*** Haushaltstipp Nr. 20 ***

Eigentlich sollte die Überschrift zu diesem Post ja ‚Yeah – ich kann es!‘ lauten.
Eigentlich.
Uneigentlich bin ich jetzt seit Stunden dabei meinen Kopf zu schütteln und mich zu fragen: „Wie blöd kann man eigentlich sein?“
Bisher habe ich keine Antwort gefunden. Im Gegenteil vermute ich sogar, es gibt da noch viel, sehr viel Potential, welches ich allerdings nicht unbedingt ausprobieren möchte . . .
Räusper . . .
Weiter im Text.
Der geplante ‚Yeah – ich kann es!‘-Aufschrei galt nämlich dem Brötchenbacken. Und fast, fast wäre ich in der Lage gewesen, dieses mit Recht zu behaupten.
Aber.
Und damit sind wir beim Haushaltstipp und wieder beim Thema.
*
Die perfekte Hausfrau übt nämlich. Ja, sie übt. Sie übt um des Übens willen. Denn sie kann ja schließlich nicht alles und will sich ja schließlich nicht nachsagen lassen, dass sie ihre Zeit nicht sinnvoll verwendet. Sie muss schon verdammt gute Gründe haben, um in der Küche zu bleiben, wo doch im Büro die Arbeit zu Türmen heranwächst . . .
Eine gute Gelegenheit in diesem Fall ist das Brötchenbacken. Fragen Sie nicht nach Drama. Einigen wir uns einfach darauf, dass es hier noch viel Übungspotential gibt.
Und üben wollen wir doch – oder?
Der Hausherr wünscht sich nichts so sehnlich wie selbstgebackene Brötchen. Nach vielen, vielen, vielen Jahren haben wir jetzt endlich ein erfolgversprechendes Rezept gefunden.
Also, auch wenn Sie glauben, dass Sie die Anforderungen des Brötchenrezeptes jetzt verinnerlicht haben und schon bis zu hervorragend runden und aufgegangenen Teiglingen gekommen sind – und der Hausherr sich schon am Ziel seiner Wünsche wähnt – sie haben noch immer die Chance, das Ruder wieder herumzureißen. (Oder wollen Sie Ihre restliche Lebenszeit damit verbringen, Brötchen für die verfressene Familie zu backen?) Na also.
Schicken Sie Ihre kleinen grauen Hirnzellen einfach mal kurzfristig in Urlaub. Ein paar schöne Bildchen im Netz anschauen zum Beispiel. Oder aber Sie ordern den kreischenden Postboten zu sich nach Hause. Seien Sie kreativ.
Ganz wichtig jedenfalls ist, dass Sie die Brötchen 45 Minuten lang backen. 45 Minuten lang. Keine Minute kürzer.
Höre ich dahinten in der letzten Reihe ein verzweifeltes Aufstöhnen? Vergessen Sie es, meine Liebe. Natürlich weiß ich, dass Sie selbst Ihr Weißbrot nur 40 Minuten backen. Und dann erst Brötchen . . .
JA! ICH! WEISS!
Aber ein bisschen Mühe müssen Sie sich schon geben, wenn Sie morgen noch einmal üben dürfen wollen.
*
Und so ganz nebenbei haben Sie ein paar nette Dekorationsartikel hergestellt. Äußerlich von einem echten Brötchen nicht zu unterscheiden – aber WESENTLICH haltbarer! (Der Hausherr hat vorgeschlagen, davon ein paar dekorativ an die Wand zu nageln.) Dabei fällt mir ein, ich muss grad mal kontrollieren, was die Dinger für ein Geräusch machen, wenn sie auf die Fliesen auftreffen.
Na, gut. Morgen gibt es jetzt jedenfalls erst einmal Griessuppe zum Frühstück – und ich üb‘ dann nächste Woche weiter.
*
Sollte es hier jemals selbstgebackene Brötchen zum Frühstück geben – dann werde ich selbstverständlich darüber berichten.
Versprochen!

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2 Antworten zu “*** Haushaltstipp Nr. 20 ***

  1. Wegen dem Drama ist mir spontan das hier eingefallen:

    Könnte man vielleicht ja noch irgendwie ins Rezept einbauen?!
    😉

    Aufgepasst übrigens beim Fliesentest: ich würde vorher mit den Fliesen und den Brötchen einen Intelligenztest machen — bekanntermaßen gibt ja der Klügere nach.