*** Ein ganz ruhiger Sonntag ***

Irgendwann gegen 04:30 Uhr schreckt Frau Spätlese hoch. Ihr Arm greift ins Leere – ach ja, der Hausherr ist auf Angeltour. Sie kuschelt sich in die Decke, nur nicht aufwachen jetzt. Egal, was da so komisch geknackt hat.

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Gegen sieben schlüpft der Kronsohn mit unter die Decke. Wachkuscheln. Achtung! Nachher unbedingt drei rote Kreuze im Kalender machen. Mit Mama kuscheln ist für 14jährige doch total uncool. Egal, bis dahin wird es genossen.

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Kurz vor halb acht brummelt es vom Nachbarkopfkissen: ‚Wie schafft es Papa eigentlich immer so früh aufzustehen?’ ‚Keine Ahnung!’ flüstert es zurück und Mutter und Sohn feixen sich eins.

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Gegen acht  beschließt Frau Spätlese, dass die Hühner nun lange genug auf ihr Frühstück gewartet haben. Also raus aus den Federn und hinein in den Tag.

Aber ein Kaffee muss sein.

In der Küche fällt ihr Blick auf den Sauerteigansatz. Oh je. Der  Kronsohn soll heute ein Brot mit ins Internat bekommen. Liebe Hühner entschuldigt bitte, es dauert noch etwas.

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Zwei Kaffee später steht Frau Spätlese im Keller und sucht das Hühnerfutter zusammen. Ach so ein Mist – das Weichfutter ist ja alle und folglich Improvisation angesagt. Frau Spätlese wendet die Augen zum Himmel und grummelt leise ein ‚Danke – immer ich!’

Glücklicherweise hatte sie gestern genug Möhrenkraut geschnitten, so dass wenigstens das Grünzeugs schon da ist.

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Kurzer Check, was die Küchenhilfe mit dem Brotteig anstellt – und dem Kronsohn im Vorbeilaufen ein paar Instruktionen an den Kopf geworfen – wir essen draußen Frühstück. Denk an deinen Tee und setz noch einmal Kaffeewasser auf. Währenddessen schnell das neue Weichfutter aufsetzen – Kartoffeln und Möhren köcheln leise vor sich hin.

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09:30 Uhr sind die Hühner gefüttert, die Entenküken im Freilauf und ebenfalls gefüttert (Natürlich musste das Futter erst angerührt werden!) und das Brot ist in seiner ersten Ruhephase. Vom Frühstück ist noch nicht viel zu sehen. Frau Spätlese will gerade tief Luft holen zum Meckern, da entdeckt sie einen liebevoll vorbereiteten Teller mit Apfelscheibchen und Tomatenstücken. Der Kronsohn steht stolz daneben. Sie schluckt alle hässlichen Wörter herunter und  drückt das Kind. Dann machen wir den Rest eben gemeinsam . . .

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10:30 Uhr sitzt die gesamte Familie am Frühstückstisch. Der Hausherr hat zwei Karpfen mitgebracht und seine Augen leuchten glücklich. Das Brot ist erneut geknetet und in die Backform befördert und darf sich dort jetzt voll entfalten.

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Nach Hühnerstall- und Hühnerhofreinigung ist es ein Uhr. Schnell die Schmorgurke zum Aufwärme auf den Herd – glücklicherweise ist die bereits fertig. Während diese erwärmt wird, springt Frau Spätlese unter die Dusche und macht einen Menschen aus sich. Nur zum Haarefönen reicht es nicht. Egal. Bei diesem Sommerwetter heute trocknen die auch so. Auch Mittag gibt es draußen. Währenddessen bäckt das Brot.

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Jetzt noch schnell mit dem Kronsohn die Tasche packen. Vom frischen Brot eine kleine Reiseverpflegung schmieren und pünktlich viertel vier klingelt der DRK-Transport. Wieder ein Wochenende vorbei. Das Kind wird gedrückt und geherzt und verabschiedet.

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Nun in Windeseile doch noch die Haare in eine Frisur zwängen. Sonntagshübsch anziehen und schon klingeln Nachbars an der Tür. Wir trinken gemütlich Kaffee und zeigen Nachbars dann ihren zukünftigen Hahn – eines unserer coolsten Küken. Frau Nachbarin ist schnell auf der Suche nach einem neuen Namen. ‚Balu’ soll er heißen. Na gut, auch das.

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Wie die Zeit verfliegt  – 18:00 Uhr schnell das Abendbrot vorbereiten.

Dann die Entenküken wieder zur Nacht in das Hühnerhaus bringen, den Hühnerfuttertrog einsammeln und für morgen früh in den Keller tragen.

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Küche aufräumen, Rosè aus dem Keller holen und Füße hoch. Arbeit am Fotobuch, am Blog.

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Jetzt ist es gegen Zehn – bald Bettzeit. Schon wieder ein Sonntag um die Ecke gebracht.

Und Ihr so?

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3 Antworten zu “*** Ein ganz ruhiger Sonntag ***

  1. Apropos Hühner: Was macht Gluckchen?

    LG Susanne