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*** R.I.P. Terry *** FanFiction ***

Das weite Weltall. Sterne glitzern am Firmament. Ein Weltall fast wie jedes andere. Aber nur fast. Wenn der Beobachter sich umdreht, sieht er sich einer riesigen Schildkröte gegenüber. Groß A’tuin, auf ihrem Weg durch das All. Auf ihrem Rücken trägt sie 4 Elefanten, welche ihrerseits auf ihrem Rücken die Scheibenwelt tragen. Eine Welt, flach wie eine geologische Pizza (jedoch ohne Sardellen), deren Rand gischtverhangen kaum zu sehen ist, wegen des beständig herabfließenden Wassers des Randfalls.

Diese Welt hat Meere und Kontinente. Die Kontinente zeichnen sich durch eine außerordentliche Vielfalt an Geographie aus, die sich in Wüsten, Flüssen, Ebenen, Gebirgen und in der Mitte der Scheibenwelt durch das Gebirgsmassiv CORI CELESTI, dem Sitz der Götter bemerkbar macht.

Schauen wir uns die Spitzhornberge nahe der Mitte an. Hier gibt es mehr senkrechtes Land als anderswo und man kann sich kaum vorstellen, dass hier Leute leben. Und doch. Und doch gibt es hier viele (aufgrund des mangelnden waagerechten Platzes) kleine Dörfer. Gehen wir dichter und erkunden eines dieser Dörfer etwas genauer. Es heißt ‚Blödes Kaff‘ und befindet sich im Königreich Lancré. Heute ist hier ungewöhnlich viel los. Viel mehr Leute als sonst sind im Ort. Aber eigentlich nicht im Ort, sondern auf der Wiese am Waldrand. Unter der alten Vom-Blitz-getroffenen-Eiche ist eine tiefe Grube ausgehoben und um diese haben sich Einwohner und Besucher des Dorfes versammelt.

Es herrscht bedrückende Stille . . .

Langsam lassen Fuhrmann der Bäcker, Weber der Dachdecker, Bäcker der Weber, Gemeinheit Tischler, Dachdecker der Fuhrmann und Shawn Ogg einen schweren, für das Dorf ungewöhnlich reichlich verzierten* Sarg auf den Grund der Grube herab. Und wenn Gemeinheit Tischler der Bäcker nicht nervös geworden wäre, hätte der Sarg auch ganz sanft auf dem Grund der Grube aufgesetzt. Hinterher beschwerte er sich bei Shawn, dass er ganz deutlich das ungewisse Gefühl gehabt hatte, dass jemand zu dicht neben ihm stand und ihm über die Schulter sah.

Die Stille verdichtete sich. Es war diese Stille, die typisch für große Menschenansammlungen ist, und aus dieser Stille hörte Oma Wetterwachs, die ganz dicht vorn am Rand der Grube steht folgende Geräusche heraus, während sie aufmerksam die Ansammlung der Menschen um sich herum betrachtet:

Auf der von Shawn Ogg provisorisch installierten Ehrentribüne sitzen Magrat und Verence und versuchen, nicht zu lachen, während links neben ihnen die Zaubererdelegation bestehend aus Ridcully, Ponder Stibbons, dem Bibliothekar und Rincewind versucht die Hungergeräusche aus ihren Mägen zu ignorieren. Schließlich liegt die letzte Mahlzeit schon eine ganze Stunde her und sie mussten zu Fuß hierher gehen. Rechts neben Magrat sitzen Vetinari und Hauptmann Mumm sowie Lady Margalotta und Rhys, der niedere König. Während Hauptmann Mumm diesen seltenen Moment der Ruhe irritiert beobachtet, um herauszufinden, welches Verbrechen hier verborgen werden soll, beobachtet Lord Vetinari die Anwesenden zur einfachen Informationsgewinnung.

Sein Blick fällt auf eine buntgemischte, einträchtig schwarz gekleidete Menschenmenge, die sich im Augenblick nur durch eines verbunden fühlen. Durch diese eine Gemeinsamkeit, durch diesen Verlust. Er sieht T.M.S.I.D.R. Schnapper, der ungewöhnlicher Weise heute seinen Bauchladen nicht dabei hat, dafür aber aussieht, als hätte gerade wieder eine unschlagbare Geschäftsidee, William der Worde und Feucht von Lipwig sind angestrengt bemüht, einander höflich die kalte Schulter zu zeigen. Ach, und dort steht Igor. Und dort auch. Und dort auch.

Während nun Pastor Himmelwärts eine beeindruckende Grabrede hält, ist eines kleines Gummiflitzschgeräusch zu hören, gefolgt von einem kleinen Gluck und anschließendem kräftigen Ausatmen von Nanny Ogg, welche sich damit einen bösen Blick von Oma Wetterwachs einfängt. Ungerührt von diesem windstillen, sonnigen Vormittag kreiselt auf einmal eine kleine Staubwolke in Richtung der beiden Hexen, ändert aber kurz vorher die Richtung um sich dann waldwärts zu verlieren. Wenn der aufmerksame Beobachter in der Lage währe, in Zeitlupe zu gucken und zu hören, hätte er ein kurzes ‚Potzblitz, habt ihr das gesehen, Jungs?’ gehört und anschließend mehrere kleine blauen Schemen in Kilts und eine Staubwolke gehüllt auf dem Weg zu Nanny Ogg beobachten können, deren Zielstrebigkeit nur durch ein leises Zischen Tiffany Wehs beendet wurde.

Für alle anderen war es nur eine kleine Staubwolke und nur wer genau hinhören konnte und wollte, konnte Satzfetzen wie voll ungerecht, wir verdursten hier und geh beiseite Doofer Wullie hören, bis leise Kampfgeräusche erklangen, als die kleinen blauen Männer zu ihrer zweitliebsten Tätigkeit übergingen. Tiffany musste sich sehr bemühen, Horace festzuhalten, der ebenfalls vorhatte, sich in die Büsche am Waldrand zurückzuziehen.

Nanny Ogg jedoch flüsterte ein kleines ‚Entschuldigung’ in Richtung Oma Wetterwachs und fuhr fort: ‚Ich habe sagen hören, er hätte uns zum Schluss schon fast vergessen? War es so schlimm?’ NEIN, ER WAR NUR ETWAS DURCHEINANDER. WURDE ABER SOFORT KLAR UND MACHTE SICH AUF DEN WEG. Kam als Antwort direkt in ihren Kopf und als sie sich umschaute, sah sie, wie Gemeinheit Tischler sich plötzlich wieder umschaute, als ob jemand hinter ihm stand. Dabei hätte er Tod fast berühren könnten. Respektvoll grüßte Tod herüber. MIST setzte er nach, ICH HABE VERGESSEN, IHN NACH DEM GEHEIMNIS DER EINGELEGTEN GURKEN ZU FRAGEN.

Susanne, die zwischen Oma Wetterwachs und Agnes stand, beugte sich weit vor, um gesehen zu werden und schüttelte den Kopf. ‚Uns kann man nicht vergessen. Nicht einfach so.’ Oma entgegnete ebenfalls auf ihre Art leise flüsternd, so dass es auch in der hintersten Reihe zu verstehen war: ‚Das Problem ist, Kindchen, das die Menschen nur das sehen, was sie sehen wollen. Und manchmal wollen sie zuviel und vergessen darüber das Wesentliche.’

Aus der vorletzten Reihe meldete sich nun Zweiblum und fragte: ‚Aber was ist das wesentliche? Und was wird jetzt aus uns?’

‚Das Wesentliche’ sagte Oma Wetterwachs, ‚Das Wesentliche ist die Fantasie. Und was aus uns wird? Das wussten wir bisher auch nie. Und ich brauche auch niemanden, der mir sagt, was ich zu tun und zu lassen habe.’ Dabei straffte sie Ihren Rücken, atmete tief durch und blickte aufmerksam voraus. ‚Vielleicht haben wir Glück.’

Dann warf sie eine Handvoll Erde auf den Sarg und verbeugte sich tief.

 

 

 

* Fuhrmann der Bäcker hat es sich nicht nehmen lassen, eine Schreibfeder und ein Tintenfass in den Sarg zu schnitzen.

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*** R.I.P. Terry ***

Mögest Du die Wüste ohne Probleme überqueren.

Ich bin traurig. Jetzt.

*** Rezeptetester – Folge 4 ***

Weil man (frau) ja nicht immer die selben Fehler machen kann – heute mal einen Rezeptetester mit Herkunftsnachweis. Tusch und Strike! Aus der unendlich großen Welt der Kochbücher gibt es heute ein Rezept aus:

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“ Nanny Oggs Kochbuch“

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Nanny-Oggs-Kochbuch

Nanny-Oggs-Kochbuch

Als echter Terry Pratchett Fan genügt es nämlich nicht, alle seine Romane im Regal zu versammeln. Nein! Der Vollständigkeit halber gehören natürlich von ihm veröfentlichte (Scheibenwelt-) Kochbücher ebenfalls dazu. Und dieses Kochbuch ist das einzige Kochbuch, was ich schon mehrmals (mit Vergnügen) von vorn bis hinten gelesen habe.

Und weil ich gar nicht anders konnte, musste ich natürlich auch etwas daraus ausprobieren. Über die Anfängerstufe in Form von ‚Brot und Wasser‘ nach Lord Vetinari bin ich natürlich schon hinaus – ich entschied mich für etwas Anspruchsvolleres. Und zwar für das Rezept auf Seite

64 – den ‚Erdbeerwackler‘.

Für 4 bis 6 Erdbeerwackler benötigt man 2 – 3 Päckchen Gelatine, 300 ml kochendes Wasser. 250 g Erdbeeren, 150 ml Schlagsahne, 2 EL Puderzucker, Erdbeereis, 4 – 6 große Flötengläser.

(Ich habe – in Ermangelung von Edbeeren – Johannisbeeren verwendet – geht auch.)

Die Gelatine in Wasser auflösen (Ich nehme ungefähr 1/2 Tasse Wasser-Zitronensaft-Gemisch). Anschließend vorsichtig erhitzen, bis sich die Gelatine gelöst hat. Nicht kochen! Dann wieder abkühlen lassen. Die Erdbeeren waschen, putzen und pürrieren. Den größten Teil der Schlagsahne (2/3) und des Zuckers hinzugeben (der Rest bleibt für Dekorationszwecke). Alles sollte jetzt die Konsistenz eines Milchshakes haben. Nun die abgekühlte Gelatine unterrühren und alles auf  die Flötengläser verteilen. Sieht dann ungefähr so aus:

Erdbeerwackler

Erdbeerwackler

(Na gut – ich habe hier auf die Schlagsahne verzichtet – die Hüften – Ihr wisst. Sonst wäre das ganze etwas mehr rosafarben . . . )

4 – 5 Stunden im Kühlschrank kühlen. Die Masse sollte (sehr) fest sein. Nun die Wackler vorsichtig aus den Gläsern stürzen (hier hilft ein kurzes Tauchbad in warmem Wasser um das Zeug aus den Gläsern zu bekommen) und auf einen Teller setzen. Hochkant und mit zwei Eiskugeln (an gewünschter Stelle) servieren. Eventuell gern noch etwas Schlagsahne . . . Das ganze schaut so aus:

Zensiert

Zensiert

Oups – sorry.

Aber da müsst Ihr Euch wohl selber ein Bild machen.

Der Hausherr hat jedenfalls herzhaft gelacht.

😉