*** Der Wahnsinn hat Methode ***

Es ist, wie es ist.

Gerade gestern weinte sich mein Saxophonlehrer wieder durch die Übungsstunde, als ich versuchte, den armen und wehrlosen Noten diverser Weihnachtslieder Leben einzuhauchen.

Heute nun übte ich ohne ihn äußerst tapfer eine halbe Stunde weiter.

Anschließend wollte ich dem Hausherren meine Fortschritte präsentieren –

Ha!

– allein, ich fand ihn nicht. Nun, zumindest nicht sofort. Nach längerem Suchen fand ich ihn im Keller. Das ist die maximal mögliche Entfernung zu meinem Saxophonübungsraum.

Und sein gequälter Blick sprach Bände. Kurzentschlossen änderte ich meinen ursprünglichen Plan und verkündete ihm, er könne jetzt wieder ins Wohnzimmer kommen, ich wäre nämlich fertig mit dem Quälen des Saxophons.

Es ist doch erstaunlich, wie man mit solch kleinen Gesten eine so große Freude auslösen kann.

. . .

Moooment!

Das bringt mich auf eine Idee.

Das hat Potential.

Ich könnte, wenn ich meinen gewünschten Herzschmerzliebesschnulzenschmalzfilm im Fernsehen nicht sehen darf – zack – einfach das Saxophon herausholen.

Ha!

Oder wenn er nicht mit mir ins Kino fahren will – na gut – dann übe ich eben Saxophon stattdessen.

Ha!

Oder ich könnte nach einer Erhöhung des Haushaltsgeldes fragen. Und wenn die nicht bewilligt wird – zack – hole ich das Saxophon heraus!

Ha!

Vom Leben lernen heißt siegen lernen.

Und jetzt entschuldigt mich bitte. Ich muss ein wenig Saxophon spielen . . .

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