*** Ende des Härtetest’s ***

Heute mal wieder ein kleines Lebenszeichen von unseren Enten.

Diese haben nun ausgiebig unter Hoch Dieter zu leiden gehabt. -20°C sind auch für halbwilde Stockenten trotz feinster Daunenbefederung nicht wirklich angenehm. Je länger die Kälte andauerte umso ‚unbeweglicher‘ wurden unseren Enten. Während sie sich zur Nacht auf die kleine eisfreie Stelle des Teiches begaben, um diese mit ihren Bewegungen halbwegs offen zu halten und so in Sicherheit vor angreifenden Räubern zu sein (Welche/r Katze / Marder / Fuchs springt schon gern in ein Wasserloch?) wechselten sie sofort bei Tagesanbruch und offensichtlicher Bewegung bei uns im Haus an die geschützte Nordseite des Hauses um dort im Schutz der umherwuselnden Menschen Schlaf nachzuholen und wenigstens ein bisschen aufzuwärmen.

Wir haben uns das 2 Nächte lang angeschaut – und beschlossen, so geht es nicht weiter. Am zweiten Morgen sahen die Ärmsten schon fast ein wenig vereist aus.

Dann war es soweit. Wir empfanden, dass unsere 10 kleinen Entenfreunde genug gegen die Kälte gekämpft hatten und planten den Bezug des Hühnerhauses.

Jetzt bekomm‘ aber mal einer dieses halbwilde Entenpack aus dieser Freiheit:

Enten-1

Enten-1

in einen abgesperrten Stall. Selbst mit Futter in der Hand gelang es nur maximal fünf von ihnen ins Hühnerhaus zu locken. Der Rest blieb vorsichtigerweise draußen. Und spätestens beim langsamen Gang Richtung Tür waren auch die fünf wieder draußen . . .

Es blieb also nur eines: die Schnabelvariante. Da unseren kleinen aber verfressenen Freunde glücklicherweise auch aus der Hand fressen (in Zukunft muss ich, glaube ich, wahrscheinlich ‚fraßen‘ sagen :-(), boten wir ihnen Futter in der Hand an, hielten dann ihren Schnabel fest und konnten so vorsichtig die ganze Ente greifen.

Gemein.

Aber der einzige Ausweg.

Das klappte mit jeder gefangenen Ente schwerer und die beiden letzten kamen nicht mehr auch nur ansatzweise in unsere Nähe. Da war es aber schon dunkel und die Temperatur schon wieder bei -15°C.

Nur 2 Enten bei diesen Temperaturen in einem so kleinen Wasserloch – keine Chance. Es blieb uns nur, jetzt ganz gemein zu werden und mit Nachbars und eines Netzes Hilfe auch noch die beiden letzten zu bergen.

Noch gemeiner.

Aber es hat geklappt.

Enten-2

Enten-2

Jetzt hören wir uns also seit Tagen in schöner Regelmäßigkeit (beim Füttern und wenn wir ihnen einen ausgiebigen Besuch abstatten) ihr vorwurfsvolles  Geschnatter-Gemecker an. 😉

Nun geht es Ihnen aber zwischenzeitlich auch wieder gut. Auch das Pfeifen des einen Erpels beim Atmen hat nachgelassen. Wir denken, wir werden keinen verlieren.  Was wir vorerst aber mit Sicherheit verloren haben, ist das Vertrauen, welches diese zehnköpfige Bande in uns (und unseren Futtereimer) gesetzt hat.

Am kommenden Wochenende soll nun diese Frostphase vorbei sein. Es sind wieder mildere Temperaturen in Aussicht. Der Hausherr ist schon dabei, mittels Luftpumpe eine große freie Fläche im Teich zu schaffen. Dann werden wir unsere kleinen gefiederten Freunde wieder in die Freiheit entlassen. Wir werden ganz einfach, nachdem wir eine ganze Weile bei Ihnen gesessen haben, die Türe öffnen und sie nach Belieben herausspazieren lassen.

Und dann wird es spannend . . .

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10 Antworten zu “*** Ende des Härtetest’s ***

  1. Danke, dass Sie sich um die Vögel kümmern. Sie haben ein gutes Herz.

    • Frau Spätlese

      Ach Herr Nömix – jetzt machen Sie mich aber verlegen *rotwerd*. Wir haben die Viecher doch quasi adoptiert, da MUSS man sich dann doch auch drum kümmern.

  2. Ja, Frau Spätlese, ich finde Eure Aktion in Ordnung. Manchmal muss man solch unvernünftiges Volk auch zu seinem Glück zwingen. 😉

  3. Super Sache, eure Entenaufwärmaktion!

    Aber unter uns Feuerwehrleuten gesagt: hoffentlich wurden die letzten beiden nicht geborgen sondern gerettet!
    Denn der Feuerwehrmann an sich ist mitunter recht bockig, was die Verwendung der Begriffe „Trage“ vs. „Bahre“ und „retten“ vs. „bergen“ angeht.
    Unser Herr Kommandant erklärt uns immer, dass in besonders unglücklichen Fällen die Feuerwehrleute zur Rettung mit einer Trage vorrücken, aber letztlich wird aus der Rettung eine Bergung und die Trage somit zur Bahre.
    Übrigens: Im Duden ist solch eine feine Unterscheidung nicht zu finden…

    Und für den Klugscheißerismus im oben stehenden Absatz wollte ich mich bei dieser Gelegenheit auch gleich entschuldigen, aber SCNR.

    • Frau Spätlese

      Oh – nein danke, ich lerne gern dazu! Also wir haben sie gerettet! (Und nicht geborgen :-))

      Und jetzt noch bitte: Was heißt ’scnr‘?

      • Hier werden Sie geholfen: „Sorry, could not resist“ – ich konnt‘ es mir einfach nicht verkneifen.

        Im „normalen“ Leben (also außerhalb der Feuerwehr) werden die beiden Begriffe durchaus synonym verwendet. Mir war’s nur grad danach, das mal kundzutun… — daher auch SCNR…
        🙂

      • Frau Spätlese

        Ach, immer nur raus damit – ich lerne gern dazu.

  4. Großartige Entenrettung. Applaus!

    Und wer weiß, wie das mit der Vertrauensbildung ausgeht, möglicherweise stehen bei der nächsten strengen Kälte die Enten wieder vorm Hühnerhaus und begehren schnatternd Einlass ;-).
    Ich hatte als Kind selber eine Ente als Haustier. Unvergleichliches Erlebnis.
    Enten sind sowasvon klasse.

    • Frau Spätlese

      Darüber haben wir auch schon gelästert – dass die das nächste Mal von allein in’s Haus kommen . . . 😉
      Enten sind wirklich toll!