Monatsarchiv: September 2017

*** Aaaarrrggghhhh ***

Bitte ignoriert das Flattern meines rechten Augenlides. 

Und das Zucken des Kopfes hört bestimmt auch bald auf. 

Ich schreibe diese Zeilen unter äußerster Anstrengung mit letzter Kraft als mahnende Erinnerung an mich. 

Sekunde bitte.

O.k. – Geht wieder.

Es gibt auf dieser Welt Dinge, die blendet man nicht umsonst aus. Weil man sich nämlich AUF GAR KEINEN FALL an dieses Elend erinnern möchte. Das führt natürlich dazu, dass man diese noch einmal tut. Nur um sich an die Stirn zu schlagen und zu sagen: ‚Verdxxxte Schexxxe, genauso war das damals auch, ich IDIOT.‘

*atmetmehrereMinutenineineTüte*

Also bringe ich es hinter mich. Es geht um Hagebuttenmarmelade.

Hä? Werdet Ihr jetzt sagen, ‚Hagebuttenmarmelade‘ – nie davon gehört. 

Zu Recht, sage ich Euch. ZU RECHT!

Wie auch immer ich unseren letzten diesbezüglichen Versuch vor vielen Jahren vergessen konnte – es ist passiert. Und weil dieses Jahr in unserem Garten ein schlechtes Obstjahr war und wir deutlich weniger Marmeladen als letztes Jahr eingeweckt hatten, war ich auf der Suche nach weiteren Marmeladengelegenheiten. Und irgendwo in meinem Hinterkopf sagte ein kleines winziges Stimmchen: ‚Wie wäre es mit Hagebuttenmarmelade?‘ (Mach das noch ein einziges Mal, Du winziges kleines Stimmchen. Noch ein einziges Mal – und ich hau Dir sowas von auf die . . . )

Äh – Moment, wo war ich? 

Also Hagebutten. 

Wir fanden auch tatsächlich noch einige wenige nicht überreife und sammelten diese ein. 

Oh weh, oh weh, wie konnten wir diesen mahnenden Fingerzeig des Schicksales nicht erkennen, als es uns nur diese wenigen Früchte zuteilte. Warum nur waren wir so blind gewesen?

Wir nahmen die Hagbutten also mit. Nachdem wir die Früchte gewaschen hatten und unseren Arbeitsplatz eingerichtet hatten, schnitten wir die Frucht auf, schließlich mussten die Kerne entfernt werden. Das war uns schon noch klar. 


Aaahhh – ja. Die Kerne. Ganz langsam dämmerte uns etwas. Der Hausherr und ich tauschten einen erkennenden Blick. Erstens sind nämlich diese Hagebutten nur ein wenig verwertbare Hülle, vollgefüllt mit vielen, ach was sage ich, Unmengen von Kernen. Und zweitens sind diese auch nicht locker. Nein, nein, im Gegenteil. Diese Mistviecher hängen fest. 

Das Schicksal in der Ecke hatte seinen ersten Lachflash. 

Aber wenn den Hausherren und mich etwas auszeichnet, dann unsere Sturheit. Folglich pulten wir Kerne. Nach einer Stunde (Zum Mitschreiben: EINE! STUNDE!) war der Boden des Topfes knapp bedeckt. 


Es fiel uns mit jeder Frucht schwerer, diese zu ergreifen, aufzuschneiden und die Kerne zu entfernen. Missgelaunt hackte ich auf die Kerne in einer Hagebutte ein, um diese vom Fruchtfleisch zu lösen, als der Hausherr innehielt, einen langen Blick auf mich richtete und sprach: ‚Ich erkenne hier einen deutlichen Anstieg des Aggressionsniveaus.‘ Ich gab einen langen Blick zurück und wir legten gleichzeitig Messer und Hagebutten beiseite. Dieser Weg war hier zu Ende. 

Flotte Lotte? Könnte man das Problem vielleicht mit der flotten Lotte lösen? Wir waren so entnervt – wir würden alles, ALLES, versuchen, nur um nicht weiter diese elenden Hagebutten entkernen zu müssen. Also schnitten wir nur die Blütenkelche und Stiele ab und gaben die so vorbereiteten Früchte in den Topf um sie kurz aufzukochen. 


Der Hausherr holte die flotte Lotte und das Schicksal in der Ecke hielt sich den Bauch vor Lachen.

3 (in Worten: DREI!) Esslöffel verwertbares Mus gewannen wir auf diese Weise. 

Resigniert zuckten wir die Schultern. Aber um aus dieser kleinen Menge an Fruchtschalen überhaupt etwas Marmeladenähnliches zu bekommen, gaben wir etwas Rharbarber hinzu. Wir ergänzten um die erforderliche Menge Gelierzucker, ich aromatisierte etwas mit Vanillemark und wir versuchten die Masse aufkochen zu lassen. 

Und so begann ich zu rühren. Zäh zog sich die Zeit, die zum Erwärmen benötigt wurde und zäh wurde die Masse. Wir begutachteten den Topfinhalt und befanden, es müsse ein ein wenig anpürriert werden. Denn niemand würde sich eine Hagebuttenschale im Stück auf das Brötchen legen wollen. Folglich pürrierten wir.

Das Schicksal in der Ecke rieb sich voller Vorfreude die Hände. 

Quasi sofort begann die Masse am Topfboden anzusetzen. Ich konnte gar nicht so schnell rühren, wie es sofort wieder am Topf klebte. 

Mein rechtes Augenlid begann zu flattern. 

Gleichzeitig erreichte die knetähnliche Masse im Topf eine kritische Temperatur (zu kalt zum Einwecken und zu heiß für menschliches Gewebe) und begann kleine Marmeladenlavabröckchen in die Umgebung zu schleudern. Hier half nur noch schnelleres Rühren. Allein – die Rührgeschwindigkeit, die erforderlich ist, um fast kochende Paste vom Bröckchenschleudern abzuhalten muss erst noch erfunden werden. Also rührte ich wie Don Quichote gegen meine Marmeladenpastenwindmühlen an. 

Und mit jedem Bröckchen Marmeladenlava welche meine Haut versengte, zuckte mein Kopf unkontrolliert vor Schmerz. 

Das Schicksal in der Ecke prustete vor Schadenfreude. 

In aller Eile und Hast spachtelte (!) der Hausherr die Masse in die Gläser um noch Schlimmeres zu verhindern. Mit äußerster Not verhinderte er eine Eskalation der beteiligten Parteien.


Nachdem wir diesen, wenn auch kleinen, Sieg errungen hatten, räumten wir das Hagebuttenschlachtfeld auf und säuberten und renovierten die Küche. 

Bitte.

Bitte, bitte, sollte ich jemals wieder auf die Idee kommen, Hagebuttenmarmelade kochen zu wollen, bitte fesselt und knebelt mich und gebt mir Bach und meinetwegen auch Händel zu hören und unbedingt diesen Text zu lesen, auf dass ich mich ERINNERE!

Jetzt muss ich erst einmal zusehen, wie ich dieses Flattern und Zucken wieder loswerde. 

Und morgen schneiden wir uns ein Stück von der Hagebuttenmarmeladenpaste ab und werden diese genüsslich verspeisen.

Und wehe nicht!

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*** Blogging on Demand – das Konzert ***

Weißt Du, sagt der Kronsohn, Du könntest ja mal über den gestrigen Abend bloggen. Über das Konzert, frage ich und versuche den Blick von meinem Strickzeug zu lösen, bei welchem ich gerade mal wieder dabei bin, vier Reihen rückwärts zu stricken.

Ja, über das Konzert, bekräftigt der Sohn und sieht mich erwartungsvoll an. 

Nun ja. Warum eigentlich nicht? 

Also, das Konzert:

*** Schnitt – 10 sich überschlagende Tage später, seufz ***

Öhm, also das Konzert. 

Wir hatten also Karten für das Abschlusskonzert der Festspiele MV in der Konzertkirche Neubrandenburg. Aus mehreren Gründen. Einer davon ist die Neubrandenburger Konzertkirche selbst. Ich sag es Euch –  die Neubrandenburger Konzertkirche MÜSST Ihr erleben!

Jedenfalls stand uns dieses Konzert bevor. Die Musiker der Elbphilharmonie spielen Prokofiew und Schostakowitsch. 

Prokofiew und Schostakowitsch. Oh weh. 

Dazu kam erschwerend, dass der Kronsohn mit den Anfängen einer mittelschweren Erkältung kämpfte und wir außerdem Schmorkohl zum Mittag hatten – womit ich kämpfte. 

Aber wir WOLLTEN das Konzert. 

Also Prokofiew und Schostakowitsch.

Das ist keine leichte Kost. Das sage ich Euch. Deswegen hatte auch der Hausherr mich bereits zum Einhören gezwungen, indem er mich an den Stuhl fesselte und knebelte und mir die beiden Konzerte schon mal vorab vorspielte. – Nein Quatsch – natürlich nicht. Alles war völlig freiwillig und ungeknebelt. Und während zweier Angewöhnungsphasen hatte ich mir auch bereits Strategien überlegt, wie ich das Konzert überstehen könnte. Alle Musikliebhaber mögen mir verzeihen, aber zu den beiden Komponisten fehlte mir der Zugang. 

Und dann setzte das Orchester ein.

Vergessen waren alle Befürchtungen. Ich beobachtete die Musiker, wie sie mit Hingabe spielten, freute mich über die Pianistin, welche völlig in ihrer Aufgabe aufging. Und Sehen und Hören verschmolzen zu einem Erlebnis. Zwischendurch linste ich immer mal rüber zum Kronsohn. Aber auch der ließ kein Anzeichen von Schwäche erkennen. Kein Husten, Niesen, Schnauben. Mustergültig verfolgte er mit seinem Monokular das Konzert. An ihm hätten sich einige andere Konzertbesucher ruhig mal ein Beispiel nehmen können. Ich war so stolz auf ihn!

Und dann war schonnPause. Die Zeit war vergangen wie im Fluge. Prokofjew war überstanden und es war gar nicht schlimm. Um Gegenteil – alles war gut. 

Nach der Pause dann mein persönliches Highlight. In Schostakowitschs 5. Sypmhonie hatte ich mich schon ein bisschen besser eingehört und freute mich folglich darauf. Ich wusste, dass ich einige Stellen wiedererkennen würde  und war gespannt vor Erwartung. Ich wurde nicht enttäuscht. Die zweite Hälfte des Konzertes gefiel mir noch besser als die erste und ich freute mich darüber, dass ich mich auf diese beiden Komponisten eingelassen hatte.  Ganz am Rande überlegte ich, ob auch das Orchester am 2. Teil des Abends mehr Spaß hatte? 

Das allerschönste aber war, dass auch der Kronsohn Gefallen an diesem Abend hatte. Trotz Erkältung genoss er die Musik und war offen für das Neue. 

Sicherlich werden wir Schostakowitschs 5. in Kürze auch wieder auflegen und uns dabei an dieses Konzerterlebnis erinnern. 

Wenn Ihr also mal Gelegenheit habt, Schostakowitschs 5. Symphonie im Konzert zu hören – tut es, lasst Euch darauf ein. Es lohnt sich.

Und ich muss jetzt wieder zurück an mein Strickzeug. 

*** Blogging on demand: 1. Haselnüsse ***

Ich gebe es zu, Haselnüsse knacken ist eine sehr fummelige Angelegenheit. Sogar eine so sehr fummelige Angelegenheit, dass ich diesen Job in den Verantwortungsbereich des Hausherren übergeben habe und nun stattdessen daneben sitze und nach dem Knacken Nüsse und Schalen auseinandersammele. Es ist also Teamwork bei uns.

Auf Nachfrage hin, bat ich den Hausherren, einmal seinen Nussknackgriff fotografieren zu dürfen. Ich durfte. Musste mir aber in diesem Zusammenhang einen mehrstündigen Vortrag anhören, in welchem er erklärte, dass es hierzu enormes Fingerspitzengefühl benötigt, und dass er schließlich schon in vielen Jahren lang enorme Mengen Kilogramm Haselnüsse geknackt hat und dass man diese Fingerfertigkeit nicht nach dem Knacken von 4 Haselnüssen erreicht und dass so ein Nussknacker ja auch quasi ein Musikinstrument sei, welches wie jedes andere Musikinstrument auch jahrelanges Üben erfordere . . . 

An der Stelle habe ich ausgeblendet, weil ich kurz davor war einzuschlafen und mir fast die Kamera aus der Hand fiel. Aber all diese Mühen habe ich für Euch auf mich genommen! Irgendwann war er dann fertig und ich durfte tatsächlich knipsen.

Hier nun das hart erkämpfte Foto:

Es zeigt, dass der Hausherr die Nuss von der Spitze zum Ende hin anknackt und aber diese auch gleichzeitig mit zwei Fingern festhält. 

Ich hoffe, es hilft. Und nun wünsche ich Euch maximale Kampferfolge. 

*** Was schön war ***

Ein wunderbares Spätsommerwochenende mit Schmetterlingen auf Blüten beim Frühstück


Mit nach langer Zeit mal wieder mal selbstgemachter Zebratorte (fast) nach diesem Rezept.


Und schön war, dass wir in der Sonne gefühlt stundenlang regungslos am See sitzen konnten anstatt den Hausputz zu absolvieren.


Schön war auch, dass der Kronsohn mal wieder zu Hause war und wir ein herrlich entspanntes Zusammensein genießen konnten.

Nicht so schön ist allerdings, dass ich mir einfach mal seine Erkältung abgeholt habe und jetzt hier wie ein weichgespülter Jammerlappen vor mich hinrotze. 

*** 12 von 12 im September 2017 ***

Schon wieder 12 von 12. Ey, die letzten waren doch gerade erst vorgestern? Na gut. Vielleicht auch nicht. Ich verkneife mir auch jetzt jeden Kommentar über das Wetter. 

Statt dessen grusele ich mich einfach mal, wie dunkel es schon morgens um Viertel nach Sechs ist.

1.) Grusel


Obwohl – ich sehe ein Lichtstreifen am Horizont. Am östlichen. Es besteht also Hoffnung. Hoffnung besteht auf alle Fälle auf Frühstück und deswegen kommen jetzt erst einmal die Brötchen in den Ofen.

2.) Brötchen 


Erst dann können wir uns unseren Kaffee greifen und unseren Enten bei ihrem morgentlichen Imbiss Gesellschaft leisten. Dabei sitzen die Neuenten und wir IN der Voliere und die Altenten davor.

3.) Enten


Dann können wir uns aber noch gar nicht um unser Frühstück kümmern. Erst müssen wir Haselnüsse sammeln, damit wir nämlich auch ein paar abbekommen. Es ist jedes Jahr ein Wettlauf mit den Mäusen. Der Hausherr schüttelt noch einmal kräftig und heute sind eindeutig wir auf der Gewinnerseite.

4.) Haselnüsse


Die Sammelei zieht sich etwas hin, so dass die Frühstückszeit sehr verknappt wird. Aber egal, wie kurz die Zeit zum Frühstücken ist. Der Hausherr hat ein Blümchen auf den Tisch gestellt.

5.) Blümchen


Das Abräumen überlasse ich dann schon dem Hausherren, während ich mich in’s Bad verabschiede. Dann alles in’s Auto, raus aus dem Haus und rauf auf die Straße und rein in den Stau. Hurra, es gibt eine neue Baustelle in Rostock. Zum Glück ist es nicht zu arg und der Rest der Strecke ist frei. Dadurch komme ich tatsächlich doch noch pünktlich. Dann ist eine halbe Stunde volle Konzentration angesagt. Und viel Gelächter und richtige Töne und welche dicht daneben. 

6.) Saxophon


Anschließend einen superfixen Abstecher in das Kaufhaus. Ich benötige eine Schneiderschere zum Stoffschneiden. Denn wie ich letzte Woche gelernt habe, habe ich dazu bisher immer eine Papierschere benutzt. Nun – das erklärte einiges. Deswegen jetzt: 

7.) Kaufhaus


Dann noch ganz, ganz schnell in den Baumarkt (ohne Foto weil geheim) und dann nach Hause. Ich koche Nudeln mit Tomatensoße aus ganz viel frischen, eigenen Tomaten.

8.) Tomatenschnipsel


9.) Verdauungskoma – was soll ich groß drumherum reden.


Aber dann! Dann gehe ich in mein Lieblingsbüro und beim aktuellen Checkin stelle ich fest, dass ich heute erst einen (ich wiederhole: EINEN!) Kaffee getrunken habe. Nun, das erklärt meine akute Entcoffeinierung. Aber dem kann abgeholfen werden. Also gibt es Kaffee.

10.) Kaffee


Als ich mit der erreichten Arbeit im Büro zufrieden bin, sind die Neuenten an der Reihe. Zwecks Vertrauenstherapie nehme ich mir auch mein Strickzeug mit – zur Zeit stricke ich gerade mal wieder vorwärts. Bevor ich aber anfangen kann zu stricken löse ich erst noch ein Rätsel. Ich weiß jetzt nämlich, wer immer auf unsere Stühle kackt. 

11.) Enten


Als nach der Fütterung sowohl die Neu- als auch die Altenten zufrieden sind, ziehe ich mich wieder in den Bastelkeller zurück. Hier natürlich wegen der Heimlichkeit auch kein Foto. Logisch. 

21:30 bin ich dann soweit fertig (im Sinne von erledigt), dass ich mich ins Wohnzimmer auf die Couch plumpsen lasse für ein paar abschließende Strickreihen, während mir bis zur Bettzeit Marc-Uwe Kling aus den Känguruh-Chroniken vorließt.

12.) Stricken


Das war also mein Tag in Bildern. Danke für’s Reinschauen. Noch viel mehr bebilderte Tagesabläufe sammelt wie immer die liebe Caro.

*** WMDEDGT 2017-09-05 ***

Was mache ich eigentlich so den ganzen Tag? Das frage ich mich gelegentlich. Ihr Euch vielleicht auch.

Hier ist die Antwort.

Ich fange morgens mit Aufstehen an. Unter der Woche zwingt mich der Wecker 06:15 aus dem Bett. Auch wenn ich ihn häufig über eine zähe und langwierige snoozediskussion  auf 06:30 verhandele (Maximal!), heute geht das nicht. Denn heute ist Saxophonunterricht angesagt. Ich muss also pünktlich vom Hof. Also muss ich auch pünktlich aus dem Bett. Also jetzt. Brummelgrummel.

Folglich schlurfe ich in’s Bad und nach einer herrlich erfrischenden Kaltwasseranwendung im Gesicht kommt auch Leben in meinen Körper. Dann bewege ich mich in die Küche, wo der Hausherr zum Glück bereits den Kaffee fertig hat.

Nach dem Kaffee gibt es Frühstück draußen im Garten. Wir müssen das Wetter nutzen solange es nicht regnet. Also warm anziehen und raus. Und nicht lange dallern – wir haben einen Plan. Aber es ist ohnehin zu kalt, um lange zu sitzen. Und das Anfang September. Soviel zum Thema ‚Goldener Herbst‘. Orrr.

Schnell Hühner füttern und putzen immer mit der Uhr im Blick – wir wollen doch nicht am ersten Unterrichtstag nach den Ferien zu spät kommen? Wollen wir nicht – oder?

Dann noch Zähne putzen, Altglas in’s Auto, Saxophon und Noten nicht vergessen. Uuund ab!

Was soll ich sagen? Ich bin tatsächlich pünktlich. Tadaaa. Das war dann aber auch schon fertig mit schön. Wir decken jetzt gnädig den Mantel des Vergessens über diese erste Unterrichtsstunde nach 6 Wochen, denn wie wir alle wissen: Ferien sind Ferien sind Ferien. Und in den Ferien üben verstößt gegen das Urlaubsgesetz.

Zum Glück ist meine Saxophonlehrerin eine der lockersten und wir lachen trotzdem viel und irgendwann ist der Unterricht auch vorbei. Dann huschhusch ganz kurz in den Bioladen. Auf meinem Einkaufszettel stehen zwar nur drei Dinge, aber wiederholtes ‚Achdasbrauchenwirjaauchnoch‘ führt dazu, dass ich 70 Euronen an der Kasse lasse und dafür eine volle Papiertragetasche in’s Auto wuchte.

Zu Haus angekommen gibt es aufgewärmte Bohnen (in der Pfanne angebraten nomnomnom) mit aufgewärmten Stampfkartoffeln (Mikrowelle) und aufgewärmten Kloppsen (Pfanne).

Und dann, dann verläßt der Hausherr den Hof. Für länger. Nämlich über Nacht. Ich habe also STURMFREI!

Blöderweise habe ich jetzt Kopfschmerzen. Das passt ja vielleicht sowas von gar nicht. Grmpf. Also ersteinmal eine Tablette und ab auf die Couch. Eine halbe Stunde später sind die Kopfechmerzen zwar nicht weg aber so im Hintergrund, dass ich diese ignorieren kann. Also ab ins Büro. Im Büro plätschert der Alltagskram so vor sich hin. Nichts, was näher erwähnt werden müsste.

Zur späten Kaffeezeit dann eine Pflicht. Eingewöhnungsanwesenheit bei den neuen Enten. Ich sitze also in der Voliere und demonstriere ausgiebig Harmlosigkeit. Damit mir nicht langweilig wird habe ich Strickzeug dabei. Strickzeug ist ein gutes Stichwort. Ich ließ mich vor einiger Zeit tatsächlich hinreißen, dem Hausherren zu versprechen, ihm zu Weihnachten einen selbstgestrickten Pullover zu schenken. Nun gut. Ich hatte zwar genug Selbstbeherrschung um kein konkretes Jahr zu nennen. Aber besser ist, man fängt rechtzeitig an. Unglücklicherweise habe ich mich für ein Muster mit Herausforderung entschieden. Und so (deshalb erzähle ich das alles) kommt es, dass ich gerade dabei bin vier Reihen rückwärts zu stricken, weil ich eine halbe Reihe lang die Zöpfe verkehrtherum gestrickt habe. Fragt nicht! Also stricke ich rückwärts an meiner neuen never ending story.

Als auch das geschafft ist, Strickwerk korrigiert und bereit für vorwärtsstrick und Enten beruhigt, habe ich endlich, endlich Zeit für das, was mir für meine sturmfreie Zeit wirklich am Herzen lag.

Endlich. Denn eine Frau muss tun, was eine Frau tun muss und was sie nur tun kann, wenn der Mann nicht im Hause ist. Ihr kennt ja alle das Sprichwort von den Katzen und den Mäusen und aus dem Haus und auf den Tisch.

Endlich ist meine Zeit. Da ich aber weiß, dass in diesem Blog sowohl der Hausherr als auch der Kronsohn gelegentlich mitlesen, muss dieses Kapitel mein Geheimnis bleiben. Nur soviel: Der Arbeitskeller des Hausherren ist je DER HAMMER! Alles da und alles ordentlich sortiert. Es.Ist.So.Toll! Hach.

*Zeitsprung*

Zwei Stunden und eine Handvoll Erfahrungen später mag ich dann aber auch nicht mehr. Schnell aufräumen und saubermachen. Heimlich soll auch heimlich bleiben.

Jetzt ist es dann auch schon 22:00 und wenn das normalerweise Bettgehzeit ist, funktioniert das heute nicht. Ich bin so aufgekratzt, ich muss dringend noch 2,3,4 Reihen stricken. Und zwar vorwärts! Aber dann ist auch bei mir Nachtruhe und das Licht geht aus und die Augen zu.

Damit ich morgen für einen neuen Tag fit und bereit bin.

Das war also mein Tag. Und Ihr so? Habt Ihr Euren Tag auch so schön aufgeschrieben und bei Frau Brüllen (die das netterweise alles sammelt) verlinkt? Nein? Dann aber nix wie los.