*** Das Leben ist kein Ponyhof ***

oder:

Was, bitte,  ist denn hier passiert?

oder:

Einmal volle Breitseite bitte!

Aber lasst mich am Anfang beginnen. Gehen wir noch einmal fünf Tage zurück zum Mittwoch, den 13.06.2012. Wir sehen 10 winzigkleine, süße Entenküken. Davon 4 richtig quietschegelb. Ach, wie niedlich! Wir freuten uns den gesamten Donnerstag über diese putzigen Teilchen. Wir freuten uns Freitag Früh, dass alle glücklich über die Nacht gekommen waren. Wir waren stolz wie Bolle über unsere 3-Generationen-Enten-Familie.

Dann waren wir aber Freitag den Tag über außer Haus und bekamen die Küken am Abend nur aus der Entfernung zu sehen. Offenbar hielten sie Abstand zu den Alttieren. Wir freuten uns über diese kluge Entscheidung, wunderten uns nur ein wenig über die Distanz der Mutter zu Ihren Küken. Naja, vermuteten wir, sie hat halt Hunger und wartet auf die Fütterung.

Samstag und Sonntag waren wir dann gerademal nur 27 Stunden familienbesuchsbedingt aus dem Haus – und als wir Sonntag gegen halb Eins wieder zu Hause eintrudelten, war es ruhig auf dem Teich. Sehr ruhig.

Zu ruhig.

Bei unserem Rundgang um den Teich fanden wir ein winziges, quietscheglbes Küken auf den Seerosenblättern liegen. Tot. Äußerlich aber ohne Verletzungen. Das war das einzige, was wir finden konnten. Wir beerdigten es nachdenklich.

Irgendwann sahen wir dann doch ein Küken einsam herumschwimmen. Ein  einsames, kleines Küken. Piepsend. Und die Mutter kümmerte sich nicht wirklich um das Kleine. Sie blieb lieber bei den anderen Großen. Und irgendwann gegen Abend verstummte auch das letzte einsame Piepsen. So wird es also den armen anderen acht auch ergangen sein.

Da hat doch also tatsächlich von unseren fünf Entendamen ausgerechnet die gebrütet, die nicht ausreichend Muttergefühle entwickelt hat. Die armen Küken. Und wir machen uns jetzt Vorwürfe.

Hätten wir etwas ändern können, wenn wir hier geblieben wären? Hätten wir rechtzeitig erkennen können, was gerade passiert? Hätten wir die Küken retten können? Hätten wir?

Hätten?

Trauer im Hause Spätlese.

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6 Antworten zu “*** Das Leben ist kein Ponyhof ***

  1. Ach das tut mir leid! Mach Dir aber keine Vorwürfe. Ihr hättet nichts ändern können, auch wenn Ihr da geblieben wärt. Es ist immer traurig, wenn etwas mit den Enten oder Hühnern passiert. Bei mir schlug vor zwei Jahren immer der Habicht zu wenn ich nicht auf dem Hof war. Dabei war ich gar nicht lange weg, nur zum Einkaufen oder so. Ich hatte bald ein blödes Gefühl wegzufahren. Dabei hätte der Habicht sowieso zugeschlagen. Der wartet nur auf eine passende Gelegenheit, wo er eben gut an ein Huhn rankommt. Leider muss man mit solchen Ereignissen leben. Bei den Küken weiß man sowieso nie wie viele überhaupt groß werden. Die sind erst sicher, wenn sie aus dem Gröbsten raus sind… Von meinen ehemals 11 sind auch nur noch 7 da.

    LG Susanne

    • Frau Spätlese

      Ja – das ist schön blöd. Man will sich ja nicht zu sehr einmischen in die Natur. Aber traurig ist es doch.

  2. Das ist ja dann doch ganz schön tragisch. 😦 Ich glaube aber nicht, dass Ihr Euch da nun Vorwürfe machen müsst. Manchmal ist die Natur ganz schön grausam und das Schlimme ist, man kann es nicht ändern oder verhindern. Da muss man das ganz einfach akzeptieren, auch wenn es schwerfällt.
    LG

    • Frau Spätlese

      Das hätte ja auch keiner wissen können, dass es der Entenmutti auf einmal zu blöd ist, die Verantwortung für 10 Piepshälse zu übernehmen . . . Und blöd war auch, dass wir nicht da waren . . .

  3. Mit einer ganz ähnlichen Geschichte kam ich als Kind zu meinem ersten Haustier mit Flügeln – einer Ente.
    Mein Vater fand sie bei seinem Arbeitsplatz am Teich in genau der Situation vor wie ihr Eure. Und nahm sie mit.

    Wir zogen sie groß (mit Haferflocken und zuckerfreien Cornflakes, außerdem Obst und Gras und und und….) ;-).
    Frag nicht, wie wir ihr das Fliegen beizubringen versuchten…;-) es waren die Tage, da unsere Nachbarn sich Unser nicht mehr so ganz sicher waren…

    Nehmt Euch fürs nächste Mal einfach vor, einzuschreiten – wir hatten auch NULL Ahnung von Entenzucht, aber sie ist groß und stattlich geworden.
    Nur Mut, next time.
    (Natürlich war auch ihr Ende irgendwann abrupt und unschön, aber darum geht es ja nicht.)

    • Frau Spätlese

      Tja, weißt Du, wir haben je letztes Jahr genau das gemacht. Das wir fremde Entenküken eingesammelt und groß gezogen haben (die sind von unseren Enten so attackiert worden – die hätten normal auch keine Chance gehabt.). Und da unser eigenes Entenpärchen das letztes Jahr prima hinbekommen hat, ganz ohne Einmischung, hatten wir gehofft, es würde wieder klappen.
      Nächstes Mal fahren wir halt in der heiklen Zeit nicht weg (;-)), so dass wir bei Bedarf eingreifen können.

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