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*** Osterferien ***

Ich wünsche allen meinen Lesern tolle und erholsame Osterferien. Und sie mögen diese bitte mal für uns mit genießen. 

Wir haben hier nämlich keine. Also, Osterferien meine ich. Wir haben hier Facharbeit. 

Na, gucken Sie man nicht so verständnislos.

Als der Kronsohn nämlich Ende letzten Jahres sein Thema für die Facharbeit bekam, sprach ich zu ihm wie folgt: 

‚Sohn, bitte fang schon rechtzeitig mit der Facharbeit an und lass Dir nicht alles bis zuletzt, sonst versaust Du Dir Deine Osterferien.‘

Welches der Kronsohn folgerichtig logisch und absolut konsequent wie folgt übersetzte: 

‚Lass Dir ruhig Zeit mit dem Anfangen, Du schaffst das locker in den Osterferien.‘ 

Nun ja.

Deswegen haben wir hier keine Osterferien sondern Facharbeit.

*seufz*

*** Auszeit ***

Draußen ist alles weiß und das Weiße wird immer mehr. Still türmt sich Flocke auf Flocke.
Im Haus ist es ruhig. Alle sind satt und zufrieden. Der Ofen strahlt eine wohlige Wärme aus.
Ich sitze am Fenster und beobachte die Geräuschlosigkeit im Garten.
Meine Hand wärmt ein Kaffee . . .

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Schön.

*** Psssst ***

Kommen Sie mal ein bisschen dichter. Ich muss Ihnen was verraten.

Noch ein bisschen dichter.

Ja -so.

Pssst.

Ein Trick.

Wenn Ihnen zwischendurch mal nach einen bisschen Ruhe ist und Sie nicht immerzu Ferienanimatöse in Vollzeitstellung für das Kind sein wollen – dann fragen Sie es einfach mal ganz beiläufig nach den Hausaufgaben. War da nicht ein Gedicht zu lernen, über die Herbstferien? Wie weit bist du denn schon?

Hab ich ausprobiert – funktioniert prima!

Sofort ist das Kind ausser Reich-, Sicht- und Hörweite. Und Sie können ganz entspannt tun, was immer Sie tun müssen.

Und sobald sich die Kinderzimmertür auch nur einen winzigen Spalt öffnet – rufen Sie laut durch die ganze Wohnung: ‚Willst Du mir das Gedicht jetzt aufsagen?‘ Und sofort wird eben diese Tür ganz leise und sanft wieder geschlossen werden ohne dass das Kind das Zimmer verlassen hat.

Probieren Sie’s aus!

🙂

*

P.S. Dabei sind die acht Strophem vom Erlkönig ja nun wirklich läppisch!

*** Ferien ***

Was ich gestern alles NICHT gesagt habe:

* Sei immer höflich! * Widersprich nicht! * Dusch regelmäßig! * Ärgere die anderen Kinder nicht! * Putz Dir regelmäßig die Nase!* Halt Dich gerade! * Mach den Mund zu! * Heb nichts von der Straße auf! * Mach, was die Erzieher sagen! *

Stattdessen . . .

. . . haben wir beim Abschied nehmen gefrotzelt. Mein theatralisch geschluchztes: „Werde ich dich jemals wieder sehen?“ wurde mit einem Lachen des Kronsohnes beantwortet. Auf die Frage: Au weia, wer soll den jetzt die Hühner füttern, wenn Du nicht da bist? Rollte er nur mit den Augen. Und ehe wir uns richtig umgedreht hatten ergriff eine Betreuerin schon die Initiative und verordnete allen bereits anwesenden Kindern ein gemeinsames Kuchenessen. Schön das.

In 8 Tagen holen wir ihn wieder nach Hause (doch wirklich!) und dann kann er uns hoffentlich von vielen schönen Erlebnissen in seiner ersten Ferienwoche erzählen.

*** Kleine Schritte ***

Es ist ein hehres Ziel unserer Bundesregierung behinderte Menschen (in diesem Fall rede ich mal nur von Kindern) in den Alltag der ’normalen‘ Menschen zu integrieren, inkludieren.

Mussten wir nämlich vor fast 7 Jahren noch ganz wie wild darum kämpfen, unseren Kronsohn die Regelschule am Ort besuchen zu lassen, soll dieses jetzt mehr und mehr Usus werden.

Wie aber sieht die Umsetzung in der Realität aus? Und zwar genau hier, in unserem wunderschönen Flächenland Mecklenburg-Vorpommern?

Lehrer, die in viel zu großen Klassen kämpfen, müssen nun noch zusätzlich Obacht geben auf weitere ‚Sorgenkinder‘. Die Hilfe dabei hält sich in Grenzen. Denn das, was durch den Wegfall der Behindertenschulen gespart wird, fließt nicht in voller Höhe in die Unterstützung der Lehrer vor Ort. Zuweilen verdichtet sich der Gedanke, dass es bei der Schließung dieser Sonderschulen mehr um den Spargedanke, denn um die Inklusion der besonderen Kinder geht.

Wie das abläuft, sehen wir hier vor Ort.

Lehrer, die an der Tafel stehen und mal beiläufig mit der Hand zur Karte wedeln um die Meerenge von Gibraltar zu zeigen. Für 20 normalsehende Schüler kein Problem. Für unseren Kronsohn einfach mal umsonst – nämlich nicht vermittelter Lehrstoff.

Oder aber Lehrer, die in die Klasse kommen und eine Kurzkontrolle nicht nur diktieren, sondern in der ersten Aufgabenstellung auch noch fordern: Zeichne und beschrifte eine Kirschblüte. Selbstverständlich null Punkte für den Kronsohn.

*

Das ist so unser Kampf hier. Täglich. Wiederkehrend.

Aber wir geben nicht auf. Gehen immer wieder zu den Lehrern, reden, erklären, fordern. Zum Glück haben wir unsere Integrationshelferin, die wirklich mit uns und dem Kronsohn kämpft und Unterlagen und Arbeiten richtig toll vorbereitet.

Erfolgserlebnisse sind dann zum Beispiel eine ‚2‘ in der Klassenarbeit Mathematik. Wo er die zweitbeste Arbeit der Klasse schrieb. (Zur Info: Als Nachteilsausgleich wurde hier Aufgabenverkürzung gewährt. Der Kronsohn rechnete also in der gleichen Zeit wie alle Klassenkameraden an weniger Aufgaben.)

*

Diese Erfolgserlebnisse wurden denn auch mit einem tollen Zeugnis belohnt. Nur Zweien und Dreien. Und an den Stellen, wo der Durchschnitt auf ?,5 stand, haben sich die Lehrer für die bessere Note entschieden – quasi als Motivation für das 2. Halbjahr.

Damit konnten nur nun ganz entspannt die Winterferien genießen.
Und in diesen konnte der Kronsohn den nächsten Erfolg verbuchen – er ist auf Skiern den Hartkaiser heruntergefahren. Zeitlich sicher außer jeder Konkurrenz und natürlich aufmerksam geführt und begleitet vom Hausherrn und Tante und Cousine. Was zählt, ist: er hat es geschafft. Mit der Überraschung, dass ihm die Skischule einen Pokal außer der Reihe überreicht hat. Für den Mut und für die Leistung.

Sind wir stolz! 25 cm vergoldete Plastik verschönern unseren Esstisch. Und das ist gut so!

Nun sind wir ausgeruht und kampfbereit. Auf in ein zweites Halbjahr – mit allem, was die 6. Klasse noch so zu bieten hat.

Wenn ich mir hier an dieser Stelle eines wünschen darf, dann dass die Motivation und der Kampfgeist uns möglichst lange erhalten bleiben und wir auch in Zeiten, wo Quadratzahlen, Ländergrenzen und die Vermehrung der Nadelbäume gerade mal überhaupt gar nicht gehen – ein kleines bisschen Optimismus uns den Weg weist. Dass die Erinnerung an bezwungene Hürden uns das Kämpfen leichter ertragen lässt.

Auf, mein Sohn, in die 2. Halbzeit. Wir sind stolz auf Dich!

*** Wieder vollzählig ***

Nun sind wir wieder zu dritt. Der Kronsohn wieder zu Haus nach der aufregenden Woche bei der besten Oma der Welt. Und er erzählt und erzählt und berichtet begeistert, was er in der Woche alles erlebt hat. Was es zu sehen, zu hören, zu entdecken gab.

Erzählt von Kirchen und Glocken und Radfahren und Strand und Störtebecker und Vogelpark. Und. Und.

Und je dichter wir an zu Haus kommen, desto ruhiger wird das Kind. Träumt mit offenen Augen.

Kaum, dass er seinen Teller zum Mittag leer ist, er verzichtet sogar auf die Nachspeise! Freiwillig!

Und dann liegt er auch schon im Bett. Glücklich. Erschöpft.

Träum schön, mein Großer, von deinen schönen Erlebnissen. Kannst nachher weiterreden.

Danke, liebste Mama, für die schönen Ferien für’s Kind.

*** Schon eine Woche . . . ***

. . . Ferien!

Der Kronsohn glücklich und entspannt und noch auf keinen Fall gelangweilt.

Die Mutter schon ganz schön geschafft, denn Ferien für den Kronsohn bedeutet Verlagerung der Arbeitszeit aus dem Vormittag herein in die Vorfrühstückzeit (heißt: schööön früh aufstehen) und in die Nachabendbrotzeit (heißt: schööön spät ins Bett kommen. Und das alles, damit man nicht nur seine Arbeit schafft, sondern auch gleichzeitig Ferien mit dem Kind machen kann.

Aber gejammert wird nicht.

Schließlich bin ich gern an die Ostsee gefahren (das Wasser war so warm, dass ich gar nicht RAUS wollte, obwohl ich sonst immer ewig brauche, um überhaupt REIN zu kommen) und das Müritzeum war toll und mit dem Rad zum Badesee zu fahren war auch toll. Vogelpark Marlow war wieder ein schönes Erlebnis und und und . . . 

Und weil wir zur Zeit auch die Schwägerintochter als Feriengastkind bei uns haben, ist sowieso alles doppelt so schön, weil sich jetzt nämlich immer 2 Kinder über die Ferienbespaßung freuen (Sogar über den Familientriathlon am Samstag – trotz frühem Aufstehen, tststs).

Aber jetzt werde ich die Bagage grausam und völlig ungerührt aus dem Bett werfen. Mein erstes Büropensum ist erledigt und ich habe jetzt HUNGER! Und bestimmt sind die beiden sowieso schon wach. Erstens! Und Zweitens wollen wir heute Rostock erobern mit abschließenem Kinobesuch.

Also auf in den Kampf.