Archiv der Kategorie: Küche & Co

*** Ihr seid super! ***

Ich habe mich riesig über Eure Tipps zu meiner Anfrage aus dem letzten Blogpost gefreut.

Und bei den Fotos zu den vorgeschlagenen Kuchen lief mir schon mal das Wasser im Mund zusammen.

Sei es der Träubleskuchen.

Oder der Rote-Grütze-Kuchen.

Mein heimlicher Favorit war ja der Johannisbeer-Sonntagskuchen von der Silberdistel. Und: NEIN, das lag nicht nur an der Zutat Whiskey im Rezept!

Aber alle Kuchen scheiterten aber an den Wunschvorstellungen des Hausherren, welcher sich rote Johannisbeeren im Kuchen a) als zu sauer und b) die Blüten als störend im Gebiss vorstellte. (Ich muss das im kommenden Sommer einfach mal als Überraschung praktizieren, dann wollen wir ja mal sehen, ob ich den Kuchen tatsächlich allein essen darf.)

Beim Vorschlag ‚Saft‘ hingegen wurde der Hausherr hellhörig. Und meinte (vielleicht auch durch die Kuchennamen inspiriert?) und tat genau das. Er verarbeitete die Beeren unter Zugabe von Apfelsaft und Apfelstücken (und weiteren Zutaten, welcher er mir nicht verriet) erst zu Saft und anschließend zu roter Grütze. Damit sind nun die Beeren sinnvoll verwendet und wir haben die nächsten Tage überaus leckere Nachspeise!

Advertisements

*** Bitte nur ernstgemeinte Zuschriften ***

Der Hausherr hat im Tiefkühlschrank 1 (ein) Kilogramm (auf meinen Wunsch hin) eingefrorene rote Johannisbeeren gefunden.

Er behauptet, die nehmen nur sinnlos Platz weg und droht jetzt damit, diese auf den Kompost zu tun.

Ich hingegen habe mir eine Frist bis Montag früh / mittag erkämpft, binnen welcher ich eine sinnvolle Verwendung für diese nachweisen kann.

Gibt es da irgendwelche kreative aber ausführbare Ideen?

Wichtiger Hinweis: NIEMAND in diesem Haushalt hat auch nur das geringste Interesse an rotem Johannisbeergelee.

Aber man kann die doch nicht einfach wegschmeißen!

Also?

*** Gegen das Novembergrau – 2 ***

Tu Käse drauf.

Überbacke es!

*** Gegen das Novembergrau – 1 ***

Essen hält Leib und Seele zusammen und vertreibt die bösen Geister. 

Also gehört etwas Leckeres gekocht. Bei uns gab es heute Spaghetti mit Tomatensoße. Nicht sehr spektakulär – ich weiß. Trotzdem war es so lecker, dass mir nicht einmal Zeit für ein Foto blieb.

Dafür zeige ich Euch eine Zutat, die ich verwendet habe. Da hatte ich doch glatt schon beim Kochen ein Lächeln auf den Lippen. 

Nun, da kann ja auch gar nix mehr schiefgehen – oder?

*** Aaaarrrggghhhh ***

Bitte ignoriert das Flattern meines rechten Augenlides. 

Und das Zucken des Kopfes hört bestimmt auch bald auf. 

Ich schreibe diese Zeilen unter äußerster Anstrengung mit letzter Kraft als mahnende Erinnerung an mich. 

Sekunde bitte.

O.k. – Geht wieder.

Es gibt auf dieser Welt Dinge, die blendet man nicht umsonst aus. Weil man sich nämlich AUF GAR KEINEN FALL an dieses Elend erinnern möchte. Das führt natürlich dazu, dass man diese noch einmal tut. Nur um sich an die Stirn zu schlagen und zu sagen: ‚Verdxxxte Schexxxe, genauso war das damals auch, ich IDIOT.‘

*atmetmehrereMinutenineineTüte*

Also bringe ich es hinter mich. Es geht um Hagebuttenmarmelade.

Hä? Werdet Ihr jetzt sagen, ‚Hagebuttenmarmelade‘ – nie davon gehört. 

Zu Recht, sage ich Euch. ZU RECHT!

Wie auch immer ich unseren letzten diesbezüglichen Versuch vor vielen Jahren vergessen konnte – es ist passiert. Und weil dieses Jahr in unserem Garten ein schlechtes Obstjahr war und wir deutlich weniger Marmeladen als letztes Jahr eingeweckt hatten, war ich auf der Suche nach weiteren Marmeladengelegenheiten. Und irgendwo in meinem Hinterkopf sagte ein kleines winziges Stimmchen: ‚Wie wäre es mit Hagebuttenmarmelade?‘ (Mach das noch ein einziges Mal, Du winziges kleines Stimmchen. Noch ein einziges Mal – und ich hau Dir sowas von auf die . . . )

Äh – Moment, wo war ich? 

Also Hagebutten. 

Wir fanden auch tatsächlich noch einige wenige nicht überreife und sammelten diese ein. 

Oh weh, oh weh, wie konnten wir diesen mahnenden Fingerzeig des Schicksales nicht erkennen, als es uns nur diese wenigen Früchte zuteilte. Warum nur waren wir so blind gewesen?

Wir nahmen die Hagbutten also mit. Nachdem wir die Früchte gewaschen hatten und unseren Arbeitsplatz eingerichtet hatten, schnitten wir die Frucht auf, schließlich mussten die Kerne entfernt werden. Das war uns schon noch klar. 


Aaahhh – ja. Die Kerne. Ganz langsam dämmerte uns etwas. Der Hausherr und ich tauschten einen erkennenden Blick. Erstens sind nämlich diese Hagebutten nur ein wenig verwertbare Hülle, vollgefüllt mit vielen, ach was sage ich, Unmengen von Kernen. Und zweitens sind diese auch nicht locker. Nein, nein, im Gegenteil. Diese Mistviecher hängen fest. 

Das Schicksal in der Ecke hatte seinen ersten Lachflash. 

Aber wenn den Hausherren und mich etwas auszeichnet, dann unsere Sturheit. Folglich pulten wir Kerne. Nach einer Stunde (Zum Mitschreiben: EINE! STUNDE!) war der Boden des Topfes knapp bedeckt. 


Es fiel uns mit jeder Frucht schwerer, diese zu ergreifen, aufzuschneiden und die Kerne zu entfernen. Missgelaunt hackte ich auf die Kerne in einer Hagebutte ein, um diese vom Fruchtfleisch zu lösen, als der Hausherr innehielt, einen langen Blick auf mich richtete und sprach: ‚Ich erkenne hier einen deutlichen Anstieg des Aggressionsniveaus.‘ Ich gab einen langen Blick zurück und wir legten gleichzeitig Messer und Hagebutten beiseite. Dieser Weg war hier zu Ende. 

Flotte Lotte? Könnte man das Problem vielleicht mit der flotten Lotte lösen? Wir waren so entnervt – wir würden alles, ALLES, versuchen, nur um nicht weiter diese elenden Hagebutten entkernen zu müssen. Also schnitten wir nur die Blütenkelche und Stiele ab und gaben die so vorbereiteten Früchte in den Topf um sie kurz aufzukochen. 


Der Hausherr holte die flotte Lotte und das Schicksal in der Ecke hielt sich den Bauch vor Lachen.

3 (in Worten: DREI!) Esslöffel verwertbares Mus gewannen wir auf diese Weise. 

Resigniert zuckten wir die Schultern. Aber um aus dieser kleinen Menge an Fruchtschalen überhaupt etwas Marmeladenähnliches zu bekommen, gaben wir etwas Rharbarber hinzu. Wir ergänzten um die erforderliche Menge Gelierzucker, ich aromatisierte etwas mit Vanillemark und wir versuchten die Masse aufkochen zu lassen. 

Und so begann ich zu rühren. Zäh zog sich die Zeit, die zum Erwärmen benötigt wurde und zäh wurde die Masse. Wir begutachteten den Topfinhalt und befanden, es müsse ein ein wenig anpürriert werden. Denn niemand würde sich eine Hagebuttenschale im Stück auf das Brötchen legen wollen. Folglich pürrierten wir.

Das Schicksal in der Ecke rieb sich voller Vorfreude die Hände. 

Quasi sofort begann die Masse am Topfboden anzusetzen. Ich konnte gar nicht so schnell rühren, wie es sofort wieder am Topf klebte. 

Mein rechtes Augenlid begann zu flattern. 

Gleichzeitig erreichte die knetähnliche Masse im Topf eine kritische Temperatur (zu kalt zum Einwecken und zu heiß für menschliches Gewebe) und begann kleine Marmeladenlavabröckchen in die Umgebung zu schleudern. Hier half nur noch schnelleres Rühren. Allein – die Rührgeschwindigkeit, die erforderlich ist, um fast kochende Paste vom Bröckchenschleudern abzuhalten muss erst noch erfunden werden. Also rührte ich wie Don Quichote gegen meine Marmeladenpastenwindmühlen an. 

Und mit jedem Bröckchen Marmeladenlava welche meine Haut versengte, zuckte mein Kopf unkontrolliert vor Schmerz. 

Das Schicksal in der Ecke prustete vor Schadenfreude. 

In aller Eile und Hast spachtelte (!) der Hausherr die Masse in die Gläser um noch Schlimmeres zu verhindern. Mit äußerster Not verhinderte er eine Eskalation der beteiligten Parteien.


Nachdem wir diesen, wenn auch kleinen, Sieg errungen hatten, räumten wir das Hagebuttenschlachtfeld auf und säuberten und renovierten die Küche. 

Bitte.

Bitte, bitte, sollte ich jemals wieder auf die Idee kommen, Hagebuttenmarmelade kochen zu wollen, bitte fesselt und knebelt mich und gebt mir Bach und meinetwegen auch Händel zu hören und unbedingt diesen Text zu lesen, auf dass ich mich ERINNERE!

Jetzt muss ich erst einmal zusehen, wie ich dieses Flattern und Zucken wieder loswerde. 

Und morgen schneiden wir uns ein Stück von der Hagebuttenmarmeladenpaste ab und werden diese genüsslich verspeisen.

Und wehe nicht!

*** Große Liebe ***

Wenn ich ja irgend etwas so richtig toll finde und von ganzem Herzen liebe, dann sind das Ringelblumenblüten.


Ringelblumenblüten bringen Sonne in mein Herz und es gibt sie: 

Im Brot: 


Im Brötchen: 


In der Butter: 


Und auch im Tee:


Im Sommer geht es nicht ohne. 😊

*** Kochtipps ***

Für das Gelingen der Speisezubereitung und ein hervorragendes Geschmackserlebnis benötigt es viele Tricks und Kniffe. Einen davon möchte ich heute verraten. 

Wenn Ihr es einrichten könnt, dann kocht mit LIEBE


So geht das!