*** WMDEDGT 2016-12-05 ***

Als ich das erste Mal wach bin ist es draußen noch stockdunkel. Es ist 03:00 und meine Nase ist verstopft. Na toll. Mit Schnauben, Schniefen und Putzen halte ich mich und den Hausherren eine Weile wach. Und endlich schlafe ich wieder ein.

Der Wecker klingelt dann 06:30. Watt mutt datt mutt – ich tapere ins Bad. Irgendwann im Verlaufe der Waschprozedur wache ich auch ein bisschen auf. 

Dann geht es in die Küche, wo der Hausherr schon das Kaffeewasser aufgesetzt hat und weiter in den Keller um das Holz für den Ofen zu holen. Anschließend spiele ich Holzscheittetris im Kachelofen. Passt, passt nicht, drehen, wechseln, passt, passt nicht, drehen . . . 

Als das Feuer dann endlich knistert genieße ich meinen Kaffee nebenher. Das Koffein pulst durch meine Adern und öffnet meine Augen endgültig. Nun ist das Frühstück vorzubereiten und es ist heute Müslitag. Das bedeutet Apfel reiben und Trockenfrüchte schnippeln. Dann darf das gesunde Kunstwerk verspeist werden.

Anschließend versorge ich das Hühnerpack mit Futter und entkacke den Stall. Und nein, ich möchte über die Vogelgrippe BITTE . NICHT . REDEN!

Zwischenzeitlich hat der Hausherr den Hof verlassen. Er wird erst heute abend wiederkommen. Das gibt mir Gelegenheit, mal ein bisschen privathobbyfaxen ähem ordentlich was im Büro zu schaffen. Ich versorge mich mit Tee, Lebkuchen, Lebkuchen und Lebkuchen und fahre den Rechner hoch. Während dieser sich müht schreibe ich schon mal (handschriftlich!) in meinen (papiernen!) Kalender, was heute alles zu tun ist. Die Liste wird länger – und länger – und länger. Mein Gesicht auch. Aber was solls – einfach anfangen ist die Devise. Ein wenig trauere ich meinen Freizeitphantasien hinterher, während ich den ersten Ordner öffne . . . 

Gegen 13:00 beschließe ich, dass es Zeit für die Mittagspause ist. Auf dem Plan steht ‚Suppe‘. Na toll, was nutzt mir das, wenn der Hausherr nicht da ist und keine echte Suppe auf dem Herd steht? Aber ich bin ja ein bisschen schlau. Ich hole mir ein Glas Tomatensaft aus dem Keller und erhitze den Saft unter Zugabe von Salz und Gewürzen. Not macht halt erfinderisch  genügsam. Und wenn man darin noch ein altbackenes Brötchen einweicht (weil keine verdammten Nudeln im Kühlschrank sind) und Parmesan drüber kippt, dann ist es auch gar nicht mal sooo schlecht.

Der Nachmittag im Büro ist wie der Vormittag im Büro. Ich kann einen Haken nach dem anderen machen – nur zwei Sachen schiebe ich auf den nächsten Tag. Geht doch. 

Dann habe ich vor dem Abendbrot tatsächlich noch Zeit für mein Saxophon. Hier gibt es leider eine kleine Motivationshürde. Es ist nämlich wirklich gar nicht so ganz leicht, ein Stück einzuüben, welches man noch nie vorher gehört hat. Und dann außerdem auch noch die zweite Stimme spielen soll. Und ich bin nun mal eine Spätmusizierende. Ein wenig experimentiere ich vor mich hin – aber weder ‚Värmeland‘ noch ‚Sylvian Joululaulu‘ offenbaren eine zugängliche Seite – und gebe dann trotzig auf. Spiele ich halt die Lieder aus den Vorjahren. Die kann ich wenigstens schon ein bisschen . . . 

Leise wimmernd ergeben sich ‚Leise rieselt der Schnee‘ und ‚Stille Nacht‘ . . . 

Dann ist der Hausherr da und beginnt quasi sofort mit den Abendbrotvorbereitungen. Aus Gründen wünscht er sich dringend eine Suppe. Er kreiert aus dem Kühlschrank eine Tomaten-Gurken-Pilzsuppe. Ich weiche mir ein altbackenes Brötchen darin ein und tue Parmesan drüber . . . 

Den restlichen Abend verbringe ich im Sessel am warmen Ofen. Und während ich den Blogbeitrag schreibe finde ich heraus, wie ich auch auf der mobilen WordPressvariation auf meinem Spielophon durchgestrichenen Text erzeugen kann.

Wieder was gelernt heute. Es war also ein guter Tag. Und jetzt gibt es noch eine Weinschorle aus selbstgemachtem schwarzen Johannisbeerwein – aus selbstgepflückten Johannisbeeren aus dem eigenen Garten. Da habe ich mitten im Dezember doch tatsächlich einen schönen Sommer auf der Zunge.

Prost und gute Nacht.

Ach so, bevor ich das vergesse – ganz viele Tagebuchblogger versammeln sich bei Frau Brüllen, da könntet Ihr ja vielleicht auch noch gucken?

🙂

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