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*** Mach mal Urlaub #3 ***

Während die beiden anderen Ski fahren, erwandere ich mir die Gegend. 

Und mit diesem Anblick sind 7 Kilometer auch nur ein Klacks!

Blöd ist nur, dass mir das hiesige Konzept ‚Mittagspause‘ wieder entfallen war. Ich stehe also nach meiner Hintour vor verschlossenen Ladentüren – nix da mit Bummeln und Schauen. 

Nun je. Dann gibt es halt Kuchen und Kaffee beim Bäcker (Mittagspause beginnt erst 13:00, ich war noch kurz vor knapp rechtzeitig.) 

Und auf dem Rückweg schaue ich bei schönstem Frühlingssonnenwetter auf diejenigen schneebedeckten Berge, auf welchen meine Miturlauber sich gerade auf Skiern herauf und herunter bewegen.

Mir aber sind meine Wanderschuhe lieber und sicherer. 

*** 3.Tag: die Generalprobe ***

Nachdem ich nun den Hausherren über Jahre hinweg genervt habe, dass ich nicht immer nur Urlaube am Wasser machen will, sondern gerne auch mal irgendwo wandern wollen würde, wurde mit Teneriffa der optimale Mittelweg gefunden. Also kaufte ich mir Wanderschuhe. (Denn Wandern geht nur mit Wanderschuhen!) Da:

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Anschließend kaufte ich einen Wanderführer für Teneriffa und begann diesen ausführlich zu studieren. Bevor nun aber mein großer Tag kommen sollte, entschieden wir uns für eine kleine Probewanderung um uns schon mal in die örtlichen Gegebenheiten einzufühlen. Ein Ziel war auf der Karte auch schnell gefunden. Wasser und Proviant in den Rucksack und los.

Allein . . .

. . . die Örtlichkeiten passten nicht zur Karte (Maßstab 1:50.000). Nein, sagte der Hausmeister der Finca, diesen Weg gibt es nicht. Da kommt ihr zu Fuß nicht hin . . .

Nun wären wir aber nicht wir, wenn wir es nicht trotzdem versuchen würden. 😀 hoffnungsvoll den Rucksack auf dem Rücken trabte ich los. Die Schuhe sitzen perfekt. Der Hausherr atmete tief durch, lächelte glücklich bückte sich um eine winzig kleine Blume am Wegesrand zu fotografieren und erklärte: ‚Das ist toll! Wie auf
Humboldts Spuren.‘

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Der Kronsohn fragte, wie lange das dauern würde und wann er wieder in der Finca wäre.

Der erste Kilometer ließ sich gut an. Runter in die Schlucht und auf der anderen Seite wieder hoch. Dann auf die Hauptstraße und den nächsten Abzweig rechts. Gar kein Problem – Asphaltstraßen kann man gar nicht verfehlen.

Aber dann . . .

. . . hier muß es jetzt aber weitergehen! Schwöre ich und drehe und wende die Landkarte, während ich auf eine Hofeinfahrt blicke. Die Schuhe sitzen perfekt. Herr Humboldt fotografiert währenddessen eine wunderschöne Kaktusblüte.

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Der Kronsohn freut sich über die Pause. Wieder und wieder begutachte ich die Hofeinfahrt und starre auf die Karte.

Bis ich aufgebe und beschließe, das Ziel auf einem anderen Weg zu erreichen. Also zurück zur Hauptstraße und den nächsten Abzweig gesucht. Was dazu führte, dass wir endlose Kilometer bergauf trabten, um am Ende nicht wirklich genau zu wissen, wo wir eigentlich sind.

Herr Humbold fotografierte einen wundervollen Blumenteppich am Wegesrand, der Kronsohn fragte, wann es denn wieder zur Finca ginge. Die Schuhe sitzen perfekt.

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Am Ende fassten wir uns ein Herz und fragten ein deutsches Rentnerehepaar, welches seit Jahren dort auf Teneriffa wohnt, nach dem Weg. Blöderweise meinten auch die, die Karte wäre falsch, unser Ziel so wie geplant nicht per Fuß zu erreichen. Aber sie gaben uns einen tollen Tipp für den Rückweg. So konnten wir auf dem Rückweg einfach durch eine geschickte Abkürzung glatte 30 Minuten einsparen. Und was noch cooler war, wir kamen genau neben dem Tor heraus, vor dem ich am Anfang der Tour ganz fassungslos gestanden hatte.

Herr Humboldt fotografierte noch ganz schnell eine besonders tolle Blüte, der Kronsohn freute sich, dass es jetzt endlich zurück zur Finca ging und, zum Glück: die Schuhe sitzen perfekt.

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