*** Wie wir unseren Tannenbaum aufstellen ***

Es ist Samstag früh, nach dem selbstendenden Schlaf am ersten Ferientag sitzen wir gemeinsam beim späten Frühstück und wir besprechen den Plan für den Tag.

‚Der Tannenbaum im Garten muss abgesägt werden . . . ’ setzt der Hausherr an.

‚Ach, na das ist doch kein Problem.’ Sagt der Kronsohn. ‚Den habe ich in zwei Minuten abgesägt!’

Zwei Stunden später bringt der Kronsohn den Baum und murmelt etwas von ‚ . . . länger dauern . . . ’ in seinen nicht vorhandenen Bart.

Dann versuchen der Hausherr und Frau Spätlese den Baum in den Ständer und auf den Tisch zu stellen. Denn der Plan war der Folgende: Wir nehmen einen eigenen, kleinen Baum aus dem Garten, und stellen ihn auf das Beistelltischchen am Kopfende unseres Esstisches vor das Fenster.

Soweit zur Theorie. Frau Spätlese betrachtet den Baum und schiebt den Tisch schon mal etwas weiter weg. Für einen kleinen Baum hat dieser aber einen tollen Umfang. Gerade im unteren Viertel.

Der Hausherr zwängt den Baum in den Weihnachtsbaumständer und instruiert Frau Spätlese den Baum gerade zu halten, damit er unten die Schrauben festziehen kann.

In der nächsten halben Stunde dringen nur vereinzelte Wortfetzen zwischen den Tannennadeln hindurch:

. . . wenn das gerade ist . . . naja, so geht das gar nicht . . . nein, ich schiebe nicht . . . natürlich muss ich irgendwann loslassen . . . das soll gerade sein . . . sag mir einfach, wohin du drehen willst . . . also gerade geht anders . . . dann säg doch diesen blöden Zweig ab . . . also ich lass jetzt los . . .

Et voila, wie durch Zauberhand steht der Baum. Jetzt noch auf das Tischchen . . . der Hausherr hebt und wuchtet den Baum über die Schräglage in die Höhe, setzt ihn auf dem Tischen ab . . . jetzt nur noch gerade aufrichten . . . huch, was ist das? Im Winkel von 80° lässt sich der Baum nicht weiter bewegen. Eine kürze Recherche ergibt – die obersten 70 cm des Baumes haben sich an der Decke verkeilt und bis zum Erreichen diesen Fixpunktes auch schon zwei schöne, dekorative, grüne Streifen an der Decke hinterlassen.

‚Vergiss den Tisch.’ Sagt der Hausherr. ,Der muss unten stehen bleiben!’

‚Aber da geht es nicht. So hinter dem Tisch sieht man ihn doch gar nicht.’ Protestiert Frau Spätlese. Der Hausherr und Frau Spätlese schauen sich schulterzuckend an.

‚Bleibt nur die Ecke da hinten, bei der Couch.’ Zeigt Frau Spätlese ins hintere Wohnzimmer. ‚Nein’ Antwortet der Hausherr, dann ist die Wintergartentür komplett zugestellt.’

‚ Ja, wir können ja die Couch drehen, um 90° dann passt er dort in die Ecke . . . und du kommst noch dran vorbei?’

Also räumen wir den Küchentisch samt Stühlen beiseite, stellen den Couchtisch aus dem Weg, ziehen den Teppich aus dem Weg, drehen die Couch, platzieren den Teppich wieder, stellen den Couchtisch drauf, stellen den Weihnachtsbaum auf einen Wischlappen und ziehen und zerren ihn darauf über die Fliesen in Richtung angepeilte Wohnzimmerecke. Thankgod haben wir keinen Teppich, das würde jetzt gerade noch fehlen. Dann stellen wir den Küchentisch wieder zurück, die Stühle ebenfalls . . .

Jetzt nur noch in Windeseile schmücken – und schon haben wir am frühen Nachmittag einen wunderschön geschmückten Baum im Wohnzimmer stehen.

Hach!

Und die Vorfreude steigt . . .

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6 Antworten zu “*** Wie wir unseren Tannenbaum aufstellen ***

  1. Simone Heller

    Wieso kommt mir das so bekannt vor?
    LG Simone

  2. Sehr schön! Frohe Weihnachten!

  3. Nachdem Ihr das ganze Haus umgestellt habt, wird es Zeit, ein frohes Fest zu wünschen! 😀
    Also: Ich wünsche Euch ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest! Nun kann ja nix mehr schief gehen. 😆

    Viele liebe Grüße
    Susanne

    • Frau Spätlese

      Das ist lieb. Danke und das selbe natürlich auch für Dich und Deine Familie und nicht zu vergessen die Tiere. 🙂