Tagesarchiv: 23. Juni 2014

*** Einmal im Jahr ***

Einmal im Jahr – und zwar immer wenn Frühling ist und der Holunder blüht gibt es bei uns Holunderbrot.

Das war noch nicht immer so. Das begann erst, als ich bei fräulein erpaufee ihr Rezept vom Hollerbrot fand.

Da der Hausherr Holunderblütenfan ist und ich außerdem Brot backen kann, dachte ich mir so: warum also nicht?

Schon das erste Brot war ein voller Erfolg, obwohl ich (zugegebenermaßen wie immer) natürlich am Rezept herumgepfuscht das Rezept auf mich optimiert hatte. Ich berichtete bereits darüber.

*räusper*

Jedenfalls hätten wir es dieses Jahr fast vergessen, unser Holunderbrot. Nur durch Zufall fiel es mir beim Umblättern der Brotrezepte in die Hände. Nun, ich brauchte bloß: ‚Oh – Holunderblütenbrot‘ zu sagen, da war der Hausherr schon aufgesprungen und aus der Küche.

Geht doch!

NATÜRLICH habe ich das Rezept wieder auf mich angepasst – ich kann nämlich gar nicht anders. (Dafür habe ich es jetzt so, wie ich es wirklich perfekt finde und für die Zukunft wohl auch behalten werde.)

Also: Am Vorabend setze ich 150 g Mehl mit 10 g Hefe und 200 ml Buttermilch an. Die Schüssel decke ich mit Klarsichtfolie ab, dann trocknet die Oberfläche nicht so an.
Am Backtag mische ich unter 350 g Mehl dann 2 Teelöffel Salz und noch einmal 10 g Hefe sowie die kleingeschnittenen Holunderblüten. Mit denen braucht man auch gar nicht zaghaft sein. 10 Blütendolden passen locker – ich habe sogar den Verdacht, dass mir der Hausherr noch mehr in die Schüssel getan hat . . .

Diese Masse gebe ich zu dem Vorteig vom Vorabend und dann knete ich unter Zugabe von 150 bis 200 ml Buttermilch (abhängig von Teigkonsistenz und Gefühl) dieses alles gründlich zu einem geschmeidigen, feuchten Teig. Der darf dann gehen. So ungefähr 2 Stunden. Genügend Zeit, um die Knetwedel abzuwaschen und den Mixer zu verstauen. Das brauchen wir nämlich nicht mehr!

Nach zwei Stunden forme ich einen runden Laib Brot und zwar auf die folgende Art und Weise: 1. Immer versuchen, die Blasen NICHT aus dem Teig zu kneten – also liebevoll zärtlich. Soviel vorneweg.
2. Nun ziehe ich den Teig auseinander und klappe die obere Hälfte nach unten (auf mich zu). Diesen Halbkreis drehe ich jetzt um 90 Grad gegen die Uhr und klappe erneut die obere Hälfte nach unten. Jetzt den Teig wieder ein wenig auseinanderziehen (bzw. vorsichtig breitdrücken) und wieder: obere Hälfte nach unten falten, 90 Grad gegen die Uhr, obere Hälfte nach unten. Und fortsetzen bei 2. . . .

Irgendwann ist dann die Teigfläche, die immer auf der Arbeitsplatte geblieben ist schön rund und gespannt. Diesen Teigklops befördere ich jetzt genauso (glatte, gespannte) Seite unten in mein Bastkörbchen und stelle dieses zum Gehen in den Ofen.

Irgendwann ist der Teig so gegangen, dass er über den Rand des Körbchens kommt. Dann wird das Brot (VORSICHTIG!) aus dem Körbchen gestürzt – und folglich ist jetzt die glatte Seite oben, nämlich da, wo wir sie für einen schönen Zusammenhalt und tolle Oberfläche auch haben wollen.

Jetzt sofort backen für 45 Minuten bei 190 Grad.

Belohnt werdet Ihr dann mit einem solchen Brot:

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Unglücklicherweise war dieses Brot aufgegessen, noch bevor wir lecker sagen konnten.
Aber die Holunderblütenzeit war ja noch nicht vorbei. Und auch wenn ich glaubte, dass der Hausherr es diesmal mit der Blütenmenge MIT SICHERHEIT übertrieben hätte – nö – alles gut.

Und wieder ausgesprochen lecker!

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Also von wegen, nur einmal im Jahr . . .

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