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*** Gute und schlechte Nachrichten ***

Beginnen wir mit der schlechten. Es wird heute KEINE 12 von 12 Bilder von mir geben.

Und jetzt alle so: OOOOOHHHHH!

Dafür jetzt die guten Nachrichten. Und das sind mehrere!

Die erste: Ich habe Euch dadurch heute 12 Autobahn- oder sonstige Autofahrbilder erspart. Na gut, vielleicht auch nicht 12 und dafür ein Augenarztwartezimmerbild und ein Italienischmittagessenbild. Ich fing ja auch tatsächlich an zu fotografieren, ich gebe es zu. Aber als ich beim vierten Autobahnbild (Bildunterschrift: ‚Mir ist langweilig!‘) war, begann der Hausherr mich sehr komisch anzuschauen. Und als ich laut überlegte, wie ich das fünfte Autofahrbild etwas interessanter, spektakulärer gestalten könnte, da hob er sogar die rechte Augenbraue.

Oh. Oh.

Ähem . . .

Lieber schnell weiter mit den guten Nachrichten. Die zweite gute Nachricht ist nämlich die, dass die Augen unseres Kronsohnes sich auf absehbare Zeit nicht verschlechtern werden. Sogar die Glaskörpereintrübung könnte ihm erspart bleiben. Nächster Vorstellungstermin in einem Jahr. Uff! Wir sind GLÜCKLICH!

Und last but not least die dritte gute Nachricht: Wir sind heil und gesund zu Hause kommen. Die Vollsperrung auf der A 19 wegen Bergungsarbeiten war zwar ein bisschen lästig für uns, aber hey, wir waren NICHT die Ursache. Wir nahmen den kleinen Umweg sogar als Anlass, bei Schwesterherz2 herein zu schauen. (NOCH eine gute Nachricht – super!)

Und jetzt alle: SUUUPEEER!

Ihr seid so toll!

Ach ja, ich will mal nicht so sein. Eines dürft Ihr haben:

20140212-210608.jpg

Chr chr chr.

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*** Frau Spätlese on Tour ***

Gestern bekam mein kleines Bleifüßlein mal wieder die Gelegenheit zum Auslauf. Ich sage Euch was: die deutschen Autobahnen sind ein Schauspiel, welches man sich ab und zu einmal gönnen sollte. Sie sind amüsant (Oha – sooo schnell kann so ein kleines Auto fahren?). Sie sind spannend (so vollbepackt und so dreckige Scheiben – kriegt der überhaupt noch mit, dass es auch andere Verkehrsteilnehmer gibt als ihn?). Und deutsche Autobahnen sind lehrreich.

Deutsche Autobahnen lehren einen zum Beispiel Respekt vor kleinen weißen Lieferwagen. Achtung: sehr schnell und sehr risikofreudig. Was nicht immer belohnt wird, wie man an den vielen Beulen sieht. Weiße Lieferwagen sind in den meisten Fällen so schnell, dass sie plötzlich links neben einem auftauchen und man denkt nur: Oups – wo kommt der denn her?

Gestern gelernt und auch ganz wichtig: Orangefarbene Lieferwagen sind noch schlimmer als weiße!

Dann die unterschiedlichen Fahrertypen. Da gibt es den Konstantfahrer. Der setzt sein Tempomat auf 130 und fährt. Und fährt das auch auf der ganz linken Spur. Und schimpft auf die Idioten, die ihn von rechts überholen. Sehr zur Freude der hyperschnellen Mercedes- und BMW-Fahrer, von denen man sowieso immer nur die Rücklichter sieht. Dann gibt es den unentschlossenen Fahrer. Den unentschlossenen Fahrer erkennen Sie daran, dass er urplötzlich vor Ihnen auftaucht, weil er mit sachten 110 vor sich hindümpelt. Wenn er nun merkt, dass Sie zum Überholen ansetzen (Hallo – das ist eine Autobahn!) dann gibt er Gas. Im Endeffekt kachelt er mit 180 hinter Ihnen her, um zu beweisen, dass es gar nicht nötig war, ihn zu überholen.

Aber und jetzt kommen wir zum Eigentlichen, nämlich zum fahrenden Lehrer. Der fahrende Lehrer sitzt häufig in einem Mittelklassewagen. Hier ist kein besonderer Typ bevorzugt und Sie erkennen ihn ganz leicht. Egal wann und wo Sie fahren. Es gibt auf djeder Autobahnfahrt immer mindestens einen Lehrer! Ich weiß nicht, was der Lehrer tatsächlich von Beruf ist, auf der Autobahn jedenfalls ist er: Lehrer!

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie fahren auf einer dreispurigen Autobahn, es ist nicht wirklich viel Verkehr. Die üblichen LKW reihen sich in mehr oder weniger großen Abständen auf der rechten Spur und Sie haben eine optimale Geschwindigkeit gewählt, welche es Ihnen erlaubt, auf der Mittelspur zügig einen LKW nach dem anderen zu überholen. Gelegentlich tauchen andere Pkw auf, welche entweder von Ihnen überholt werden oder aber welche Sie überholen. Alles schick soweit. Aber dann.

Zuerst sehen Sie irgendwo ganz hinten im Rückspiegel einen Pkw. O.K. Sie richten sich darauf ein, irgendwann demnächst überholt zu werden. Kein Problem damit. Es ist ja auch alles frei.

Beim nächsten Blick in den Rückspiegel ist das Auto weg. Hä? Da war doch gar keine Abfahrt. Ist er so schnell, dass er schon neben Ihnen ist? Kurzer Check – natürlich nicht.

Hmm?

Ein erneuter Blick in den Rückspiegel zeigt Ihnen den Pkw, wie er schwups in der rechten Spur verschwindet. Zwischen zwei Lkw. Langsam formt sich ein ‚Aha’ in Ihrem Hirn und sie schauen von nun an häufiger in den Rückspiegel. Ich sagte ja – Schauspiel.

Und so sehen Sie den Pkw in schöner Regelmäßigkeit aus der rechten Spur kommen, einen Lkw überholen und wieder brav nach rechts einbiegen.

Bis er dann bei Ihnen ist. Denn der Lehrer hat 1. Wie wir alle in der Fahrschule gelernt, dass nach dem Überholvorgang wieder rechts zu fahren ist. Dieses wendet er nun 2. auch immer konsequent an. Außerdem möchte er 3. dass alle anderen es genauso tun. Weswegen er Ihnen 4. dass alles noch einmal ganz genau demonstriert. Und notfalls 5. unter Verzicht auf sämtliche Sicherheitsvorschriften.

Jetzt ist der Lehrer also bei Ihnen. Sie zockeln mit 140 brav auf der Mittelspur und sind der Meinung, dass es keinen Sinn macht, jetzt nach rechts zwischen die 2 Lkw zu fahren. Sie müssten ja ohnehin gleich wieder raus.

Nicht so der Lehrer. Nachdem dieser brav den letzten Lkw überholt ordnet er sich demonstrativ rechts ein, um schon mal zu zeigen, dass er weiß, wie es zu gehen hat. Dann gibt er soweit Gas, das er plötzlich rechts auf gleicher Höhe mit Ihnen fährt. Heißt: ‚Siehst Du, ich bin schneller als Du!‘

Dann lässt er sich kurz zurückfallen und schert sofort wieder aus. Fährt Ihnen bis zum Direktkontakt an die Rücklichter, blinkt, schert im perfekten rechten Winkel auf die ganz linke Spur um sofort in dem Moment, in welchem seine Rücklichter auf Höhe mit Ihren Scheinwerfern sind, sofort im erneuten perfekten rechten Winkel vor Ihnen wieder einzuscheren. Auf den Sicherheitsabstand darf hier zu Demonstrationszwecken gerne verzichtet werden. Aber nicht nur das, er setzt erneut den Blinker, um auch gleich die ganz rechte Spur zu erobern. Genau zwischen zwei Lkws. Und sie können die Sprechblase über seinem Auto geradezu sehen, in welcher er Ihnen mitteilt: ‚Siehst Du, SO wird das gemacht.

Habe ich erwähnt, dass er natürlich sofort wieder auf die Mittelspur muss, um dem Lkw nicht auf die Hacken zu fahren? Aber er war rechts! Er hat es gemacht wie gelernt. Nach dem Überholen sofort wieder zurück in die rechte Spur. Toll!

Dann haben Sie noch ein bisschen Schauspiel, bis der Lehrer, jeweils nach links und rechts hüpfend hinter der nächsten Biegung verschwunden ist.

Und wie fahren Sie so?

* * * Fahr’n, Fahr’n, Fahr’n auf der Autobahn ***

Autobahnen sind schon was Tolles. Man kommt von A möglichst zügig nach B und dass, ohne nervenaufreibende Überlandfahrten über X, Y, Z.

Soweit die Theorie. Und weil das Auto des Deutschen liebstes Kind ist, tun auch alle so, als ob das ohne wenn und aber so stimmt, das mit den Autobahnen . . .

Wir kamen jedenfalls von einer 3-Tages-Tour aus dem angenehm heiß temperierten Süden unseres Landes auf der A9 Richtung Heimat. Laut Navigation nur noch schlappe 3 h zu fahren. Also ein Lacher.
Aber, es gibt ja Baustellen. Und vorzugsweise gibt es Baustellen, die, gerade auf einer dreispurigen Autobahn wie der A9 den vormals flüssigen Verkehr einengen auf 1(!) Spur. Jawoll!

Und da auch kein Verkehrsfunk diesen Stau ansagte, gingen wir immer wieder davon aus, dass aber gleich nach der nächsten Kurve die Auflösung kommt.

10 m geschafft

Gugg mal, die linke Spur ist viieel schneller. – Ach bleib ruhig da, den haben wir vorhin schon überholt.

die nächsten 10 m

Ähem, warum die im Radio gar nix ansagen – da kann der Stau ja nicht wirklich lang sein.

wieder 10 m

Kind, was hälst Du davon, wenn Du einfach mal die Augen zumachst?

nocheinmal 10 m.

. . . und so tuckerten wir uns voran. Und mit uns gefühlte 10 Millionen andere Autofahrer auch.
Und es waren 8 (!) km. Da wir aus dem stauverschonten Norden kommen, wo es aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte manchmal schon fast eine Überraschung ist, wenn außer einem selbst noch jemand anders auf der Autobahn fährt, musste ich einfach von diesem für mich absolut tollen Erlebnis berichten.

Ich stand in einem Stau! In einem richtigen Stau! Toll, dass ich das auchmal erleben durfte . . .

. . . aber psst, wenn bitte möglich, nicht so schnell wieder. Danke.