Tagesarchiv: 16. März 2012

*** Muttergefühle – dringend gesucht ***

Jetzt ist unsere Glucke seit 22 Tagen Mutter eines ach so goldigen Kükens. Und was tut sie? Nachdem wir sie und ihr Küken endlich in den Auslauf ließen?

Getreu dem Motto, erst einmal gucken was passiert . . . saßen wir dabei, als der Hahn Willi und das andere Weibervolk erstmalig auf Mutter und Kind trafen. Glücklicherweise haben wir ein friedliches Hühnervolk. Das Kleine wurde neugierig beäugt und dann in Ruhe gelassen. Sehr schön. Glücklich und entspannt zogen wir uns zurück. Mutter Glucke würde schon aufpassen.

Denkste Puppe. Was mag ihr wohl durch den Kopf gegangen sein. Ging es ihr nach 3 Wochen schon auf die Nerven, dieses permante Piepsen? Dieses immer zeigen müssen: ‚Guck mal, das kannst Du fressen. Hier ist was für Dich. So musst Du das machen. Komm weg da! Pieps, pieps, pieps‘? Das Ende vom Lied, Mutter Glucke amüsierte sich prächtig mit den anderen Hennen und dem Hahn und der Hausherr musste das kleine, hilflos piepsende Küken auf dem Nachbargrundstück aus kniehohem Gras einsammeln. Soviel zum Thema Muttergefühle. 😦

So.

Nun geht das ja so einfach nicht. So eine Kindesvernachlässigung. Folglich griffen wir helfend ein und spannten einen Kükendraht. Rieben uns die Hände und sagten: ‚Siehste wohl – so ist das. Jetzt bleibst Du halt beim Küken.‘

Dachten wir.

Es dauerte nicht lange und erst war der Hahn zur Glucke gesprungen (Geht ja wohl gar nicht, ihn auf Abstand zu halten – oder was?) und nicht viel später folgte ihm die Glucke über den Zaun zu den anderen Hennen.

Und das Küken saß wieder allein.

O.k. soweit.

Wir mussten also den Schwierigkeitsgrad erhöhen. Ein normal hoher Zaun zur Ergänzung des Kükendrahtes wurde gespannt und siehe da: Jeder blieb, wo er eingesperrt war. 😀

Jetzt ist also Mutter Glucke per Verordnung bei ihrem Nachwuchs und der Hahn marschiert entnervt auf der anderen Seite des Zaunes auf und ab.

Das habt ihr jetzt davon.

Auf alle Fälle sieht es jetzt wie ein perfektes Mutterglück aus und nachts darf sich das Kleine  sogar unter der Mutter aufwärmen. Und die hat heute sogar schon wieder ihr erstes Ei gelegt.

Mal sehen, wie lange das noch so gut geht . . .

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