*** Tagebuchbloggen am 05.09.2013 ***

Ganz kurzes Zucken der Nervenbahnen. Die Augenlider blinzeln kurz. Draußen ist es noch dunkel und in den dämmerigen Tiefen des Halbschlafes überlege ich kurz, welcher Tag heute ist. Sonntag? Nein, das Kind ist nicht da, also kein Sonntag. Hm. Ich einige mich auf Donnerstag. Donnerstag den fünften.

Oh – der Fünfte!

Tagebuchbloggen. Könnte ich ja mal wieder mitmachen. Und glücklicherweise weiß ich ja jetzt auch Dank Frau Tonari dass sich alle Tagebuchblogger bei Frau Brüllen versammeln. Das ist gut, dann kann ich das im Text einbinden. Es ist toll, wenn man so aufmerksame Leser hat.

Aber es ist noch dunkel da draußen. Also pssst jetzt. Nicht zu laut denken. Lieber noch einmal tief einschlafen.

Und weg.

Irgendwann später gnädigerweise erst 06:30 Uhr beendet der Wecker meinen Schlaf. Das ist eine der glücklichsten Errungenschaften, seit der Kronsohn nicht mehr hier im Ort zur Schule geht und ich auch nicht mehr aushäusig zur Arbeit muss. Ich darf ausschlafen. Bis halb sieben.

Toll!

Im Bad schaut mich ein verschlafendes Etwas mit wild verstrubbelten Haaren im Spiegel an. O.K. Schwerstarbeit für den Fön heute. Mal wieder. Das machen wir aber erst nachher. Ein feuchter Kamm muss für’s erste genügen. Waschen und Anziehen klappt halbwegs im Blindflug und schon stehe ich in der Küche. Dort hat der Hausherr schon mal fürsorglich einen heißen Kaffee platziert. Den greife ich mir und setze mich zu meinem Mann, der gerade seine Kaffeezeit dazu nutzt um die Blumen zu gießen. Blumen gießen kann ich nämlich gar nicht. Das haben wir zum bitteren Leidwesen mehrerer bedauernswerter Pflanzen schon wiederholt festgestellt. Also gießt er und wir besprechen den Tagesplan für heute.

Als das Koffein anfängt zu wirken beginne ich Frühstück zu machen. Weißbrot aufbacken – check! Tee kochen – check! 6 Marmeladen in den Korb – check! Butter, Wurst und Käse – check! ‚Ich möchte heute kein Ei essen müssen.’ Sagt der Hausherr. Also gut, heute kein Frühstücksei. Haben wir dann alles? Fast – nur noch das Entenfutter. Check.

Und schon sitzen wir im Garten beim Frühstück. Unter meinem Stuhl warten brav die zwei Nachwuchsenten und neben dem Hausherren unsere neun Altenten. Alle Hälse langgestreckt, erwartungsvoll.

Nachdem alle (Enten und Menschen) abgefüttert sind, geht es zum ersten Job des Tages. Der Stall muss saubergemacht werden. Hühnerbereich, Entenbereich, Füttern und frisches Wasser für alle.

Jetzt Hände waschen und ab in die Brombeeren. Die letzten Tage konnten wir wegen Wetter und Holzarbeiten nicht pflücken, jetzt müssen wir aber. Teilweise fallen sie uns schon weich und saftig in die Hand. Und wer glaubt, dass man nach einem ausgiebigen Frühstück nicht auch noch jede Menge Brombeeren naschen kann, der irrt. So ist das.

Es ist mittlerweile 10 Uhr als ich wieder im Bad stehe. Diesmal kämpfe ich gegen den Strunz auf meinem Kopf an und versuche in Bürofein zu machen. Naja. Man soll zwar immer an das Gute glauben – aber mein Spiegelbild versucht sehr bemüht nicht über mich zu lachen. Egal.

Es ist halb elf als ich endlich, endlich (!) im Büro sitze, im Büro versinke, telefoniere, recherchiere, buche, fluche und so weiter.

Um 12:30 Uhr fällt mir ein, dass ich mich ja gelegentlich um das Mittag kümmern müsste, wenn es denn heute noch was zu essen geben soll. Der Hausherr wünschte sich Bohnen mit Klops. Also gut. Hackfleisch auftauen und ab in den Garten, Bohnen pflücken.

Eine Stunde später steht das Essen auf dem Tisch.

Nach dem Küche aufräumen und spülen ruft die Nachbarin an, ich möge die Wäsche doch bitte jetzt bringen. (Da unser Waschomat nach 18 Jahren treuer Dienste in die ewigen Jagdgründe eingetreten ist und wir noch keinen neuen haben, darf ich schnell eine Notwäsche bei ihr durchschieben.) Die Gutste!

Dann will ich mich heimlich, still und leise in mein Büro zurück schleichen. Was mir aber nicht gelingt, weil der Hausherr mir auflauert und meine Hilfe beim Einwecken der Brombeeren abverlangt. NATÜRLICH helfe ich ihm gerne. Wer bin ich denn? Bin ja schließlich seine Frau.

Um halb vier darf ich mich endlich weiter im Büro vergnügen. Die to-do-Liste ist heute aber auch wieder lang . . . Also Kopf runter und los.

18:00 Uhr ist es dann aber auch wieder gut. Ich mag nicht mehr. Ich mag nämlich auch nicht so furchtbar spät zu Abend essen. Also Brot aufbacken, Tomaten für den Salat schnippeln und raus in die Sonne für das Abendbrot. Dort erwarten uns 11 meckernde Enten, die alle Stein und Bein schwören, dass sie heute noch GAR NICHTS zu fressen bekommen haben und deshalb JETZT SOFORT was bekommen müssen. Sonst verhungern sie nämlich AUF DER STELLE! Da hilft all unser argumentieren nicht, dass jede von ihnen doppelt so breit wie eine normale Ente ist. Auch unser Hinweis, dass Enten mit Pausbacken in der Natur eher selten anzutreffen sind, wird geflissentlich ignoriert. Alle rufen pausenlos fütter uns! Da man bei so einem Krach nicht in Ruhe Abendbrot essen kann, lassen wir uns erweichen und füttern. NATÜRLICH. Unsere Enten haben uns eben gut erzogen.

Um sieben gehe ich die Wäsche von der Nachbarin holen. Als Dankeschön bekommt sie Tomaten und Brombeeren. Jetzt nur schnell die Wäsche aufhängen und dann gibt es heute nur noch zwei Dinge zu erledigen.

Zuerst ziehe ich mich mit meinem Geheimnis eine Stunde zurück. Es wird immer spannender. Bekomme ich alles rechtzeitig fertig? Wird es gefallen? Seid Ihr auch schön schön neugierig? 😉

20:30 Uhr ist es dann schon zu dämmerig auf der Terasse. Steuerzeitschriften lesen geht bei dem Licht ja ÜBERHAUPT GAR NICHT. Wie sagte der Kronsohn immer so schön? ‚Morgen wieder!‘

Für heute abend bleibt also nur ein Stündchen in Gesellschaft der bettelnden Enten. Nach Wein ist uns nicht, also sitzen wir und schauen und reden. Wir beobachten die Enten, die sich irgendwann zur Nachtruhe begeben als sie merken, dass es wirklich aber auch wirklich gar nichts mehr gibt. Wir beobachten den Sternenhimmel, die Fledermäuse, die blinkenden Flugzeuge oben am Himmel die uns gelegentlich überfliegen.

Und wir werden immer müder. Wir gähnen. Um 22:00 Uhr räumen wir alles zusammen und verabschieden uns ins Bett. Und ich beschließe den Tagebuchbloggenbeitrag erst morgen früh zu schreiben.

Denn morgen früh, halb sieben, Ihr wißt schon . . .

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2 Antworten zu “*** Tagebuchbloggen am 05.09.2013 ***

  1. Ich wollte ja in diesem Monat endlich auch mal meinen Fünften beschreiben. Wollte.Denn am Weltkopfschmerztag versagte mein Kreislauf ganztägig. Und Verschlaftage sind nicht so der Hammer in der Nachlese, oder? Also hoffen wir mal auf den Oktober.

    • Das ist natürlich echt blöd. Ich hoffe, Du hast alles gut überstanden.
      Auf alle Fälle wäre Deine Tagesbeschreibung sehr, sehr kurz geworden. 😉

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