*** 1. Tag: die Anreise ***

Wie wir nachts um 23:00 Uhr aufgestanden, zum Flughafen gekommen sind, dort ewige Stunden vor und nach dem Check in wartend verbracht und anschließend den Flug in den engen Sitzen halb schlafend und halb wachend überstanden haben – das lassen wir einfach mal beiseite.

Beginnen wir mit der Landung und dem Verlassen des Flugzeuges.

Hach!

‚Hach’ ist das Einzige was mir dazu einfällt. Diese milde Luft auf der Insel des ewigen Frühlings. Und – ich sag Euch was – nirgends auch nur ein winzig kleines Fitzelchen Schnee.

Einfach nur Hach. Und das auch schon morgens um 07:00 Uhr.

Nach dem Abholen des Autos fuhr der Hausherr und die Frau navigierte mit aufgeklappter Karte (Maßstab 1:50.000). Jaaa, da musst Du rechts, das echte rechts – nicht das andere! . . . 😉 Playa San Juan zu finden war so gar kein Problem. Dort wurden die Hungerrufe des Kronsohnes dann immer lauter, also gab es Frühstück. Echtes spanisches Frühstück. In der Sonne. Ohne Jacke. Hach.! Nun noch einen Blick an den Strand.

Und dann Abenteuer Nummer 1, nämlich: ‚Finde die Finca!’

Der Vermieter hat uns eine Wegbeschreibung übermittelt, von der ich mir die Skizze ausgedruckt habe. Wir finden den Wassertank, biegen danach die 2. rechts ab. Ich hole tief Luft. Eine Straße ohne Mittelstreifen. Oh weh.

Danach sollen wir irgendwann noch mal rechts abbiegen. Nachdem wir uns mehrere Kilometer den Berg hinauf gewunden haben, beschließen wir, dass wir verkehrt sind und kehren um. ‚Da!’ meint der Hausherr ‚Da fahre ich jetzt rein.’ Ich werde blass. Das hatte ich befürchtet. Und ich erinnere mich jetzt auch wieder an unseren Gomeraurlaub vor einigen Jahren. Diese Straßen! (Aber was soll man auf einer Vulkaninsel auch anderes erwarten?)

Also atme ich tief durch und wir beginnen unsere Abfahrt in den Barranco. Das heißt auf Deutsch ‚Schlucht’ bzw. noch treffender ‚Abgrund’. Und: Ich.Hasse.Diese.Wege! Inniglich! Die Straße nur so breit, dass ein Auto dort fahren kann (hallo Gegenverkehr), dazu Steigungen die in Deutschland nur mit Geländewagen gefahren werden und Kurven von denen ich schwören könnte, dass das Auto dort niemals herum kommt.

Aber das ist nicht alles. Was das ganze viel, viel, viel schlimmer macht, ist die freudige Begeisterung des Hausherren, der nicht müde wird, mich immer auf die Schönheit der Landschaft und die Tiefe des Abgrundes gleich direkt neben meinem Beifahrersitz hinzuweisen, während ich krampfhaft bemüht bin, genau dieses zu ignorieren und mich mittels der Kraft meiner Gedanken an den Felsen auf seiner Fahrerseite zu schmiegen.

Aber auch das ist noch nicht alles. Wenn man nämlich unten im Tal ist, muss man auf der anderen Seite genauso eine Straße wieder hoch. Und dass mit einer Steigung . . .

Das Schöne daran ist, dass wir ja außerdem auch gar nicht wussten, ob wir denn jetzt auf dem richtigen Weg waren. Also: zurück mussten wir auf jedenfalls, wenn schon nicht jetzt gleich, dann aber wenigstens später, wenn wir die Finca verlassen würden zu unseren Unternehmungen.

Mittlerweile kein Gedanke mehr an das morgendliche ‚Hach’.

Ich wusste nur noch eines: Wenn denn hier unsere Finca sein würde, diesen Weg würde ich niemals selbst fahren. NIEMALS!

Was soll ich sagen. Die Finca war dort. Hübsch und idyllisch ruhig gelegen, mit Ausblick auf das Meer. Ein Traum.

Wir sind dann an dem Tag die Strecke ins Dorf noch zwei Mal gefahren. Ersten zwecks Besorgungen und zweitens wegen dem, was wir beim ersten Mal vergessen hatten.

In der Nacht träumte ich von engen, sich an Berghängen entlang windenden endlosen Straßen.

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4 Antworten zu “*** 1. Tag: die Anreise ***

  1. Solche Abhänge sind für mich immer der Grusel pur. Da bin ich in der Schweiz mal fast gestorben vor lauter Furcht, weil uns in einer engen Kurve auch noch ein Bus entgegen kam.
    Liebe Grüße von einer Silberdistel, die Deine Furcht sehr verstehen kann

    • Frau Spätlese

      Ich danke für Dein Mitgefühl und bin zutiefst beruhigt, dass ich mit meiner Angst nicht allein dastehe. 🙂

  2. Dach „Hach!“ kann ich sofort nachvollziehen.
    Das „Ach?!“ auch. Autofahren auf Serpentinen ist mir ein Graus. Liegt daran, dass ich nicht räulich sehen kann. Wenn ich mal in solchen Situationen selbst fahren muss, dann über ich mich in der Rolle Schleicher und Straßenhindernis 😉
    Ich wünsche Euch einen wunderbaren Urlaub.

    • Frau Spätlese

      Das ist natürlich noch zusätzlich belastend und macht das ganze nicht leichter. Aber mit dem schleichen bist Du nicht alleine . . . da komm ich noch drauf zurück . . . 🙂