Schlagwort-Archive: lesen

*** Vorschau ***

Ich muss etwas beichten. Ich habe etwas Unverzeihliches getan. Ich habe etwas getan, wofür ich früher sogar meine Mutter gerügt habe.

Schlimm schlimm schlimm!

Ich konnte es früher ™ nämlich überhaupt gar nicht nachvollziehen (und deswegen auch auf gar keinen Fall tolerieren) wenn man beim Lesen eines Buches der Spannung wegen einfach zwischendurch schon mal auf die letzte Seite luschert.

Hey – das – geht – nicht! Niemals nicht. Da hat man sich ordnungsgemäß hinzulesen. Dafür ist so ein spannendes Buch ja auch schließlich da.

Echt jetzt.

Ich brauchte so etwas nicht.

Und jetzt das.

Jetzt habe ich es selbst getan.

Ich hätte nämlich beim ‚Marsianer‘ auf Seite 399 auf einmal überhaupt gar nicht weiterlesen können, wenn ich nicht vorher schon mal auf Seite 509 gelinst hätte.

Schwör!

Seufz.

*** Szenen einer Ehe ***

Szene 1

Es ist abends. Das Dorf kommt zur Ruhe. Mann und Frau sitzen, eingemummelt in Schlafsäcke, auf den Liegestühlen auf der Terasse bei einem Schlückchen Wein. Jeder liest ein Buch. Gelegentlich raschelt eine Seite. Interessante Absätze werden abwechselnd gegenseitig vorgelesen.

Alles ist schön!

Szene 2

Es ist abends. Das Dorf kommt zur Ruhe. Mann und Frau sitzen, eingemummelt in Schlafsäcke, auf den Liegestühlen auf der Terasse bei einem Schlückchen Wein. Der Mann liest ein Buch. Die Frau liest im iPhone. Gelegentlich raschelt eine Seite. Interessante Absätze werden abwechselnd gegenseitig vorgelesen.

Plötzlich steht der Mann auf mit dem Kommentar: ‚Da können wir ja eigentlich auch gleich ins Bett gehen, wenn Du so unkommunikativ bist und immerzu nur auf dein iPhone starrst.‘

*wirstebekloppthier*

*** Lesen ***

‚Hast Du ein Buch für mich?‘ fragt der Hausherr. ‚Ich würd ja gern mal wieder was lesen . . .‘

Oja, schön, dass du fragst. Ich hab‘ da kürzlich extra was für Dich gekauft, weil ich glaubte, es könnte Dir gefallen. Frau Spätlese greift zielsicher in das Regal, holt ein kleines grünes Buch hervor und reicht es dem Hausherrn. Es ist was lustiges!

Der Arm des Hausherrn, schon unterwegs zum Buch, hält abrupt inne – ähem – was Lustiges? Er zieht das Wort als wäre es Kaugummi.  Ähem – Spätlese-Humor? Noch ein Kaugummiwort. Er läßt resigniert die Hand sinken.

Frau Spätlese verdreht theatralisch die Augen. Woher soll ich das wissen. Ich hab’s noch nicht gelesen. Nach Klappe könnte es witzig sein – für DICH! Versuch es! Auffordernd wippt das Buch in Richtung Hausherrn. Der nimmt es vorsichtig in die Hand und prüft es kritisch von allen Seiten.

Buch---Insassen

Buch---Insassen

Und jetzt liest er. Und lacht gelegentlich auf. Und liest weiter.

Wer sagt’s denn.

Von wegen, ‚Spätlese-Humor‘ pfft!

*** Ihr.seid.so.gemein! ***

Ehrlich jetzt!

Wie könnt Ihr mir so ein Buch empfehlen?

Tribute von Panem - Tödliche Spiele

Tribute von Panem - Tödliche Spiele

(Bild von amazon.de)

 

Jetzt muss ich immerzu lesen und darf überhaupt gar nicht in’s Bett gehen.

Menno.

Ihr.seid.so.gemein!

*** Literatur! ***

Es gibt ja Bücher, da kommt man niemals von allein drauf, die zu lesen. Da braucht man jemanden, der eine Empfehlung gibt.
So auch mit diesem Buch von John Boyne: „Der Junge im gestreiften Pyama“.
Das Buch ohne Inhaltsangabe auf dem Klappentext. Daruf wird nämlich ausdrücklich verzichtet. Weil nämlich der Leser sich selbst Stück für Stück während des Lesens ein Bild machen soll.
Ich gebe zu, ich war erst etwas voreingenommen. Und dann hab ich angefangen zu lesen. Von Bruno, dem kleinen neunjährigen Jungen, der mit seinen Eltern nach ‚Aus-Wisch‘ umziehen muss, weil der ‚Furor‘ das so will. . .

Das ist ungefähr das, was man vorher erfährt. Und ja, es IST ein Holocaust-Roman.

Und ich muss Euch da draußen folgendes sagen: Als ich das Buch ausgelesen hatte, war meine erste Reaktion: „Ähhh, neee ne‘?“ Und ich hab sofort umgeblättert und das letzte Kapitel noch einmal gelesen.

Fazit auch ohne Klappentext: Unbedingt lesen! Auweia!