Archiv der Kategorie: Küche & Co

*** Multioptionsparalyse ***

Das Internet ist ja schon echt ein geiles Ding. Ohne Internet würde ich ja zum Beispiel dieses Wort gar nicht kennen. Aber Dank Frau Novemberregen kenne ich es nun doch.

Denn zufällig passt es gerade jetzt ganz genau. Im Grunde war ich nämlich auf der Suche nach exakt diesem Wort. Zufälle gibt’s.

Und zwar war es so, dass ich mir aus Gründen am Dienstag ein Buch gekauft habe. Nicht irgendein Buch, nein, das gar nicht. Ich kaufte ein nützliches Buch. Da ich eine begeisterte Brot- und Brötchenbäckerin bin und immer, immer, immer auf der Suche nach Möglichkeiten es NOCH besser hinzubekommen, war ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. 


Und seit ich es in Händen halte, ist es passiert. 

Was backe ich zuerst?

Weizenbrot? * Dinkelbrot? * Kartoffelbrot? * Möhrenbrot? * Buttermilchbrot? * Körnerbrot? * Mischbrot? * Wurzelbrot? * Fladenbrot? *  Baguette? * Ciabatta? * Focaccia? 

MultiOptionsParalyse – MOP!

Oder Brötchen?

Weizenbrötchen? * Dinkelbrötchen? * Körnerbrötchen? * Bärli? * Kipf? * Kartoffelbrötchen? * Milchbrötchen? * Buchteln? * Brioche? * Zimtschnecken?

Aaaaaarrrgghhhhh – MOP!


Alles auf einmal geht ja nun mal nicht. Womit also fange ich an?

Ich kann mich nicht entscheiden – MOP!

Sabbernd blättere ich durch mein neues Lieblingsbuch . . . 

MOP
. . . to be continued.

*** Sie und er und die Dominosteine ***

Die beiden sitzen in der Küche und schokolieren Dominosteine. 

Irgendwann fällt sein Blick auf ihre Dominosteine. 

Er seufzt. Es ist kein Kommentar nötig.

Seine Dominosteine:


Ihre Dominosteine:


Ooohhhmmm. 

😏

*** Käsefüße ***

Nein, es geht hier jetzt nicht um Körperhygiene. Es wird wesentlich leckerer. Sie brauchen also nicht panisch weiterklicken. Es bleibt angenehm. 

Glücklicherweise ist es nämlich so, dass man in diesem Internetz nicht nur grässliches sondern auch jede Menge schönes Zeugs findet. 

Aber gehen wir zeitlich ein kleines Stück zurück . . . 

Weißt Du, Frau, sprach der Hausherr (zum wiederholten Male), es wäre schön, wenn man so abends zum Gläschen Wein etwas ganz kleines, ganz leichtes zum knabbern hätte. 

Der Grund, warum bei diesem Satz bisher immer meine beiden Ohren zum Einsatz kamen (eines für rein und das andere für raus) war ganz einfach der, dass ich wusste, ich bräuchte dem Hausherren nicht mit irgendwelchen gekauften Wasauchimmer kommen. Es sollte doch bitte selbstgemacht sein. Und bio und lecker und am besten ohne Kalorien. So weit so gut und so realitätsfern. Deshalb kamen also regelmäßig meine zwei Ohren zum Einsatz. 

Allerdings ist der Hausherr nicht umsonst schon seit – ähem – Millionen von Jahren mit mir verheiratet. Da er mich folglich schon ziemlich gut kennt wusste er, er brauchte diese Anforderung nur häufig genug wiederholen und irgendwann würde der stete Tropfen den Stein schon höhlen.

Seufz.

Und dann rettete mich ganz schlicht und ergreifend das große weite Internet. Und zwar als ich glücklicherweise mal wieder auf Wolframs Seite landete. Und da war sie. Die Idee, nach der ich solange gesucht hatte. Da waren sie. Die Käsefüße

Umgehend befreite ich meine (immer vorrätigen) Blätterteigscheiben aus dem Frost und rieb mir voller Vorfreude die Hände.

Und stutzte. Und zögerte. Und fluchte. 

VERDAMMT! Ich hatte keine Großmutter von der ich mir einen Fußformausstecher borgen konnte.

Aber ich wäre ja schließlich nun mal nicht da wo ich jetzt bin, wenn ich mir nicht zu helfen wüsste.

Da der Hausherr begeisterter Angler ist habe ich selbstverständlich eine Fischform als Ausstecher. Tadaaa – Problem gelöst.

Obwohl – nicht ganz. Das Verwenden einer Ausstechform führt ja zu heftig vielen unausstechbaren Resten. Das befand ich für hinreichend doof um auf die Verwendung der Ausstechform zu verzichten. Ich vermanschte die bereits entstandenen Reste zu irgendwelchen Pseudovierecken und entschied mich für den restlichen Teig für die praktische Rautenform.

Und ich entschied mich gegen Käse. Auch wenn ich die Nullkalorienrichtlinie bereits verpeilt hatte (Blätterteig – hahaa-haaa) so musste ich ja nicht auch noch Käse drauf tun. Ich probierte stattdessen Salz, Pfeffer und italienische Kräutermischung.

  
Beim Backen musste ich im Gegensatz zu Wolfram die Backzeit erheblich reduzieren und erhielt trotzdem knusprige Schmackerli.

  
Wenn man diese dann auch noch  hübsch auf einem Teller anrichtet, sehen die ja gleich noch einmal so lecker aus.

  
Da ich außerdem dem Hausherren das Vorhandensein von Kalorien in diesem Naschwerk einfach verschwieg (und er so tat, als ob er nicht von selber drauf kommen würde) fanden wir die Nascherei einfach super gelungen.

Ganz konkret fanden wir sie sogar so super gelungen, dass es diese am folgenden Abend gleich noch einmal gab – als Naschereibewirtung unserer Gäste. 

  
Als ich dann für Euch den letzten verbliebenen Nichtkäsefuß fotografieren wollte, griff der Hausherr zu steckte sich diesen einfach in den Mund. Da konte ich für Euch bloß noch den leeren Teller fotografieren. So kann’s kommen.

  
Danke an Wolfram für diese tolle Idee!

*** Monster ***

Es ist Sonntagnachmittag und wenn ich ehrlich bin schon eher früher Sonntagabend. Ich stehe vor einem Berg Geschirr in der Küche. (Gibt es allen ernstes Leute, die bei 27 Grad Celsius im Schatten den Küchenabwasch machen?)

Erst einmal die Spüle leerräumen. Wenn man das abzuwaschende Geschirr nämlich erst einmal vorgespült auf der rechten Seite stehen hat, dann sieht alles schon nicht mehr so schlimm aus.

Allerdings habe ich ein Problem. Das Tee-Ei hat sich im Ausguss verhakt. Vorsichtiges Zupfen bringt nichts und auch energisches Ziehen vermittelt sehr eindrücklich eine gewisse Aussichtslosigkeit.

  
Jetzt gibt es nur eine Möglichkeit, der Hausherr muss das richten.

Nun kann ich ihm aber nicht erzählen, dass ich das Teeei so nachlässig in die Spüle geworfen habe, dass es sich unlösbar fest verhaken konnte.

Ich brauche also unbedingt eine absolut logische und glaubwürdige Erklärung.

Folglich erkläre ich dem Hausherren, den ich nach längerem Suchen im Keller fand, es säße ein Monster unter der Spüle welches das Teeeikettchen festhielte und nicht wieder hergebe.

Den Blick des Hausherren ignorierend gehe ich voraus, er greift sich einen Schraubenzieher und eine Zange und folgt mir in die Küche um dort erst einmal geräuschvoll einzuatmen und betont langsam zwischen den Lippen wieder herauszupusten. Wäre er Handwerker, wäre jetzt wahrscheinlich sein Spruch: ‚Ohje – das wird teuer!‘

Statt dessen sagt er : ‚Na bloß gut, dass ich das Werkzeug schon gleich mitgebracht habe, da können wir den Ausguss auch mal wieder sauber machen, ist ohnehin mal wieder dran.‘, löst die obere Schraube und kniet sich unter die Spüle um den Rest zu lösen.

Dort arbeitet er konzentriert und wortlos und reicht mir gelegentlich ein zu reinigendes Teil nach oben. Ich wundere mich ein bisschen über die Konsistenz des zu entfernenden Schmutzes, sage aber nichts. Bis ihm auf einmal ein ‚Oha‘ entschlüpft und er mir ein verwinkeltes Teil voller Küchenrückstände gibt. Wir schauen uns beide an und ich witzele: ‚Das sieht ja fast aus wie ein Komposthaufen.‘ Kurze Zeit später reicht mir der Hausherr mit zusammengenkiffenen Lippen ein kleines Stücken Holz, vielleicht ein abgebrochener Zahnstocher. Aber es sieht merkwürdig aus. Die Spitze ist etwas breitgeklopft. Es sieht fast aus wie ein Spaten. Wie ein sehr, sehr kleiner Spaten. Aber immerhin.

Der Hausherr krabbelt tiefer unter die Spüle. Moment, sagt er, das ist noch was anderes und legt mir wenig später drei winzig kleine keimende Samenkörnchen in die Hand. Aber noch ist der Ausguss nicht sauber, er kriecht noch ein wenig tiefer hinein um gründlicher sauber machen zu können. Ich könnte schon fast die Tür zumachen, so tief steckt er schon im Schrank. Inzwischen werden die Objekte, die er mir reicht, aber immer merkwürdiger. Einmal hätte man (mit etwas Phantasie zugegeben) fast einen Stuhl erkennen können.

Dann plötzlich höre ich den Hausherr sehr dumpf (er steckt schon ziemlich tief drin in der Spüle) fragen: ‚Ist da etwa ein Licht und höre ich sogar Mus

An dieser Stelle wurden seine Worte von einem saugenden Geräusch verschluckt als er mit einem Ruck auch noch das letzte Bein in die Spüle nachzog und mich in der Küche allein lies.

Jetzt warte ich schon eine ganze Weile und bin gar nicht sicher, was ich nun tun soll.

Andererseits ist natürlich die Spüle jetzt herrlich sauber. Also entleere ich ersteinmal das Teeei ordnungsgemäß in die Kompostschüssel. Anschließend schraube ich die Abflusstülle wieder an den Ausguss und beginne mit dem vorbereiteten Abwasch. 

*** Rezeptintoleranz ***

Vorweg: Es ist nicht meine Schuld. Ich wurde so geboren. Es liegt in der Familie. Die Gene halt!

So. Und jetzt zum eigentlichen:

Der Hausherr verwies auf das hinreichende Vorhandensein von Rhabarber im Garten und fragte, ob es wohl möglich wäre, dass er eine RhabarberBaisertorte bekommen könnte.

NATÜRLICH! das ist doch eine meine leichtesten Übungen. Ganz schnell fand ich im Internetz dieses Rezept für den dort extrem lecker aussehenden Rhabarberbaiserkuchen und legte los ließ die Übung beginnen.  Und wie es so ist im Leben schlug natürlich sofort meine angeborene Rezeptintoleranz zu.

(SÄMTLICHE Kochbeschreibungen bei uns in der Familie beginnen so: ‚Ich habe mich diesmal wirklich ganz genau ans Rezept gehalten, außer . . .‘)

Außer 1. : Ich tue selbstverständlich keine Speisestärke an Kuchenteig – ich nehme immer normales Mehl.

Außer 2. : Ich hatte eine leichte Rechenschwäche und habe aus 150g Mehl und 75g Speise prompt 250 g Mehl gemacht.

Außer 3. : Icxh reduziere grundsätzlich den Zuckeranteil auf 80 % – es ist mir sonst zu süß. Also hier nur 200 g Zucker.

Außer 4. : Ich habe (für das Auge) noch etwas Schokostreusel in den Teig getan. Dann ist der nicht so langweilig anzuschauen.

Außer 5. : Es war mir zu schade die von der Baisermasse übrigen 3 Eigelb einfach wegzuschmeißen, deshalb habe ich diese mit an den Teig gegeben.

Außer 6. : Ich habe den Rhabarber nicht abgewogen, sondern die Menge genommen, die der Hausherr mir hingelegt hat und der Hausherr hatte diesen auch schon abgezogen.

Außer 7. : Ich habe den Kuchen nicht bei 180°C gebacken, sondern nur bei uns ofenerprobten 160°C.

Aber ansonsten habe ich mich diesmal WIRKLICH ganz genau an das Rezept gehalten.

  

*** Heringsverarbeitende Großindustrie ***

Am liebsten lasse ich mich ja von Rezepten verarschen, die von mir verlangen 100 Senfkörner abzuzählen.

Man mag sich ja gar nicht vorstellen, wie abartig gruselig es schmecken könnte, wenn man sich auch nur um ein Senfkorn verzählt. 

  
Und dann macht man natürlich nicht das einfache Rezept sondern die zweieinhalbfache Menge.

Es ist kompliziert.

  
Aber lecker!

*** Rezeptetester: Linsensuppe ***

1. Der Hausherr wünschte sich Linsensuppe. 

2. Ich sah neulich im Fernsehen den Herrn Rainer Sass diese Linsensuppe kochen. Also beschloss ich 

3. genau diese Linsensuppe zu kochen.

Rezepte nachkochen ist ja einer meiner leichtesten Übungen. 

Allerdings begann das Problem schon bei den 2 Möhren. 

2 (in Worten: zwei, ZWEI (!)) Möhren. Hallo – gehts noch? Wer kocht denn hier noch mit NUR ZWEI Möhren? Ich meine, mal ganz ehrlich, erstens sind die gesund und zweitens lecker. Also verdoppel ich das gleich mal. Ach was, gib gleich 6, die sind ohnehin so klein.

Nun als nächstes meinte der Hausherr, er äße ja sehr gern Sellerie und warum denn da nur 1/4 Sellerie ran soll? Und weil natürlich, was mir Recht ist, ihm nur billig sein kann, bekam er seine halbe Sellerie. 

Dann steht da ‚2 Zwiebeln‘. Das ist doch das nächste Problem. Soll ich jetzt große oder kleine nehmen? Ach was, ich nehme einfach die großen. Eine anständige Zwiebel hat noch niemandem geschadet. 

Wir ergänzten das Gemüse um diverse Stangen Staudensellerie, mehrere Kartoffeln  und viele Scheibchen Ingwer. 

Die Möglichkeit der Zugabe einer Chilischote unterschlug ich Weichei dem Hausherren. Pssst, nicht verraten. 

Das ganze schön gewürfelte Gemüse verstauten wir im Kühlschrank . . . 

  
 . . . während wir aus allen, wirklich ALLEN (!) Putzresten (na gut, Ihr habt Recht – nämlich OHNE die Kartoffelschalen) unter Zugabe von Gewürzen 2 Stunden lang die erforderliche Gemüsebrühe kochten. 

Dann ging es an die Vollendung des Rezeptes.

Ich las die weitere Verfahrensnachweise nach. Und stutzte. Las noch einmal. Und rief den Hausherren an: ‚Sag mal, hier steht gar nix von Schinkenspeck. Das kann gar nicht sein. An jede anständige Linsensuppe gehört Schinkenspeck. Oder soll ich das so vegetarisch lassen?‘ Beim letzten Satz hörte man quasi die langen Zähne heraus. 

Glücklicherweise sah der Hausherr das genau wie ich und holte ganz schnell ein anständiges Stück Schinkenspeck für die Suppe.

Von nix kommt ja schließlich auch nix.

Nun zu den Linsen. 250 g Berglinsen steht im Rezept. Dazu ganz klar mein Kommentar:

Ham‘ wa nich!

Wir haben aber ca. 500 g Tellerlinsen. Das ist ja quasi das selbe. Linsen halt. Nun und wenn ich jetzt von der Tüte hier noch 250 g abwiegen soll, dann bleibt ja nur so ein fipselig kleiner Rest, der dann wieder zu nix gebraucht werden kann. Also alle Linsen in den Topf, Wasser drauf und KEIN Salz. Und nach der erforderlichen Garzeit hob ich den Topfdeckel und sagte ‚O!‘ Das waren aber deutlich viele Linsen. Sehr, sehr viele Linsen.

Nun je, es soll ja schließlich auch Linsensuppe werden. 

Dann endlich konnte ich die Zutaten kurz anschmoren, mit dem Gemüsesud ablöschen, 15 Minuten gar köcheln. Anschließend die Linsen dazu, kurz für eine gewisse Grundsämigkeit anpürrieren und mit Salz und Pfeffer abscmecken. 

Auf dem Teller dann noch mit Essig und Zucker verfeinern und: Guten Appetit!

  
Auch wenn wir jetzt das klitzekleine Problem haben, dass wir uns wahrscheinlich die nächsten 3 Monate ausschließlich von Linsensuppe ernähren werden . . . 

  
. . . eines muss man dem Herrn Sass lassen: 

Linsensuppe kann er!