*** Was ich über LED-Solarlichterketten gelernt habe ***

LED-Solarlichterketten sind toll. Man hängt sie irgendwohin, braucht sich um keinerlei Strömlinge kümmern und kann sie quasi sofort vergessen.

Wirklich sofort!

Das fällt auch gar nicht schwer. Denn tagsüber braucht man sie schließlich ja auch gar nicht. Dem Tageslicht geschuldet, selbstverständlich.

Aber dann. Abends. Man kommt auf der Terrasse gemütlich zur Ruhe. Und freut sich auf die stimmungsvolle Beleuchtung. Denn extra dafür hat man ja die Teile auch gekauft.

Aber noch ist es ja ohnehin zu hell, sagt man sich. Die Kerzen auf dem Tisch kommen ja schließlich auch noch gar nicht zur Wirkung. Man schaut hoffnungsvoll nach oben.

Ein wenig später beginnt es leicht zu dämmern. Die Nachbarn kommen reihum langsam zur Ruhe. Stille kehrt in die Siedlung ein. Ein lauer, ruhiger und friedlicher Sommerabend. Die Kerzen flackern leise vor sich hin.

Ein hoffnungsvoller Blick nach oben. Ach, es ist wohl doch noch zu hell.

Man gießt sich ein zweites Glas Wein ein, holt sich eine Decke. Abends ist es immer etwas frisch. Die Kerzen tun ihren Dienst. Für die supertolle LED-Solarlichterkette ist es noch zu hell.

Ein wenig später ein erstes, leises, verstohlenes Gähnen. Ein hoffnungsvoller Blick nach oben. Für die supertolle LED-Solarlichterkette ist es noch zu hell.

Man wickelt sich in die Decke und überlegt, ob man eventuell ein drittes Glas Wein . . . aber nur ein halbes, als Schorle. Über die Zeit der wilden Parties ist man ja schließlich schon hinaus. Und außerdem ist eigentlich schon Schlafenszeit. Ein hoffnungsvoller Blick nach oben. Da! Tatsächlich. Der erste himmelblaue Lampion beginnt schüchtern zu leuchten. Der erste. Für den anderen und die Lichterkette ist es noch zu hell. Das Gähnen wird offensiver. Aber egal. Man ist wild entschlossen, die komplette supertolle LED-Solarbeleuchtung auch leuchten zu sehen.

Langsam stellt sich auch wieder so ein klitzekleines Hungergefühl ein. Abendbrot ist schließlich schon eine ganze Weile her. Und normalerweise liegt man um diese Zeit auch schon brav im Bett.

Da man aber vernünftig ist bleibt man sitzen, wickelt sich etwas fester in die Decke und schaut hoffnungsvoll nach oben. Und glaubt es kaum. Der zweite blaue Ballon leuchtet.

Jetzt kommt Kampfesstimmung auf. Wenn man so lange ausgehalten hat, dann kann man auch noch auf die Lichterkette warten. Das Gähnen wird energisch zurückgedrängt.

Und endlich. Nur wenige, dafür aber unendlich zähflüssige Minuten später leuchtet auch die Lichterkette. Erleichterung macht sich breit. Welch ein Glück, alles ist heil und funktioniert.

Die Frau ringt sich ein motivierendes ‚Hach, wie schön!‘ Ab, während der Mann die Gläser und Decken einsammelt und die Stühle ordentlich für die Nacht hinrückt.

Und dann dürfen wir endlich in’s Bett. Die Solarbeleuchtung verbreitet zurückhaltendes, stimmungsvolles Licht. Glücklicherweise stört das Licht nicht im Schlafzimmer.

Nachts gegen vier muss die Frau einmal aus dem Bett. Beim Blick aus dem Badezimmer fällt Ihr Blick auf die Terrasse. Die Solarbeleuchtung verbreitet zurückhaltendes, stimmungsvolles Licht. Sie lächelt. Hach, wie schön.

Schnell ist sie wieder im Bett und eingeschlafen.

Als morgens früh der Wecker klingelt, sind beide noch recht müde. Sind ja auch spät in’s Bett gekommen gestern.

Draußen scheint hell die Sonne.

Die supertolle LED-Solarbeleuchtung ruht sich aus für die nächste Nacht.

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2 Antworten zu “*** Was ich über LED-Solarlichterketten gelernt habe ***

  1. Man war das ein Spannungsbogen. Und dann das Happy End. Toll.
    Vielleicht solltet ihr künftig vorschlafen, den Wecker nach dem Grad der Dunkelheit und der LED-Erleuchtung stellen und dann erst zum gemütlichen Teil des Abends übergehen. Spart Wein und optimiert die LED-Gemütlichkeitsgenusszeit.

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