*** Nougatsahnetortensünde ***

Pünktlich zum Wochenende. Ich höre quasi bis hierher Euer erleichtertes Aufatmen. Jajaja, sie hat es gerade noch rechtzeitig geschafft.

So, denn mal noch schnell zum Supermarkt Eures Vertrauens und folgende Dinge eingekauft:

Zucker; Mehl, Weinsteinbackpulver (bitte, bitte, bitte nehmt unbedingt Weinsteinbackpulver – das schmeckt um LÄNGEN besser als das normale Natronzeugs. *schwör*), Sonnenblumenöl, Eier, Mohnback, Nussmehl, Schlagsahne, Sahnesteif und (natürlich) Nougat (das zum Backen, aus der Backzutatenabteilung).

Alles fertig eingekauft und nett auf der Küchenarbeitsplatte angerichtet? Sehr schön.

Wir beginnen mit der Vorbereitung der Nougatschicht. Jaaa, ich weiß, die kommt als letztes obendrauf, aber die muss eine Nacht kalt im Kühlschrank stehen, also fangen wir damit an. Alles klar?

Ihr tut also 500 ml Schlagsahne (jaaa – so viel!) in einen Topf und schneidet Eure Nougatmasse (handelsübliche Abpackung derzeit 250g – oder so?) in Stückchen in die Schlagsahne, erwärmt alles langsam und vorsichtig und löst den Nougatanteil auf. Wenn die Nougatmasse komplett geschmolzen ist, nehmt Ihr einen Pürierstab und ödelt diese Masse gründlich 5 Minuten (!) durch. Ziel ist hier eine anständige Homogenisierung.

Geschafft? Dann nehmt Ihr jetzt den Finger aus der Masse, na gut, einmal ablecken noch, aber dann ist Schluss, und stellt diese in den Kühlschrank. Für 12 Stunden. (Ihr seid selber schuld, wenn morgen nix mehr davon da ist, das wisst Ihr schon – ja?)

Eure Entscheidung. Zur Not macht Ihr das ganze eben noch einmal – bis Ihr keine Nougatmasse mehr sehen könnt.

Auf alle Fälle kümmern wir uns jetzt dann um den Boden. Und fangen wieder von hinten an, nämlich Backofen leerräumen bis auf ein Gitterrost in der mittleren Schiene und vorheizen auf 160 °C Umluft. Ach, und wo wir gerade beim Vorbereiten sind, bereitet bitte eine runde Kuchenbackform (Durchmesser 28 cm) vor. Ich persönlich nehme für diesen Kuchen ja sehr gerne Backpapier, denn er suppt ein bisschen beim Backen. Und bestimmt hat wieder keiner Lust hinterher den Backofen zu putzen.

Sehr schön, wie Ihr das macht.

Nun trennt Ihr 4 Eier in Gelb und Weiß. Das Eiweiß schön steif schlagen und beiseite stellen. Neue Schüssel nehmen.

Wie jetzt, Ihr habt keine zweite saubere, leere Schüssel. Also bitte.

So, die 4 Eigelb in einer neuen, sauberen Schüssel schön cremig aufschlagen.

Noch cremiger!

Ey kommt, da geht noch was.

Na gut.

Jetzt tut Ihr eine knappe (!) Tasse Zucker dazu. (Zucker ist gar nicht so gesund, wisst Ihr? Also eine eher sehr knappe Tasse) Und wieder schön cremig rühren.

*Update: Ich rede hier von meiner europäisch standardisierten Kaffeetasse mit einem maximalen Fassungsvermögen von 150 ml. Da stimmen und passen die Mengenverhältnisse.*

Dazu 1 Tasse Sonnenblumenöl. Anschließend 1 Packung Mohnback.

Dann mixt Ihr 1 sehr knappe Tasse Mehl mit einem halben Päckchen Weinsteinbackpulver. Ich sagte WEINSTEINBACKPULVER! *dammichnochmal* und 1 Tasse Nussmehl. Und die Tasse Nussmehl darf auch gerne gehäuft sein. (Ich persönlich nehme Haselnussmehl.)

Einmal zügig aber schön verrühren und jetzt fix aber gründlich den Eischnee unterheben und die gesamte Masse in die Backform und ab damit in den Backofen.

Bei 160 °C Umluft solltet Ihr nach 30 Minuten schon mal gucken, das ist ofenabhängig. Genau, die Stäbchenprobe wollte ich auch gerade vorschlagen. Ich sehe, Ihr seid Backprofis.

Nach dem Backen mit einem Geschirrtuch abdecken und auskühlen lassen und dann warten, bis die Nougatsahnemischung draufkann. (Kleiner Tipp: Ich bereite ja persönlich sehr gerne die Nougatmasse am Abend vorher zu und backe erst am nächsten Vormittag. Dann brauche ich den Kuchen nur auskühlen lassen und kann schon die Sahne drauf tun.)

Also, am nächsten Morgen (oder wenn der Kuchen ausreichend kalt ist und die Nougatsahne 12 h Ruhezeit hatte) schlagt Ihr die Nougatsahne ganz normal wie Schlagsahne steif. Erst anschlagen, dann Sahnesteif dazu und dann ordentlich steif schlagen.

Nein, das reicht noch nicht, sie darf nicht mehr vom Löffel fluppen. Richtig steif bitte!

Genau!

Und jetzt könnt Ihr Euer Konditorenkönnen beweisen und Euer Tortenboden anständig mit der Creme – ähem, wie nennt man das? – beschmieren? Dekorieren? Verputzen? Wie auch immer. Ihr pappt einfach die ganze Nougat-Sahne-Creme an Euren Tortenboden (Hey, da ist ja schon wieder der Finger drin in der Creme, sowas.)

Fertig?

Dann müsst Ihr jetzt noch ein bisschen Geduld beweisen und das Ganze ein paar Stunden zum Festwerden und Setzen stehen lassen. Aber ich denke, nach 2 – 3 Stunden kann man schon mal gucken.

Ach ja, und wenn dann alles fertig ist und angeschnitten, kurze E-Mail an mich, dann kriegt Ihr meine Adresse. Damit Ihr wisst, wo Ihr das sündhaft leckere Zeug hinschicken sollt.

  

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7 Antworten zu “*** Nougatsahnetortensünde ***

  1. Sehr coole Rezeptbeschreibung. Ich hab meine Freude beim Lesen gehabt. Wegen der bösen Kalorientierchen, die darin wohnen, werde ich wohl besser nicht nachbacken.
    Vermutlich scheitere ich aber auch schon an der Größenangabe “ Tasse“. Da hat der tonarische Haushalt nämlich eine große Schwankungsbreite zu bieten. Die Lieblingstasse mit der Lady Liberty drauf fasst nämlich fast 500 ml. 😉

    • Frau Spätlese

      Ah – ok. Also, das ist eim guter Tipp. Ich korrigiere also den Beitrag noch einmal um die Tassengröße.
      Tja, und wegen dem Nichtnachbacken – da entgeht Dir was. 😉

  2. Oh, irgendwann, wenn wieder die Zeit daherkommt, in der sowieso keiner mehr auf die Figur achtet, werde ich das nachbacken. Weihnachten vielleicht? *grübel* Das sieht ja so was von lecker aus. Ich greife mir dann mal schnell das Rezept und backe später, kosten würde ich am liebsten gleich 😉
    Heute habe ich gerade Chutney gemacht – auch nicht unlecker 😉
    Liebe Grüße von der Silberdistel

  3. Vielen Dank fürs Rezept-veröffentlichen. Ich weiß nur nicht, was mohnback ist. Aber das finde ich sicher auch in der backabteilung. Liebe grüsse

    • Frau Spätlese

      Nicht schlimm.
      Es heißt ‚Mohn Back‘, ist von Dr. Oetker und ist eine ‚backfertige Mohnfüllung‘. (Kann es auch als Hausmarke des jeweiligen Supermarktes geben.)
      Und ja, Du hast Recht – Du findest es in der Backwarenabteilung!
      Viel Erfolg beim Nachbacken! 👍🏻