*** Käsefüße ***

Nein, es geht hier jetzt nicht um Körperhygiene. Es wird wesentlich leckerer. Sie brauchen also nicht panisch weiterklicken. Es bleibt angenehm. 

Glücklicherweise ist es nämlich so, dass man in diesem Internetz nicht nur grässliches sondern auch jede Menge schönes Zeugs findet. 

Aber gehen wir zeitlich ein kleines Stück zurück . . . 

Weißt Du, Frau, sprach der Hausherr (zum wiederholten Male), es wäre schön, wenn man so abends zum Gläschen Wein etwas ganz kleines, ganz leichtes zum knabbern hätte. 

Der Grund, warum bei diesem Satz bisher immer meine beiden Ohren zum Einsatz kamen (eines für rein und das andere für raus) war ganz einfach der, dass ich wusste, ich bräuchte dem Hausherren nicht mit irgendwelchen gekauften Wasauchimmer kommen. Es sollte doch bitte selbstgemacht sein. Und bio und lecker und am besten ohne Kalorien. So weit so gut und so realitätsfern. Deshalb kamen also regelmäßig meine zwei Ohren zum Einsatz. 

Allerdings ist der Hausherr nicht umsonst schon seit – ähem – Millionen von Jahren mit mir verheiratet. Da er mich folglich schon ziemlich gut kennt wusste er, er brauchte diese Anforderung nur häufig genug wiederholen und irgendwann würde der stete Tropfen den Stein schon höhlen.

Seufz.

Und dann rettete mich ganz schlicht und ergreifend das große weite Internet. Und zwar als ich glücklicherweise mal wieder auf Wolframs Seite landete. Und da war sie. Die Idee, nach der ich solange gesucht hatte. Da waren sie. Die Käsefüße

Umgehend befreite ich meine (immer vorrätigen) Blätterteigscheiben aus dem Frost und rieb mir voller Vorfreude die Hände.

Und stutzte. Und zögerte. Und fluchte. 

VERDAMMT! Ich hatte keine Großmutter von der ich mir einen Fußformausstecher borgen konnte.

Aber ich wäre ja schließlich nun mal nicht da wo ich jetzt bin, wenn ich mir nicht zu helfen wüsste.

Da der Hausherr begeisterter Angler ist habe ich selbstverständlich eine Fischform als Ausstecher. Tadaaa – Problem gelöst.

Obwohl – nicht ganz. Das Verwenden einer Ausstechform führt ja zu heftig vielen unausstechbaren Resten. Das befand ich für hinreichend doof um auf die Verwendung der Ausstechform zu verzichten. Ich vermanschte die bereits entstandenen Reste zu irgendwelchen Pseudovierecken und entschied mich für den restlichen Teig für die praktische Rautenform.

Und ich entschied mich gegen Käse. Auch wenn ich die Nullkalorienrichtlinie bereits verpeilt hatte (Blätterteig – hahaa-haaa) so musste ich ja nicht auch noch Käse drauf tun. Ich probierte stattdessen Salz, Pfeffer und italienische Kräutermischung.

  
Beim Backen musste ich im Gegensatz zu Wolfram die Backzeit erheblich reduzieren und erhielt trotzdem knusprige Schmackerli.

  
Wenn man diese dann auch noch  hübsch auf einem Teller anrichtet, sehen die ja gleich noch einmal so lecker aus.

  
Da ich außerdem dem Hausherren das Vorhandensein von Kalorien in diesem Naschwerk einfach verschwieg (und er so tat, als ob er nicht von selber drauf kommen würde) fanden wir die Nascherei einfach super gelungen.

Ganz konkret fanden wir sie sogar so super gelungen, dass es diese am folgenden Abend gleich noch einmal gab – als Naschereibewirtung unserer Gäste. 

  
Als ich dann für Euch den letzten verbliebenen Nichtkäsefuß fotografieren wollte, griff der Hausherr zu steckte sich diesen einfach in den Mund. Da konte ich für Euch bloß noch den leeren Teller fotografieren. So kann’s kommen.

  
Danke an Wolfram für diese tolle Idee!

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2 Antworten zu “*** Käsefüße ***

  1. Bitteschön, gern geschehen!
    Mit meiner ausgeliehenen Fußform ist es übrigens so, dass da gar nicht viel Teig übrig bleibt, wenn man die Form immer wieder um 180° dreht. Und den Restteig habe ich (wohlwissend, dass dabei nichts gescheites herauskommen kann) zusammen geknetet und nochmal ausgestochen. Ist dann zwar nicht aufgegangen, hat aber trotzdem geschmeckt.
    Das mit der Backzeit mag an meinem Backofen liegen; der ist etwas schwach auf der Brust. Ich backe halt immer so lang, bis das Zeugs fertig ist …