*** Gegen das Novembergrau – Urlaub 1 ***

Eine Möglichkeit, etwas gegen das Novembergrau zu unternehmen, wäre zum Beispiel, den ungastlichen, novembergrauen Ort zu verlassen.

Nach einer mehrstündigen Autofahrt könnte man in Hoffnung auf besseres Wetter zum Beispiel in einem zwar leider ebenfalls novembergrauen Ort, dafür aber in einem gut durchgekühlten Ferienhaus ankommen und ersteinmal den Kamin anwerfen, weil man nicht kapiert, wie die Heizung programmiert wird. Ganz wichtig: die Ferienhausverwaltung anrufen und jammern!

Wenn dann später der Verantwortliche der Ferienhausvermietung kommt, wehen ihm kuschelige 25 Grad Celsius entgegen und ein fröhliches Schulterzucken unsererseits: ‚Wir wissen aber nicht, wie wir es hinbekommen haben? Und wird es morgen auch heizen oder kalt bleiben?‘

Hier zeigt sich, dass Dänen sehr, sehr freundliche und höfliche Menschen sind, die auch an ihrem freien Tag und obwohl sie eigentlich ihr Kind in’s Bett bringen wollen, unendlich geduldig dusseligen Urlaubern erklären, wie die Heizung bedient wird. 

In der Nacht zeigt uns der November sein wahres Gesicht. Wir sind ihm nicht entkommen. Es stürmt. Es tost. Der Wind wirft sich wie ein wildes Tier gegen das Haus (*), rüttelt am Dach, streicht an den Fenstern vorbei und klappert an den Türen. Das Haus ächzt und knarzt und knackt bei dem Bemühen, sich vor dem Sturm möglichst tief in die Dünen zu drücken. 

Wir kennen dieses Haus nicht, alle Geräusche sind uns fremd. Immer wieder nimmt der Wind Anlauf und immer neue Böen schlagen an’s Haus. Die Kiefern vorm Haus beugen sich gespenstisch tief. Wir wollten das nicht. Wir wollten keinen November im Urlaub. Wir kuschln uns tief in die Decken. 

Es tost und stürmt und ruckelt und klappert und knarrt. Die ganze Nacht.

Und wir schlafen sehr, sehr schlecht. 

(*) Nicht, dass jemals irgendein wildes Tier auf die Idee gekommen wäre, sich gegen ein Haus zu werfen – aber es klingt so gut.

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2 Antworten zu “*** Gegen das Novembergrau – Urlaub 1 ***

  1. (sorry, der musste sein) 🙂

  2. Frau Spätlese

    Das erste was ich dachte: ‚Oh Gott war der mal jung . . . ‚
    Ey, und seitdem habe ich einen Ohrwurm. So was beknacktes aber auch. Mach das nicht noch einmal!
    😉
    LG