Monatsarchiv: Dezember 2012

*** Guten Rutsch ***

So, Ihr Lieben.
Da haben wir nun wieder ein Jahr gemeinsam um die Ecke gebracht.
Danke dafür, dass Ihr bei mir gelesen und auch kommentiert habt.
Danke dafür, dass Ihr selber auch so tolle Blogs schreibt, damit ich was zum Lesen habe. (Und das mit dem Kommentieren krieg ich vielleicht nächstes Jahr auch besser hin.)

Ich wünsche Euch einen guten Rutsch in ein gesundes 2013 (wenn das erst einmal passt – dann wird der Rest auch schon noch) und dass wir im kommenden Jahr auch wieder viel zu bloggen haben . . . und dabei nach Möglichkeit nicht zuviel Schaden anrichten 🙂

In diesem Sinne: Auf ein Neues!

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*** Geschenke ***

Die seit Weihnachten zu unserer Familie gehörende Wetterglucke dreht sich im blauen Himmel nach dem Wind, als wir beschließen, dass es an der Zeit wäre, den Restaurantgutschein vom Geburtstag einzulösen.

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Also machen wir uns auf den Weg. Voller Vorfreude und mit leerem Magen. Das Restaurant ist fast völlig leer. Nur ein Pärchen kämpft an einem Fenstertisch mit ihren zwei übermüdeten Kindern. Die Kellnerin platziert uns direkt daneben. Das Kulturprogramm gibt es also gratis.

Wir sind so hungrig, dass der ‚Kleine Gruß aus der Küche‘ quasi sofort inhaliert ist.

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Aber dann. Aber dann geht es richtig los. Da der Gutschein ursprünglich für ein Fischbüfett gedacht war darf der Kronsohn heute seine Meeresfrüchte bekommen. Er ist glücklich. Und so teilen sich beide Männer einen Hummer. (Möchten Sie den linken oder den rechten? Fragt die Kellnerin vor dem Meerwasserbassin.)

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Ich entscheide mich für Steinbeißerfilet und bereue die Entscheidung nicht. Ein Foto davon gibt es nicht, weil ich dafür eine dritte Hand benötigt hätte – meine beiden Hände wollten Messer und Gabel partout nicht loslassen.
Die Familie am Nachbartisch ist mittlerweile verschwunden um die Kinder ins Bett zu bringen. Dafür sammeln sich an den anderen Tischen ringsherum mittlerweise die Rentner, welche sich über das aufgebaute Kuchenbüfett hermachen. An unserem Tisch hingegen ist immer noch gelegentliches Knacken zu hören, wenn die beiden Männer noch Leckerbissen in den Scheren und Beinen finden.

Dann noch einen Kaffee und für den Kronsohn eine frischgebackene Waffel (Sie haben noch 12 Euro gut, die können wir aber nicht auszahlen. Wollen Sie sich nicht noch etwas aussuchen?) Und dann rollen wir endlich aus dem Restaurant.

Jetzt hilft nur noch eines. Ein strammer Spaziergang am Strand und anständig Wind um die Nase. Wir werden mit einem tollen Blick am Meer belohnt.

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Und wir sind sogar zufällig am richtigen Strandabschnitt gelandet. Hat jemand eine Decke mit? Ich hätte nichts gegen ein Nickerchen einzuwenden.

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Ein Blick zurück zeigt, dass die Sonne bald untergehen wird. Hach, aber schön ist es hier.

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Ein Blick über das Meer zeigt, dass dort das für heute angekündigte Wetter aufzieht – welches uns bisher so gnädig verschont hat. Ach ja, und der dunkle Fleck da in der Mitte ist keine verrutschte Buhnenbohle, sondern ein äußerst verrückter ehrgeiziger Angler auf der Jagd nach Meerforellen. Nein, nicht der Hausherr. (Der schaute neidvoll zu.)

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Man sieht es ganz hinten am Horizont sogar schon regnen. Dunkel wird es außerdem auch. Also nichts wie ab nach Haus.
Ein kleiner Tipp am Rande: Es hilft an der Stelle, wenn man sich die Nummer des Strandaufganges wo das Auto steht merkt. Es erleichtert den Heimweg in einer regnerischen Dunkelheit.

Alles in allem: Es war ein toller Tag. Danke Ihr Lieben für Euer großzügiges Geschenk.

*

P.S. Absolut unbezahlbar war übrigens der Blick der Kellnerin, als wir ihr eröffneten, dass wir sämtliche Hummerreste gern für unsere Hühner mitnehmen wollen würden . . . 😉

*** Ich wollt ich wär ein Huhn . . . ***

. . . Ich wollt ich wär ein Huhn, ich hätt nicht viel zu tun,  ich legte täglich ein Ei und Sonntags auch mal zwei . . . Juchhei . . .

Summte ich in der Vorweihnachtszeit so passend vor mich hin. Allerdings mit einem leicht grimmigen Unterton in der Melodie – denn ganz offensichtlich kennen unsere Hühner diesen Text nicht – oder sie haben ihre Stellenbeschreibung nicht aufmerksam genug gelesen.

. . . ich legte täglich ein Ei und sonntags auch mal zwei . . .

Wer unsere Hühner kennt, fällt spätestens an dieser Stelle vor Lachen vom Stuhl. Im täglichen Wer-hat-wieviel-Eier-Wettbewerb zwischen der Nachbarin fällt es mir zunehmend schwer zu lächeln. ‚Fühünf!’ ruft es siegessicher von der anderen Seite des Zaunes – ‚Eins’ brummelgrummel ich mir in meinen nichtvorhandenen Bart. Hmpf. (Auch zwei oder drei klingt nicht wirklich besser.)

Dann stehe ich am Zaun und beobachte unsere Hühner. Diese stehen auf der anderen Seite des Zaunes und beobachten zurück. ‚Kommst Du und gibst uns Leckerli?’ fragen sie. ‚Legst erst mehr Eier’ erpresse ich. – Selbstverständlich ergebnislos.

Unsere Hühner bekommen jeden Tag ausreichend Weizen, dazu eine Portion Dreikorngequetschtes und außerdem gemahlene Knochen und Eierschalen. Manchmal Reste von unserem Essen, geriebene Äpfel, Rüben . . . und jeden Tag Grünfutter.

Außerdem laufen sie auf einer riesigen Rasenfläche, welche vom Hausherren nur äußerst selten zusätzlich gemäht werden muss.

Jetzt sag mir noch mal einer, dass das kein Hühnerparadies ist. Und was ist der Lohn?

Unsere Hühner genießen ihr Leben. Sie sonnen sich, freuen sich über Sonne und Rasen, brüten was das Zeug hält und mausern, was das Zeug hält.

Eier?

Immer nur die Mindestliefermenge – geradeso, dass wir nicht verzweifeln und die Hühner austauschen. Ich wette, dass haben die knallhart kalkuliert.

Dann kommt der Winter. Mit Macht. Schnee, Kälte und Eis machen aus der grünen Oase eine weiße kalte Wüste. Unsere Hühner verweigern den Ausgang, bis ich ihnen einen Streifen Rasen frei schiebe. Einen schmalen Streifen grün. Nur mehr symbolisch, damit sie nicht mit zwei angezogenen Beinen duldend im 20 cm hohen Schnee aushalten müssen.

Nun passiert tatsächlich ein kleines Wunder. Die nächsten Tage pendeln sie sich ziemlich genau auf drei Eier am Tag ein. Das heißt zwar immer noch, dass jedes Huhn nur alle zwei Tage ein Ei legt – aber immerhin. Wir können unser Glück kaum fassen. Bi uns ein Licht aufgeht.

Und jetzt sag ich Euch was. Dieses Pack stopft sich den Kropf mit Rasen und was weiß ich voll und nicht mit lecker Körnerkraftfutter. Wie soll aus Rasen bitte schön regelmäßig täglich ein Ei werden können? Für das tägliche Ei muss in das Huhn auch täglich mehr Energie oben reingestopft werden als eben nur solch Wellnessleckerkramrasen.

Wir haben also Wellnesshühner! Und jetzt ist zu allem Überfluss auch der ganze schöne Schnee wieder weggetaut und der Rasen liegt wieder frei. Na toll.

Ich hätte gern wieder 15 cm Schnee. So bis März durchgehend bitte. Damit ich auch mal bei der Nachbarin punkten kann. (Deren Hühner im übrigen auf einem unbegrünten Stückchen Erde zu Hause sind.)

*** Endlich Weihnachten ***

So, alles geschafft.

Gekauft, geklöppelt, gehäkelt, gestrickt, genäht. Whatever.

Alles fertig eingewickelt und die große Bescherung kann kommen.

Jetzt schwenken wir bitte um von ‚Jingle Bells‘ auf ‚Last Chrismas‘

Hach.

*** Wie wir unseren Tannenbaum aufstellen ***

Es ist Samstag früh, nach dem selbstendenden Schlaf am ersten Ferientag sitzen wir gemeinsam beim späten Frühstück und wir besprechen den Plan für den Tag.

‚Der Tannenbaum im Garten muss abgesägt werden . . . ’ setzt der Hausherr an.

‚Ach, na das ist doch kein Problem.’ Sagt der Kronsohn. ‚Den habe ich in zwei Minuten abgesägt!’

Zwei Stunden später bringt der Kronsohn den Baum und murmelt etwas von ‚ . . . länger dauern . . . ’ in seinen nicht vorhandenen Bart.

Dann versuchen der Hausherr und Frau Spätlese den Baum in den Ständer und auf den Tisch zu stellen. Denn der Plan war der Folgende: Wir nehmen einen eigenen, kleinen Baum aus dem Garten, und stellen ihn auf das Beistelltischchen am Kopfende unseres Esstisches vor das Fenster.

Soweit zur Theorie. Frau Spätlese betrachtet den Baum und schiebt den Tisch schon mal etwas weiter weg. Für einen kleinen Baum hat dieser aber einen tollen Umfang. Gerade im unteren Viertel.

Der Hausherr zwängt den Baum in den Weihnachtsbaumständer und instruiert Frau Spätlese den Baum gerade zu halten, damit er unten die Schrauben festziehen kann.

In der nächsten halben Stunde dringen nur vereinzelte Wortfetzen zwischen den Tannennadeln hindurch:

. . . wenn das gerade ist . . . naja, so geht das gar nicht . . . nein, ich schiebe nicht . . . natürlich muss ich irgendwann loslassen . . . das soll gerade sein . . . sag mir einfach, wohin du drehen willst . . . also gerade geht anders . . . dann säg doch diesen blöden Zweig ab . . . also ich lass jetzt los . . .

Et voila, wie durch Zauberhand steht der Baum. Jetzt noch auf das Tischchen . . . der Hausherr hebt und wuchtet den Baum über die Schräglage in die Höhe, setzt ihn auf dem Tischen ab . . . jetzt nur noch gerade aufrichten . . . huch, was ist das? Im Winkel von 80° lässt sich der Baum nicht weiter bewegen. Eine kürze Recherche ergibt – die obersten 70 cm des Baumes haben sich an der Decke verkeilt und bis zum Erreichen diesen Fixpunktes auch schon zwei schöne, dekorative, grüne Streifen an der Decke hinterlassen.

‚Vergiss den Tisch.’ Sagt der Hausherr. ,Der muss unten stehen bleiben!’

‚Aber da geht es nicht. So hinter dem Tisch sieht man ihn doch gar nicht.’ Protestiert Frau Spätlese. Der Hausherr und Frau Spätlese schauen sich schulterzuckend an.

‚Bleibt nur die Ecke da hinten, bei der Couch.’ Zeigt Frau Spätlese ins hintere Wohnzimmer. ‚Nein’ Antwortet der Hausherr, dann ist die Wintergartentür komplett zugestellt.’

‚ Ja, wir können ja die Couch drehen, um 90° dann passt er dort in die Ecke . . . und du kommst noch dran vorbei?’

Also räumen wir den Küchentisch samt Stühlen beiseite, stellen den Couchtisch aus dem Weg, ziehen den Teppich aus dem Weg, drehen die Couch, platzieren den Teppich wieder, stellen den Couchtisch drauf, stellen den Weihnachtsbaum auf einen Wischlappen und ziehen und zerren ihn darauf über die Fliesen in Richtung angepeilte Wohnzimmerecke. Thankgod haben wir keinen Teppich, das würde jetzt gerade noch fehlen. Dann stellen wir den Küchentisch wieder zurück, die Stühle ebenfalls . . .

Jetzt nur noch in Windeseile schmücken – und schon haben wir am frühen Nachmittag einen wunderschön geschmückten Baum im Wohnzimmer stehen.

Hach!

Und die Vorfreude steigt . . .

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*** Komplett einen an der Waffel ***

Ich muss an dieser Stelle leider verkünden, dass es unausweichlich sein wird, diesen Blog demnächst zu schließen.

Weil ich nämlich mit den Vorbereiten von Blogeinträgen derart mental beschäftigt bin, dass ich schon seit Tagen zur Melodie von ‚Jingle Bells‘ den Text von ‚Ich wollt ich wär ein Huhn‘ singe.

Es kann nicht mehr lange dauern, bis die freundlichen Männer mit den praktischen weißen Kitteln kommen, wo man die Ärmel so toll hinterm Rücken zusammenbinden kann, und mich für eine längere Weile mitnehmen.

War nett, Euch kennengelernt zu haben.

😀

*

P.S. Und ihr könnt gar nicht nachvollziehen, was ich meine, weil nämlich nur drei (DREI!) auf den Link zur NDR-Version von Jingle Bells geklickt haben.
So!
Wofür mache ich mir überhaupt diese Mühe?
Schämt Euch.

hJingle Bells – NDR 2012

*** Haushaltstipp Nr. 19 ***

Die clevere Hausfrau versucht selbstverständlich erst recht in so kostenintensiven Zeiten wie diesen zu sparen. Dazu gehört auch die Kontrolle des Warmwasserverbrauchs. Sicherlich kennt jede bemühte Hausfrau das Problem, dass der Hausherr mal wieder duscht und duscht und duscht und . . .

Nun kann die brave Hausfrau den Angetrauten ja nicht einfach unter der Dusche hervorzerren. Wo kommen wir denn da hin? Sie wollen doch den Mann Ihres Herzens nicht etwa gängeln?

Also geht die kluge Hausfrau taktisch geschickt vor.

Sie beginnt mit der Abendbrotsvorbereitung.

Stellen Sie sicher, dass zum Abendbrot unbedingt ein großes Stück gereifter (sprich: festerer) Schinken gehört.

Nehmen Sie das größte Messer, dass Sie finden können.

Da Sie natürlich nicht ewig Zeit haben, arbeiten Sie zackig und mit Schwung.

Und wenn Sie das Gefühl haben, dass der Mann Ihrer Träume jetzt wirklich sauber genug ist, geben Sie noch mal ein bisschen Temp und Kraft (!) darauf.

Et voilá.

So können Sie nämlich an den Ritter im Mann appellieren und seinen Beschützerinstinkt wecken.

Sagen Sie einfach mit brüchiger Stimme und dabei den Zeigefinger schön demonstrativ auf Augenhöhe fest pressend ‚Schatz – wenn Du dann mit Duschen fertig bist, bist Du so lieb und schneidest mir ein Pflaster ab?

Anschließend gehen Sie in die Küche, spülen die Wunde kurz mit Wasser aus und lassen die Dreckpartikel gründlich ausbluten (sorgt für einen enorm dramatischen Effekt in der Spüle!)

Sie werden sehen, Ihr Herzallerliebster kommt in Windeseile aus der Dusche und Sie brauchen sich keine Sorgen mehr um die Warmwasserrechnung machen.

*

P.S. Ich wusste gar nicht, wieviel Blut so in einem Zeigefinger steckt . . .