*** Der Hühnerhof . . . ***

. . . Quell unermesslicher Freude.

Oder:

Geschichten, die das Leben schreibt.

Auch auf dem Hühnerhof spielt Sauberkeit eine wichtige Rolle. Unter der Woche reinige ich mit zwei, drei wenigen Handgriffen den Stall und das Kackbrett von den nächtlichen Verdauungsergebnissen.

Am Wochenende dann, meistens am Sonntag, nachdem ich den Kronsohn in sein Internat verabschiedet habe, widme ich mich dem Hühnerhof und sammle die dortigen Hinterlassenschaften ein. Das nimmt erstens dem Rasen eine Menge Stress und außerdem verringert man zweitens so auch die Durchseuchung des Hühnerhofes.

Ich trage Arbeitskleidung und entsprechendes Werkzeug und Eimerchen bei mir. Kaum bin ich auf dem Hühnerhof sind alle vier Hühner bei mir und gucken und kontrollieren, was ich das so treibe. Kaum dass ich die ersten Häufchen in den Eimer getan habe, springt Rosalie auf den Rand des Eimers, beugt sich hinein . . . und fällt mitsamt Eimer um. Ergebnis: Ich darf noch einmal einfüllen.

Ja, nee, alles klar.

Dann geht es weiter.

Ich gehe einige wenige Schritte und traue meinen Augen nicht. Was, wtf, war denn hier los? Rupfen sich unsere Hühner jetzt selbst? Der Rasen ist weiß von Federn. Ich gehe in die Hocke und starre jedes einzelne Huhn ausführlich an. Aber ja, alles klar. Wir haben Herbst. Die Guten mausern sich. Yellowstone hat einen komplett nackten Hintern, aus welchem aber schon wieder die nachwachsenden Kiele zu sehen sind. Also hole ich mir zusätzliches Werkzeug, einen Laubrechen. Die Federn müssen ja nicht liegen bleiben.

Und weil ich schon mal so schön dabei bin, kann ich ja auch gleich mal das Laub vom Rasen zusammen harken. Ach Mist! Das ist alles viel zu viel für das kleine Kackeeimerchen. Also stiefele ich wieder los und hole die Schubkarre. Wenn schon, denn schon! Als ich wieder komme, ist von den fein säuberlich aufgetürmten Laubhaufen nichts mehr zu sehen. Dafür scharrt Reddis euphorisch und überglücklich an der Stelle, wo eben noch mein Laubhaufen war.

Ja, nee, alles klar.

Jetzt noch schnell die Nussschalen unter den Bäumen zusammenharken. Wenn da nicht Snowwhite im Weg stehen würde. ‚Komm schon, Schöne.‘ sage ich, und harke demonstrativ vor ihren Füßen. ‚Lass mich da mal rüber harken. Du kannst ja gleich wieder . . . ‚ Allein, Snowwhite, hat andere Vorstellungen. Sie scharrt jetzt dort. JETZT! DORT!

Ja, nee, alles klar!

Listig türme ich einen Meter weiter rechts einen wunderschönen, verlockenden Laubhaufen auf – und siehe da: Sofort kann ich meine Nussschalen zusammen harken. Dass heißt zwar, dass ich den Laubhaufen wieder neu zusammenfegen muss . . . aber egal.

Jeden Meter den ich mich vorarbeite, verfolgen mich die Hühner. Ob mir vielleicht zufällig etwas Futter aus der Hand fällt  – NEIN – tut es NICHT! Ihr seid schon jetzt zu fett! Oder aber sie lieben meine Gesellschaft. Aber jedesmal, wenn ich meine Hand ausstrecke, um einer von ihnen über das Gefieder zu streicheln, gibt es aufgeregtes Gegacker und sie gehen kurzzeitig auf Abstand.

Kurzzeitig.

Aber egal. Wenn ich mit dem Hühnerhof fertig bin, haben wir alle ein glückliches Lächeln im Gesicht.

Ich schwöre.

Wir ALLE!

😀

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3 Antworten zu “*** Der Hühnerhof . . . ***

  1. Wie schön geschrieben – ich hatte mehr als nur ein Schmunzeln im Gesicht :0) Wie gut ich das doch kenne von meinen gefiederten Damen und Herren

  2. Ich stelle mir gerade vor, wie Ihr alle lächelnd auf der Stange hockt. Hübsches Bild 😀
    LG von der Silberdistel

    • Frau Spätlese

      Ähem – ja – wir lächeln! Alle! (Wenn ich auch etwas angestrengt – ist ja schließlich nicht so einfach auf der Stange!) 😀