*** Die Geschichte vom Spatz in der Hand ***

Wir erinnern uns an diesen Sommer . . .

. . .

warm

. . .

o.k. so weit?

Alles klar.

Es war einer dieser Sommertage, da sprach der Kronsohn: ‚Mama, die Vögel machen einen Krach im Schornstein.‘ Und die besserwissende Mama tätschelte dem Kronsohn den Kopf und sagte: ‚Ja, ja, die sitzen oben AUF dem Schornstein laufen da rum und zwitschern, stimmts?‘ Damit war die Sache für mich erledigt. Was interessieren mich die Vögel auf dem Dach.

Und vergessen.

Nicht für den Kronsohn. Der kam wieder und sagte: ‚Mama, die Vögel machen einen Krach im Schornstein!‘ Und die besserwissende Mama sagte (innerlich die Augen verdrehend): ‚Ja, ja, wir haben ja schon darüber geredet und ich kann da auch nichts tun.‘

Damit war die Sache aus meinem Kopf.

Irgendwann stand ich dann mutterseelenallein in der Küche. Und ich war nicht nur allein in der Küche, ich war auch allein im ganzen Haus. Da hörte ich ein verdächtiges Geräusch. Aus dem Wohnzimmer. Dem WOHNZIMMER!

Leise schlich ich mich ins Wohnzimmer. – Nichts. Da war nichts!

Plötzlich wieder – scharrende Geräusche. Haben wir tagsüber einen Marder laufen? IM Haus?

Da wieder. Ein Scharren und Kratzen.

Blitzschnelle Ortung und messerscharfe Schlussfolgerung verwiesen auf das Schornsteinrohr des Kachelofens. Oh – oh. Da kommt man doch nicht ran! Aber das Geräusch verklang, indem es nach unten sackte. Oh – oh. In den Ofen . . .

Nach längerer reiflicher Überlegungszeit traute ich mich an den Ofen.

Todesmutig öffnete ich die Ofenklappe einen winzigen Spalt um hineinzuspähen. Und ich sah . . . Federn.

Federn?

Ich öffnete die Klappe ganz und wer saß unten im Feuerraum des Kachelofens?

Drei (in Worten: drei!) Spatzen.

Lebendig.

Die müssen tatsächlich bei ihrer Kasperei AUF dem Schornstein IN eben diesen gefallen sein. Und hatten natürlich keine Chance. Kein Spatz dieser Welt kann in einem glatten Edelstahlrohr senkrecht nach oben fliegen. Statt dessen rutschten sie immer tiefer. Den ganzen Schornstein lang durch das Bad herunter bis in das Wohnzimmer. Bis zum Ofen. Und dann sämtliche Windungen innerhalb des Ofens herunter bis in den Feuerraum. Welch ein Martyrium.

Jetzt befördern Sie mal umsichtig und achtsam die Spatzen aus dem Feuerraum in die Freiheit . . . oder versuchen es wenigstens. Bevor ich auch nur den ersten greifen konnte, flogen schon zwei der frechen Biester durch unser Wohnzimmer. Und natürlich mit ihrem vollgestaubten Gefieder gegen die Glasscheiben. (Notiz an mich selbst: im Wiederholungsfall vorher sämtliche Türen und Fenster weit öffnen.)

Ich könnte jetzt das Ganze sehr in die Länge ziehen um meinen Versuch ausführlich zu beschreiben, diese hektisch flatternden  Vögelchen in die Finger zu bekommen ohne mir irtgendwelche Kaktusstacheln vom Wohnzimmerfenster in den Körper zu rammen oder die Kollateralschäden an Pflanzenmaterial möglichst gering zu halten.

Kurz.

Es gelang.

Aber Zeit für ein Foto war noch.

 

Insgesamt habe ich diesen Sommer fünf Spatzen aus dem Ofen geholt – zwei davon leider tot.

Jetzt in der Heizsaison haben die sicherlich keine Ambitionen oben in den Rauchgasen auf dem Schornstein zu hocken. Und für den nächsten Sommer organisiere ich eine Abdeckung. Für das Überleben der Spatzen.

 

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6 Antworten zu “*** Die Geschichte vom Spatz in der Hand ***

  1. Ich erinnere mich gerade an meine Spatzenjagd in unserem Schlafzimmer in diesem Sommer. Ich hatte darüber ja auch berichtet. Das war nur einer, ich kann mir vorstellen, wie fröhlich man nach insgesamt drei Spatzen rumspringen muss.
    Traurig, dass Du für zwei zu spät gekommen bist.
    LG

  2. Oh man das ist ja eine Geschichte… 😀
    Kann mir gut vorstellen, wie die wilde Jagd durchs Wohnzimmer aussah! Rußverschmierte Spatzen… 😉
    Aber dass die süßen Kleinen Selbstmord im Ofen machen, ist total blöd. Da müsst Ihr im Frühjahr aufs Dach. Man hat ja sonst nix zu tun.

    LG Susanne
    PS: In Zukunft bitte mehr auf den Kronsohn hören! 😉

    • Das ist schon im Plan. Der Schornsteinfeger hat gesagt, da geht einfacher Kükendraht – und den haben wir ja zur Genüge.

      • Das ist ja ganz einfach! 😀

        Ich habe gerade Deine Foto-Galerie entdeckt. Kann man da eigentlich auch blättern, oder muss man jedes einzelne Foto anklicken und dann wieder zurück? Bin wahrscheinlich mal wieder zu blond… 😀

        LG Susanne

      • Frau Spätlese

        Also das mit dem Blättern habe ich auch noch nicht rausgefunden. Bisher kenne ich auf dem Rechner nur anklicken und zurück. Auf dem Handy ist es einfacher – da kann man scrollen.

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