Monatsarchiv: November 2013

*** Merke ***

Wenn der Frau kalt ist, so kalt, dass sie sogar unerhörterweise mit Socken ins Bett geht, dann ist sie verpimpelt.

Logisch!

Wenn aber dem Hausherren kalt ist, dass er überlegt, wo seine Schafwollsocken abgelegt hat, dann sucht er den Fehler und findet heraus, dass der Mischer von der Heizung kaputt ist und deswegen trotz leuchtendem Lämpchen nicht geheizt wird.

So ist das!

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*** Gegen das Novembergrau – Fortsetzung ***

Obwohl dieser November gar nicht so grau und grässlich wie befürchtet ausfällt, gibt es natürlich hin und wieder schon mal ein paar Tage, die einer Aufmunterung bedürfen.

Frau Mutti macht das sehr schön. Ich versuche ein bisschen mitzuhelfen.

Mein heutiger Tipp lautet: Musik! Nicht umsonst heißt es: Wo man singt, da lass dich nieder . . .

. . . wobei . . .

. . . ganz ehrlich, wer auch immer diesen Spruch geprägt hat, hat mich noch nicht Saxophon spielen hören.

Aber egal. MIR macht es Spaß. Riesenspaß! Und jedesmal wenn ich wieder meinen Saxophonlehrer foltern durfte, habe ich ein dickes fettes Grinsen im Gesicht.

Die neueste Gemeinheit, jahreszeitlich angepasst: Ich lerne Weihnachtslieder. Der Lehrer weinte ein bisschen, als ich ihm nach der Geburtstagsfeier des Hausherren, also bereits Ende Oktober, eröffnete, dass ich jetzt gerne mit den Weihnachtsliedern anfangen würde. Aber da müssen wir jetzt alle durch.

Das Besondere an Weihnachtsliedern ist nämlich, dass diese scheinbar alle in den höheren Oktaven gespielt werden – und das ist für Anfänger nicht immer – sagen wir es mal diplomatisch – nicht immer ganz so leicht.

Aber egal, ich bin hoch motiviert.

Wir beginnen mit: ‚Leise rieselt der Schnee‘ – Blattspiel. Blattspiel heißt, ich sehe die Noten das allererste Mal in meinem Leben und muss danach spielen. Das ist, zugegebenermaßen, bei ‚Leise rieselt der Schnee‘ nicht sooo schwer, denn wenn wir ehrlich sind, haben wir alle das in unserem Leben schon so oft gehört, das wir das rückwärts pupsen können.

Aber . . .

. . . jetzt spielen sie das mal auf dem Saxophon. Gern auch vorwärts. Kleiner Tipp am Rande: Es ist in D-Dur zu spielen. Es gibt in dem Lied also gleich zwei neue Töne für mich. Und jetzt geht es los. Das Heft ist aufgeschlagen, der Lehrer lehnt sich erwartungsvoll zurück. (Was symbolisch gemeint ist, weil er natürlich nicht sitzt, sondern neben mir steht – aber man kann das psychologische zurücklehnen ganz klar erkennen.)

Ich beginne . . .

Leeii – se – ri – selt – der Schneeeeee – Stiiill – und – starr – ruht – der Seeeeee – Weih

Pause.

Der Lehrer beugt sich fragend vor und schaut interessiert, was ich dort mache.

Cool, sage ich, das Lied hat eine eingebaute Raucherpause. Geh schon mal, sage ich zu ihm, wenn Du wieder hier bist, habe ich das ‚Dis‘ gefunden. Währenddessen krümmen sich Ringfinger und Kleiner Finger der rechten Hand gaaaanz langsam in Superzeitlupe in Richtung ‚Dis‘.

Gefunden!

Es erklingt die Note zu – nacht –

Die Raucherpause zum Lösen der verkrampften Finger an der rechten Hand ist etwas kürzer, reicht aber immer noch für eine mittlere ‚Havanna‘ dann geht es weiter mit – lich – glän – zet – der – Waaaaaaaaaald –

dann die Wiederholung, ein ganz kurzer Krampf in der rechten Hand verhindert auch diesmal das klingende – weih – nacht – lich – aber egal, das lerne ich bestimmt schon noch. BESTIMMT! Und heißa, sind wir wieder eine Strophe weiter. Wer bisher glaubte, das zweigestrichene ‚G‘ ist ziemlich anstrengend, darf sich auf das zweigestrichene ‚H‘ freuen. Los geht’s:

Baaald – ist – hei – li – ge – Naaaaaaaacht – Chor

Mist. Was, bitte ist das denn? Oh, ein ‚Gis‘. Na toll, jetzt kriege ich den gleichen Krampf an der linken Hand. Mooooooment – der Lehrer atmet tief durch, sehr tief. (Selber schuld, er hätte ja auch eine rauchen gehen können – oder?) Dann kommt es

– der – Eng –

Und jetzt passiert es. Bei – el – muss ich hoch auf das höchste ‚H‘, was ich bisher gespielt (räusper) habe. Aber ich gebe mein Bestes. Ich haue den Ton raus. Ha! Geschafft!

(Für den Fall, dass Ihr Euch den Ton nicht vorstellen könnt, tretet Eurer Katze einfach mal auf den Schwanz, dass trifft den Ton so ungefähr, den ich da produziert habe.)

Im weiteren Verlauf haben der Lehrer und ich dann entschieden, die dritte Strophe einfach eine Oktave tiefer zu spielen – das schont die Ohren bringt auch ein bisschen Abwechslung in das Lied.

😀

Und das Ganze jetzt noch schön üben und festigen und die Raucherpausen aus dem Lied kriegen und dann habe ich tatsächlich ein Lied, womit ich die Familie an Weihnachten erfreuen kann.

Harharhar!

Ich jedenfalls, habe jetzt schon ein Lächeln im Gesicht!

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*** Der Hühnerhof . . . ***

. . . Quell unermesslicher Freude.

Oder:

Geschichten, die das Leben schreibt.

Auch auf dem Hühnerhof spielt Sauberkeit eine wichtige Rolle. Unter der Woche reinige ich mit zwei, drei wenigen Handgriffen den Stall und das Kackbrett von den nächtlichen Verdauungsergebnissen.

Am Wochenende dann, meistens am Sonntag, nachdem ich den Kronsohn in sein Internat verabschiedet habe, widme ich mich dem Hühnerhof und sammle die dortigen Hinterlassenschaften ein. Das nimmt erstens dem Rasen eine Menge Stress und außerdem verringert man zweitens so auch die Durchseuchung des Hühnerhofes.

Ich trage Arbeitskleidung und entsprechendes Werkzeug und Eimerchen bei mir. Kaum bin ich auf dem Hühnerhof sind alle vier Hühner bei mir und gucken und kontrollieren, was ich das so treibe. Kaum dass ich die ersten Häufchen in den Eimer getan habe, springt Rosalie auf den Rand des Eimers, beugt sich hinein . . . und fällt mitsamt Eimer um. Ergebnis: Ich darf noch einmal einfüllen.

Ja, nee, alles klar.

Dann geht es weiter.

Ich gehe einige wenige Schritte und traue meinen Augen nicht. Was, wtf, war denn hier los? Rupfen sich unsere Hühner jetzt selbst? Der Rasen ist weiß von Federn. Ich gehe in die Hocke und starre jedes einzelne Huhn ausführlich an. Aber ja, alles klar. Wir haben Herbst. Die Guten mausern sich. Yellowstone hat einen komplett nackten Hintern, aus welchem aber schon wieder die nachwachsenden Kiele zu sehen sind. Also hole ich mir zusätzliches Werkzeug, einen Laubrechen. Die Federn müssen ja nicht liegen bleiben.

Und weil ich schon mal so schön dabei bin, kann ich ja auch gleich mal das Laub vom Rasen zusammen harken. Ach Mist! Das ist alles viel zu viel für das kleine Kackeeimerchen. Also stiefele ich wieder los und hole die Schubkarre. Wenn schon, denn schon! Als ich wieder komme, ist von den fein säuberlich aufgetürmten Laubhaufen nichts mehr zu sehen. Dafür scharrt Reddis euphorisch und überglücklich an der Stelle, wo eben noch mein Laubhaufen war.

Ja, nee, alles klar.

Jetzt noch schnell die Nussschalen unter den Bäumen zusammenharken. Wenn da nicht Snowwhite im Weg stehen würde. ‚Komm schon, Schöne.‘ sage ich, und harke demonstrativ vor ihren Füßen. ‚Lass mich da mal rüber harken. Du kannst ja gleich wieder . . . ‚ Allein, Snowwhite, hat andere Vorstellungen. Sie scharrt jetzt dort. JETZT! DORT!

Ja, nee, alles klar!

Listig türme ich einen Meter weiter rechts einen wunderschönen, verlockenden Laubhaufen auf – und siehe da: Sofort kann ich meine Nussschalen zusammen harken. Dass heißt zwar, dass ich den Laubhaufen wieder neu zusammenfegen muss . . . aber egal.

Jeden Meter den ich mich vorarbeite, verfolgen mich die Hühner. Ob mir vielleicht zufällig etwas Futter aus der Hand fällt  – NEIN – tut es NICHT! Ihr seid schon jetzt zu fett! Oder aber sie lieben meine Gesellschaft. Aber jedesmal, wenn ich meine Hand ausstrecke, um einer von ihnen über das Gefieder zu streicheln, gibt es aufgeregtes Gegacker und sie gehen kurzzeitig auf Abstand.

Kurzzeitig.

Aber egal. Wenn ich mit dem Hühnerhof fertig bin, haben wir alle ein glückliches Lächeln im Gesicht.

Ich schwöre.

Wir ALLE!

😀

*** Jetzt geht DAS wieder los ***

So.

Schon wieder.

Dabei war das doch gerade erst!

Jedenfalls sprang mich gestern das Datum an, als der Kronsohn mir erklärte, dass in zwei Wochen schon der erste Advent ist.

In nur ZWEI Wochen!

Und noch während ich dem Hausherren grinsend erklärte, dass hier also in nur zwei Wochen herrlich weihnachtlich dekoriert sein würde und allumfassend meine Arme ausbreitete realisierte ich, dass somit allerdings auch gleichzeitig der Backmarathon eröffnet ist.

Und zwar von jetzt auf gleich.

Oups.

Wo war noch mal das weltbeste Stollenrezept? Ach, hier . . .

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Schnell den Rum auf die Rosinen. (Harharhar!)

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Und schon greift das Kind nach dem Plätzchenbackbuch . . .

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. . . und ich hab‘ doch noch nicht einmal die Kekse vom letzten Weihnachten von der Hüfte . . .

. . . schluchz!

*** Gegen das Novembergrau ***

Frau Mutti hat eine tolle Idee.

Wir sollten uns doch einfach den grauen November aufhellen und bunt gestalten.

Da mache ich doch gerne mit. 🙂

Allerdings könnte da dazu gehören, dass man an einem (freien!) Samstag schon mal um 07:00 Uhr den Wecker klingeln lässt – damit man das hoteleigene Schwimmbad mal ganz für sich allein hat. Hat man aber trotzdem nicht – irgendjemand anders hatte diese tolle Idee auch.

Anschließend frisst man sich durch das Frühstücksbuffet bis man den Saal nur noch rollend verlassen kann.

Dann checkt man mit einem vorsichtigen Blick aus dem Hotelfenster das Wetter:

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Wenn man Glück hat, passt man nach diesem Frühstück noch in die warmen Jacken und Schuhe und dann wirft man sich Wind und Wetter zum Trotz der rauhen Natur an der Ostsee entgegen.

Aber huch – was ist denn das? Da scheint doch die Sonne! Und die Möwen flattern lustig und wollen gefüttert werden.

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Und sogar der Fischer hat heut frei und lässt sein Boot ausruhen.

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Außerdem ist da gar keine Welle auf der Ostsee. Spiegelglatt ist das Meer.

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Und wenn man so zwei, drei Stündchen am Meer langgelatscht langspaziert ist und ausreichend Frischluft in der Nase hat, dann . . .

dann . . .

ja DANN ist auch der November schön!

*** Excenterstopfen ***

Excenterstopfen sind ja nun üblicherweise nichts, womit Frau sich beschäftigt.

Normalerweise.

Bis auf zwei Gründe, wo sie es vielleicht doch tut. Wenn nämlich erstens der Excenterstopfen nicht mehr dicht hält und sie mit verschränkten Armen hinter dem Hausherren steht, um die Instandsetzung zu beobachten.

Oder aber zweitens, wenn an der Baumarktkasse, an welcher Frau mit einem Meter 1,5 mm Panzerkette steht, zufällig ganz lustige Exemplare ganz werbeträchtig aufgestellt sind. Nämlich genauso, dass Frau in ‚Ach‘ und ‚Hach‘ verfällt und auf einem Mal ganz dringend einen neuen braucht.

So!

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