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*** Geflügel-Kurz-und-Klein ***

Sagen wir mal so: Im allgemeinen Geräuschkulissewettbewerb dieses Dorfes belegen unsere Gänse nicht wirklich einen der letzten Plätze.

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Es ist später Nachmittag, die Dämmerung setzt ein und die Gewerkschaft ‚Flügel und Feder‘ findet sich auf unserer Terasse ein um nachdrücklich kundzutun, dass sie die weitere Verzögerung der fälligen Abendbrotversorgung Scheixxe findet. Der Hausherr und ich losen aus, wer rausgeht um die Terasse wieder begehbar herzurichten.

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Der Hühnerhof sieht aus, als wäre dort eine Bettfedernfabrik explodiert und meine Hühner stehen mißmutig zerzaust und entfedert im Regen. Wir alle warten sehnsüchtig auf das Ende der Mauser.

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*** Nur zwei Tage ***

Kaum ist man mal für zwei Tage nicht da, schon werden die Enten komisch und fallen übereinander her. In den zwei Nestern im Entenhaus stapeln sich die Eier – und so wie die Enten sich derzeit benehmen kommt da noch einiges hinzu.

Ein fremdes Entenpärchen liebäugelt auch mit der Brutmöglichkeit hier.

Ach ja, und es sind immer noch sieben Enten, sprich drei zuviel.

Immer diese Entscheidungen . . .

*** Flügge ***

Jetzt sind wir also seit dem 12. August wieder Eltern von Entenküken.

Mit allem, was dazu gehört.

Zuallererst und ganz schnell baute der Hausherr aus Kükendraht einen Miniauslauf auf dem Rasen. Wir trugen sie in einer Pappkiste morgens raus und abends rein. Schlafen durften sie im Haus – da war es so schön warm und unter unser Kontrolle.

Sie wuchsen und wuchsen. Ein ganz kleines Drama bahnte sich an, als ein Kleines auf einmal ein entzündetes Auga hatte – aber dank Menschenmedizin haben wir das hinbekommen. Da die sieben Kleinen (bis auf zwei) ihre echte Mama nie gesehen haben, waren ihre Vorbehalte uns Riesen gegenüber relativ begrenzt. Neues Futter wurde ohne große Nörgelei angenommen und für leckere Fleischmaden wurden wir auch schon mal überrannt.

Der Miniauslauf wurde durch einen etwas größeren ersetzt, die Pappkiste musste dem Drahtkäfig weichen und irgendwann ließ es der Geruch nicht mehr zu, dass sie im Haus übernachten durften. Gott sei Dank war Sommer und so eine Querlüftung schafft ganz schön was weg.

Von da an übernachteten sie im Vorraum der Villa Huhn.

Dann vergrößerten wir ihren Auslauf erneut (Ist Euch eigentlich klar, wieviel Rasen so eine durchschnittliche Ente verputzt und anschließend wieder auskackt?) und vergrößerten den Auslauf erneut.

Bis sie irgendwann so groß und schwer (und fast ausgewachsen) waren, dass sie weder in den Transportkäfig passten, noch alle zusammen durch einen von uns allein getragen werden konnten. Ab dem Tag mussten sie lernen, durch die Klappe nach draußen zu gehen und die Außenstufen allein hinab- und hinaufzuwatscheln. Aber auch das haben sie prima gemeistert. Ein bisschen mühselig war das Bereitstellen von frischem Wasser. Wenn 7 Enten in einer Fleischerkiste baden und sich putzen möchten, ist das Wasser in wenigen Sekundenbruchteilen nicht mehr in sondern neben der Kiste.

Aber unsere sieben Kleinen wuchsen zu sieben fast großen Entenschönheiten heran.

Und irgendwann kam der Tag, da stellten sie fest, dass sie Flügel hatten.

Glücklicherweise verfügen sie über eine gute Beobachtungsgabe und schauten aufmerksam, wenn die acht Altenten laut meckernd ihre Runde über das Grundstück flogen.

Und eines Morgens (ganz genau heute vor einer Woche) war es soweit.

Als wir morgens aus dem Haus kamen, um sämtliches Futter für alle unsere gefiederten Freunde vorzubereiten, warteten dort nicht wie normal acht Enten vor dem Keller, sondern zehn. Und eine davon gelb.

So so.

Nachdem wir (endlich) alles Futter zusammengestellt hatten und auf dem Weg zur Villa Huhn waren, flogen uns zwei weitere Enten entgegen. Und eine davon gelb.

Na gut, sagten wir. Ihr wisst jetzt also, dass ihr fliegen könnt.

Der Hausherr und ich blickten uns tief in die Augen und beschlossen, dass wir dieses, uns entgegengebrachte Vertrauen beim besten Willen nicht enttäuschen können. Auf keinen Fall würden wir die Flügel unserer kleinen Lieblinge beschneiden.

Denn natürlich haben die drei Gelben und vier Braunen unser Herz mit ihrem Vertrauen ins uns absolut erobert.

Und wenn sie sowieso fliegen können, was nutzt dann ein 50 cm hoher Kükendraht?

Also weg damit.

Was hatten die Sieben für einen Spaß auf dem Teich. Plötzlich gab es keine Wasserbegrenzung mehr. Sie konnten baden und tauchen nach Belieben. Und was gab es alles zu erkunden? Wir haben noch nie so glückliche Enten erlebt – mit ein ganz bisschen Sorge im Herzen, wie es sich wohl gegen Abend entwickeln würde.

Denn die Altenten wollten mit dem Nachwuchs noch immer nicht wirklich etwas zu tun haben. Sie verteidigen einfach weiterhin ihr Revier. Auch wenn die Kleinen mittlerweile groß genug sind, so dass die Alten ihnen nicht wirklich gefährlich werden können. Aber diese haben zum Beispiel bis heute die Hoheit über das Entenhaus. Die Kleinen werden dort immer noch nicht heraufgelassen. Außerdem sind die Großen ob der neuen Konkurrenz ein wenig angenervt und sind uns gegenüber etwas vorsichtiger. Wer gibt schon gern etwas von seinem Revier ab?

Nun ja. Mittlerweile setzte dann also die Dämmerung ein und die sieben ‚Kleinen‘ waren immer noch glücklich auf dem Teich unterwegs.

Aber, wer Enten kennt, weiß: Enten können IMMER fressen. Also lockte der Hausherr mit einem lecker gefüllten Futtereimer die Enten vom Teich (was gelang) in Richtung Villa Huhn (was ebenfalls gelang). Und zwar nicht nur in Richtung Villa Huhn sondern auch vollständig hinein. Als Belohnung bekamen alle sieben noch eine anständige Futterration.

Geschafft.

Am nächsten Morgen öffnete sich die Klappe automatisch und wir sahen sieben glückliche Enten im Entenmarsch Richtung Teich watscheln.

Und nach einem Tag voller Spaß lockten wir sie abends wieder hinein.

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Das geht jetzt seit einer Woche so. Morgens dürfen sie allein heraus – werden aber bei der Villa Huhn gefüttert und kontrollieren diese Futterstelle auch mehrmals täglich. Und das abendliche ‚Einlochen‘ der Enten wird immer einfacher. Auf Lockruf kommen sie vom Teich und fast ganz allein hinterher bis zur Villa Huhn. Wenn sie den Hausherren tagsüber im Garten finden, belagern sie ihn so lange, bis er ihnen den Boden im Garten umgräbt und ihnen somit leckerste Regenwürmer serviert. Auf eiweißhaltige Nahrung sind die Kleinen total scharf. Richtig glücklich war der Hausherr, als er sie mit IN (!) das Gewächshaus nahm und sie dieses gründlich nach Schnecken absuchten.
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So.

Jetzt haben wir also 15 (in Worten fünfzehn) glückliche aber flugfähige Stockenten (davon drei gelbe) auf dem Hof. Und alle haben einen Platz in unserem Herzen.

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Das wird schwer.

 

*** Flügge ***

Gerade eben wollte ich einen Artikel über unsere superfitten und cleveren Jungenten schreiben. Und was stelle ich fest?

Na?

Na – immer noch nicht?

Sie vielleicht, da hinten in der letzten Reihe?

Nicht?

Ich stelle fest, ich hab Euch noch gar nix von unseren Jungenten überhaupt erzählt. Ihr wisst nämlich noch gar nicht dass überhaupt geschweige denn wann, wie, wo von wem und wieso überhaupt.

So.

Jetzt kann ich also gar keinen Artikel mit der Überschrift *flügge* schreiben, jetzt muss ich mich erst einmal sammeln und mich tief in meiner Erinnerung vergraben, damit ich Euch ganz genau beschreiben kann, wie es nun eigentlich war in diesem Sommer. Außerdem muss ich natürlich Beweisphotos suchen.

Bin dann mal weg.

*** Ein ganz ruhiger Sonntag ***

Irgendwann gegen 04:30 Uhr schreckt Frau Spätlese hoch. Ihr Arm greift ins Leere – ach ja, der Hausherr ist auf Angeltour. Sie kuschelt sich in die Decke, nur nicht aufwachen jetzt. Egal, was da so komisch geknackt hat.

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Gegen sieben schlüpft der Kronsohn mit unter die Decke. Wachkuscheln. Achtung! Nachher unbedingt drei rote Kreuze im Kalender machen. Mit Mama kuscheln ist für 14jährige doch total uncool. Egal, bis dahin wird es genossen.

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Kurz vor halb acht brummelt es vom Nachbarkopfkissen: ‚Wie schafft es Papa eigentlich immer so früh aufzustehen?’ ‚Keine Ahnung!’ flüstert es zurück und Mutter und Sohn feixen sich eins.

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Gegen acht  beschließt Frau Spätlese, dass die Hühner nun lange genug auf ihr Frühstück gewartet haben. Also raus aus den Federn und hinein in den Tag.

Aber ein Kaffee muss sein.

In der Küche fällt ihr Blick auf den Sauerteigansatz. Oh je. Der  Kronsohn soll heute ein Brot mit ins Internat bekommen. Liebe Hühner entschuldigt bitte, es dauert noch etwas.

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Zwei Kaffee später steht Frau Spätlese im Keller und sucht das Hühnerfutter zusammen. Ach so ein Mist – das Weichfutter ist ja alle und folglich Improvisation angesagt. Frau Spätlese wendet die Augen zum Himmel und grummelt leise ein ‚Danke – immer ich!’

Glücklicherweise hatte sie gestern genug Möhrenkraut geschnitten, so dass wenigstens das Grünzeugs schon da ist.

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Kurzer Check, was die Küchenhilfe mit dem Brotteig anstellt – und dem Kronsohn im Vorbeilaufen ein paar Instruktionen an den Kopf geworfen – wir essen draußen Frühstück. Denk an deinen Tee und setz noch einmal Kaffeewasser auf. Währenddessen schnell das neue Weichfutter aufsetzen – Kartoffeln und Möhren köcheln leise vor sich hin.

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09:30 Uhr sind die Hühner gefüttert, die Entenküken im Freilauf und ebenfalls gefüttert (Natürlich musste das Futter erst angerührt werden!) und das Brot ist in seiner ersten Ruhephase. Vom Frühstück ist noch nicht viel zu sehen. Frau Spätlese will gerade tief Luft holen zum Meckern, da entdeckt sie einen liebevoll vorbereiteten Teller mit Apfelscheibchen und Tomatenstücken. Der Kronsohn steht stolz daneben. Sie schluckt alle hässlichen Wörter herunter und  drückt das Kind. Dann machen wir den Rest eben gemeinsam . . .

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10:30 Uhr sitzt die gesamte Familie am Frühstückstisch. Der Hausherr hat zwei Karpfen mitgebracht und seine Augen leuchten glücklich. Das Brot ist erneut geknetet und in die Backform befördert und darf sich dort jetzt voll entfalten.

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Nach Hühnerstall- und Hühnerhofreinigung ist es ein Uhr. Schnell die Schmorgurke zum Aufwärme auf den Herd – glücklicherweise ist die bereits fertig. Während diese erwärmt wird, springt Frau Spätlese unter die Dusche und macht einen Menschen aus sich. Nur zum Haarefönen reicht es nicht. Egal. Bei diesem Sommerwetter heute trocknen die auch so. Auch Mittag gibt es draußen. Währenddessen bäckt das Brot.

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Jetzt noch schnell mit dem Kronsohn die Tasche packen. Vom frischen Brot eine kleine Reiseverpflegung schmieren und pünktlich viertel vier klingelt der DRK-Transport. Wieder ein Wochenende vorbei. Das Kind wird gedrückt und geherzt und verabschiedet.

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Nun in Windeseile doch noch die Haare in eine Frisur zwängen. Sonntagshübsch anziehen und schon klingeln Nachbars an der Tür. Wir trinken gemütlich Kaffee und zeigen Nachbars dann ihren zukünftigen Hahn – eines unserer coolsten Küken. Frau Nachbarin ist schnell auf der Suche nach einem neuen Namen. ‚Balu’ soll er heißen. Na gut, auch das.

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Wie die Zeit verfliegt  – 18:00 Uhr schnell das Abendbrot vorbereiten.

Dann die Entenküken wieder zur Nacht in das Hühnerhaus bringen, den Hühnerfuttertrog einsammeln und für morgen früh in den Keller tragen.

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Küche aufräumen, Rosè aus dem Keller holen und Füße hoch. Arbeit am Fotobuch, am Blog.

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Jetzt ist es gegen Zehn – bald Bettzeit. Schon wieder ein Sonntag um die Ecke gebracht.

Und Ihr so?

*** 14 Eier ***

Nein, ich rede nicht von Omelett. Und entschuldigt bitte, dass ich schon wieder von unseren Enten schreibe. Aber die drängeln sich irgendwie gerade mächtig auf.

Ich wollte Euch nur mal zeigen, was hier demnächst auf uns zukommt. Und das ist nur EIN Nest. Von dem im Entenhaus wissen wir nicht, wieviele Eier darin liegen. Und ob noch mehr als die zwei Enten brüten werden, wissen wir auch nicht.

Aber 14 sind gesichert.

14Eier

14Eier

*** Erziehung ist alles ***

Was sind wir stolz, dass wir es geschafft haben, unsere Enten zu erziehen. Sie dürfen ja überall hin. Aber eines dürfen sie nicht. Auf die Terrasse. Dafür kacken sie einfach zuviel. Und seit sie wissen, dass ein Handtuch geflogen kommt, wenn sie sich in die verbotene Zone bewegen, meiden sie die Terrasse auch.

Brave Enten!

Aber das Haus ist ja nicht die Terrase  – oder? Wollen wir doch mal schauen, wo sich die Zweibeiner den Tag über verstecken . . .

Enten-5

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