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*** Ohne George Clooney ***

Eigentlich führte der Wortmischer eine Diskussion in ganz anderer Angelegenheit.

Und auch wenn ich mich nicht von Marken gänzlich frei sprechen kann (Von meiner aunts & uncles Handtasche trenne ich mich zum Beispiel nur über meine Leiche!), so ist es mir an anderer Stelle komplett egal, ob und was für eine Marke dahinter steckt.

Und manchmal, manchmal gehe ich noch einen Schritt weiter.

Es gibt nämlich Sachen, die braucht die Menschheit einfach nicht. Es gibt natürlich  genügend Dinge in meinem Leben, auf die ich auf keinen Fall verzichten will. Aber, es gibt wirklich ganz extrem viele Sachen, die braucht die Menschheit einfach nicht.

Ganz sicher nicht.

Die sind eigentlich sogar Mist. Und Umweltbelastung. Und UNNÜTZ!

So!

Und deswegen gibt es auch genügend Dinge, bei denen ich sogar richtig stolz bin, sie nicht zu benötigen.

Kaffee zum Beispiel kochen wir hier in diesem Haushalt nämlich konsequent ohne George Clooney.

Wir haben nämlich weder eine einfache Kaffeemaschine (so wie von früher – erinnert Ihr Euch?) noch so ein ultramodernen Kaffeeautomat der per Knopfdruck irgendwelche Kaffeekreationen in die Tasse prustet.

Wir haben einen Wasserkocher und gemahlenen Kaffee. Der Hausherr brüht seinen Kaffee türkisch im Pott. Ich mag die Krümel nicht im Mund und fülle mir meinen Kaffee deswegen in einen Teebeutel, welchen ich nach dem Aufbrühen auf dem Kompost entsorge.

Und damit sind wir glücklich.

Es geht uns um den Kaffee – ganz ehrlich. Und nicht um Schickimicki.

Wir haben keine Probleme mit sauergewordener Milch im Milchaufschäumer, wir müssen nicht regelmäßig irgendwelche Maschinenteile warten und haben keine versifften Leitungen im Gerät. Wir müssen keine 12.348.499 Minuten warten, ehe unser Latte Schießmichtot fertiggesprutzt ist.

Wir brühen Kaffee auf. Fertig.

Und lecker.

Und außerdem ist George Clooney sowieso nicht mein Typ.

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*** Vielen Dank für die Blumen ***

Frau Spätlese ist unterwegs und kauft ein. Und zwar Kaffee in der Lieblingsrösterei. 

Sie freut sich, dass die Verkäuferin sie auch nach längerer Abwesenheit wiedererkennt und weiß, welche Kaffeesorte sie bevorzugt. 

Da mischt sich eine zweitere Verkäuferin  in unser Gespräch ein und knüpft an eine Diskussion an, die sie wohl gerade eben mit der anderen Verkäuferin wegen mir unterbrechen musste. Sie fragt mich: ‚Kennen Sie das Wort „erhaben“?

Völlig irritiert sage ich einfach nur ‚ja‘. Denn NATÜRLICH weiß ich, was das Wort bedeutet. Und schaue fragend zurück. 

Da wendet sich die Fragestellerin an meine Verkäuferin und meint: ‚Siehst Du, das Wort kennt wohl nur die ältere Generation.‘

*ichbrechebitterlichschluchzendamTresenzusammen*

*** Aber nur fast! ***

Heute früh, als der Wecker klingelte und ich so vor mich hinüberlegte, ob ich nun aufstehe oder nicht, oder doch, oder doch nicht, oder vielleicht besser doch oder vielleicht besser doch noch nicht . . .

Als ich also so überlegte, stieg mir der allerleckerste Kaffeeduft in die Nase und roch so derart verführerisch, dass ich extratief durch die Nase einatmete und genoss.

Ich genoss sosehr und freute mich vor, dass es sehr lange dauerte, bis ich realisierte, dass der Hausherr ja noch neben mir im Bett lag.

WOHER also kam dieser Kaffeegeruch?

Von dem Augenblick an, wo ich diesen Konflikt realisierte, wurde der Kaffeeduft immer schwächer und verschwand schließlich ganz.

Und dann wusste ich, ich muss aufstehen.

Sowas aber auch.

*** Nicht ***

Ich weiß auch nicht, warum manche Tage anders sind.

Man könnte denken, das läge daran, dass der Hausherr nicht da ist. Aber das stimmt so nicht. Nicht ganz.

Sicherlich ein bisschen.

Das Essen zum Beispiel. Es ist ja auch mal schön, wenn man ganz ungeniert herrlich ungesund essen darf. Es müssen ja nicht immer Vitamine und Ballaststoffe sein. Für die Seele kann ich zwischendurch ein paar äußerst fettig-süße Kalorien durchaus empfehlen. Während ich also beim zweiten Frühstück (gegen 11) in der Küche unterwegs bin, eine Schokoladenkrümelspur hinter mir herziehend, überlege ich, warum es eigentlich schon wieder so spät ist und warum ich schon wieder nicht wirklich viel geschafft habe, von dem, was ich mir vorgenommen habe.

Ich habe erst einen Haken auf meiner heutigen to-do-Liste machen können. Ich liebe to-do-Listen. Da wirkt man so schön organisiert. Aber noch mehr liebe ich die Haken an den einzelnen to-do-Punkten. Ich könnte mal einen to-do-Punkt Kaffee trinken aufschreiben. Da könnte ich schon morgens noch vor dem Augenöffnen einen Haken setzen. Aber vielleicht auch nicht. Vielleicht könnte ich den Haken auch erst abends setzen, wenn ich alle Kaffees des Tages getrunken hätte? Also vielleicht doch lieber nicht? Kompliziert.

Während ich so gedankenversunken in mein Blutwurst-Käse-Schinken-Brötchen beiße, rumpelt sich nebenan die Waschmaschine in meine Erinnerung. Ach siehst Du, Wäsche ist schon in die Maschine gekommen. Das ist doch nicht schlecht.

Und das Brot geht im Backofen. Das ist doch auch nicht schlecht.

Nicht?

Ich fixiere abwechselnd Uhr und Backofen. In einer halben Stunde müsste ich die Brote formen. Aber jetzt eine halbe Stunde abwechselnd auf Uhr und Backofen gucken ist ja auch irgendwie doof. Das kann ich nicht machen. Ich beschließe, einen Blogeintrag zu schreiben. Da ist schließlich schon ziemlich lange auch nichts mehr passiert. Das geht so nicht. Während ich im Geiste bereits beginne zu formulieren nehme ich, nun gut, noch eine Schokokugel für den Weg in den Mund und wechsle in das Büro.

Auf dem Schreibtisch guckt mich ein dicker Ordner vorwurfsvoll an. Nee, Du, sage ich, dass ist jetzt ganz schlecht. Das passt grad gar nicht. Ich muss hier jetzt erst einmal was fertig machen. Du weißt ja, was man angefangen hat . . .

Ich setze mir Kaffeewasser auf und schiebe ganz geschickt äußerst beiläufig mit dem Ellbogen den Ordner nach schräg hinten links. Dort sehe ich ihn fast nicht mehr.

Nein, dass ist keine Prokrastination. Nein! Das nenne ich Prioritäten setzen. Ich kann doch nicht meinen Blog vernachlässigen. Der Ordner da läuft mir schon nicht weg. Bestimmt nicht. Da gehe ich heute Nachmittag ganz energisch bei. Da lass ich mich dann nicht mehr ablenken.

Nein!

Und während ich am Blogeintrag schreibe, überlege ich, was ich heute eigentlich zum Mittag essen könnte. Heute Abend muss ich bestimmt wieder sehr gesund essen. Blöderweise haben wir so richtig ungesunde Sachen gar nicht im Kühlschrank. Und ebenfalls blöderweise, schmecken mir Döner und gekaufte Pizza aufgrund der Erziehungs- Ernährungsbemühungen des Hausherren auch nicht mehr so toll wie früher.

Ich entscheide mich für zwei herrlich fettige, anständig in Butterschmalz ausgebratene Spiegeleier. .

So Leute, deshalb geht’s jetzt hier nicht weiter. Ich muss nämlich in die Küche.

Update:

Und ich habe sogar auf Schnittlauch und sonstiges Grünzeugs verzichtet.
Dafür durften ‚Mando Diao‘ über voll aufgedrehte Lautsprecher ihr Bestes (Gloria!) geben. Ha!

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*** Früh ***

Die Frau steht, noch völlig ohne Blutdruck, in der Küche und fixiert ihren Kaffee, der vor ihr auf der Atbeitsplatte der Küche steht.

Elementare Überlebensreflexe haben ihr geholfen, den Kaffee zu brühen und mit Milch trinkfertig aufzufüllen.

Da steht er nun, der Kaffee, und wird fixiert.

Da kommt der Hausherr vorbei, wirft einen Blick auf die Tasse und meint lakonisch: ‚Na, die hast Du ja voll gegossen. Kriegst Du die überhaupt hoch?‘

‚Hmmmm.‘ Kommt als Antwort von der Frau, den Blick weiter fest auf die volle Tasse gerichtet.

In Erwartung einer weiteren Antwort, beugt sich der Hausherr vor und schaut der Frau in die erst halboffenen Augen.

‚Hmmmm‘ Die Frau seufzt tief und meint nach reichlicher Überlegung: ‚Ich muss mich wohl vorbeugen müssen und einen Schluck abtrinken.‘

Tief in sich drinnen erschauert die Frau wegen all der erforderlichen und außerdem zu koordinierenden Bewegungsabläufe, die nun vor ihr liegen.

Fester Blick auf den Kaffee. Der zeigt keinerlei Entgegenkommen.

Der Hausherr blickt von der Frau zum Kaffee und zurück zur Frau, feixt sich eines und meint: ‚Hey, da musst Du ja sogar richtig echten Frühsport machen!‘

😀

*** Auszeit ***

Draußen ist alles weiß und das Weiße wird immer mehr. Still türmt sich Flocke auf Flocke.
Im Haus ist es ruhig. Alle sind satt und zufrieden. Der Ofen strahlt eine wohlige Wärme aus.
Ich sitze am Fenster und beobachte die Geräuschlosigkeit im Garten.
Meine Hand wärmt ein Kaffee . . .

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Schön.

*** Haushaltstipp Nr. 10 ***

Die perfekte Hausfrau kann sich jederzeit überreden, den Fußboden noch einmal zu wischen, obwohl er noch gar nicht wieder so schlimm aussieht das letzte Wischen noch gar nicht so lange her ist.

Hierzu koche sie sich als erstes einen frischen Kaffee. Es sollte ein möglichst großer sein. (Besonders zu empfehlen ist diese Methode hier mit dem ersten Kaffee des Tages. )

Jetzt sollte die perfekte Hausfrau sich eben diesen Kaffeepott mit in das heißgeliebte Büro nehmen wollen. Aus Gründen der Logistik und Mehrwegeersparnis klemme sie sich einen möglichst unhandlichen Ordner unter den linken Arm und halte jetzt sowohl Kaffee als auch Türschlüssel in der rechten Hand. Für das Gelingen des Vorhabens ist es unumgänglich, dass a) an eben diesem Schlüsselbund ein möglichst langes Schlüsselband frei baumelt und dass b) die Küche über Griffe verfügt, an denen man Frau hinterhaken kann.

Jetzt sollte sich die perfekte Hausfrau mit Schwung von der Küche weg in Richtung Tür entfernen. Die völlige Ausbremsung des rechten Armes und die damit zusammenhängende  absolute Bewegungslosigkeit der Tasse ermöglicht es dem Kaffee den Gesetzen der Kinetik und der Fliehkraft zu folgen und folglich aus der Tasse zu fliehen.

Und jetzt hat die perfekte Hausfrau endlich DEN Fleck auf dem Boden, der sie endlich zum Wischen veranlasst. Endlich wieder. SO-EIN-GLÜCK!