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*** Anfängerfehler ***

Es ist ein ganz, ganz, ganz schlimmer, schlimmer, schlimmer Anfängerfehler(*), den Hausherren zu bitten, doch mal bitte den Knoblauch an den Salat zu geben.

Mit freundlichen Grüßen von Ihrer Frau Spätlese, die gerade ihre 10-Jahres-Dosis Knoblauch verabreicht bekam.

*schmecktdenRotweinnichtmehr*

*schluchz*

* und dabei kenne ich den Mann schon sooo lange!

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*** Passwort bitte ***

Es begab sich, dass wir beschlossen, das große mächtige Internetkaufhaus zu boykottieren und kleineren Unternehmen auch eine Chance zu geben. Getreu dem Motto, alles, was es im großen Internetkaufhaus gibt, gibt es mit SICHERHEIT auch bei anderen Leuten.

Das tut es auch.

Und deshalb richtete sich der Hausherr bei einem Konkurrenten ein eigenes Konto ein, von wo wir nun  Jazz, Pop und Classic und bei Bedarf auch Bücher beziehen.

Heute wollte ich nun einen Film ordern, und (natürlich) ich kannte das Passwort des Hausherren (noch) nicht. Also, raus aus dem Büro, Hausherren gesucht und gefunden und nach dem Passwort gefragt. Da der Hausherr nicht so krüsch ist und wir (eigentlich) ohnehin alle gegenseiteigen Passwörter kennen, verriet er es mir. Es lautet: *************.

Wie bitte? Fragte ich und der Hausherr wiederholte *************.

Ah – ok. Mit C oder mit K fragte ich noch. Ich glaube, mit K antwortete er.

Ich glaube? Na gut. Ich also, zurück ins Büro, wieder an meinen Rechner und ************ eingegeben.

Fehlermeldung. Hä? Na gut, dann noch einmal mit C: *************.

Fehlermeldung.

Orrrr.

Ich habe dann als Gast ohne Konto bestellt. Und seitdem überlege ich, wie man (ums Verrecken) ************* noch schreiben kann.

Ich komm nicht drauf.

*** Tagebuchbloggen 2014-03-05 ***

Es ist 06:30 Uhr und der Wecker klingelt. Hmmm. Draußen beginnen sofort die Enten zu schnattern. Dieses Pack weiß genau, dass jetzt Bewegung ins Haus kommt. Aber erst einmal kuschele ich mich noch etwas tiefer in mein Kissen. Da dreht sich der Hausherr zu mir um und fragt mich, warum ich eigentlich den Wecker ignoriere, das hätte der nämlich gar nicht verdient. Dabei tue ich das gar nicht, ich habe ihn nämlich schon einmal beachtet. Als ich nämlich den Schlummermodus aktivierte. Während ich so darüber nachdenke, klingelt der Wecker ein zweites Mal und mir fällt ein, dass heute der 05. Ist. Das heißt Tagebuchbloggen. Und es wäre doch total doof schreiben zu müssen, dass man einfach liegen geblieben ist? Also schiebe ich die warme Decke beiseite, bedanke mich während des Ausschaltens brav beim Wecker für seinen treuen Dienst (hoffentlich hört mir keiner zu) und verschwinde im Bad . . .

Szenenwechsel . . .

07:00 Uhr Ich mache mich auf den Weg, Holz zum Heizen zu holen. Sammele den Anzünder, Anmachholz und ein paar handliche Scheite ein, türme alles im Ofen bilderbuchmäßig auf und gehe mir Streichhölzer holen. Zwei Minuten später stehe ich wieder am Ofen, diesmal mit Kaffee in der Hand. Der Hausherr informiert mich aus der Küche, dass ich die Streichhölzer dort vergessen hätte. Ooohmmm . . .

Szenenwechsel . . . (Währenddessen Frühstück gegessen, die Haare gewaschen, die Küche aufgeräumt, die Hühner gefüttert werden)

09:00 Uhr Eigentlich habe ich mich zu jetzt mit dem Schwesterherz1 für ein Telefonat verabredet. Geht aber grad nicht. Habe gerade ganz frühen Kundenbesuch. Unterlagen wechseln von mir zu ihm und von ihm zu mir. Dann noch einige kleine Absprachen und schon kann ich telefonieren . . .

09:45 Uhr Bin ich zwar fertig mit telefonieren, dafür aber etwas ratlos. Leider kann ich da gerade gar nicht drüber nachdenken, denn auf meinem Schreibtisch liegen drölfzehnhundert Betriebskostenabrechnungen die ich abschließend kontrollieren muss. Mieter sind ja aber auch immer so was von sensibel. Also jetzt volle Konzentration an und alle andere Ablenkungen aus. Nein, auch keinen Blogpost schreiben. Und Instagram ist jetzt auch gerade NICHT wichtig. Was interessiert Dich plötzlich das Wetter? LEG.DAS.SPIELOPHON.WEG!

Szenenwechsel . . .

Zwei Kaffee, zwei Tee und eine Pullerpause später ist es schon 12:00. Und ich bin immer noch mittendrin in den Kontrollen. Glücklicherweise gibt es heute ein Fast-schon-fertig-Essen. Die restlichen Kartoffeln vom Wochenende sollen zu Bratkartoffeln werden, dazu Spiegelei. Fertig und perfekt. Aber bis es soweit ist – noch einmal Kopf runter und ran an die Arbeit . . .

12:45 Uhr kann ich es nicht mehr aushalten ohne an Mittag zu denken. Also muss ich aus dem Büro. Für die Nachspeise benötigen wir noch Vanillesauce. In der Zwischenzeit brutzeln schon mal die Kartoffeln in der Pfanne.

Nomnomnom.

Nach dem Essen muss selbstverständlich die Küche aufgeräumt werden. Abwaschen und Abtrocknen gemeinsam mit dem Hausherren ein winzigkleines Telefongespräch mit dem Schwesterherz und dann wieder ab ins Büro.

14:00 Uhr Kopf runter an die Arbeit.

Bis ziemlich exakt 16:45 Uhr dann wackelt mein Weltbild. Denn plötzlich baut sich der Hausherr vor mir auf, guckt mich herausfordernd an und fragt: ‚Na, wie sieht‘s aus, wollen wir zu IKEA fahren?‘ Noch während ich darüber überlege, warum ich am hellerlichten Tage halluziniere und mir tatsächlich vorstelle, der Hausherr könnte mich fragen ob wir (WIR!) zum Möbelschweden fahren wollen (WOLLEN!) sagt meine Zunge schon ‚JA!‘. Fieber. Das kann nur Fieber sein. Das ist die Erklärung, der Hausherr ist krank. Nein. Er ist SCHWERKRANK!

Unabhängig davon räume ich die Unterlagen auf dem Tisch zusammen, fahre den Rechner herunter . . . und als ich 17:00 Uhr das Büro von außen zuschließe, fällt mir ein, dass ich den vorbereiteten Post noch nicht hochgeladen habe. Das wird also heute nix mehr mit dem Tagebuchbloggen. Na toll!

Die Zeit bis 19:20 Uhr rückt mein Weltbild wieder gerade und ich bin auch wieder ziemlich sicher, dass der Hausherr sich bester Gesundheit erfreut. Denn bis 20:00 Uhr waren wir a) ‚nur kurz‘ bei Würth (12 Minuten), fuhren b) bei FriedrichNiemann vorbei (Gott sei Dank schon zu), mussten c) in einem Mietobjekt nach dem Rechten sehen (23 Minuten) und dann . . . dann mussten wir d) noch in den Fahrradladen. Denn unerquicklicherweise muss der Hausherr sich ein neues Fahrrad kaufen. Das ist eine traurige Geschichte, da mag ich gar nicht drüber reden. Wir standen nun also bis 19:20 in 100 Meter Sichtweite zu IKEA, im Fahrradladen, welcher, wie mir dort klar wurde, der eigentliche Grund für unsere Fahrt war. Aber ich war geduldig, denn ich wusste IKEA meine Zeit würde kommen. Wir kauften natürlich KEIN Fahrrad. Das geht so leicht nicht. Da muss man abwägen, recherchieren und drüber nachdenken.

19:20 Uhr dann endlich MEINE Zeit. Zielstrebig enterte ich den Eingang des Möbelschweden und zückte meine Wunschliste (natürlich habe ich eine Wunschliste – ich habe dort IMMER eine Wunschliste) und stürmte voran, den Hausherren im Schlepptau. Welcher auch mit Betreten des Ladens zu Höchstform auflief und mich mit freundlichen Hinweisen und Hintergrundinformationen bediente versorgte, zu denen da gehörte: ‚Guck mal wie wackelig das ist. * Oha – na das hält nicht lange. * Boah – was ein dünnes Sperrholz! * Meinen die das Ernst? * Was findest Du an IKEA? Boah – dieser Geruch! (in der Kerzenabteilung)‘ Unglücklicherweise bekam ich von meiner 4-Positionen-Wunschliste (Echt, nur vier Wünsche) auch nur einen erfüllt. Zwei gab es scheinbar nicht mehr – ooohhmmm – wieder zu lange überlegt. Und den dritten redete der Hausherr mir aus. ‚Warum brauchst Du eine Sitzbank im Flur? Weil Deine Mutter eine hat? Wer soll da sitzen? Hast Du ausgemessen, ob die da hinpasst? Die ist bestimmt zu lang!‘ Und damit hatte er mich, denn ich hatte tatsächlich NICHT nachgemessen. Wir waren einfach zu schnell losgefahren. Also fand ich zwar die Bank aber kaufte sie nicht. Brummelgrummel.

Mit einem Zeitrekord von  nur 30 Minuten durchquerten wir also den Möbelschweden (Müssen wir die ganzen Schlängellinien laufen? Gibt es hier keine Abkürzung?) und standen 19:50 Uhr wieder am Auto. Mit nur einem erfüllten Wunsch und (natürlich) anständig Abendbrothunger.

Also hielten wir auf dem Rückweg beim italienischen Steakhaus am Warnowufer an, teilten uns drei Vor- und zwei Nachspeisen und eine Flasche Wasser (Fastenzeit – deswegen kein Wein) und waren um 21:30 Uhr wieder zu Hause.

Als erstes zückte ich den Zollstock und siehe da – tschakka – 128 cm Platz für eine 125 cm lange Bank. Und.ich.werde.mir.diese.Bank.holen! Basta!

Dann noch Geschirrspüler ausräumen, Entschuldigungsblogpost schreiben für den versaubeutelten Tagebuchpost, kurz überlegen, ob man noch Schwesterherz2 anruft, das aber verwerfen, von wegen zu spät und so . . .

22:15 Uhr Bad und anschließend Bett.

Bis morgen und auf ein Neues.

*** Samstagabend***

Es ist Samstagabend. Alle Pflichten sind durch.
Im Ofen garen zwei Apfelstreußelkuchen. Einer davon für uns. Der zweite für den Neffen zum Geburtstag.

Meine beiden Männer haben mit Blick auf den Kuchen im Ofen auf ein Abendbrot verzichtet.

Der Hausherr spielt Verdi’s „Messa da Requiem“ über die Anlage.

Ich habe einen Spätburgunder unseres Lieblingswinzers geöffnet.

Kuchendüfte wabern durch’s Haus.

Später landen bei Wienawski / Legende in G-Minor.

Noch später bei Tschaikowski, „Serenade Melancholique“.

Der Kuchen wird angeschnitten.

Beide Männer versinken in andachtsvolles Genießen.

Dann, auf Wunsch des Kronsohnes, Klaus Schulze mit „Nuff Said“. Glücklicherweise kann MEIN Spielophon Youtube auch über die Anlage abspielen.

Irgendwann muss das Kind ins Bett, ist der Rotwein alle, ist der Abend vorbei.

Ganz gelassen und entspannt.

Und Ihr so?

*** Arbeitsteilung ***

Wir müssen in die große Stadt! Frau Spätlese ist gnadenlos. Sie hat dort eine Winterjacke erspäht, welche dem Hausherr a) passen und ihn b) gut kleiden würde.

Oooch – müssen wir nur wegen einer Jacke da jetzt hin? Brummelt der Hausherr und setzt noch ein: Es ist aber kein Kaufzwang – oder? hinterher, bevor er endlich mitkommt.

Nein, es ist kein Kaufzwang! Beruhigt sie ihn, als er endlich im Laden steht und die Jacke an hat. Du darfst selber frei und eigenständig entscheiden.

Er dreht und wendet sich kritisch vor dem Spiegel. Kein Kaufzwang, ehrlich? Noch eine unentschlossene Drehung.

Frau Spätlese drängelt aber nicht ein klitzekleines bisschen: „Also, wenn Du mich fragst, ich finde sie schick. Sie passt, ist warm, sieht gut aus. Ich find sie toll.“

„Aber es ist kein Kaufzwang!“ setzt sie schnell hinterher.

Dann endlich entscheidet sich der Hausherr frei und eigenständig und vollkommen unbeeinflusst, die Jacke zu kaufen.

Uff.

Anschließend will er (völlig überraschend) noch in einen Schuhladen, wo er kurzentschlossen 1 Paar neue Winterschuhe kauft.

In einen Hosenladen für ihn will er dann leider nicht mehr . . . Einkaufen ist ihm immer sooo anstrengend!

Dann am Auto, übergibt er die Autoschlüssel und meint: „Du fährst zurück. Ich muss noch ein paar wichtige Telefongespräche erledigen.“

Spricht’s, lehnt sich zurück und schließt die Augen.

*

(GibtesirgenwoeinensmileyfürhochgezogeneAugenbrauen?)

*** Lesen ***

‚Hast Du ein Buch für mich?‘ fragt der Hausherr. ‚Ich würd ja gern mal wieder was lesen . . .‘

Oja, schön, dass du fragst. Ich hab‘ da kürzlich extra was für Dich gekauft, weil ich glaubte, es könnte Dir gefallen. Frau Spätlese greift zielsicher in das Regal, holt ein kleines grünes Buch hervor und reicht es dem Hausherrn. Es ist was lustiges!

Der Arm des Hausherrn, schon unterwegs zum Buch, hält abrupt inne – ähem – was Lustiges? Er zieht das Wort als wäre es Kaugummi.  Ähem – Spätlese-Humor? Noch ein Kaugummiwort. Er läßt resigniert die Hand sinken.

Frau Spätlese verdreht theatralisch die Augen. Woher soll ich das wissen. Ich hab’s noch nicht gelesen. Nach Klappe könnte es witzig sein – für DICH! Versuch es! Auffordernd wippt das Buch in Richtung Hausherrn. Der nimmt es vorsichtig in die Hand und prüft es kritisch von allen Seiten.

Buch---Insassen

Buch---Insassen

Und jetzt liest er. Und lacht gelegentlich auf. Und liest weiter.

Wer sagt’s denn.

Von wegen, ‚Spätlese-Humor‘ pfft!