Archiv der Kategorie: allgemein gesagt

*** Was schön war ***

Ein wunderbares Spätsommerwochenende mit Schmetterlingen auf Blüten beim Frühstück


Mit nach langer Zeit mal wieder mal selbstgemachter Zebratorte (fast) nach diesem Rezept.


Und schön war, dass wir in der Sonne gefühlt stundenlang regungslos am See sitzen konnten anstatt den Hausputz zu absolvieren.


Schön war auch, dass der Kronsohn mal wieder zu Hause war und wir ein herrlich entspanntes Zusammensein genießen konnten.

Nicht so schön ist allerdings, dass ich mir einfach mal seine Erkältung abgeholt habe und jetzt hier wie ein weichgespülter Jammerlappen vor mich hinrotze. 

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*** Fest verankert in der Matrix ***

Ich denke, wir können ziemlich sicher davon ausgehen, dass nichts ist, wie es scheint. 

Dass der höhere Sinn von allem uns ohnehin verborgen ist, ist hinlänglich bekannt. (Selbst wenn wir die Antwort ’42‘ schon kennen, heißt es nicht, dass wir sie verstehen.) 

Während nun die Gläubigen in der Kirche ihrer Wahl an einen Gott beten und an einen Sinn des Lebens ihrer Wahl glauben, hat man es als Atheist schon recht schwer in unserer modernen Gesellschaft an die ganz simple Biologie zu glauben, dass wir nämlich ganz einfach ein Brocken Fleisch & Sehnen an Knochen sind, welches überleben und sich fortpflanzen will wie jedes andere Tier auch. Nur dass unser Jagen sich im Laufe der Zeit gewandelt hat und dass wir plötzlich glauben, etwas Besseres zu sein und uns jede Menge Brimborium um den eigentlichen Akt des Fressens und Vermehrens herum geschaffen haben. Da hilft es einem auch nicht weiter, sich als Agnostiker zu definieren.

Aber manchmal gibt es Momente, da beschleicht mich der Gedanke, dass wir doch nichts weiter sind, als zum Zwecke der Energielieferung sorgsam in kleinen Becken in hohen Türmen an ein Riesennetzwerk angeschlossene, willenlose Fleischklumpen sind. Der Geist ruhiggestellt mit einem mehr oder weniger fehlerfreien Programm, welches uns die Illusion einer durch uns gestaltbaren Realität vorgaukelt. 

Aber manchmal, ganz selten, gibt es Fehler in der Matrix. 

Und die muss man finden.

Riss 1: Mein Youtube auf meinem Handy weiß zum Beispiel alles über mich. Wenn ich Backanleitungen geschaut habe schlägt es mir eine Backanleitung nach der anderen vor. War ich bei CGI’s dann bleibt es relativ sicher bei diesem Genre und ebenso, wenn ich Musikvideos schaue oder mich aber für Filmtrailer interessiere. Aus diesem Grund habe ich bisher auch keine Hörbücher angeboten bekommen. Denn Hörbücher höre ich grundsätzlich über die App und nicht über Youtube.

Nun begab es sich, dass wir in gemütlicher Freundesrunde saßen und schwätzten und lachten und Neuigkeiten austauschten. Und an irgendeiner Stelle des Gespräches kamen wir auf ‚Die Känguruhchroniken‘. Nun, von diesen hatte ich nie gehört und auch der Autor war mir unbekannt. Dieses wäre eine Bildungslücke wurde befunden und schwupps hatte ich die Hörbuch-CD zu treuen Händen in der Handtasche. 

Und noch bevor ich diese auf den Rechner spielen konnte, bot mir Youtube bei meinem nächsten Besuch eben diese Känguruhchroniken als Hörbuch an. 

Wtf? Hallo? Ist da wer?

Riss 2: Noch einmal Youtube. Als ich hinreichend Filmtrailer geschaut hatte, befand eben dieses Youtube, ich könnte ja auch mal einen ganzen Film anschauen. Das ist ja nun nicht so mein Ding – Filme auf dem Handy zu schauen. Das ist mir zu winzig. Aber so die ersten Filmminuten zum Überprüfen, ob dass denn ein Fernsehabend geeigneter Film wäre – das geht schon. Auf diesem Weg fand ich also mittels Handy aus vielen unterschiedlichen Filmen heraus, dass ich am nächsten Bügelabend mir also ‚Butter bei die Fische‘ anschauen würde. (1. Leichte Kost passt zum Bügeln und 2. Bjarne Mädel geht immer.) Im Hinterkopf behielt ich aus der Handyvorschau ‚Scheidung für Fortgeschrittene‘. (Ebenfalls bügelgeeignet und außerdem mag ich Mariele Millowitsch.)

Es war nun also Bügelabend und ich wählte auf unserem Fernseher nicht den TV-Kanal sondern Youtube und suchte mir dort ‚Butter bei die Fische‘. Das klappte sehr gut und die Bügelspiele konnten beginnen. Irgendwann zwischendurch war ich sehr froh, für diesen Film kein Geld bezahlt und jetzt eine sinnlose DVD rumliegen zu haben, aber egal. Bügelfilm halt.

Unglücklicherweise war ich mit dem Bügeln noch nicht fertig, als der Bügelfilm bereits endete. Ein Blick auf die Wäsche zeigte mir, dass ich keine Lust hatte, mir damit einen weiteren Abend zu vermiesen. Allein – welchen Film sollte ich als nächstes schauen? Und während ich so hin und her überlegte, nahm Youtube mir die Entscheidung ab. Nächster Film in 5 . . . 4 . . . 3 . . . 2 . . . 1 Sekunde. 

Ich bin sicher, Ihr wisst, welcher Film als nächstes abgespielt wurde. 

Morpheus, hörst Du mich? 

*** Wie ich einmal wirklich gar nicht shoppen wollte ***

Es begab sich, dass ich eines Tages zum Zwecke der Verschönerung meines Haupthaares in die große Stadt musste. Bedauerlicherweise war nämlich meine Lieblingsfriseuse nicht mehr verfügbar und ich somit auf der Suche nach einem neuen Friseur. Frauen verstehen das hiermit verbundene Drama und fühlen mit mir. Männer halten jetzt bitte einfach mal die Klappe.

In Vorbereitung des großen Stadtabenteuers sichtete ich sämtliche Einkaufszettel und sonstige Wünsche und siehe da – es waren lediglich noch ein paar Waren des täglichen Bedarfes aus dem Supermarkt mitzubringen. Es würde also ganz einfach werden. 

In die Stadt – zum Friseur (na gut, warten – weil ohne Termin) – dann Supermarkt und wieder ab nach Hause und in’s Büro. 

Ich bräuchte gar nicht shoppen gehen. Keine Veranlassung – kein Bedarf. Das ist ja auch mal schön. Denn shoppen ist nicht schön. Nein! Man hat zu tun mit herablassenden, unfreundlichen, hämischen Verkäuferinnen, wird unendlich bespielt mit nervtötender Musik und wühlt sich durch gräßliche Farben und Schnittmuster in merkwürdigen Größen. Nein, shoppen ist definitiv nicht schön.

Nun.

Nunje.

Da ich nicht auf einen Termin angemeldet war, mir aber nichts destotrotz eine Behandlung als möglich in Aussicht gestellt wurde setzte ich mich mit einem XXXXXL Kaffeebecher und einigen grässlichen Zeitschriften mit Prominews in den Wartebereich. Ich mag jetzt über diese Prominews auch gar nicht reden. Außer eins vielleicht: Die haben ja wohl alle irgendwie ein Ding an der Waffel – oder was? Aber das ist ein anderes Thema.

Während ich also so von Seite zu Seite mit immer größerem Entsetzen blätterte, fiel mein Blick auf die absolut angesagten Styles der Saison. Die ‚das musst Du tragen‘ Tipps. An diesen Seiten blättere ich grundsätzlich umgehend vorbei, schließlich bin ich weder 1,90 m groß ud wiege auch nicht nur 25 kg. Unglücklicherweise fiel mein Blick auf ein Bustier. 

Na und, werdet Ihr sagen, ein ‚Bustier‘ – was soll daran so Besonderes sein? Ganz einfach, das Besondere an einem Bustier ist die Verheißung! Die Verheißung von angenehm gezähmter Freiheit. Die Verheißung von Entspannung. Wenn sich nämlich der Tag dem Ende neigt und man sich endlich aus der gesellschaftlich konformierten Einzwängung seiner Oberweite befreien möchte – dann ist ein Bustier ein sehr, sehr hilfreiches Teil um a) zu verhindern, dass die sekundären Geschlechtsmerkmale irgendwo auf Kniehöhe baumeln und b) trotzdem ein kleines Maß an Entspannung und Wohlgefühl zu gewährleisten. 

Und bevor ich weiterblättern konnte, regte sich in meinen kleinsten und hintersten Gedankengängen so ein winziges ‚Hach, guck mal‘.  

‚Hach guck mal‘ führte dazu, dass ich das Erscheinungsdatum der Zeitschrift prüfte  und außerdem einmal genauer hinschaute, wo es denn dieses Bustier zu erwerben gäbe. Unglücklicherweise war die Zeitschrift nur knapp 3 Wochen alt, es bestand also tatsächlich die Chance, dass dieses Teil nicht schon wieder aus dem Angebot verschwunden war und noch viel schlimmer unglücklicherweise stellte sich heraus, dass genau diese auf weibliche Dessous spezialisierte Kette auch 2 Filialen in der Haupteinkaufsstraße der großen Stadt hat.

Schlimm, schlimm, schlimm.

Ich würde also nicht gleich ins Parkaus gehen, sondern einen winzigen Abstecher zu den Dessous machen, das Bustier schnappen und ab nach Hause. 

Gesagt – getan. Beziehungsweise: gedacht – versucht. Nach mehr oder weniger erfolgreichem Friseurbesuch (die Friseuse würde schon noch lernen, mit meinen Haaren umzugehen – oh gott der Pony!) ging ich zielstrebig in das Dessougeschäft.

Wie.Son.Anfänger!

Heraus kam ich mit 2 Minimizer-BH’s (tolle Farben!) und 2 Slips (Slips gehen immer – so wie Teelichter beim Möbelschweden) aber ohne Bustier. Das gab es nämlich überhaupt gar nicht. Wo nehmen die Ihre Produktempfehlungen her in diesesn blöden Zeitschriften? Orr!

Aus Frust beging ich den folgenschweren Fehler auf dem Rückweg zum Parkhaus in das Schuhgeschäft abzubiegen. Ich hatte zwar gerade vorgestern festgestellt, dass ich gar keinen, ehrlich absolut keinen, also definitiv so was von überhaupt gar keinen Bedarf an irgendwelchen Schuhen habe, aber es würde schon nichts kosten, einmal durch die Regale zu laufen und zu gucken. Nun, um genau zu sein, das Nichts kostete so ziemlich genau 85 Euro, ist wunderschön dunkelblau und hat exakt die Absatzform und -höhe welche ich bedingungslos liebe und bedenkenlos tragen kann. 

 Nun je. 

Aber ich schwöre, ich wollte wirklich überhaupt gar nicht shoppen gehen!

P.S. Zum Glück lag auf dem Rückweg zum Parkhaus kein Buchladen auf dem Weg. Man muss auch mal Glück haben. 

*** Wenn eine eine Reise tut . . . ***

Es kostet wahnsinnige Anstrengung 3,5 Stunden diesen Anblick zu ertragen und nicht wie eine spinnerte Alte aufzuspringen und das Problem geradezurücken: 

Es empfiehlt sich, bei der Auswahl des Rollkoffers darauf zu achten, dass dieser sich ganz hervorragend als Abstellfläche für Marzipancroissant und Kaffeebecher eignet. 

Ein Vorteil des Gemeinsamreisens ist, dass man in dringlichen Momenten die Obhut über Koffer und sonstiges Gepäck übertragen kann. Reist man dagegen alleine ist man gezwungen, mit ebendiesem Gepäck in einer kleinen Kabine akrobatische Höchstleistungen zu vollbringen. Worüber ich mich aber bei dieser Gelegenheit freute, war das Fußpedal zum Betätigen der Spülung. Das ersparte unnötigen Handkontakt. (Ohne Foto) Tja, und dann brauchte ich die Hand doch – um nämlich die Tür zu entriegeln und zu öffnen. Seufz.

Ansonsten kann ich über die Bahn gar nicht meckern. Alle Zugverbindungen, welche ich in den vergangenen zwei Wochen hatte, waren nahezu pünktlich. Die Züge sauber, Personal und Mitreisende höflich und freundlich. 

Ich kann gar nicht meckern. 

Hat auch mal was. 

*** Pünktlichkeit ist eine Zier ***

Im Grunde bin ich ein pünktlicher Mensch.

Ah – ja.

Moment, wir müssen kurz warten, bis der Lachanfall meiner Mutter vorbei ist. Ähem – darf ich Dir aufhelfen? Geht’s wieder?

Also gut. Beginne ich halt anders. 

Im Grunde wäre ich sehr gern ein pünktlicher Mensch. 

So ist es besser. 

Also: Im Grunde wäre ich sehr gern ein pünktlicher Mensch, weil ich die Verlässlichkeit von pünktlichen Menschen sehr schätze. Aber ich selber – ich selber kriege das irgendwie nicht hin. Ich bin immer die von der alle sagen: Ach die, die kommt eh‘ später.‘ 

Dabei nehme ich mir immer wieder, bei jedem anstehenden Termin, ganz wie wild vor, pünktlich zu sein. Ich plane sogar die Zeitabläufe. Ehrlich. 

Hör‘ auf zu lachen, menno!

Ich weiß zum Beispiel ganz genau, wann ich spätestens vom Hof muss, um pünktlich zu sein. Sei es bei der Mutter, im Kino oder wo auch immer oder meinetwegen als Beispiel hier bei der Musikschule. 

Ich kenne die konkrete, pünktliche Abfahrtszeit – in Theorie. 

Und dann grätscht mir die Praxis dazwischen. 

Ich stehe also vom Frühstückstisch auf und der Blick auf die Uhr sagt mir: ‚Boah – heute bist Du sooo pünktlich! Noch eine halbe Stunde Zeit bis zur Abfahrt. Alles ist gut.‘

Und noch während ich das denke, schaltet jemand den Zeitraffer an. Ungelogen.

Ich muss doch noch das Frühstücksgeschirr wegräumen und selbstverständlich gründlich in’s Bad, muss noch schnell die Flaschen für den Container einpacken und noch schnell dies und noch schnell das und dann ist es plötzlich 08:30 und ich habe noch nicht einmal das Saxophon bereitgestellt. Geschweige denn die Noten in der Tasche. 

Theoretisch müsste ich mich ja jetzt schon auf dem Weg zum Auto sein. 

Also noch schell das Saxophon und die Noten zum Auto, noch schnell Antischwitz unter die Arme, Duft an den Körper, welche Schuhe ziehe ich an und – welche Jacke? Ein  prüfender Blick zum Wetter. Jacke an, ach und noch schnell die Einkaufsliste für den Rückweg abfotografieren. Mist, jetzt hätte ich fast das Containerglas vergessen. Noch schnell den Hausherren ausfindig machen und kurz herzen und drücken zum Abschied und dann sitze ich endlich im Auto und ich weiß, ich hätte vor 10 Minuten losfahren müssen, um pünktlich zu sein.

Und so ist es immer. 

Stehe ich noch früher vom Frühstückstisch auf, so fallen mir garantiert noch viel mehr andere Dinge ein, die ich erledigen MUSS! (Und die ich erledigen kann – denn ich bin ja sooo früh dran.) Ich habe es sogar schon mal geschafft, noch schnell Vanillesoße zu kochen – weil ja schließlich noch genügend Zeit war. Natürlich mit dem Ergebnis, dass ich zwar auf die Minute in die Musikschule gestürmt kam – aber eben nicht mit zusammengebautem und eingeblasenem Instrument. Seufz.

Und so ist es immer! Und wenn ich als allerletztes minutenlang den Autoschlüssel suchen muss. Irgendetwas ist immer. 

Aber ich gebe nicht auf und gebe mir weiter Mühe und vielleicht, vielleicht bin ich ja irgendwann tatsächlich ein pünktlicher Mensch. 

*** Bringt Zeit mit . . . ***

. . . sagt der Obstbauer und: es ist nicht wie letztes Jahr. Es sind weniger Kirschen und das Wetter ist zu kalt, sie reifen so langsam, dass die Stare sich an die Schreckschussböller gewöhnen und einen Großteil der ohnehin mageren Ernte fressen. Pflückt auch ruhig die helleren Kirschen, die reifen nach, denn wenn es jetzt wieder regnet, dann platzen die Kirschen nur und sind ohnehin verloren. Ein schlechtes Obstjahr. 

Er seufzt. Wir machen uns auf den Weg durch die Plantage zu unseren Lieblingskirschbäumen. 

Dann gibt es von unten tatsächlich keine reifen Kirschen zu pflücken, wir müssen wirklich für jede einzelne Kirsche auf die bereitgestellten Leitern klettern. Dazu kommt, dass wie angekündigt sehr wenige Kirschen hängen und davon noch weniger so reif, wie wir sie gerne hätten. Also pflücken wir 10 – 15 Kirschen, steigen von der Leiter, stellen diese um und steigen erneut nach oben. 

Es ist mühsam. Aber mit der Zeit füllen sich die Eimer. 


Zwischendurch, der Hausherr ist einmal ganz nach oben geklettert ruft er: ‚Hey – hier oben sind die sogar schon mal so reif, dass man auch mal naschen kann.‘ Ein Bäuerchen zeigt an, dass die Möglichkeit nicht ungenutzt verstrichen ist.

Sogar ich krabbele in todesmutige Höhen, 5 manchmal sogar 6 Stufen die Leiter hoch. Auch hier hängen schon ganz passable Exemplare und auch mein Eimerchen füllt sich. Und auch ich bringe es zwischenzeitlich auf respektierliche Bäuerchen. 

Nach zwei Stunden dann befinden wir das Pflückergebnis für ausreichend und machen uns auf den Heimweg. Wir werden Kompott einwecken und natürlich weiterhin jede Menge Kirschen essen. 

Morgens, mittags, abends – den ganzen lieben langen Tag. Es ist schließlich Kirschenzeit.

Guten Appetit. 

*** Für Sie herausgefunden ***

Ich habe eben herausgefunden, dass es keinen Sinn macht, auf der Computertastatur ganz lange auf das ‚s‘ zu drücken. Es erscheint definitiv kein ‚ß‘. Es erscheinen stattdessen ganz viele kleine ‚s‘ auf dem Bildschirm.

Orrrr.

Ich würde sagen: eindeutig handygeschädigt.