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*** Bringt Zeit mit . . . ***

. . . sagt der Obstbauer und: es ist nicht wie letztes Jahr. Es sind weniger Kirschen und das Wetter ist zu kalt, sie reifen so langsam, dass die Stare sich an die Schreckschussböller gewöhnen und einen Großteil der ohnehin mageren Ernte fressen. Pflückt auch ruhig die helleren Kirschen, die reifen nach, denn wenn es jetzt wieder regnet, dann platzen die Kirschen nur und sind ohnehin verloren. Ein schlechtes Obstjahr. 

Er seufzt. Wir machen uns auf den Weg durch die Plantage zu unseren Lieblingskirschbäumen. 

Dann gibt es von unten tatsächlich keine reifen Kirschen zu pflücken, wir müssen wirklich für jede einzelne Kirsche auf die bereitgestellten Leitern klettern. Dazu kommt, dass wie angekündigt sehr wenige Kirschen hängen und davon noch weniger so reif, wie wir sie gerne hätten. Also pflücken wir 10 – 15 Kirschen, steigen von der Leiter, stellen diese um und steigen erneut nach oben. 

Es ist mühsam. Aber mit der Zeit füllen sich die Eimer. 


Zwischendurch, der Hausherr ist einmal ganz nach oben geklettert ruft er: ‚Hey – hier oben sind die sogar schon mal so reif, dass man auch mal naschen kann.‘ Ein Bäuerchen zeigt an, dass die Möglichkeit nicht ungenutzt verstrichen ist.

Sogar ich krabbele in todesmutige Höhen, 5 manchmal sogar 6 Stufen die Leiter hoch. Auch hier hängen schon ganz passable Exemplare und auch mein Eimerchen füllt sich. Und auch ich bringe es zwischenzeitlich auf respektierliche Bäuerchen. 

Nach zwei Stunden dann befinden wir das Pflückergebnis für ausreichend und machen uns auf den Heimweg. Wir werden Kompott einwecken und natürlich weiterhin jede Menge Kirschen essen. 

Morgens, mittags, abends – den ganzen lieben langen Tag. Es ist schließlich Kirschenzeit.

Guten Appetit. 

*** Sommerferientag ***

Wie ich an einem Sommerferientag im Wald beim Blaubeerenpflücken sagte: ‚Ihr Motivationsvolumen ist aufgebraucht. Ab jetzt pflücken Sie mit reduzierter Motivation.‘ – und niemand lachte.

  
*seufz*

*** 5 Regeln beim Äpfelpflücken ***

* Frau ist immer zu kurz – ohne Leiter geht gar nichts. Unten hängen KEINE Äpfel!

* Auch hoch auf der Leiter hängen die schönsten Äpfel immer weiter als eine Armeslänge entfernt.

* Wenn man sich dann endlich selbst wagemutig auf die 2. Sprosse vorgewagt hat, kann man den Hausherren sehen, welcher bereits die letzte Sprosse seiner Leiter verlassen hat und nun im Baum herumkraxelt.

* Davon wird einem so schwindlig, dass man sofort wieder von der Leiter heruntersteigen muss um festen Boden unter den Füßen zu haben. Dort sind keine Äpfel!

* Wenn man dann irgendwann tatsächlich oben auf der Leiter steht und sich nach dem schönsten Apfel des ganzen Baumes reckt und streckt und wagemutig sich mit der einen Hand schon am Baum abstützt . . . dann piekt einem ganz hinterlistig ein kleines Zweiglein fast in’s Auge, so dass man um die Nase aussieht, als hätte man den Vormittag mit Bärenringen und nicht mit Äpfelpflücken verbracht.