*** Die Nützlichkeit von Dramen ***

Das Leben ist nicht leicht. Manche Herausforderung entpuppt sich als harte Nuss. Und dann gibt einem das Leben plötzlich eine Zitrone. 

Furchtbar. Alles.

Aber.

Es gibt nämlich immer ein Aber!

Beginnen wir aber mit dem Drama, der harten Nuss, der Zitrone. 

Ich betrat das Haus, in welchem ich den Kronsohn bei der Erfüllung seiner Pflicht (Facharbeit – ich erwähnte es bereits) wähnte, und brüllte einen herzlichen Willkommensgruß in die obere Etage: ‚Bin wieder da, Schatz. Alles in Ordnung?‘ Und ging meiner Wege in Richtung Küche. Auf eine Antwort brauchte ich nicht warten. Es war immer alles in bester Ordnung. Immer. Und Alles.

Aber.

Aber nicht jetzt. 

Zerknirscht kam der Kronsohn die Treppe herunter und fragte tatsächlich, ob ich seinen schwarzen USB-Stick hätte. Den mit der Facharbeit drauf. Der wäre nämlich weg und er könnte gar nicht arbeiten. 

Wtf?

Den hätten wir natürlich NICHT! Beschied ich ihm. Der könne nur in seinem Zimmer sein. 

Ein kurzer Rundblick im Wohnzimmer (und an den üblichen verdächtigen Stellen) bestärkte mich in meiner Sicherheit. Der USB-Stick konnte sich nur im Zimmer des Kronsohnes befinden. Ich war somit raus. 

Allein, das glaubte der Kronsohn nicht. Er schwor (Stein und Bein), dass der Stick auf GAR KEINEN Fall in seinem Zimmer wäre.

Nun je. 

Ich kenne das Zimmer meines Sohnes. Und ich kenne meinen Sohn. Es blieb mir keine Wahl. Ich musste es tun. So leid es mir tat. Ich sprach die magischen Worte: ‚Tja, Schatz, dann musst Du wohl Dein Zimmer aufräumen, um den Stick zu finden.‘

Da er offensichtlich ganz plötzlich an schwerwiegendem akutem Hörverlust litt und glaubte, mir ginge es ähnlich, wurde die anschließende Unterhaltung in erhöhter Dezibelzahl gehalten, führte aber nichts desto trotz zu dem von mir gewünschten Ergebnis. Der Kronsohn MUSSTE sein Zimmer aufräumen. 

Um ihm dieses zu erleichtern, zerrte ich sämtliche Sachen AUS Schubläden und Schrankfächern heraus, damit er nur noch alles an den richtigen Platz zurücklegen brauchte. 

Ganz einfach und logisch. 

Allein – er fand den Stick nicht. 

Auch in diesem, nach Stunden nun aufgeräumten Zimmer war kein Stick zu finden. Ich kam ins Schwanken und durchsuchte erneut unser Wohnzimmer. Aber: Nichts. Kein Stick. (Natürlich nicht!) 

Deprimiert gingen wir in das Zimmer des Kronsohnes. 

Dann würde er halt mühsam den letzten ausgedruckten Stand eintippen müssen. Er hätte zwar zwei Tage verloren, könnte es aber immer noch in diesen Osterferien schaffen. 

Ich griff zum Ordner mit der Facharbeit um das letzte ausgedruckte Exemplar herauszusuchen . . . 

. . . und der USB-Stick fiel aus eben diesem Ordner heraus. Auf den Schreibtisch des Kronsohnes. 

Welcher auf einmal extrem glücklich lächelte. 

Ende gut – alles gut.

Denn nun kann er an seiner Facharbeit in einem vorbildlich aufgeräumten Zimmer weiter arbeiten. 

Hach.

Geht doch.

😀

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2 Antworten zu “*** Die Nützlichkeit von Dramen ***

  1. Da habt ihr aber wirklich Glück gehabt. Normalerweise tauchen solche Sachen (wichtige Unterlagen, das Ticket für die Fähre, aber auch USB-Sticks) erst wieder auf _nachdem_ man sie gebraucht hätte.
    😉

    • Frau Spätlese

      Du ahnst ja gar nicht, wie groß der Stein tatsächlich war, der uns da vom Herzen fiel. Der war kurz vor Mittelgebirge. Echt.
      Uff.

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