*** WMDEDGT 2017-12-05 ***

Der erste Gedanke nach dem morgendlichen Weckerklingeln sortiert in letzter Zeit ziemlich häufig die Wochentage. Welcher ist heute? Der Zeiger bleibt bei Dienstag stehen. Oh – Dienstag! Das heißt Musikschule und, ach Mist, ich muss außerdem heute auch noch vorher Haare waschen. Also habe ich keine Zeit zu verkaspern. Wecker aus und hoch und ab ins Bad.

Wenig später habe ich ein Handtuch auf dem Kopf und das Holz aus dem Keller geholt. Der Ofen wird geheizt während der Hausherr einen herrlich heißen GutenMorgenKaffee reicht.

Während der Ofen sich auf Betriebstemperatur arbeitet essen wir Frühstück und hören dabei draußen den Krankenwagen fahren. Kurze Zeit später die Sirene und dann auch noch die Feuerwehr. ‚Klingt nach Verkehrsunfall.‘ sage ich zum Hausherren. ‚Klingt nach Vollsperrung.‘ seufzt er. ‚Hoffentlich nicht unsere Strecke.‘ Hoffen wir beide.

Nun noch schnell die Hühner füttern, den Stall putzen, alle Sachen, die ich über den Tag brauchen (und erledigen) will ins Auto tun und dann ab. Ach stimmt ja, tanken muss ich auch noch, sonst komme ich heute nicht weit. Aber dann nix wie los, ich will ja schließlich pünktlich beim Unterricht sein.

Aber natürlich komme ich nicht pünktlich, denn es ist eine Vollsperrung und zwar genau auf meiner Strecke. Ich verkneife mir ein gereiztes Meckern, denn ich muss daran denken, dass es mir gut geht, was man von dem Fahrer des Ziehharmonikaautos dort an dem Baum wahrscheinlich nicht sagen kann. Also stattdessen ein kleines Dankeschön ans Universum und rauf auf die Umleitung.

Trotzdem komme ich glücklicherweise nicht viel zu spät zum Unterricht, welcher dann aber natürlich viel zu früh zu Ende ist.

Im Anschluss erledige ich noch ein paar Besorgungen in der Stadt (Kaffee!!) und mache auf dem Weg zu meinen Eltern noch einen kleinen Umweg um ihnen die bestellten Fotobücher abzuholen. Dann kurz einen Boxenstopp beim Gemüsehändler unseres Vertrauens, welcher nach zwei Wochen Urlaub endlich wieder offen ist. Es ist eine herrlich fröhliche Stimmung im Laden, alle beglückwünschen die Inhaberin zu ihrem erholten Aussehen. Ich kaufe Apfelsinen, Mandarinen, Zwiebeln, Ingwer und so Kram.

Je zwei Apfelsinen und Mandarinen lasse ich dann als kleines Mitbringsel bei meinen Eltern, wo ich mit einem leckeren Mittagessen verwöhnt werde. Anschließend schwatzen wir und trinken Tee, bevor es ans Eingemachte geht. Der Vater und ich wollen ein Musikstück gemeinsam spielen und dazu gehört Übung. Also zücke ich mein Saxophon, der Vater seine Geige und dann geht es ‚Yesterday‘ von den Beatles an den Kragen. Die Mutter sitzt dabei und hört tapfer zu.

Nach der Verabschiedung muss ich in einem Vermietungsobjekt noch den Aushang mit dem Ablesetermin anbringen, dann von einem Kunden Unterlagen abholen. Dort kommen wir ins Schwätzen, was dazu führt, dass ich meine Handtasche dort vergesse. – Was ich aber erst merke, als ich beim famila anhalte. Ich beiße sanft ins Lenkrad (orrr) und fahre noch einmal durch die Stadt zurück zum Kunden.

Dann aber nix wie nach Hause. Obwohl halt stopp, lieber doch noch das Autochen durch die Waschanlage fahren. Die Umleitung heute früh hat ihm eine bemerkenswerte braune Schlammkruste verpasst.

Irgendwann bin ich dann zu Hause. Gerade noch rechtzeitig um gemeinsam mit dem Hausherren einen Kaffee zu trinken, bevor ich mir einen Teil der Apfelsinen schnappe und diese schäle und klein schneide. Da die ApfelsinenMöhrenmarmelade nicht wirklich gegessen wird, wird sie aufgepeppt. In diesem Haus werden keine Lebensmittel weggeschmissen – sie werden aufgepeppt! Zu diesem Zweck habe ich (noch in Dänemark) zwei weitere Marmeladen gekauft, die jetzt mit in den Topf wandern. Und diese ungrliebte Ingwermarmelade auch. Der Hausherr seufzt aber hilft tapfer, die 16 Gläser Marmelade abzufüllen.

Zwischendurch gibt es noch ein Miniabendbrot, damit wir nicht vor Entkräftung umfallen. Es gab ja schließlich erst 17:00 Stollen und Kekse. Ach ja.

Dann brauche ich nur noch die vom Keksebacken übriggebliebenen vier Eiweiße zu Kokosmakronen aufzupeppen und dann bin ich mit meinem Tagespensum auch schon fast fertig. Ein winziges bisschen Improvisation ist nötig, denn ich habe (keine Ahnung wieso) tatsächlich keinen Quark im Haus. Also muss ich den benötigten Quark vortäuschen. Das erledige ich kurzerhand mit Joghurt und Schmand und keiner merkt es.

Und plötzlich ist es 22:00 und ich wundere mich nur, wie dieser Tag heute in einem kurzen Wusch an mir vorbeigezogen ist. Trotzdem stricke ich noch schnell zwei Reihen an dem Pullover. Hauptsächlich, damit ich heute nicht nicht gestrickt habe.

Aber dann fallen mir bei den letzten Maschen schon fast die Augen zu und ich schaffe es gerade noch rechtzeitig ins Bett. Ganz kurz beginne ich zu überlegen, was morgen auf dem Programm steht. Ach ja, morgen muss ich ganz unbedingt die B . . .

Ch ch ch ch . . .

Pssst, leise bitte. Wenn ihr jetzt geht, um bei Frau Brüllen zu schauen, wie andere so den 05.12. verbracht haben, schließt bitte leise die Tür, um mich nicht zu wecken.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s