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*** Wie ich einmal wirklich gar nicht shoppen wollte ***

Es begab sich, dass ich eines Tages zum Zwecke der Verschönerung meines Haupthaares in die große Stadt musste. Bedauerlicherweise war nämlich meine Lieblingsfriseuse nicht mehr verfügbar und ich somit auf der Suche nach einem neuen Friseur. Frauen verstehen das hiermit verbundene Drama und fühlen mit mir. Männer halten jetzt bitte einfach mal die Klappe.

In Vorbereitung des großen Stadtabenteuers sichtete ich sämtliche Einkaufszettel und sonstige Wünsche und siehe da – es waren lediglich noch ein paar Waren des täglichen Bedarfes aus dem Supermarkt mitzubringen. Es würde also ganz einfach werden. 

In die Stadt – zum Friseur (na gut, warten – weil ohne Termin) – dann Supermarkt und wieder ab nach Hause und in’s Büro. 

Ich bräuchte gar nicht shoppen gehen. Keine Veranlassung – kein Bedarf. Das ist ja auch mal schön. Denn shoppen ist nicht schön. Nein! Man hat zu tun mit herablassenden, unfreundlichen, hämischen Verkäuferinnen, wird unendlich bespielt mit nervtötender Musik und wühlt sich durch gräßliche Farben und Schnittmuster in merkwürdigen Größen. Nein, shoppen ist definitiv nicht schön.

Nun.

Nunje.

Da ich nicht auf einen Termin angemeldet war, mir aber nichts destotrotz eine Behandlung als möglich in Aussicht gestellt wurde setzte ich mich mit einem XXXXXL Kaffeebecher und einigen grässlichen Zeitschriften mit Prominews in den Wartebereich. Ich mag jetzt über diese Prominews auch gar nicht reden. Außer eins vielleicht: Die haben ja wohl alle irgendwie ein Ding an der Waffel – oder was? Aber das ist ein anderes Thema.

Während ich also so von Seite zu Seite mit immer größerem Entsetzen blätterte, fiel mein Blick auf die absolut angesagten Styles der Saison. Die ‚das musst Du tragen‘ Tipps. An diesen Seiten blättere ich grundsätzlich umgehend vorbei, schließlich bin ich weder 1,90 m groß ud wiege auch nicht nur 25 kg. Unglücklicherweise fiel mein Blick auf ein Bustier. 

Na und, werdet Ihr sagen, ein ‚Bustier‘ – was soll daran so Besonderes sein? Ganz einfach, das Besondere an einem Bustier ist die Verheißung! Die Verheißung von angenehm gezähmter Freiheit. Die Verheißung von Entspannung. Wenn sich nämlich der Tag dem Ende neigt und man sich endlich aus der gesellschaftlich konformierten Einzwängung seiner Oberweite befreien möchte – dann ist ein Bustier ein sehr, sehr hilfreiches Teil um a) zu verhindern, dass die sekundären Geschlechtsmerkmale irgendwo auf Kniehöhe baumeln und b) trotzdem ein kleines Maß an Entspannung und Wohlgefühl zu gewährleisten. 

Und bevor ich weiterblättern konnte, regte sich in meinen kleinsten und hintersten Gedankengängen so ein winziges ‚Hach, guck mal‘.  

‚Hach guck mal‘ führte dazu, dass ich das Erscheinungsdatum der Zeitschrift prüfte  und außerdem einmal genauer hinschaute, wo es denn dieses Bustier zu erwerben gäbe. Unglücklicherweise war die Zeitschrift nur knapp 3 Wochen alt, es bestand also tatsächlich die Chance, dass dieses Teil nicht schon wieder aus dem Angebot verschwunden war und noch viel schlimmer unglücklicherweise stellte sich heraus, dass genau diese auf weibliche Dessous spezialisierte Kette auch 2 Filialen in der Haupteinkaufsstraße der großen Stadt hat.

Schlimm, schlimm, schlimm.

Ich würde also nicht gleich ins Parkaus gehen, sondern einen winzigen Abstecher zu den Dessous machen, das Bustier schnappen und ab nach Hause. 

Gesagt – getan. Beziehungsweise: gedacht – versucht. Nach mehr oder weniger erfolgreichem Friseurbesuch (die Friseuse würde schon noch lernen, mit meinen Haaren umzugehen – oh gott der Pony!) ging ich zielstrebig in das Dessougeschäft.

Wie.Son.Anfänger!

Heraus kam ich mit 2 Minimizer-BH’s (tolle Farben!) und 2 Slips (Slips gehen immer – so wie Teelichter beim Möbelschweden) aber ohne Bustier. Das gab es nämlich überhaupt gar nicht. Wo nehmen die Ihre Produktempfehlungen her in diesesn blöden Zeitschriften? Orr!

Aus Frust beging ich den folgenschweren Fehler auf dem Rückweg zum Parkhaus in das Schuhgeschäft abzubiegen. Ich hatte zwar gerade vorgestern festgestellt, dass ich gar keinen, ehrlich absolut keinen, also definitiv so was von überhaupt gar keinen Bedarf an irgendwelchen Schuhen habe, aber es würde schon nichts kosten, einmal durch die Regale zu laufen und zu gucken. Nun, um genau zu sein, das Nichts kostete so ziemlich genau 85 Euro, ist wunderschön dunkelblau und hat exakt die Absatzform und -höhe welche ich bedingungslos liebe und bedenkenlos tragen kann. 

 Nun je. 

Aber ich schwöre, ich wollte wirklich überhaupt gar nicht shoppen gehen!

P.S. Zum Glück lag auf dem Rückweg zum Parkhaus kein Buchladen auf dem Weg. Man muss auch mal Glück haben. 

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*** Es war, ist, bleibt, wird spannend ***

Was auch immer. Sucht Euch was aus.

DAS Kleid ist nämlich NOCH NICHT fertig.

Vor zwei Wochen war sie beim Schneider für die Voranprobe. Alles war grob vorgeheftet und sah schon mal gut aus. Ausschnitt und Länge wurden ausführlich besprochen.

An den Seiten wurde jeweils ein Zentimeter abgesteckt. Das Kleid soll ja schließlich nicht schlackern.
Trotzdem warnte sie. Nur nicht zuviel abnähen, denn sie wird ziemlich sicher noch zunehmen. Das gab zwar ein kurzes, erstauntes Blinzeln beim Schneidermeister (Eine Frau, die zugibt, dass sie zunehmen wird – hä?), aber sie und der Schneidermeister einigten sich auf ein Maß. Schließlich kennt sie ihren Mond. *räusper*

Gestern nun war der große Tag. Das Kleid sollte fertig sein. Bereit zur Abholung.

Hoffnungsvoll schlüpfte sie in das Kleid. Aber *wtf* ist das?
Sie hat doch nicht etwa jetzt schon zugenommen? (Oder doch?) Das kommt doch erfahrungsgemäß erst noch.

Es.Ist.Zu.Eng! Nicht so zu eng, dass es gar nicht geht, aber zu eng um bequem zu sein. Ein Stehkleid quasi. (Bitte nicht hinsetzen und essen schon erst recht gar nicht. Danke.)

Hmmm. Schneidermeister und sie schauen auf das Kleid und stellen fest, da muss wieder was ausgelassen werden.

Also zieht sie das Kleid schweren Herzens wieder aus und reicht es dem Schneidermeister.

Für den nächsten Versuch.

Damit Eure Neugierde aber schon mal ein bisschen belohnt wird, ich habe bei der ersten Anprobe schon mal das Fotophönchen gezückt.

Gut erkennen kann man ein Paar der Schuhe. 😀

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Fortsetzung folgt . . .

*** Der Countdown läuft; noch 6 Tage ***

Punkt 1 auf der Liste abgehakt. Heute, eine Woche vor Ultimo, die passenden Schuhe in Rostock gekauft.

(Hätte ich ja auch schon im Februar erledigen können, als wir die die Klamotten gekauft haben – aber die Schuhe hatte ich damals überhaupt nicht auf dem Schirm. Schuhe – wer braucht Schuhe?)

Jedenfalls hätten wir das jetzt auch erledigt:

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Wir sind also auf auf unserer To-do-Liste schon ein wenig weiter gekommen.

Am Wetter allerdings, das gebe ich zu, müssen wir noch etwas arbeiten . . .

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Drückt doch mal bitte die Daumen . . .

*** 3.Tag: die Generalprobe ***

Nachdem ich nun den Hausherren über Jahre hinweg genervt habe, dass ich nicht immer nur Urlaube am Wasser machen will, sondern gerne auch mal irgendwo wandern wollen würde, wurde mit Teneriffa der optimale Mittelweg gefunden. Also kaufte ich mir Wanderschuhe. (Denn Wandern geht nur mit Wanderschuhen!) Da:

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Anschließend kaufte ich einen Wanderführer für Teneriffa und begann diesen ausführlich zu studieren. Bevor nun aber mein großer Tag kommen sollte, entschieden wir uns für eine kleine Probewanderung um uns schon mal in die örtlichen Gegebenheiten einzufühlen. Ein Ziel war auf der Karte auch schnell gefunden. Wasser und Proviant in den Rucksack und los.

Allein . . .

. . . die Örtlichkeiten passten nicht zur Karte (Maßstab 1:50.000). Nein, sagte der Hausmeister der Finca, diesen Weg gibt es nicht. Da kommt ihr zu Fuß nicht hin . . .

Nun wären wir aber nicht wir, wenn wir es nicht trotzdem versuchen würden. 😀 hoffnungsvoll den Rucksack auf dem Rücken trabte ich los. Die Schuhe sitzen perfekt. Der Hausherr atmete tief durch, lächelte glücklich bückte sich um eine winzig kleine Blume am Wegesrand zu fotografieren und erklärte: ‚Das ist toll! Wie auf
Humboldts Spuren.‘

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Der Kronsohn fragte, wie lange das dauern würde und wann er wieder in der Finca wäre.

Der erste Kilometer ließ sich gut an. Runter in die Schlucht und auf der anderen Seite wieder hoch. Dann auf die Hauptstraße und den nächsten Abzweig rechts. Gar kein Problem – Asphaltstraßen kann man gar nicht verfehlen.

Aber dann . . .

. . . hier muß es jetzt aber weitergehen! Schwöre ich und drehe und wende die Landkarte, während ich auf eine Hofeinfahrt blicke. Die Schuhe sitzen perfekt. Herr Humboldt fotografiert währenddessen eine wunderschöne Kaktusblüte.

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Der Kronsohn freut sich über die Pause. Wieder und wieder begutachte ich die Hofeinfahrt und starre auf die Karte.

Bis ich aufgebe und beschließe, das Ziel auf einem anderen Weg zu erreichen. Also zurück zur Hauptstraße und den nächsten Abzweig gesucht. Was dazu führte, dass wir endlose Kilometer bergauf trabten, um am Ende nicht wirklich genau zu wissen, wo wir eigentlich sind.

Herr Humbold fotografierte einen wundervollen Blumenteppich am Wegesrand, der Kronsohn fragte, wann es denn wieder zur Finca ginge. Die Schuhe sitzen perfekt.

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Am Ende fassten wir uns ein Herz und fragten ein deutsches Rentnerehepaar, welches seit Jahren dort auf Teneriffa wohnt, nach dem Weg. Blöderweise meinten auch die, die Karte wäre falsch, unser Ziel so wie geplant nicht per Fuß zu erreichen. Aber sie gaben uns einen tollen Tipp für den Rückweg. So konnten wir auf dem Rückweg einfach durch eine geschickte Abkürzung glatte 30 Minuten einsparen. Und was noch cooler war, wir kamen genau neben dem Tor heraus, vor dem ich am Anfang der Tour ganz fassungslos gestanden hatte.

Herr Humboldt fotografierte noch ganz schnell eine besonders tolle Blüte, der Kronsohn freute sich, dass es jetzt endlich zurück zur Finca ging und, zum Glück: die Schuhe sitzen perfekt.

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*** Miese, fiese Werbefuzzies ***

Sorry, aber das muss jetzt mal raus.

Ihr miesen, fiesen, berechnenden Werbefuzzies. Ihr mit Euren Marktforschungen über Zielgruppen und typengerechte Werbung.

Ich.hasse.Euch!

Jedes Mal, wenn ich mein Postfach schließe, blinkt mich Eure Werbung an. Da drunter allen Ernstes zum Beispiel ein schwarzes Spitzen-Jersey-Kleid. Wo bitte, soll ich das denn tragen? Hallo? Beim Hühnerstall saubermachen?

Pffft.

Bringt doch mal was über Futtertröge oder Nestbaumaterialien für Glucken oder Nahrungszusätze für glückliche Enten.

Aber nein. Kleider und Schuhe. Weil ich ja eine mittelalte Frau bin. Na toll.

Und nur, weil ich das einmal angeklickt habe, heißt das noch lange nicht, dass mich das tatsächlich auch interessiert. Ich wollte halt einfach nur mal gucken.

Warum zeigt Ihr mir das aber immer wieder? Immer wieder?

Glaubt Ihr, Ihr könnt mich weich kochen?

Könnt Ihr nicht!

Ich brauche Eure Einkaufsvorschläge nicht. Wenn ich etwas zum Anziehen brauche, fahre ich in die große Stadt und bummele dort gemütlich durch die Läden. So unterstütze ich nämlich außerdem den Einzelhandel vor Ort. Der es nämlich auch nicht leicht hat. Und wenn ich da nichts finde, fahre ich mit dem Hausherren in die noch größere Stadt und verlebe dort einen schönen Tag mit ihm, während wir durch die Läden bummeln und den Einzelhandel dort unterstützen.

Also lasst mich bitte, bitte mit Eurer Werbung in Ruhe.

Mir genügt ein: ‚Sie haben sich ordnungsgemäß ausgeloggt.‘ völlig. Ich brauche kein werbenden Tütelkram ringsherum. Wirklich!

So. Dass musste mal gesagt werden.

*

P.S. Ich war übrigens überrascht, wie schnell die heutzutage liefern. Wenn da nicht das Wochenende zwischendrin gewesen wäre – ich hätte das Paket ja fast schon am nächsten Tag gehabt. Und es passt! Wie angegossen! Jetzt brauche ich nur noch eine Gelegenheit, wann ich das Teil auch tragen kann.

Ihr miesen Werbefuzzies.

*** Typisch Mann ***

Gestern kam ich nicht mehr drum herum. Nachdem ich festgestellt hatte, dass ich erst 1 (in Worten: ein!) Weihnachtsgeschenk hatte, half alles nichts. Ich musste in die große Stadt. Dazu kam, dass auch unsere normale haushaltägliche Einkaufsliste geradezu erschreckende Dimensionen angenommen hatte . . .

So begab ich mich also in die Stadt. Zwängte mich an Weihnachtsmarktbuden vorbei, drängelte mit tausenden anderen Menschen um die Wette und boxte mich auf der Suche nach Inspirationen durch unendlich viele Läden. (Was um Himmelswillen schenkt man einer 17-Jährigen pubertierenden verzogenen Besserwisserin veganen Weltverbesserin?)

Ich ließ mir den unvermeidlichen Dezemberregen in den Nacken laufen und die Schuhe durchweichen, quetschte mich mit Tüten beladen durch Drehtüren und stellte mich mit Kleinigkeiten in der Hand in kilometerlange Schlangen hinter Kassen an.

Erschöpft, kreuzlahm und mit breitgelatschten Füßen kam ich endlich zu Hause an, packte sämtliche Trilliarden Einkäufe des Tages (angefangen von Butter über Natron bis hin zu Wattestäbchen) und alle ergatterten Weihnachtsgeschenke wie zum Beispiel *ha-Ihrglaubtdochnichternsthaft,dassichhierauchnureinWeihnachtsgeschenkverrate?* in der Küche aus und was sagt der Hausherr?

Nur einen, einen einzigen Satz:

„Sie hat sich Schuhe gekauft!“

*** Lieber Nikolaus ***

die Dompteuse hat eine Idee entwickelt, welcher ich mich gern anschließen würde.

Du weißt ja, Frauen und Schokolade –  Konfliktpotential pur. Und andererseits: Frauen und Schuhe – einfach unbeschreiblich.

Und deswegen lege ich heute abend einfach mal einen ordentlichen Packen Schokolade vor die Tür und hoffe auf ein paar anständige Schuhe.

Ich hoffe, Du magst Zartbitter – was anderes hab ich grad‘ nicht im Haus. Ich selber habe Schuhgröße 38,5, trage bevorzugt schwarze Schuhe (passen eigentlich zu allem) und bis 7 cm Absatz kann ich auch relativ problemlos drauf laufen.