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*** Sonne ***

Sonne.
Sonne wird im Allgemeinen ja total überschätzt. Sonne braucht man gar nicht.
Weil Sonne einem nach mehreren Monaten kuscheliger Dämmerung plötzlich zeigt, dass das stimmungsvoll gedimmte Licht im Haus gar nicht mit der Jahreszeit zusammenhängt, sondern mit den saudreckigen Fenstern.
Und wenn man sich dann wegen eines plötzlichen Sonnenoverkills euphorisch dazu verleiten lässt, ebendiese Fenster zu putzen, nimmt das Drama seinen Lauf.
Denn erstens wacht man am nächsten Morgen viel zu früh auf. Aus dem ganz einfachen Grund, weil es plötzlich so verdammt hell ist. Außerdem stellt man fest, dass die Evolution die gerade beendete Zeit der Dämmerung im Haus augenscheinlich dazu genutzt hat, aus gelegentlich vorkommenen Wollmäusen urplötzlich und hinterrücks ganze Heerscharen von Wollmamuts zu generieren.
Es ist KEIN Spaß mitten im Erwachen von einem Wollmamut angestarrt zu werden!
Als hängt man logischerweise an den Fensterputztag noch einen Hausputztag hinten dran. Mit Bettwäsche wechseln natürlich.
Und dann sitzt man Sonntag abend zwar frisch geduscht aber völlig erschossen im Sessel und stellt fest, dass es nicht mal einen Belohnungsrotwein gibt, weil nämlich Fastenzeit ist und man ja schließlich brav 7 Wochen lang auf Alkohol verzichtet.
Na toll.
Ohne Sonne wär das nämlich nicht passiert!

*** Rotweinfreitag ***

Es ist Freitag und ein doppelt schöner dazu. Nicht nur, dass die Woche zu Ende ist, nein wir haben auch noch allerfeinstes Wochenendwetter vor uns. Herrlich ist das! Deshalb und wegen der 25°C im Schatten heute, habe ich den lieben Gott ’nen alten Mann sein lassen und ganz gekonnt und ignorant auf’s Häusleputzen verzichtet. Pah! Saubermachen kann ich bei Schietwetter immer noch und bis dahin ist es hier eben ’sommersauber‘. Es ist alles eine Frage der Definition. Getreu dem Spruch, den ich bei Tina mal fand: “ Ein Haushalt muss sauber genug sein, um sich wohl zu fühlen und schmutzig genug, um glücklich zu sein.“ Passt!

Um mein trotzdem ein ganz kleines Bisschen vorhandenes schlechtes Gewissen zu beruhigen, habe ich kurzerhand die Betten abgezogen und von der Waschmaschine anständig durchwalken lassen. Es gibt keinen schöneren Blick in den Garten, als wenn sich dort saubere, duftende Bettwäsche auf der Leine bläht und man sich tagsüber schon auf das Insbettgehen freut.

Dazu kommt, dass heute der Kronsohn endlich wieder nach Hause kommt. Da er mir am Telefon freudestrahlend durch den Hörer verkündet hat: „Mama, ich habe eine gute Nachricht für dich! – Wir bekommen die Bioarbeit diese Woche noch nicht wieder, sondern erst später!“  – Aaaahhh – jaaahhh.  Das heißt in’s Reine übersetzt nämlich: Wir brauchen uns noch nicht dieses Wochenende über nicht so tolle Noten ärgern. 😮 Also genießen wir die Zeit bis es so weit ist.

Für heute ist das Projektabendbrot ‚Tomate‘ vorbereitet. Ich denke, er freut sich über Tomatensuppe, Ciabatta, Tomaten, Weintrauben, Pfirsiche (Jaaa – es sind immer noch welche da ;-)) und leckeren Käse. Und wenn wir dann alle satt sind und müde vom Erzählen, dann ist Rotweinfreitag und dazu gibt es Verdis Requiem von DVD.

Also – Füße hoch und genießen, jetzt!

 

Rotweinfreitag

Rotweinfreitag

*** Rotweinfreitag ***

. . . oder der ganz normale Wahnsinn.

07:30
Das Auto starten, Kronsohn wieder in’s Haus zurückschicken – Sporttasche vergessen.

08.30
Telefonat mit den Wasserwerken zur Klärung des Verbleibs von 47,35 EUR. Ungeklärt auf Montag verschoben. Gnngh – ärgerlich, ich hasse unerledigte Dinge über’s Wochenende. Zumal ich felsenfest davon überzeugt bin, Recht zu haben.

08:45
Beginn Hausputz

13:15
Nach 18 Litern Wasser, etl. Portionen Putz- und Reinigungsmitteln glänzt das Haus wieder. Strike!

13:35
Den Kronsohn von der Schule holen. Die Woche ist geschafft – Erleichterung auf allen Seiten. Was machen wir am Wochenende? Tja kleiner Schatz, wenn ich das wüsste . . .

13:45
Den Kronsohn mit zusammengekniffenen Augen und gerunzelter Stirn ansehen, weil er die ersten Matschspuren im sauberen Haus hinterlässt.

13:50
Mittag – der Hausherr hat gekocht. Eintopf aufwärmen und verlängern. Auf meinen Wunsch hin mit extra Kartoffeln. Von wegen, Kartoffeln gehören in den Keller 😉

14:30
Der Kronsohn inhaliert und ich nutze die Viertelstunde des Hausherren-Mittagspause zu zerquatschen. Ein ENORM wichtiges Telefongespräch mit meinem Schwesterherz.

14:45
Ich komme auf die geniale Idee, mal eben, „ganz schnell“ die Fenster zu putzen. Weil die Sonne grad so schön scheint und mich das Elend so anschreit. Der Hausherr beschließt aus Solidarität, die Fenster des Gewächshauses zu putzen.

16:45
Die erste Hälfte der unteren Fenster fertig. Kaffeepause! Ich fange an ‚Blinded by the Light‚ zu summen.

17:30
Blöde Idee. Blödes Fensterputzen. Regnet ohnehin demnächst wieder. Ich wollte heute eigentlich die Wochenendeinkäufe machen. Kacke, Nächstes Fenster.

17:30
Ich wechsle nach draußen. Wir haben bei der Hausplanung tatsächlich 4 (!!!) Fenster die nicht zum Öffnen sind geplant. Danke Frau Spätlese. Sei froh. dass du keine Architektin geworden bist, die Bauherren hätten dich schon längst gesteinigt.

17:45
Bei minus 4 Grad Fensterputzen ist klasse. Man merkt die Finger relativ schnell nicht mehr. Das Fensterputzmittel gefriert nur deshalb nicht, weil genügend Alkohol drin ist. So einen hätte ich jetzt auch gern. Durch das Fenster beobachte ich einen Disput zwischen dem Hausherrn und dem Kronsohn. Zum Glück hör ich fast nix. Das sollen die Beiden mal schön unter sich klären. Ausserdem machen die beiden auch Abendbrot. Bloss nicht stören dabei.

18:30
FERTIG. Die rechte (Wasser-)Hand ist gefühllos. Die Putztücher beginnen zu gefrieren. Aber ich bin fertig!

18:45
Abendbrot – erstaunlich, immer wenn ich heut ins Haus komme, ist das Essen fertig. Kann man das ausbauen? Und der Hausherr lobt sogar meine Initiative. Soso.

20:00
Kronsohn im Bett, ich unter der Dusche. Belohnung für den Tag. Rückenschrubbeln. Ahhh, das tut gut.

20:20
Casalferro 2004!

Ich wünsche Euch einen schönen Freitag Abend und ein schönes Wochenende!

*** Des Kindes Lichtblick ***

Frau Spätlese heute nachmittag.
Auf Knien vor dem WC und bürstet und schrubbt und wienert und poliert.

Der Kronsohn kommt hinzu, spricht:“ Ach Mama, wenn das alles wieder richtig glänzt, gefällt mir das auch viel besser!“ Gibt der Mutter einen Kuss und verschwindet in seinem Zimmer.

Ach so.

Notiz 1 an mich selbst: Haken bei Aufgabe ‚Kind zu Sauberkeit erziehen‘ machen, erledigt.
Notiz 2 an mich selbst: Ab Morgen beginnen mit Einführung des Kindes in den nächsten Abschnitt. ‚Wie reinige ich das Haus, die Toilette, das eigene Zimmer.

Das wäre doch gelacht!

*** Haushaltstipp Nr 2 ***

Möchte die fleißige Hausfrau sich von der Gründlichkeit des erst zwei Tage zurückliegenden Hausputzes überzeugen und diese noch vertiefen, empfiehlt es sich, die Rapskörner (welche sie eigentlich für das zu backende Brot einweichen möchte) mit kühnem Schwung aus der Hand gleiten zu lassen. Das Gute daran ist, Rapskörner sind sehr klein, sehr schnell und extrem sprungfähig.

Nun darf die fleißige Hausfrau auch an Stellen in der Küche kriechen und reinigen, von denen sie vorher nicht einmal geahnt hat, dass es dort Ecken und Kanten gibt. Desweiteren darf sie von dort nicht nur Rapskörner entfernen, sondern auch noch Dinge, nach denen sie niemlas freiwillig gesucht hätte . . .

Das Ergebnis ist eine ENORM saubere Küche und eine Hausfrau die an einem schönen Sonntag Morgen schon tierisch geladen ganz schön genervt etwas strapaziert ist . . .

Ich koche mir jetzt erst einmal einen Kaffee und harre der Dinge, die da heute noch auf mich zukommen können. Und wehe, es ist ein Putzeimer dabei!

😀

*** Rotweinfreitag ***

Heute ist Freitag – Rotweinfreitag!
Und wie es dazu kommt, erkläre ich Euch jetzt:

Es hat sich in dieser Familie historisch entwickelt, dass Freitag der Putztag ist. Warum auch immer der Freitag . . . keine Ahnung.
Jedenfalls einmal alles. Staubsaugen, Wischen, Sanitärkeramik . . . Wenn auch mit Sicherheit nicht steril, aber auf jeden Fall ENORM sauber.

Und dann springe ich Freitags Abends, wenn der Krohnsohn im Bett ist, unter die Dusche . . . einmal alles . . . ENORM sauber.

Und dann (schon wieder ‚und dann‘, ich glaube, ich sollte mal an meiner Rhetorik arbeiten)  . . .

Jedenfalls sitze ich dann zufrieden (ob des Ergebnisses), erschossen (von der vorausgehenden Arbeit) und glückselig (vom Rotwein :-D) auf meiner Couch und proste siegessicher den verschwundenen Wollmäusen zu. Was wart ihr gestern noch hochnäsig – aber wer von uns sitzt heute noch hier? HA!

Und weil wir uns keinen Champagnerdonnerstag (wie im Film ‚Zum Ausziehen verführt‘) leisten können . . . gibt es bei uns eben einen Rotweinfreitag.

Und der ist heute.

Rotweinabend

Rotweinabend

Prost!

. . . und nein, ich ärgere mich überhaupt nicht mehr darüber, dass das Hinterrad von Krohnsohns Fahrrad einen Platten hat, weswegen wir heute mittag 2 km durch den Regen nach Hause geschoben haben . . . und es ist auch nicht weiter schlimm, dass ich in der vergangenen ‚Katz-aus-dem-Haus-Woche‘ nicht soviel Freiheiten hatte, wie ich ursprünglich vorhatte mir nehmen zu wollen . . . und ich glaube ganz fest daran, dass der Krohnsohn morgen einen halbwegs brauchbaren ersten Teil der Biologie-Hausaufgaben fertigbekommt . . .

Aber das ist jetzt alles nicht wichtig. Jetzt hab ich Feierabend und frei und genieße einen ‚2006er Regent Spätlese trocken im Barrique gereift‘.

Pech für den Hausherr, dass er nicht da ist – hab ich halt mehr davon 😉