Archiv der Kategorie: Saxophon

*** Der Wahnsinn hat Methode ***

Es ist, wie es ist.

Gerade gestern weinte sich mein Saxophonlehrer wieder durch die Übungsstunde, als ich versuchte, den armen und wehrlosen Noten diverser Weihnachtslieder Leben einzuhauchen.

Heute nun übte ich ohne ihn äußerst tapfer eine halbe Stunde weiter.

Anschließend wollte ich dem Hausherren meine Fortschritte präsentieren –

Ha!

– allein, ich fand ihn nicht. Nun, zumindest nicht sofort. Nach längerem Suchen fand ich ihn im Keller. Das ist die maximal mögliche Entfernung zu meinem Saxophonübungsraum.

Und sein gequälter Blick sprach Bände. Kurzentschlossen änderte ich meinen ursprünglichen Plan und verkündete ihm, er könne jetzt wieder ins Wohnzimmer kommen, ich wäre nämlich fertig mit dem Quälen des Saxophons.

Es ist doch erstaunlich, wie man mit solch kleinen Gesten eine so große Freude auslösen kann.

. . .

Moooment!

Das bringt mich auf eine Idee.

Das hat Potential.

Ich könnte, wenn ich meinen gewünschten Herzschmerzliebesschnulzenschmalzfilm im Fernsehen nicht sehen darf – zack – einfach das Saxophon herausholen.

Ha!

Oder wenn er nicht mit mir ins Kino fahren will – na gut – dann übe ich eben Saxophon stattdessen.

Ha!

Oder ich könnte nach einer Erhöhung des Haushaltsgeldes fragen. Und wenn die nicht bewilligt wird – zack – hole ich das Saxophon heraus!

Ha!

Vom Leben lernen heißt siegen lernen.

Und jetzt entschuldigt mich bitte. Ich muss ein wenig Saxophon spielen . . .

*** Garageband ***

Heute habe ich mal eine ernsthafte Anfrage an meine werten Leser.

Bitte.

Sehr geschätzte Leser, gibt es unter Euch jemanden, der sich etwas besser mit Garageband auskennt?

Ich bräuchte nämlich mal Tipps, bitte, wie man Binde- und Haltebögen, Wiederholungszeichen sowie die Zeichen für Dal Segno und Coda in die Notation einfügt.

Ich werde hier nämlich grad wahnsinnig, weil es sich sonst nämlich anbahnt, dass ich entweder eine gefühlte Million Noten auf vielzuviel Blätter Papier bringen muss (HALLO – ich habe niemanden, der mir umblättert!) oder aber, und das ist völlig unästhetisch, das alles mit schwarzem Stift von Hand in das ausgedruckte Notenblatt schmieren. Und das ist NICHT perfekt.

Könnte das mal jemand bitte verhindern?

 

*** Endlosschleife ***

Derzeit laufen hier zwei Versionen dieses Songs in Endlosschleife. Einmal diese hier:

Ganz laut aufdrehen bitte!

 

*Und dann meine persönliche, GästeNähbastelSaxophon-Zimmerversion. Ich gebe (ein ganz klein wenig deprimiert) zu, derzeit ist obige Version die bessere. 😉

Aber wenn ich groß bin, kann ich das auch genau so gut. Mindestens!

*schwör*

Ich geh‘ dann mal üben . . .

*** Du hast es schon wieder getan ***

. . . sagt der Saxophonlehrer, als ich das Instrument absetze.
Irritiert schaue ich ihn an und stelle fest, dass er die Arme vor der Brust verschränkt hat. Auch das Taktwippen des rechten Fußes hat aufgehört.

Herr – gib mir ein Zeichen – jetzt! WAS habe ich schon wieder getan? Ich ziehe fragend beide Augenbrauen hoch.

‚Hast Du es eilig heute? Musst Du noch weg? Zum Zug?‘

Ach so. Ach das. DESWEGEN hat er aufgehört, mit dem Fuß zu wippen – weil ich einfach im Verlaufe des Liedes immer schneller geworden bin.

Ooohhmm.

Also noch einmal. Jetzt ganz in Ruhe. Ich atme tief durch und beginne zu spielen, besonnen, gleichmäßig.

Dann unterbricht er mich mittendrin und zeigt auf einen Takt. Mist, das habe ich eben auch gehört, dass ich mich da verspielt habe.

Ich spiele den Takt erneut.

‚Falsch‘ sagt er und ‚Noch einmal bitte.‘

Ich spiele den Takt erneut.

‚Falsch‘ sagt er und ‚Noch einmal bitte.‘

Ich spiele den Takt erneut.

‚Falsch‘ sagt er und ‚Noch einmal bitte.‘ Und: ‚Das können wir jetzt den ganzen Abend so machen!‘

Da fällt es mir – endlich – auch auf. Auch das zweite C des Taktes ist ein Cis, auch wenn das Vorzeichen nur vor dem ersten C steht. Logisch. Eigentlich weiß ich das.

Eigentlich.

Und doch, auch wenn es gerade gar nicht danach klingt, aber Saxophon üben macht immer noch Spaß.

🙂

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*** Erstaunlich ***

Es ist schon erstaunlich.

Da übt Frau dieses eine Lied und es kling nicht.

Komisch.

Sie spielt es erneut. Sie übt und übt.

Aber es klingt nicht.

Da bei den tiefen Tönen, da passt was nicht.

Sie spielt zur Übungs-CD und auch da passiert es. Bei den tiefen Tönen.

Sie mustert ihr Saxophon.

Sie fixiert die Noten.

Und da fällt es ihr wie Schuppen von den Augen. Das ist gar nicht C- sondern G-Dur!

Und von da an fängt das Üben wieder an Spaß zu machen . . .

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*** Saxophonunterricht ***

‚Na, wie ist’s?‘ Der Saxophonlehrer entert den Raum ohne meine Zorneskurve auf der Stirn zu beachten. ‚Hast Du die Achtelnoten bezwungen?‘
Ich schweige.
‚Na, dann zeig mal, wie weit Du gekommen bist‘
Sein fröhliches Geplapper erstirbt, als er auf die aufgeschlagenen Noten auf dem Notenständer schaut. Das Notenheft ist aufgeschlagen bei -Spring comes-. Er zieht die Augenbrauen hoch und schaut mich fragend an.
‚Weißt du,‘ sage ich, ‚Weihnachtslieder werden doch total überschätzt!‘
‚Dieses Gefiepe!‘ Setze ich noch hinterher und beobachte mit vor der Brust verschränkten Armen seine Reaktion.

‚Ach komm,‘ sagt er, und: ‚Du wirst Dich doch davon nicht unterkriegen lassen. Guck mal, was Du bisher alles in der kurzen Zeit hinbekommen hast . . . ‚ Er lächelt motivierend.

‚Erinnerst Du Dich, was ich Dir vorgestern am Telefon erzählt habe?‘ So schnell gebe ich meinen Trotz nicht auf. ‚Bei Takt 25 habe ich die Noten erhängt, das Saxophon verbrannt und mich hinter den Zug geschmissen!‘

Aber er zuckt mit keiner Wimper. Stattdessen blättert er bis zu ‚Jingle Bells‘ grinst mich an und sagt: ‚Na los, lass mal hören!‘

*

45 Minuten später wissen wir folgendes: -Leise rieselt der Schnee- passt! Mit -Oh Tannenbaum- kann ich prima Ungeziefer verjagen. -Jingle Bells- geht nur ohne Playback. Und bei -The first Noel- komme ich nur bis zum Tonartwechsel.

*

Aber egal! Ich bin wieder stolz und motiviert und fühle mich für Weihnachten gerüstet.
Ich liebe mein Saxophon!
😀

*** Gegen das Novembergrau – Fortsetzung ***

Obwohl dieser November gar nicht so grau und grässlich wie befürchtet ausfällt, gibt es natürlich hin und wieder schon mal ein paar Tage, die einer Aufmunterung bedürfen.

Frau Mutti macht das sehr schön. Ich versuche ein bisschen mitzuhelfen.

Mein heutiger Tipp lautet: Musik! Nicht umsonst heißt es: Wo man singt, da lass dich nieder . . .

. . . wobei . . .

. . . ganz ehrlich, wer auch immer diesen Spruch geprägt hat, hat mich noch nicht Saxophon spielen hören.

Aber egal. MIR macht es Spaß. Riesenspaß! Und jedesmal wenn ich wieder meinen Saxophonlehrer foltern durfte, habe ich ein dickes fettes Grinsen im Gesicht.

Die neueste Gemeinheit, jahreszeitlich angepasst: Ich lerne Weihnachtslieder. Der Lehrer weinte ein bisschen, als ich ihm nach der Geburtstagsfeier des Hausherren, also bereits Ende Oktober, eröffnete, dass ich jetzt gerne mit den Weihnachtsliedern anfangen würde. Aber da müssen wir jetzt alle durch.

Das Besondere an Weihnachtsliedern ist nämlich, dass diese scheinbar alle in den höheren Oktaven gespielt werden – und das ist für Anfänger nicht immer – sagen wir es mal diplomatisch – nicht immer ganz so leicht.

Aber egal, ich bin hoch motiviert.

Wir beginnen mit: ‚Leise rieselt der Schnee‘ – Blattspiel. Blattspiel heißt, ich sehe die Noten das allererste Mal in meinem Leben und muss danach spielen. Das ist, zugegebenermaßen, bei ‚Leise rieselt der Schnee‘ nicht sooo schwer, denn wenn wir ehrlich sind, haben wir alle das in unserem Leben schon so oft gehört, das wir das rückwärts pupsen können.

Aber . . .

. . . jetzt spielen sie das mal auf dem Saxophon. Gern auch vorwärts. Kleiner Tipp am Rande: Es ist in D-Dur zu spielen. Es gibt in dem Lied also gleich zwei neue Töne für mich. Und jetzt geht es los. Das Heft ist aufgeschlagen, der Lehrer lehnt sich erwartungsvoll zurück. (Was symbolisch gemeint ist, weil er natürlich nicht sitzt, sondern neben mir steht – aber man kann das psychologische zurücklehnen ganz klar erkennen.)

Ich beginne . . .

Leeii – se – ri – selt – der Schneeeeee – Stiiill – und – starr – ruht – der Seeeeee – Weih

Pause.

Der Lehrer beugt sich fragend vor und schaut interessiert, was ich dort mache.

Cool, sage ich, das Lied hat eine eingebaute Raucherpause. Geh schon mal, sage ich zu ihm, wenn Du wieder hier bist, habe ich das ‚Dis‘ gefunden. Währenddessen krümmen sich Ringfinger und Kleiner Finger der rechten Hand gaaaanz langsam in Superzeitlupe in Richtung ‚Dis‘.

Gefunden!

Es erklingt die Note zu – nacht –

Die Raucherpause zum Lösen der verkrampften Finger an der rechten Hand ist etwas kürzer, reicht aber immer noch für eine mittlere ‚Havanna‘ dann geht es weiter mit – lich – glän – zet – der – Waaaaaaaaaald –

dann die Wiederholung, ein ganz kurzer Krampf in der rechten Hand verhindert auch diesmal das klingende – weih – nacht – lich – aber egal, das lerne ich bestimmt schon noch. BESTIMMT! Und heißa, sind wir wieder eine Strophe weiter. Wer bisher glaubte, das zweigestrichene ‚G‘ ist ziemlich anstrengend, darf sich auf das zweigestrichene ‚H‘ freuen. Los geht’s:

Baaald – ist – hei – li – ge – Naaaaaaaacht – Chor

Mist. Was, bitte ist das denn? Oh, ein ‚Gis‘. Na toll, jetzt kriege ich den gleichen Krampf an der linken Hand. Mooooooment – der Lehrer atmet tief durch, sehr tief. (Selber schuld, er hätte ja auch eine rauchen gehen können – oder?) Dann kommt es

– der – Eng –

Und jetzt passiert es. Bei – el – muss ich hoch auf das höchste ‚H‘, was ich bisher gespielt (räusper) habe. Aber ich gebe mein Bestes. Ich haue den Ton raus. Ha! Geschafft!

(Für den Fall, dass Ihr Euch den Ton nicht vorstellen könnt, tretet Eurer Katze einfach mal auf den Schwanz, dass trifft den Ton so ungefähr, den ich da produziert habe.)

Im weiteren Verlauf haben der Lehrer und ich dann entschieden, die dritte Strophe einfach eine Oktave tiefer zu spielen – das schont die Ohren bringt auch ein bisschen Abwechslung in das Lied.

😀

Und das Ganze jetzt noch schön üben und festigen und die Raucherpausen aus dem Lied kriegen und dann habe ich tatsächlich ein Lied, womit ich die Familie an Weihnachten erfreuen kann.

Harharhar!

Ich jedenfalls, habe jetzt schon ein Lächeln im Gesicht!

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