Archiv der Kategorie: Männer!!!

*** Sie und er und die Musik ***

Sie beschließt, es wäre an der Zeit, mal wieder Saxophon zu üben.

Er legt sich ins Wohnzimmer für ein kurzes Nickerchen.

Sie übt sich quer durch die Ihr bekannten Tonleitern und übt anschließend brav wiederholend die Titel aus dem ersten Lehrbuch. Mal ohne, mal mit Begleitung. Und noch einmal und noch einmal und noch einmal.

Dann beendet sie die Übung und begibt sich ins Wohnzimmer. Als sie dort hereinkommt öffnet der Hausherr die Augen.

‚Oh‘ entschuldigt sie sich ‚Habe ich Dich geweckt?‘

‚Wieso geweckt?‘ fragt er mit einem tiefen Seufzer ‚Ich konnte gar nicht erst einschlafen.‘

*** Master ***

Es begab sich zu dieser Zeit, dass auf dem Hof säckeweise Pflastersteine abgekippt wurden, mit dem Ziel, verlegt zu werden und diesen Hof zu verschönern.

Frohgemut machte der Hausherr sich an die Arbeit und bewegte eine Menge Steine von hier nach dort und verlegte sie wunderschön und war zu Recht sehr stolz und hatte abends dann eine Sehnenscheidenentzündung in der rechten Hand.

Man wird nicht jünger. Nicht wahr?

Es war also klar, dass er nur unter großen Schmerzen und unter Einsatz seiner restlichen Gesundheit die Arbeit beenden können würde. Am liebsten aber würde er diese Arbeit aber jemand anders fertig machen lassen wollen.

Wer mag schließlich schon halb angefangene Arbeiten auf dem Hof liegen haben?

Der umgehend zu Hilfe gerufene Hausundhofaushelfer verwies auf sein Aua-Knie und führte sehr überzeugend vor, dass er auf gar keinen Fall auf Knien würde arbeiten können.

Nun je. Man wird nicht jünger. Nicht wahr?

Da meldete sich schüchtern Frau Spätlese und meinte, sie könne es ja mal versuchen, wenn ihr denn jemand erklären würde, worauf es ankäme?

Fragender Blick in Richtung beider Männer.

Hahaha – lachten die beiden Männer über das kleine Dummerchen von Frau. Sie will Steine verlegen. Na soll sie mal die erste Reihe legen, dann sieht sie mal, was Männerarbeit ist und was Männer können müssen.

Also bekam Frau Spätlese eine Einweisung – lernte oben von unten zu unterscheiden und gerade von schräge und welche Richtung überhaupt nur geht.

Und sie begann Steine zu legen unter Aufsicht von zwei kommentierenden Männern, welche hilfreiche Tipps gaben. Als dann aber der Hausherr versuchte, einmal dazwischen zu fassen, haute sie ihm flugs (aus Versehen) mit dem Gummihammer auf den Daumen und stellte so sicher, dass er seine Finger nun endgültig von den Steinen ließ.

Und Frau Spätlese verlegte einen Stein nach dem anderen. Und mit jedem verlegten Stein wurden die Kommentare  weniger.

Und dann kehrte auf einmal andächtige Stille ein.

Und dann sagte der Hausundhofaushelfer zum Hausherren: „Ich glaub, jetzt hat sie’s.“

Somit war die Entscheidung gefallen. Frau Spätlese würde die Baustelle zu Ende bringen. Und es begab sich, dass Frau Spätlese die Baustelle beendete und dass dieser Hof tatsächlich verschönt wurde und nicht eine halbangefangene Baustelle blieb.

Nennt mich Master oft the Pflasterarbeiten!

  

*** Spannung pur ***

Wenn der Hausherr ein bisschen Aufregung und Spannung in seinem Leben benötigt, dann schickt er ganz gern mal sein Eheweib in den Baumarkt seines Vertrauens, um neue Trennscheiben zu kaufen.

Dann hat er, bis zur Rückkehr der sehr bemühten Ehefrau, anständig Zeit zu hoffen, zu bangen und zu zweifeln.

Das Leben kann sooo aufregend sein!

*** Pünktlich ***

Er und sie stehen in der Küche vor der Uhr und feilen an der Zeitplanung. 

Sie sagt:‘ O.k. dann bin ich halb fünf wieder zu Hause.‘ Nickt und will gehen.

Der Hausherr fragt nach:’Halb fünf? Du meinst ganz genau halb fünf? Pünktlich?‘

Sie (entrüstet):’NATÜRLICH halb fünf, pünktlich! Wenn ich sage halb fünf meine ich halb fünf!‘ 

Er: seufzt.

Stunden später.

Sie kommt nach Hause.

Er:’Und es ist jetzt halb fünf?‘

Sie:‘ Aber sowas von absolut und passgenau halb fünf! Oder stimmt Deine Uhr nicht?‘

Er:’Ich guck mal auf die Uhr. Oh – warte.‘ (Es raschelt, kratzt und schubbert in der Küche.) Und dann:’Oh doch, du hast Recht. Es ist ganz genau halb. Absolut. Genau halb!‘

  
Na, geht doch!

*** Sie und Er und die Autofahrt ***

Sie und er fahren Auto. Das heißt, er fährt. Sie fährt bei. Es herrscht angenehme, entspannte Stimmung, aus dem Lautsprecher kommt Lieblingsmusik. Das Autochen fährt brav immer eben weg. Die Bäume sausen vorbei. Alles ist schön.

Dann sieht er einen Abzweig, tritt scharf auf die Bremse, will dort ganz offensichtlich abbiegen.

Sie (mit Kommandostimme): „Fahr gerade aus, wir müssen da nicht abbiegen!“

Er unterlässt reflexartig das Abbiegen und fährt geradeaus weiter.

Einige Sekunden Stille, dann:

Er: „Aber da hätten wir lang gemusst! So ein Scheiß, wieso lass ich mir von Dir eigentlich sagen, wo ich abbiege oder nicht.“

Sie: „Schatz, was meinst Du, wie viel lange Jahre und wieviel Mühen ich gebraucht habe, um Dich genau dorthin zu kriegen, nämlich dass Du das machst, was ich sage.“

Einige Sekunden stirngerunzelte Stille bei ihm, dann:

Er: „Und wir hätten dort doch lang gemusst!“

Sie: „ Nein, hätten wir nicht. Denn wir wollen nach ABC. Und nicht nach XYZ. Wir biegen dort nur ab, wenn wir nach XYZ fahren, aber wir biegen dort nicht ab, wenn wir nach ABC wollen.“

Einige Sekunden Stille, dann:

Er: „Stimmt.“

Sie: *strike*

*

Geht doch!

*** Nicht gemeckert ist gelobt genug! ***

‚Na, sieht ja gar nicht so aufgedonnert aus – geht ja sogar.‘ sagte der Hausherr, als ich frisch frisiert und glücklich und zufrieden vom Friseur kam.

Ist er nicht süß, mein Hausherr? Der alte Charmeur!

*** Der kleine Unterschied ***