*** Die Sache mit instagram und den agbs ***

Wer schon einmal ausführlicher auf meiner Seite gestöbert hat, hat sicherlich auch den Link zu meiner Bildergalerie bei instagram gefunden.

Einfache kleine bildliche Statusmeldungen über den Tag (angefangen beim Notkaffee vor dem Frühstück) oder aber schon mal ein paar qualitativ etwas bessere (*räusper*) Fotos. Pur oder bearbeitet – egal. Hauptsache Quadratisch – praktisch – gut.

Ich war verliebt in instagram und jubelte in nur einem halben Jahr, man höre und staune, knapp 500 Bilder in das Netz. Ich nahm Anteil an den Fotos von anderen, an dem von ihnen fotografierten Arbeitsweg, das frühe Aufstehen, die Kinder . . . die Umgebung, das Haus, den Garten, das Auto. Das Leben 1.0 halt.

Nun wurde vor einiger Zeit dieses Fotonetzwerk instagram von facebook aufgekauft. ‚Na und’ und ‚nicht schlimm’ werden jetzt alle diejenigen von Euch rufen, die ohnehin Mitglieder von facebook sind.

Nun . . .

. . . ich bin es nicht und will es auch mit Absicht nicht sein. Aus dem ganz einfachen und klar und deutlich formulierten Grund nicht, weil ich dieses Sammeln sämtlicher Daten über mich nicht möchte. Punkt.

Sicherlich gibt es auch jetzt Kommentare, die mir hinterher rufen werden, aber das machen doch alle, dieses Daten sammeln. Vielleicht. Und genau deshalb gebe ich nach Möglichkeit begrenzte, nur soviel wie unbedingt benötigte Daten frei. Soviel, wie eben nötig ist, um diesen Blog zu betreiben, oder aber im Internet irgendetwas zu bestellen. Es ist nicht leicht und gelingt nicht immer, vielleicht auch immer seltener. Aber ich möchte trotz allem so weit es geht Herr über meine Daten sein.

Zurück zu instagram.

Nach eben jenem Verkauf dauerte es auch nicht lange, bis neue allgemeine Geschäftsbedingungen veröffentlicht wurden. Auf Englisch selbstverständlich. Nun sind das Englisch und ich nicht gerade die allerbesten Freunde – wir kommen halbwegs klar miteinander – aber allgemeine Geschäftsbedingungen mit juristischen Formulierungen – eher schwach! Und oft genug ist man ja geneigt, den Haken zu setzen, getreu dem Motto: ‚wird schon passen’.

Plötzlich aber kursierte auf instagram die Meldung, dass ab dem 16. Januar 2013 instagram berechtigt wäre, die von den Nutzern eingestellten Fotos an Werbefirmen zu verkaufen (ohne den Nutzer am Erlös zu beteiligen) und außerdem die mobilen Daten des Nutzers zu Werbezwecken zu veräußern. Seien es Geräte-ID’s oder die Log-Dateien, oder abgespeicherte Bewegungsdaten . . . Cookies machen es möglich.

Auf ‚teltarif’ findet sich dazu folgende Information: Im Originaltext heißt es: „To help us deliver interesting paid or sponsored content or promotions, you agree that a business or other entity may pay us to display your username, likeness, photos (along with any associated metadata), and/or actions you take, in connection with paid or sponsored content or promotions, without any compensation to you. […] You acknowledge that we may not always identify paid services, sponsored content, or commercial communications as such.“

Will ich das? Will ich beim bummeln in der City mir plötzlich selbst von einem Werbeplakat entgegengrinsen? Oder meinen Sohn sehen? Oder . . .?

Will ich nicht! Und nicht nur ich will das nicht, viele andere wollen das auch nicht. Und deswegen lief gestern ein Sturm durch instagram. Von einigen belächelt als Panikmache.  Von anderen ernst genommen, die deswegen jetzt dort ihre Accounts löschen und die mir deswegen jetzt schon fehlen.

Aber auch ich habe meine Bilder dort sämtlichst gelöscht und werde schweren Herzens auch meinen Account dort abmelden.

Auch, wenn instagram jetzt zurückrudert, und sagt, „War ja alles gar nicht so gemeint, war nur unklar formuliert. Sorry!“

Aber diese Entschuldigung nehme ich nicht an. Ich weiß, dass es natürlich immer nur ums Geld verdienen geht. Und Herr Zuckerberg hat schon bei der Übernahme von instagram mitgeteilt, dass er natürlich jetzt überlegen wird, wie sich damit Geld verdienen lässt.

Pech nur für ihn, dass es Nutzer gibt, die die allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht nur a) lesen sondern auch b) verstehen. Und dieses Wissen auch noch c) mit anderen Nutzern teilen.

Danke, an dieser Stelle dafür. Mein bisher bestehendes Misstrauen den Firmen des Herren Zuckerberg gegenüber ist somit nicht weniger geworden.

Und eine ganz kleine Frage zum Schluss: Was wäre gewesen, wenn es nicht diese heftige Nutzerkritik und die massenweisen Fotolöschungen und Accountschließungen gegeben hätte. Wären die neuen AGB’s dann vielleicht doch so wortwörtlich angewendet worden, wie sie dort standen, mit ebendiesen ‚unglücklichen Formulierungen’?

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2 Antworten zu “*** Die Sache mit instagram und den agbs ***

  1. Seit du mir die Idee mit Instagram in den Kopf gesetzt hast, liebäugele ich damit. Und als ich vor zwei Wochen meinen Facebook-Account gelöscht habe, dachte ich noch, Instagram hätte sich damit automatisch erledigt… Egal, solche „Netzwerke“ brauche ich echt nicht. Komm doch zu uns auf Twitter (wir haben Kekse 😉 )

    • Frau Spätlese

      Ach Mensch – das ist ja eine liebe Einladung ;-), mein Problem ist nur, ich komme nicht so gut mit Worten klar. Ich bin mehr für’s optische . . .
      So’n kalter Entzug kann ganz schön hart sein . . . 😦