himmel gar nicht mehr so grau und du lächelst deinen Sohn an und drückst ihn. Dann gibt es Kaffee und Kakao und Kuchen und der Sohn isst schon wieder mit und ist nicht mehr ganz so blass.

Dann unternehmt ihr zwei einen Spaziergang. Nur einen kleinen, damit der Kreislauf in Schwung kommt und ihr beide die Krankheit aus dem Kopf bekommt. Es regnet leicht, aber das ist euch egal. Ihr setzt Mützen auf und so schlimm ist es ja auch nun wieder nicht.

Wieder zu Hause angekommen gibt es ein leichtes Abendbrot, dann verschwindet der Sohn unter die Dusche und kommt anschließend zu euch ins Wohnzimmer und kuschelt sich auf der Couch in die Decken, wo ihr alle den Tag bei leichter klassischer Musik ausklingen lasst.

Du liest und strickst und denkst, was war das bloß für ein Tag. Zum Glück ist er jetzt vorbei.

Aber bei Frau Brüllen kannst Du lesen, wie andere Leute so diesen Tag verbracht haben.

*** WMDEDGT 2017-09-05 ***

Was mache ich eigentlich so den ganzen Tag? Das frage ich mich gelegentlich. Ihr Euch vielleicht auch.

Hier ist die Antwort.

Ich fange morgens mit Aufstehen an. Unter der Woche zwingt mich der Wecker 06:15 aus dem Bett. Auch wenn ich ihn häufig über eine zähe und langwierige snoozediskussion  auf 06:30 verhandele (Maximal!), heute geht das nicht. Denn heute ist Saxophonunterricht angesagt. Ich muss also pünktlich vom Hof. Also muss ich auch pünktlich aus dem Bett. Also jetzt. Brummelgrummel.

Folglich schlurfe ich in’s Bad und nach einer herrlich erfrischenden Kaltwasseranwendung im Gesicht kommt auch Leben in meinen Körper. Dann bewege ich mich in die Küche, wo der Hausherr zum Glück bereits den Kaffee fertig hat.

Nach dem Kaffee gibt es Frühstück draußen im Garten. Wir müssen das Wetter nutzen solange es nicht regnet. Also warm anziehen und raus. Und nicht lange dallern – wir haben einen Plan. Aber es ist ohnehin zu kalt, um lange zu sitzen. Und das Anfang September. Soviel zum Thema ‚Goldener Herbst‘. Orrr.

Schnell Hühner füttern und putzen immer mit der Uhr im Blick – wir wollen doch nicht am ersten Unterrichtstag nach den Ferien zu spät kommen? Wollen wir nicht – oder?

Dann noch Zähne putzen, Altglas in’s Auto, Saxophon und Noten nicht vergessen. Uuund ab!

Was soll ich sagen? Ich bin tatsächlich pünktlich. Tadaaa. Das war dann aber auch schon fertig mit schön. Wir decken jetzt gnädig den Mantel des Vergessens über diese erste Unterrichtsstunde nach 6 Wochen, denn wie wir alle wissen: Ferien sind Ferien sind Ferien. Und in den Ferien üben verstößt gegen das Urlaubsgesetz.

Zum Glück ist meine Saxophonlehrerin eine der lockersten und wir lachen trotzdem viel und irgendwann ist der Unterricht auch vorbei. Dann huschhusch ganz kurz in den Bioladen. Auf meinem Einkaufszettel stehen zwar nur drei Dinge, aber wiederholtes ‚Achdasbrauchenwirjaauchnoch‘ führt dazu, dass ich 70 Euronen an der Kasse lasse und dafür eine volle Papiertragetasche in’s Auto wuchte.

Zu Haus angekommen gibt es aufgewärmte Bohnen (in der Pfanne angebraten nomnomnom) mit aufgewärmten Stampfkartoffeln (Mikrowelle) und aufgewärmten Kloppsen (Pfanne).

Und dann, dann verläßt der Hausherr den Hof. Für länger. Nämlich über Nacht. Ich habe also STURMFREI!

Blöderweise habe ich jetzt Kopfschmerzen. Das passt ja vielleicht sowas von gar nicht. Grmpf. Also ersteinmal eine Tablette und ab auf die Couch. Eine halbe Stunde später sind die Kopfechmerzen zwar nicht weg aber so im Hintergrund, dass ich diese ignorieren kann. Also ab ins Büro. Im Büro plätschert der Alltagskram so vor sich hin. Nichts, was näher erwähnt werden müsste.

Zur späten Kaffeezeit dann eine Pflicht. Eingewöhnungsanwesenheit bei den neuen Enten. Ich sitze also in der Voliere und demonstriere ausgiebig Harmlosigkeit. Damit mir nicht langweilig wird habe ich Strickzeug dabei. Strickzeug ist ein gutes Stichwort. Ich ließ mich vor einiger Zeit tatsächlich hinreißen, dem Hausherren zu versprechen, ihm zu Weihnachten einen selbstgestrickten Pullover zu schenken. Nun gut. Ich hatte zwar genug Selbstbeherrschung um kein konkretes Jahr zu nennen. Aber besser ist, man fängt rechtzeitig an. Unglücklicherweise habe ich mich für ein Muster mit Herausforderung entschieden. Und so (deshalb erzähle ich das alles) kommt es, dass ich gerade dabei bin vier Reihen rückwärts zu stricken, weil ich eine halbe Reihe lang die Zöpfe verkehrtherum gestrickt habe. Fragt nicht! Also stricke ich rückwärts an meiner neuen never ending story.

Als auch das geschafft ist, Strickwerk korrigiert und bereit für vorwärtsstrick und Enten beruhigt, habe ich endlich, endlich Zeit für das, was mir für meine sturmfreie Zeit wirklich am Herzen lag.

Endlich. Denn eine Frau muss tun, was eine Frau tun muss und was sie nur tun kann, wenn der Mann nicht im Hause ist. Ihr kennt ja alle das Sprichwort von den Katzen und den Mäusen und aus dem Haus und auf den Tisch.

Endlich ist meine Zeit. Da ich aber weiß, dass in diesem Blog sowohl der Hausherr als auch der Kronsohn gelegentlich mitlesen, muss dieses Kapitel mein Geheimnis bleiben. Nur soviel: Der Arbeitskeller des Hausherren ist je DER HAMMER! Alles da und alles ordentlich sortiert. Es.Ist.So.Toll! Hach.

*Zeitsprung*

Zwei Stunden und eine Handvoll Erfahrungen später mag ich dann aber auch nicht mehr. Schnell aufräumen und saubermachen. Heimlich soll auch heimlich bleiben.

Jetzt ist es dann auch schon 22:00 und wenn das normalerweise Bettgehzeit ist, funktioniert das heute nicht. Ich bin so aufgekratzt, ich muss dringend noch 2,3,4 Reihen stricken. Und zwar vorwärts! Aber dann ist auch bei mir Nachtruhe und das Licht geht aus und die Augen zu.

Damit ich morgen für einen neuen Tag fit und bereit bin.

Das war also mein Tag. Und Ihr so? Habt Ihr Euren Tag auch so schön aufgeschrieben und bei Frau Brüllen (die das netterweise alles sammelt) verlinkt? Nein? Dann aber nix wie los.

 

*** WMDEDGT 2017-01-05 ***

Öhm – das war gestern . . . 

Na gut gestern . . . was war da noch? 

(Orrr – ich muss das nächste Mal zeitnah schreiben.) Aber Moooment – ich erinnere mich.

Also gestern, da klingelte der Wecker sehr, sehr früh. Das war geplant, denn wir wussten, dass wir schneeräumen mussten. (Dafür sind wir aber den Abend vorher extra spät ins Bett gegangen – da gleicht sich das aus.) Also im Turbogang durch das Bad, im Keller in die warmen Schneeklamotten und ab an die Schneeschieber. Aber Moment, was macht der Hausherr? Er will erst noch die Schneeketten aufziehen? Das KENNE ich doch von Irgendwoher?

Zum Glück liegt wirklich nicht sehr viel Schnee und ich komme gut voran. Irgendwann taucht dann auch der Mann mit der Technik auf und mir bleibt wenigstens der Radweg erspart.

Danach Frühstück. Nach so einem frühsportlichen Einsatz hat man gleich einen tollen Appetit. Da sind die zwei Brötchen fast ein bisschen knapp. Ganz knapp rette ich mir das letzte Scheibchen und der Hausherr runzelt die Stirn.

Anschließend darf ich noch nicht ins Büro. Ich muss erst noch Haare waschen und – ach ja – die Brötchen formen und gehen lassen. Ich kämpfe immernoch mit den Rezepten aus dem neuen Brotbackbuch – aber ich komme voran und für heute habe ich mir einen Trick einfallen lassen. Schaun wir mal.

Irgendwann gegen 11 lande ich tatsächlich im Büro und mache einfach da weiter, wo ich am Vortag aufgehört habe. Ich bin immernoch dabei, die weihnachtsfaulheitsbedingt aufgetürmten Papierberge abzuarbeiten. 

Um 12:45 fällt mir ein, dass es je irgendwann einmal auch Mittag geben muss. Also muss ich wohl oder übel in die Küche – ich habe nämlich Senfei versprochen. Und was man verspricht, muss man auch halten. 

Nach dem Mittag erledige ich die erste Buchhaltung des Jahres und außerdem kreatviere ich noch ein wenig herum, um dem besten Vater von allen eine Freude zu machen. 

Gegen 17:30 will ich eigentlich das Büro verlassen (ich hätte zu gern mal wieder Zeit für mein Saxophon) aber der Hausherr meldet sich energisch aus dem Keller. Er hat allen Ernstes noch eine Schubkarre voller Möhren ausgebuddelt. Diese müssen lagerfähig geputzt werden.

Als das erledigt ist, geht die Teilverarbeitung in der Küche weiter. Parallel bereiten wir Abendbrot vor. Und als wir 20:00 mit Abendbrotessen fertig sind, steht mir der Sinn gar nicht mehr nach Saxophon. Es ist kompliziert. Seufz.

Dafür springe ich unter die Dusche um den restlichen Abend im Schlafanzug in die Decke  eingekuschelt lesend auf der Couch zu verbringen. Stephen Kings Sara nähert sich dem Höhepunkt (nicht, was ihr denkt) und es sieht aus, als würde ich auch an diesem Abend sehr, sehr spät ins Bett kommen. Aber wahrscheinlich müssen wir morgen auch gar nicht Schnee fegen.

Nun ist mir ja doch noch alles eingefallen, was gestern so los war. Was bei Anderen so passiert ist, das könnt Ihr bei Frau Brüllen nachlesen. (Und da stehen tatsächlich schon 115 Leute vor mir. Irre!)

*** WMDEDGT 2016-12-05 ***

Als ich das erste Mal wach bin ist es draußen noch stockdunkel. Es ist 03:00 und meine Nase ist verstopft. Na toll. Mit Schnauben, Schniefen und Putzen halte ich mich und den Hausherren eine Weile wach. Und endlich schlafe ich wieder ein.

Der Wecker klingelt dann 06:30. Watt mutt datt mutt – ich tapere ins Bad. Irgendwann im Verlaufe der Waschprozedur wache ich auch ein bisschen auf. 

Dann geht es in die Küche, wo der Hausherr schon das Kaffeewasser aufgesetzt hat und weiter in den Keller um das Holz für den Ofen zu holen. Anschließend spiele ich Holzscheittetris im Kachelofen. Passt, passt nicht, drehen, wechseln, passt, passt nicht, drehen . . . 

Als das Feuer dann endlich knistert genieße ich meinen Kaffee nebenher. Das Koffein pulst durch meine Adern und öffnet meine Augen endgültig. Nun ist das Frühstück vorzubereiten und es ist heute Müslitag. Das bedeutet Apfel reiben und Trockenfrüchte schnippeln. Dann darf das gesunde Kunstwerk verspeist werden.

Anschließend versorge ich das Hühnerpack mit Futter und entkacke den Stall. Und nein, ich möchte über die Vogelgrippe BITTE . NICHT . REDEN!

Zwischenzeitlich hat der Hausherr den Hof verlassen. Er wird erst heute abend wiederkommen. Das gibt mir Gelegenheit, mal ein bisschen privathobbyfaxen ähem ordentlich was im Büro zu schaffen. Ich versorge mich mit Tee, Lebkuchen, Lebkuchen und Lebkuchen und fahre den Rechner hoch. Während dieser sich müht schreibe ich schon mal (handschriftlich!) in meinen (papiernen!) Kalender, was heute alles zu tun ist. Die Liste wird länger – und länger – und länger. Mein Gesicht auch. Aber was solls – einfach anfangen ist die Devise. Ein wenig trauere ich meinen Freizeitphantasien hinterher, während ich den ersten Ordner öffne . . . 

Gegen 13:00 beschließe ich, dass es Zeit für die Mittagspause ist. Auf dem Plan steht ‚Suppe‘. Na toll, was nutzt mir das, wenn der Hausherr nicht da ist und keine echte Suppe auf dem Herd steht? Aber ich bin ja ein bisschen schlau. Ich hole mir ein Glas Tomatensaft aus dem Keller und erhitze den Saft unter Zugabe von Salz und Gewürzen. Not macht halt erfinderisch  genügsam. Und wenn man darin noch ein altbackenes Brötchen einweicht (weil keine verdammten Nudeln im Kühlschrank sind) und Parmesan drüber kippt, dann ist es auch gar nicht mal sooo schlecht.

Der Nachmittag im Büro ist wie der Vormittag im Büro. Ich kann einen Haken nach dem anderen machen – nur zwei Sachen schiebe ich auf den nächsten Tag. Geht doch. 

Dann habe ich vor dem Abendbrot tatsächlich noch Zeit für mein Saxophon. Hier gibt es leider eine kleine Motivationshürde. Es ist nämlich wirklich gar nicht so ganz leicht, ein Stück einzuüben, welches man noch nie vorher gehört hat. Und dann außerdem auch noch die zweite Stimme spielen soll. Und ich bin nun mal eine Spätmusizierende. Ein wenig experimentiere ich vor mich hin – aber weder ‚Värmeland‘ noch ‚Sylvian Joululaulu‘ offenbaren eine zugängliche Seite – und gebe dann trotzig auf. Spiele ich halt die Lieder aus den Vorjahren. Die kann ich wenigstens schon ein bisschen . . . 

Leise wimmernd ergeben sich ‚Leise rieselt der Schnee‘ und ‚Stille Nacht‘ . . . 

Dann ist der Hausherr da und beginnt quasi sofort mit den Abendbrotvorbereitungen. Aus Gründen wünscht er sich dringend eine Suppe. Er kreiert aus dem Kühlschrank eine Tomaten-Gurken-Pilzsuppe. Ich weiche mir ein altbackenes Brötchen darin ein und tue Parmesan drüber . . . 

Den restlichen Abend verbringe ich im Sessel am warmen Ofen. Und während ich den Blogbeitrag schreibe finde ich heraus, wie ich auch auf der mobilen WordPressvariation auf meinem Spielophon durchgestrichenen Text erzeugen kann.

Wieder was gelernt heute. Es war also ein guter Tag. Und jetzt gibt es noch eine Weinschorle aus selbstgemachtem schwarzen Johannisbeerwein – aus selbstgepflückten Johannisbeeren aus dem eigenen Garten. Da habe ich mitten im Dezember doch tatsächlich einen schönen Sommer auf der Zunge.

Prost und gute Nacht.

Ach so, bevor ich das vergesse – ganz viele Tagebuchblogger versammeln sich bei Frau Brüllen, da könntet Ihr ja vielleicht auch noch gucken?

🙂

*** WMDEDGT 2016-11-05 ***

So, jetzt aber mal ganz ehrlich hier und Butter bei die Fische. Das geht ja wohl nicht. Da pass‘ ich einmal nicht auf und schon verpass ich was. Dabei war doch gestern der 5te, also Tagebuchbloggentag – und ich verdösbaddel das. Und keiner sagt was – echt jetzt.

Also gut, dann muss ich eben versuchen, mich zu erinnern. So was aber auch.

Aber fangen wir an. Gestern war Samstag. Samstags bestehe ich (unter Androhung strengster Sanktionen bei Nichtrespekt) auf das Grundrecht auf selbstendenden Schlaf. Das heisst, ich stelle keinen Wecker und schlafe so lange ich möchte. Also theoretisch. Wenn nicht das Viehzeug vor dem Fenster keinen Schimmer von der Grundidee eines freien Tages hätte und mit einsetzender Dämmerung lautstark nach Futter verlangt. Da hilft auch kein Kissen auf dem Kopf. Es wird ein bisschen ruhiger, als der Hausherr draußen herumläuft. Das heißt aber nicht, dass ich jetzt in Ruhe weiterschlafen kann. Natürlich nicht. Denn jetzt beginnt es aus der Küche verführerisch nach Kaffee zu duften. 

Ooohhhmmm. Na gut. Dann stehe ich eben auf. 08:00 ist ja schließlich kurz vor Mittag.

Nun kann auch das Fütterritual für das Viehzeug absolviert werden. Das heißt, wir sitzen warm eingemummelt mit Kaffee und beobachten die Fütterung. Gelegentlich greifen wir ein, wenn es nämlich zu Tätlichkeiten zwischen Ganter und Ralle kommt, nur weil der arme, kleine, minderernährte Ganter (5 kg)  sich hinsichtlich seiner Futtermenge benachteiligt fühlt. 

Anschließend heize ich den Kachelofen und bereite gemeinsam mit dem Hausherren das Frühstück vor.  Es ist Samstag, deswegen gibt es Eier zum Frühstück. Und 7 Sorten selbstgemachte Marmelade. Plus Honig. Und Wurst und Käse. Wir genießen ausgiebig. (Vielleicht könnte ja das Anlass und Grund für die dreisten Lügen sein, welche mir meine Waage zur Zeit erzählt?)

Aber egal, weg mit so trüben Gedanken. Jetzt sind erst einmal die Hühner dran. Füttern, Stall entkacken und (weil Samstag ist) auch den Hühnerhof absammeln. Fertig. Prima! Und der Vormittag ist noch nicht einmal rum.

Als nächstes Kaffeewasser aufsetzen und Nähzeug bereitlegen. Meine Lederhose dröselt an den Beinen auf und an der Arbeitsjacke des Hausherren hat der Ganter einen Knopf abgeknabbert, der muss wieder ran. Ich lege alles bereit und stutze. Das kann ja wohl nicht wahr sein. Da haben die doch tatsächlich eine Nadel ohne Öse verkauft. Wie soll ich denn da den Faden durchbekommen? Ach guck, bei der nächsten Nadel auch und bei der nächsten . . . MOOOMENT . . . Lesebrille holen. Ok, es ist alles gut, alle Nadeln haben ihre Löcher, durch welche ich den Faden dank Lesebrille auch problemlos gefädelt bekomme. *hüstel*

Und dann ist schon Mittagszeit. Vom Donnerstag sind noch Stampfkartoffeln übrig, welche der Hausherr mit Mangold und Dorsch ergänzt. Gegen 14:00 fallen wir auf der Couch in das Verdauungskoma. Tief und fest. Das habe ich mir auch verdient, denn schließlich musste ich ja heute – trotz Samstag – schon mitten in der Nacht aufstehen.

Irgendwann schaffe ich es, Morpheus Armen zu entkommen (Kaffee!) und erledige die letzten Einkäufe der Woche. Leider nicht wie ursprünglich geplant mit dem Fahrrad, sondern dem Wetter geschuldet mit dem Auto. Entschuldigung liebe Umwelt und liebe Waage.

Anschließend übe ich Saxophon. Rein zufällig hat der Hausherr zu dieser Zeit extrem wichtige Sachen im Keller zu erledigen. Ich persönlich glaube ja, man muss nicht über alles reden in so einer Partnerschaft. Da geht sonst nur Freude verloren. Am Saxophonüben zum Beispiel. Auch wenn ich jetzt langsam mit dem 2,5er Blatt klar komme (Fortgeschritten – harharhar), aber meine Viertel- und Achtelnoten purzeln doch eher wie Kraut und Rüben. Aber egal – ich übe! 

Tja und dann ist schon gar nicht mehr viel dran am Tag. Ich füttere meinen Roggensauerteig – am nächsten Tag soll Brot gebacken werden. Wir bereiten das Gemüse für die Hühnerbrühe vor – wir wollen am Sonntag Frikassee essen und dazu muss morgens gleich als erstes der Schnellkochtopf mit dem Huhn auf den Herd. 

Und dann schnippeln der Hausherr und ich uns einen kleinen Tomatensalat (3 Schälchen für jeden) und kochen einen großen Kräutertee. 

Was tun wir im November abends? Wir sitzen mit einem Gläschen geschorltem selbstgemachtem Obstwein (zum Beispiel schwarze Johannisbeere) am warmen Kachelofen (siehe oben) und hören Musik. Derzeit durchstöbert der Hausherr das große unendliche Internetz nach Musik von Klaus Schulze – und ja, das kann man hören. Auch einen ganzen Abend lang. 

Und eigentlich will ich dann um 23:00 noch gar nicht in’s Bett, es wird bei Fredrik T. Olsson ( Das Netz) gerade ganz furchtbar spannend – aber ich habe so meine Befürchtungen, was die morgige Aufwach- und Aufstehzeit angeht . . . 

Nun, wem dieser Tag nicht spektakulär genug war, der darf gerne bei Frau Brüllen nachschauen. Da gibt’s noch viel mehr Tagesabläufe zum nachlesen.

Ansonsten, vielen Dank, dass hier Euch für meinen interessiert habt. War schön, Euch hiergehabt zu haben. 

*** WMDEDGT 2016-10-05 ***

Mittwoch, der 05. Oktober. Warum nicht mal wieder Tagebuchbloggen? Also los:

Der Wecker klingelt um 06:25 Uhr. Das macht er immer so, damit er um 06:30 Uhr ein zweites Mal klingeln kann und wir aufstehen können. Nun gut, stehen wir also auf.

Während ich noch durch dad Bad tapere, höre ich unten in der Küche schon den Wasserkocher. Wenig später duftet mein Erweckungskaffee und lockt mich in die Küche. 

Jetzt aber warm anziehen – unser Morgenritual beinhaltet den Kaffeegenuss draußen auf der Terasse bei der Morgenfütterung unseres Wassergeflügels.

Anschließend bekommen auch die Hühner ihr Frühstück serviert und außerdem den Stall gesäubert. Als ich wieder im Haus bin ist der Kronsohn schon schwer mit Frühstückmachen beschäftigt. Große Kinder sind was tolles! Wir frühstücken SELBSTVERSTÄNDLICH draußen. Es sind zwar nur 10 Grad Celsius – aber wozu gibt es warme Sachen? Und außerdem scheint die Sonne! Da sind das gefühlt schon mindestens 11 Grad, wenn nicht sogar 12!

Da der Kronsohn Herbstferien hat (Ich weiß, dass Ihr Euch darüber gewundert habt, dass der Kronsohn mitten in der Woche zu Hause ist.) ist heute ein besondeter Mittwoch. Zeit für einen Familienausflug.

***Lieber Wolfram, bitte hier aufhören zu lesen und erst wieder nach den nächsten drei Sternchen weiterlesen – ja?

Meine absolute Lieblingsfantasie eines tollen gemeinsamen Familientages ist ja ein Tag am Meer. Ergo schleppe ich die Familie ans Meer, auf dass wir uns heute am Fuße der Steilküste zwischen A’hoop und Wustrow eine heftig frische Brise um die Nase wehen lassen. Ziel ist ein Fischbrötchenmittag in Wustrow. 

Aber dazu kommt es nicht. Erst können wir nicht unten am Wasser langwandern, weil die Sturmflut das Wasser so gegen die Steilküste drückt, dass kein Platz für trockene Füße bleibt und wir oben auf der Steilküste langlatschen müssen (was Kritik beim Hausherren auslöst) – und dann kappeln sich auch noch Kronsohn und Hausherr. Orrr!

Nach zwei Dritteln der Strecke platze ich, brülle die beiden Männer an und verordne SOFORTIGE Umkehr. So jedenfalls möchte ich keinen Familientag verbringen. Tief schweigend verbringen wir den Rückweg zum Auto und ich schwöre, ich SCHWÖRE!, wäre nur noch ein EINZIGES Wort gefallen hätte ich mir mir einen Anwalt gesucht. Mahnend drohend schäumt der Wind das Meer.

*** Hier darf Wolfram weiterlesen:

In A’hoop überfällt uns jedenfalls ein kleines Hüngerchen – und glücklicherweise schmiedet gemeinsame Nahrungssuche zusammen,  was zusammen gehört. Wir machen uns auf den Weg zum Bäcker, als ich von schräg links vorn ein ungläubiges: ‚Ihr wollt doch jetzt wohl nicht vorbeigehen?‘ Vernehme.

Und da steht sie, meine Lieblingskollegin und schließt ihr Fahrrad an. Sie und ihr Mann machen hier eine Woche Urlaub. Es bleibt kaum Zeit, sich über Zufälle zu wundern, denn quasi sofort schleppen wir die beiden mit zur Bäckerei und nun wird es auch für mich ein schöner Tag. Nach Milchkaffee und Mohnkuchen müssen wir uns zwar schon wieder verabschieden – aber egal, mein Tag ist gerettet. 

Auf dem Rückweg erledigen wir noch ein paar Einkäufe und dann sind wir tatsächlich erst 16:30 zu Hause. Das gibt mir aber nun noch die Möglichkeit, ein wenig Saxophon zu üben. Als ich nach einer halben Stunde qualvollen Übens (ich muss das bei Gelegenheit mal erörtern) wieder ins Wohnzimmer komme, stehen da neben dem Hausherren zwei (!) leere (!) Weingläser. Auf meinen fragenden Blick antwortet er, er hätte für jeden von uns ein Probierglas eigen Pflaumenweines aus dem Keller geholt – aber dann klang das sooo furchtbar, da musste er beide Gläser trinken. . .

wtf?

Egal, besser nicht drüber nachdenken. Zum Abendbrot zaubern der Kronsohn und ich ‚Avocado-Schafskäse-Gurken-Feldsalat-Brötchen. Nomnomnom.

Dann aktiviere ich Bügeleisen und -brett um die wöchentliche Wäsche zu plätten. Als Ablenkung läuft ‚Belle und Sebastian‘ von DVD. Ein Film über einen kleinen Jungen, einen Hund und die Resistance. Sehr zu empfehlen. 

Kurz nach Endes des Filmes habe ich auch alles gebügelt und darf in mein Bettchen. Der Tag war zwar nicht einer meiner perfektesten, aber zum was dazulernen taugt er allemal!

Und wie haben andere ihren Tag verbracht? Guckt doch einfach mal bei Frau Brüllen.