Archiv der Kategorie: Stockenten

*** Geflügel-Kurz-und-Klein ***

Sagen wir mal so: Im allgemeinen Geräuschkulissewettbewerb dieses Dorfes belegen unsere Gänse nicht wirklich einen der letzten Plätze.

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Es ist später Nachmittag, die Dämmerung setzt ein und die Gewerkschaft ‚Flügel und Feder‘ findet sich auf unserer Terasse ein um nachdrücklich kundzutun, dass sie die weitere Verzögerung der fälligen Abendbrotversorgung Scheixxe findet. Der Hausherr und ich losen aus, wer rausgeht um die Terasse wieder begehbar herzurichten.

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Der Hühnerhof sieht aus, als wäre dort eine Bettfedernfabrik explodiert und meine Hühner stehen mißmutig zerzaust und entfedert im Regen. Wir alle warten sehnsüchtig auf das Ende der Mauser.

*** Mein Haus, Mein Boot, Mein Pferd ***

Der Mensch ist nämlich auch nur ein Tier. Oder das Tier ist auch nur Mensch. Egal – nennt es wie Ihr wollt.

Alles nur Angeberei.

Bei uns macht nämlich unser (alteingesessenes) Erpelchen gerade einen auf dicke Hose.

Aus verschiedenen Gründen sind nämlich seine Flügel nicht gestutzt. Er ist also frei. Also theoretisch. Wenn nicht hier immer ausreichend Futter und Futter und außerdem auch noch Futter wäre.

Und nun haben wir seit 10 Tagen zwei gelbe Pfeifgänse als Neuerwerbungen auuf dem Hof. Und diesen beiden waren die Flügel heftig gestutzt worden. Sehr heftig. Fliegen ist also auf gar keinen Fall möglich.

Diese beiden befinden sich also in der Eingewöhnungsphase und schlagen sich recht tapfer. Sie suchen sogar ein wenig Anschluss beim Erpelchen.

Und was macht der Sausack? Fliegt demonstrativ extra häufig und extra große Demonstrationsrunden, wie so’n Angeber.

Echt jetzt.

So ein Macker.

*** O. W. oder oh weh . . . ***

    

*** Von den Tieren lernen ***

Wir brüsten uns ja damit, dass unser gefiedertes Wassergetier freiwillig bei uns bleibt.
Freiwillig deshalb, weil sie bei uns bleiben, obwohl sie wegfliegen könnten. Also könnten. So theoretisch.
Sie tun es aber eben nicht.
Bei uns gibt es nämlich Futter. Gutes Futter. Vor allem viel Futter. Also VIEL Futter. 😀
Neulich nun erhob sich Treenie zu einem Rundflug über den Teich.
Und schloss gleich auch noch eine zweite, größere Runde an.
Der Hausherr und ich schauten uns an und beschlossen, wir müssten mehr füttern. Denn mehr Futter heißt fette Ente. Und fette Ente heißt träge Ente. 😀

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Ein paar Tage später saßen wir beim Abendbrot und eigentlich war ich schon gut satt. Ich hatte nur ein Problem: es war alles sooo LECKER!
Nomnomnom.
Und der Hausherr tat mir noch hiervon auf und noch davon auf und reichte mir noch ein Schüsselchen davon rüber.

Ich protestierte. ‚Schatz, ich bin sooo satt, ich kann nicht mehr! Was soll das?

Der Hausherr grinst und antwortet: ‚Ganz einfach, ich füttere Dich jetzt anständig fett – und dann kannst Du nicht mir nicht mehr wegfliegen!‘

Sprachs, und reichte mir noch ein Schälchen Tiramisu.

Was soll ich denn nun davon halten?

*** Dreamteam ***

Aus den Erfahrungen der letzten Jahre haben wir ja gelernt.

Und weil wir es grundsätzlich und prinzipiell doof fanden, dass die Erpelenten (und nicht nur die!) die Babyenten getötet haben, suchten wir nach einer Lösung, wie wir unsere Babyenten überleben lassen können – und zwar OHNE unsere persönliche Adoption.

Uns ging nämlich ein Licht auf, als wir anlässlich des Kronsohnes Geburtstag im Vogelpark Marlow viel (viiieeelll!) Zeit verbrachten. Da standen wir nämlich vor einem Entengehege, starrten auf das Viehzeug und auf einmal machte es ‚Klick‘.

Da waren nämlich NUR ERPEL eingesperrt. Weil nämlich die Damen brüten und aggressive Entenmännchen gerade GAR NICHT gebrauchen können.

Der Hausherr und ich – wir schauten uns an und klatschten uns ab – give me five!

Jetzt dulden also unsere Erpel (Rudi und Greenie) im abgesperrten Gehege, während die Entendamen (Trudi und Treenie) ihre Eier ausbrüten und die Küken großziehen . . . bis wir beschließen, dass die Herren der Schöpfung wieder zu ihren Damen (und Kindern) dürfen.

Der Feldversuch trägt Früchte.

Um genau zu sein, 14 Stück!

Und das wirklich, wirklich obercoole ist, dass die Küken der beiden Damen mit nur 4 Tagen Unterschied geschlüpft sind und sich jetzt eine Art Hippie-Kommune gebildet hat. BEIDE Entenmutties beaufsichtigen also 14 Küken.

Tschakka!

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Wenn es um das Erbetteln von Futter geht, kommen sie uns auch schon mal im Gewächshaus besuchen . . .

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Hach ja!

Ein bisschen dramatisch wird es nur, wenn die beiden Damen abends ihre Kinder für die Nacht auseinandersortieren. Dann ist Trudi schon mal diejenige, die um ein paar Küken für die Nacht bettelt. Weil nämlich Treenie einfach ALLE Küken in IHR Nest einkassiert.

Hach ja – perfekt ist es NIE!

*** Nur zwei Tage ***

Kaum ist man mal für zwei Tage nicht da, schon werden die Enten komisch und fallen übereinander her. In den zwei Nestern im Entenhaus stapeln sich die Eier – und so wie die Enten sich derzeit benehmen kommt da noch einiges hinzu.

Ein fremdes Entenpärchen liebäugelt auch mit der Brutmöglichkeit hier.

Ach ja, und es sind immer noch sieben Enten, sprich drei zuviel.

Immer diese Entscheidungen . . .

*** Blödes Spiel ***

Derzeit ringen wir mit unseren Enten.
Also metaphorisch.

Wir ringen um die Macht und um Territoriumsgrenzen. Dabei sind wir diejenigen, die die Grenzen festlegen und die Enten sind diejenigen, die die Grenze übertreten.

Lacht nicht, das ist ernst gemeint.

Eine Grenze zum Beispiel ist unsere Terasse. Diese ist ein für Enten verbotener Bereich. Das war sie früher nicht, aber nach massivem Vollkacken durch eben diese Enten haben wir diese Grenze eingeführt. Und zwar mit nennen wir es mal wohlwollend Erfolg. Die Enten wissen, dass sie dort nicht sein sollen und halten dieses im Grunde auch ein. Es ist zum Beispiel zu witzig zu beobachten, wie eine Ente mit sich selbst kämpft, ob sie nun über die Terasse latscht, oder nicht – nur weil ihre Kumpels auf der anderen Seite sind. Oft genügt es, wenn wir uns am Fenster zeigen – dann nimmt sie entweder den Umweg außen herum – oder sie fliegt. Oder aber, sie zögert und überlegt vor dem Betreten der Terasse, um dann in Windeseile (patsch, patsch, patsch, patsch) diese zu überqueren und sofort auf der anderen Seite friedlich zu grasen, als wäre nichts gewesen.

Terasse? Wie? Wo? Ich? Ich doch nicht!!!

So, das ist also der jetzige Stand, damit könnten wir leben. Zumal man unsere Terasse jetzt auch wieder ungefährdet vor irgendwelchen Tretminen betreten kann.

Aber! (Es wäre ja zu schön, wenn es kein aber geben würde!)

Aber es ist nun so, dass sich eine der Enten anscheinend das Ziel gesetzt hat, genau diese unsere Grenze nicht zu tolerieren.

Und es ist von unseren 7 (sieben) Enten immer wieder nur diese Eine. Diese Ente setzt sich in aller Seelenruhe mitten auf die Terasse, steckt den Schnabel unter das Gefieder und pennt. Ach ja, nicht zu vergessen: und kackt.

Wenn wir freundlich aber bestimmt mit dem Handtuch wedeln, verläßt sie schimpfend den Platz. Um es einige Stunden später wieder zu versuchen. Manchmal sitzt sie auch mit ihrem Partner dort. Und natürlich sind beide entrüstet, wenn wir sie ihres Platzes verweisen.

Die anderen Enten schwimmen in nicht allzugroßer Entfernung und scheinen zu denken, ‚Siehste, da dürfen wir nicht. WIR wussten das!‘

Irgendwann hatten wir die Nase voll und beschlossen diese aufmüpfige Ente zu schlachten. Da der Bestand jetzt zum Frühjahr ohnehin zu hoch ist und die Enten sich schon selbst untereinander mächtig stressen – nahmen wir diese Aufmüpfigkeit als Zeichen für das Auswahlverfahren.

Wir beschlossen also, am Mittwoch würde geschlachtet werden. Am Mittwoch ist es soweit. Das war am letzten Wochenende.

Und jetzt erklärt mich für blöd, aber was passierte, war das Folgende: die blöde, uneinsichtige Ente verzichtete auf Ihren Terassenplatz und ‚begnügte‘ sich mit einem Platz beim Entenhaus.

Ach nee?

Aber es kommt noch besser. Wer sitzt jetzt auf der Terasse? Rudi und Trudi, das Altpärchen. Die Enten also, die niemals und auf gar keinen Fall von uns geschlachtet werden können.

No way!

Und als nächstes, Greenie auf der Terasse. Greenie – unsere Zirkusente. Ebenfalls unschlachtbar!

Wirste bekloppt hier!

Tja, was soll ich sagen, der anvisierte Mittwoch war gestern . . .

. . . nunja . . . und es sind immer noch sieben.

Blödes Spiel!

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