*** Die Welt steht Kopf auf Usedom ***

Es ist Sommer.

Nein, das trifft es nicht wirklich.

Es ist nicht nur Sommer, es verhält sich auch so. Die Wetterpropheten versprechen auch erstklassiges Sommerwetter. Was heißt: Sonne pur, Temperaturen im Niedriggarbereich und das Fehlen fast sämtlicher Wölkchen.

Und so lässt sich dieser Sommertag auch an. Schon früh am Morgen ist es angenehm warm, die Sonne verspricht, dass sie erst bei den Aufwärmübungen ist, die Wölkchen machen gerade irgendwoanders Urlaub.

Es ist also Sommer und einfach schön und der Hausherr grummelt und brummelt auf dem Beifahrersitz.

Na toll!

Frau Spätlese versucht ein paar ablenkungsreiche Ferientage zu organisieren, damit man hinterher auf die Frage nach der Ferientätigkeit nicht mit ‚Ähem – den Garten umgegraben – so ca. 35 x?‘ antworten muss, und der Hausherr brummelt und grummelt auf dem Beifahrersitz. Trotz Ohren auf Durchgang, konzentrieren auf den Verkehr und versuchte Nichtbeachtung sind Satzfetzen wie . . . bei dem Wetter . . . da könnte man endlich mal auf der Terrasse sitzen und das Wetter genießen  . . . da fahrt man aufs überfüllte Usedom . . . als ob es zu Hause nicht auch schön ist . . . ich könnte so viel erledigen . . . nur wegen einem doofen Haus . . .

Nun ist Frau Spätlese ein grundoptimistischer Mensch und deshalb gab es auf all diese Grummeln und Brummeln nur eine Antwort: ‚Ich FREU mich drauf.‘

So.

Es wurde noch einmal ein ganz klein wenig schwierig als wir uns vor Usedom in den obligatorischen Stau stockenden Verkehr verfingen. Aber das kostete uns nur eine halbe Stunde. Das ist doch kein Grund zu meckern.

Zwischenzeitlich waren die Temperaturen auf kurz unter 30°C, das Hotelzimmer war noch nicht für uns frei also kurz an den Strand in Zinnowitz.

Nächstes Fiasko. Dem Hausherren klappte fast der Unterkiefer herunter, als er die Menschenmassen dort sah. Wenn man ihn in der derzeitigen Stimmung gefragt hätte, wovon mehr da ist: Menschen oder Sandkörner – keiner kann die genaue Antwort vorhersagen. Das Wasser zu warm und zu aufgewühlt. Logisch, bei so vielen Leuten.

Aber langsam fing sich der Hausherr. Denn erstens musste er nicht mehr im Auto sitzen und zweitens war tolles Wetter.

Also – kam es, wie es kommen musste, alles wurde gut.

Wir stellten das Auto in die Garage des Hotels (schön im kühlen Schatten!), ließen uns von lieben Verwandten zeigen, wo man die besten Fahrräder ausleiht, genossen schön Kaffee und Kuchen in einer nicht überfüllten kleinen Bäckerei in der zweiten Reihe und machten uns auf den Weg zu dem Haus auf Kopf. Das hatte ich mir schon beim letzten Freitagstexter in den Kopf gesetzt, dass ich mir das unbedingt anschauen wollte.

Und?

Lustig wars.

Dauerte auch gar nicht lange, ist ja nur ein kleines Eigenheim in Trassenheide (man ist also schnell durch mit der Pflicht ;-)). Und sogar der Hausherr hatte Spaß!

Welt-steht-Kopf-2

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Und zwischdurch hatte ich dann doch ein ernsthaftes Problem . . .

Welt-steht-kopf-3

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;-).

Aber auch das – nicht schlimm.

So.

Und wer jetzt glaubt, damit ist die Geschichte zu Ende, der irrt. Dann ging der Spaß nämlich erst richtig los. Denn nun war die blöde Pflicht ja erledigt – und jetzt konnten alle Spaß haben. Dank Onkel und Tante, die uns unter ihre Fittiche nahmen und als quasi Einheimische die besten Wege wussten, dem Urlaubertrubel aus dem Weg zu gehen, waren es zwei tolle Tage. Wir fuhren Rad, badeten an nicht überfüllten Stränden, fuhren Rad, sammelten 3,5 kg Blaubeeren, fuhren Rad, fanden nebenbei eine Riesenportion Steinpilze, die wir bei Onkel und Tante auch gleich für alle zubereiteten, hatten zwei wunderschöne Abende zu fünft und . . . ähem . . . fuhren Rad.

beeren-u-pilze

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So sieht das aus.

Und woran merkt man, dass es dem Hausherren auch wirklich Spaß gemacht hat?

Wir haben uns schon für nächsten Jahr wieder verabredet.

Dort auf Usedom.

Und bestimmt finde ich bis dahin auch wieder etwas, was ich mir unbedingt anschauen muss.

😉

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4 Antworten zu “*** Die Welt steht Kopf auf Usedom ***

  1. Ah ja, diese Häuser gibt es auch in der Nähe der Lüneburer Heide. Klasse 😀

    • Frau Spätlese

      Ja – das habe ich auch schon gehört. Verrückte Idee – aber wirklich sehenswert.

  2. Das war ja ein schöner Kurztrip, trotz Gebrummel! 😉
    Hast Du denn schon wieder die Beine auf den Boden bekommen? Oder stehst Du immer noch kopf? ;-)))))))))))))

    LG Susanne

    • Frau Spätlese

      Nein, alles wieder gut inzwischen. Bin mit beiden Beinen wieder auf dem Boden der Realität angekommen. 😉