*** Mysterium ***

Vielleicht ist es ein Mysterium.

Vielleicht ist es aber auch eine Verschwörung?

Ich kann es mir nicht erklären.

Jeden Tag schaue ich in den Spiegel. Und jeden Tag zeigt mir der Spiegel das gleiche Bild. Ich sehe so aus wie am Vortag.

O.k. – manchmal sind die Haare etwas mehr, manchmal etwas weniger strubbelig. Oder die Ringe unter den Augen, je nach Insbettgehzeit der letzten Tage dunkler oder heller. Manchmal bin ich verschnupft – manchmal ist es auch nur eine Allergie.

Aber das bin immer ich, die mich da aus dem Spiegel anschaut.

So wie am Tag davor.

Und davor.

Und davor.

Absolut sicher!

Wo also ist dieses kleine, freundlich-niedliche blondgelockte äh -geschopfte Wesen, welches gerade eingeschult wurde, hin verschwunden?
Dieses  kleine, freundlich-niedliche blondgelockte äh -geschopfte Wesen, welches  auch jetzt nach Jahren unverändert blond, freundlich, nett mit ihrem Kuscheltier unterwegs ist (siehe Avatar).

Irgendetwas stimmt hier nicht.

Ich hatte doch gerade gestern erst mein Studium beendet. Und ganz kurz davor mein Abitur in der Tasche. Und nur einen Wimpernschlag davor hatte ich Jugendweihe!

Wer hat mir in meinen Alben all die Fotos von einer lebenslustigen jungen Frau untergeschoben?

Und wer ist die alte Frau, die sie statt dessen jeden Morgen im Spiegel anschaut?

Warum wird jetzt nicht mehr für die Schwester ihrer Mutter gehalten, sondern für die Mutter  ihrer Schwestern?

Fragen über Fragen.

Vielleicht bin ich ja hier einem großen Fehler in der Matrix auf der Spur? 

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2 Antworten zu “*** Mysterium ***

  1. „Und jeden Tag zeigt mir der Spiegel das gleiche Bild. Ich sehe so aus wie am Vortag.“ – Es gab mal einen Blogger, den MC Winkel, der postete eine Zeit lang jeden Tag ein Spiegelselfie. Zu einer Zeit, als es noch gar keine Smartphones und Selfies gab. Und er sah jeden Tag mehr oder weniger gleich aus auf all diesen kleinen Fotos.
    Wie er jetzt aussieht, Jahre später, weiß ich nicht. Sein Blog whudat.de gibt es noch immer, ist aber was ganz anderes geworden mit der Zeit. Wahrscheinlich aber fallen ihm inzwischen auch die Haare aus und man würde ihn nicht sofort wiedererkennen im Vergleich zu vor gut zehn Jahren.

    Ich befürchte, das Matrix-Problem haben wir alle. Auch wenn die Leut auf den Klassentreffen sagen: Mensch, ey, Du hast Dich überhaupt nicht verändert!
    Natürlich verändern wir uns. Und wenn ich meinen Vater ansehe mit seinen gut achtzig Jahren, weiß ich auch, wie ich in dreißig Jahren aussehen werde.

    Macht aber nix, oder? – Solange man sich in seiner jeweiligen Haut gut fühlt?

    • Stimmt schon – aber manchmal fällt es eben ein klitzekleines bisschen schwerer . . .
      Im Grunde passt es aber schon, so wie Du es sagst.

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