*** WMDEDGT 05.12.2015 ***

Frau Brüllen fragt, und ich antworte:

Es ist Samstag früh und ich werde von einem ‚Tap-tap-tap‘ geweckt. Kurz darauf wird mein Bettdeck angehoben und ein Paar eiseskalte Füße drängeln sich zu mir. Hmmm.
Auf Nachfrage, wie spät es wäre, wird mir ‚7 Uhr‘ beschieden und da ich ja nun ganz offensichtlich wach bin (sonst hätte ich ja nicht reden können) hört der Kronsohn gar nicht auf zu reden, erzählt voller Aufregung von seinen heutigen Plänen und dass er geträumt hätte, alles würde schief gehen . . . und redet . . . und redet . . . und . . .

Irgendwann gegen halb acht befehle ich ihn aus dem Bett, er möge doch bitte die Sonntagsbrötchen in den Backofen tun, die er gestern Abend vorbereitet hat. Aber schlafen kann ich dann auch nicht mehr – ich denke an unseren voll verplanten Tag, der eigentlich nur konsequent abgearbeitet werden kann.

Also raus aus dem Bett, Ofen einheizen, Frühstück machen, Frühstück essen, Hühner füttern, Zahnputztest mit dem Kronsohn, Haare waschen, Mittag machen, Mittag essen und los!

Erstes Ziel heute: Rostock. Und dort: St. Nikolai. Der Kronsohn hat den verantwortlichen Pastor dort so lange genervt bearbeitet gebeten, bis der ihm für heute eine Sondergenehmigung für einen Glockentest gegeben hat. Also dürfen wir hoch in den Turm und jede Glocke einzeln läuten. Der Kronsohn nimmt auf. Dann abschließend noch ein Dreiergeläut und das Glück des Kronsohnes ist vollkommen. (Also wenn Sie sich gewundert haben, über das Läuten von St. Nikolai am Samstag – das waren wir.)

Anschließend noch ein winzig kleines Kaffeekränzchen mit der Kirchenmitarbeiterin, die dieses Läuten begleitet hat. Der Kronsohn hat extra Kekse gekauft und mich Kaffee kochen lassen . . . Während dieses Gespräches bekommen wir eine wichtige Information zu einem möglichen Praktikumsplatz für den Kronsohn. Das klingt alles fast prima, wenn damit nicht verbunden wäre, dass wir einmal über den gesamten Weihnachtsmarkt laufen müssten. Ich sage das noch einmal, ganz langsam und deutlich zum Verstehen: Am SAMSTAG NACHMITTAG einmal über den WEIHNACHTSMARKT. (Nur zur Info: Im Radio liefen bereits Warnmeldungen, man möchte bitte nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommen – die Stadt wäre VOLL!)

Egal, was sein muss, das muss sein. Allerdings schummelten wir ein bisschen und versuchten, den Markt an sich zu meiden, indem wir die Parallelstraßen entlangliefen. Naja – schön ist anders. Aber wir schafften es im Café Kloster die erforderlichen Informationen zu bekommen. Dann in schweißtreibendem Tempo zurück. Wir liegen bereits eine halbe Stunde hinter Plan.

Dann mit dem Auto raus aus Rostock Richtung Großeltern mit nur einem Zwischenstopp – der Kronsohn braucht neue Winterschuhe. Glücklicherweise ist noch kein Winter, deshalb bekommen wir noch Schuhe. Uff. Jetzt aber los, die Großeltern und Schwester mit Sohn warten schon. Der Kronsohn informiert per Handy über unser aktuelles Vorankommen.

Endlich angekommen (45 Minuten später als geplant) werden wir sehnsüchtig erwartet, haben aber noch kurz Zeit zum frisch machen, dann mummeln wir uns an und gehen zum – na? – völlig klar – zum Weihnachtsmarkt. Aber zu einem kleinen feinen gemütlichen Weihnachtsmarkt. Ohne Drängeln, schubsen und überfüllte Buden. Wir testen verschiedene Glühweinstände, die Mutzen und die Currywurst und amüsieren uns königlich.

Da der Mensch aber auch was Anständiges essen muss gehen wir heim zu den Großeltern und dort gibt es handfestes Abendbrot und einen Weihnachtsfilm für’s Kind für alle. Gegen 10:00 fällt der Kronsohn völlig erschossen in‘s Bett und wir Erwachsene haben noch ein wenig Zeit für Erwachsenengespräche.

Und irgendwann ganz spät – oder ist es doch schon wieder ganz früh? – gehen auch wir ins Bett.

Das war ein aufregender Tag.

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