*** Sonne ***

Sonne.
Sonne wird im Allgemeinen ja total überschätzt. Sonne braucht man gar nicht.
Weil Sonne einem nach mehreren Monaten kuscheliger Dämmerung plötzlich zeigt, dass das stimmungsvoll gedimmte Licht im Haus gar nicht mit der Jahreszeit zusammenhängt, sondern mit den saudreckigen Fenstern.
Und wenn man sich dann wegen eines plötzlichen Sonnenoverkills euphorisch dazu verleiten lässt, ebendiese Fenster zu putzen, nimmt das Drama seinen Lauf.
Denn erstens wacht man am nächsten Morgen viel zu früh auf. Aus dem ganz einfachen Grund, weil es plötzlich so verdammt hell ist. Außerdem stellt man fest, dass die Evolution die gerade beendete Zeit der Dämmerung im Haus augenscheinlich dazu genutzt hat, aus gelegentlich vorkommenen Wollmäusen urplötzlich und hinterrücks ganze Heerscharen von Wollmamuts zu generieren.
Es ist KEIN Spaß mitten im Erwachen von einem Wollmamut angestarrt zu werden!
Als hängt man logischerweise an den Fensterputztag noch einen Hausputztag hinten dran. Mit Bettwäsche wechseln natürlich.
Und dann sitzt man Sonntag abend zwar frisch geduscht aber völlig erschossen im Sessel und stellt fest, dass es nicht mal einen Belohnungsrotwein gibt, weil nämlich Fastenzeit ist und man ja schließlich brav 7 Wochen lang auf Alkohol verzichtet.
Na toll.
Ohne Sonne wär das nämlich nicht passiert!

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6 Antworten zu “*** Sonne ***

  1. Kann ich vollen Herzens bestätigen. Plötzlich sieht man den Winterschmutz viel klarer. Und das Grau der Gardinen. Nun habe ich zwar wieder Durchblick, aber laboriere wie Du an den Folgemaßnahmen. Heute siegte jedoch der Fluchtinstinkt. 😉
    Und auch das Rotweinfasten beim Sonntagskrimi hält noch bis Ostern an.

    • Frau Spätlese

      Fluchtinstinkt kann ja manchmal eine echt lebensqualitäterhaltende Maßnahme sein . . . 😉
      Und ich drücke die Daumen für’s Durchhalten beim Rotweinfasten.

  2. Nö. Da wäre das Fasten aber sowas von sofort beendet.
    Hochachtung! (Fürs Fasten, nicht für die Wollmausbekämpfung. Die wollen auch nur leben.) 🙂

    • Frau Spätlese

      Ich kann ja manchmal sowas von stur sein . . . Hinterher bin ich dann richtig stolz auf mich und das erste Glas Wein ist wieder das,m was es eigentlich sein sollte – etwas ganz Besonderes. 🙂

  3. Und dann die plötzliche Orientierungslosigkeit beim Morgenspaziergang mit den Hunden, in die gleißend hell aufgehende Sonne. Ich hatte mich so an das Halbdunkel der letzten Monate gewöhnt. Wir haben kaum wieder nach Hause gefunden… 😉

    LG von der suchenden Susanne

    • Frau Spätlese

      Lach – genau, man wusste ja gar nicht mehr, wie sie eigentlich aussah – die Sonne. Aber ist ja jetzt auch egal. Jetzt, wo der Winter wieder da ist . . . und mir verdammt nochmal meine frischgeputzten Fenster zuschneit . . . grmpf.