*** Langsam aufsteigende Panik ***

Langsam aufsteigende Panik macht sich breit.

Der Anlass ist kein kleiner. Wir werden nämlich fünfzig! Auweia. Also nicht wir-sie, sondern wir-er. (Sie schiebt dieses Großereignis noch ein wenig vor sich her.) Aber egal, unsere Großmutter hätte gesagt, große Ereignisse werfen ihre Schatten unter die Augen.

Und das schon jetzt.

Denn es ist, wie es gar nicht anders sein kann: Sie hat nichts anzuziehen.

Den Hausherren haben wir bereits versorgt, er wird zum Anzugträger mit vielleicht sogar weißem Hemd. Schick wird er aussehen.

Der Kronsohn darf seine Jugendweiheklamotten aus dem Mai tragen (Ihm ist bis dahin jegliches Wachstum verboten worden.) Schick wird er wieder aussehen.

Nur Sie. Sie hat nichts anzuziehen. Nichts. Für den Fall, dass Ihr das nicht verstanden habt: SIE.HAT.NICHTS.ANZUZIEHEN. Das allein genügt, um sich schon zwei Monate vorher schlaflos im Bett zu wälzen.

Obwohl – sie hätte da erstens das schwarze Kleid, welches er ihr damals vor 18 (!) Jahren zum Geburtstag schenkte und welches sie seitdem auch brav regelmäßig wieder zu feierlichen Veranstaltungen trägt. Immer noch. Es passt immer noch. Und sieht auch immer noch gut aus.

Oder zweitens das kleine schwarze Kleidchen, was sie mal aus Italien mitgebracht hat. Hat sich auch schon auf Feiern bewährt. Sehr schick. Muss sie zwar den Bauch einziehen, aber egal.

Oh – und jetzt fällt es ihr wieder ein. Das kleine Schwarze mit Spitze welches Ihr damals heimtückisch und hinterrücks von miesen fiesen Werbefuzzies unabwendbar schmackhaft gemacht wurde. Ihr erinnert Euch. Auch sehr schick. Zwar auch mit Baucheinziehen, aber schick.

Na bitte, sagt sie, drei Kleider zur Auswahl, klatscht sich in die Hände und freut sich ‚Alles wird gut!’ Stolz präsentiert sie dem Hausherren ihre Vorauswahl.

Der kommentiert lakonisch: „Alle in schwarz? Ne, is’ ja auch völlig klar. So’n Fünfzigster ist ja auch ehrlich DER Trauerfall.“

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. . . Fortsetzung folgt . . .

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2 Antworten zu “*** Langsam aufsteigende Panik ***

  1. Oha. Hier auch. Die fünfte Null. Aber: bei mir. Der Liebste hat ein bisschen Vorsprung und behauptet, es täte nicht weh.
    Tja, klamottentechnisch bin ich fein raus. Wir sind im Urlaub. Ich bin wech und winke frech von der anderen Seite des großen Teiches.

    • Frau Spätlese

      Das erspart Euch eine Menge Stress. Gut gemacht. Und: Herzlichen Glückwunsch! 😀