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*** Abreise ***

Die Koffer sind gepackt und stehen bereit. Ein letzter wehmütiger Blick vom Balkon:

Ein letzter wehmütiger Blick aus dem Zug:

Und dann nur noch 11 Stunden einmal quer durch die Republik und wir sind wieder zu Hause.

Schön war’s!

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*** Tag 5 ***

Ach, was bin ich ein unhöflicher Gastgeber. So was aber auch. Da schleppe ich Euch mit zum Schneewandern, röste Euch in der Sauna und weiche Euch im Solebad auf – und vergesse bei alldem, Euch auch etwas zu essen anzubieten.

O weh, o weh.

Also macht Euch hübsch, es geht in’s Restaurant.

Alle fertig? Ah – Moment, Du da hinten, das T-Shirt hat schon bessere Tage gesehen. Könntest Du das noch schnell tauschen! Ach, und hier vorne links, bitte einmal noch schnell den Kamm benützen!

So, jetzt kann ich Euch mitnehmen.

Bitte bequem Platz nehmen, der Kellner kommt und es geht los.

(Damit hier nicht so ein wildes Durcheinandergerede entsteht, habe ich schon mal eine Vorauswahl getroffen.)

Also: Vorspeise heute: Tatar vom Kabeljau, Brunnenkresse, Frischkäse, Croutons und Radieschen.

Also das habe ich jetzt nicht gehört! Beruhigt Euch. Natürlich werdet Ihr satt werden, trotz der kleinen Portion. Es kommen ja noch genügend andere kleine Portionen!

Schaut, da ist schon die Suppe: Heute gibt es klare Fenchelsuppe mit Griesnockerl.

Alle Schüsselchen leer? Prima. Dann gehen wir jetzt ruhig und gesittet zum Salat. Nein, es ist nicht erforderlich, den so dekorativ anzurichten. Ganz ruhig, es ist genügend für alle da.

Salat: (oups)

So, seid ehrlich, es stellt sich schon so ein ganz winziges Sättigungsgefühl ein? Nein? Na gut, muss auch noch nicht, wir sind ja jetzt erst beim Hauptgang.

Hauptgang: Filet vom roten Wels, Dreierlei vom Spinat und Meerrettich.

Also bitte, nicht die Finger ablecken. Dafür gibt es ganz diskret die Serviette!

Natürlich bekommt Ihr noch etwas Süßes. Da kommt es schon.

Die Nachspeise: Snickers alá Poststyle.

So, und wer jetzt tatsächlich noch Hunger hat, darf noch einmal beim Käsebuffett zulangen. Ach, doch nicht? Alle satt? Schön.

Dann geht’s Euch ja wie mir.

Also rollen wir jetzt langsam und trotzdem möglichst würdevoll aus dem Restaurant.

Danke für Eure nette Gesellschaft.

*** Tag 1 ***

Ich habe aufgegeben und die wunderschön grellorangefarbene Apnoehose in das Reich der Wünsche und Sehnsuchten verbannt.

Nun habe ich eine schlichte, schwarze Hose zwar in einer Nummer größer, dafür mit der Lizenz zum Atmen.

Das Wetter tut was es im Skigebiet tun soll, es schneit.

Es schneit viele, mal kleine mal große aber hauptsächlich viele Schneeflocken.

Das ist tatsächlich Winter und bei meiner Wanderung zum Nachbarort (Ja , richtig gelesen, Wanderung – ich fahre nämlich gar kein Ski!) genieße ich den Ausblick auf die umliegenden Berge.

Diese da wären, z. Bsp. der Daniel:

Oder auch die Zugspitze:

So schön!

Entspannt atme ich tief durch und stapfe in meiner wunderschön bequemen schwarzen Skihose durch den Schnee.

*** Jetzt fahr’n wir ICE, ICE . . . ***

Es ist der Wahnsinn!

Aber da wir dieses Tempo leider nicht die gesamte Zeit halten können und außerdem auch sowieso dreimal umsteigen müssen dauert die Anreise von Tür zu Tür 11:30 Stunden.

Trotzdem: Respekt! Keine Verspätungen, nur freundliche Zugbegleiter und Mitreisende, saubere Züge. Gut gemacht, Deutsche Bahn.

Und wir müssen jetzt erst einmal auch mental hier ankommen.

*** Vorfreude ***

Es ist der Abend vorher und wir holen schon einmal die Koffer aus dem Keller.

Und die Skisachen.

Der Hausherr schaut auf meine grellorangene Hose und fragt, passt Du da noch rein? Die war ja letztes Jahr schon recht eng?

Ich schaue auf die grellorangene Hose und antworte, dass ich ja nun nicht wirklich viel zugenommen hätte, es hätte sich nur alles irgendwie bei den Hüften angesammelt.

Also starren wir beide auf die grellorangenen Skihosen.

Damit das Starren ein Ende hat, streife ich meine Jeans ab und steige in die Skihose. Aaahhh – ja. Da fehlt etwas Stoff. Aber es hilft nichts. Scharf Luft einziehen, Bauch rein, Reisverschluss zu. Geht doch!

Der Hausherr zieht ebenfalls scharf Luft ein und beobachtet mich.

Ohne Atmen geht’s eigentlich, bescheide ich ihm. Oder ich esse einfach kein Frühstück?

Willst Du die nicht vielleicht doch hier lassen? Fragt der Hausherr und fixiert die Apnoe-Hose.

Aber dann MUSS ich eine neue kaufen und vielleicht gefällt mir keine?

Wir nehmen sie mit!

Also landet die grellorangene Skihose im Koffer und vieles andere auch.

*** Gegen das Novembergrau – 30 – Urlaub 6 ***

Weißt Du, sage ich zum Hausherren, während mein Blick auf der Wettervorhersage hängt. Weißt Du, sage ich, das Wetter soll hier schlechter werden. Und zu Hause zwei schöne Tage geben. 

Hmmm. Sagt der Hausherr und: Eigentlich haben wir doch alles getan, was wir im Urlaub so tun wollten? Wir sind am Strand gewandert und gelaufen.

Das stimmt, entgegne ich. Und wir waren in mehreren Angelläden und Du hast alles bekommen was Du wolltest. Sogar das Fischernetz.

Richtig! Jetzt leuchten die Augen des Hausherren vor Glück. Und wir haben frischen Fisch gegessen – auch mehrmals. Nur keinen Hummer!

Na gut, sage ich, dafür können wir aber nichts. Der Laden hatte zu. Und wir haben am Kamin geruht und gelesen und gestrickt. Magst Du noch einmal in die Sauna? 

Ach was, antwortet der Hausherr, da war ich auch genug und es ist jetzt außerdem auch ausreichend warm hier. (Da müssen wir beide grinsen, denn das Hüttchen mittels Kamin auf 27 Grad Celsius hoch zu heizen ist schon keine schlechte Leistung.)

Der Hausherr und ich schauen uns an und nicken und so kommt es, dass am nächsten Morgen um 07:00 Uhr der Wecker klingelt und wir zum ersten Kaffee schon mit Taschen packen beschäftigt sind. Kurz nach Öffnungszeit des Vermietungsbüros geben wir Schlüssel und Wäsche ab und machen uns auf die 500 km lange Heimreise.

Noch einmal halten wir kurz bei den rastenden Nonnengänsen und dann rollen wir los. 


Tschüss, bis zum nächsten Mal, liebe Bageri mit all deinem leckeren Kage, tschüss liebe Solbærmarmelade, lieber Familie-Pakke Budding Vaniljesmag, tschüss lieber frisk Fisk. Ich werde dich vermissen, lieber Dagli` Brugsen . . . 

Ist ja gut, ist ja gut, sagt der Hausherr. Du kannst aufhören, wir kommen ja wieder her! 

Tak Danmark!

*** Gegen das Novembergrau – Urlaub 5 ***

Dieser Urlaub ist so erholsam – wir gewöhnen uns glatt noch das Langschläfertum an. Erst um 09:15 kommen wir aus dem Bett. Sowas aber auch. 

Und trotzdem: Weil es gestern so gut geklappt hat, machen wir das mit dem Laufen heute gleich noch einmal. Das muss sein. 

Zum Glück spielt das Wetter ein bisschen besser mit. 

Das Meer begleitet uns mit seinem Rauschen.


Unermüdlich schlagen die Wellen ans Ufer. Ich kann gar nicht genug bekommen vom Meer. Deswegen sind wir ja auch schließlich hier. Immer wieder bleibe ich stehen und fotografiere. 

Trotzdem ist der Lauf irgendwann zu Ende und nachdem wir einen Minieinkauf absolviert haben verlömern wir den restlichen Tag mit lesen und stricken am Kamin. 

Draußen wird das Wetter inzwischen leicht gruselig. Der Wind nimmt zu und treibt Wolken feines salzigen Nieselregens an die Fenster. 
Wir beginnen ganz langsam nach dem Wetter in der Heimat zu schielen . . . 

Aber ich schreibe erst einmal die obligatorischen Postkarten.