*** Erziehung in der Villa Huhn ***

Nein, ich rede nicht vom Hühnerdrehen. Ich rede von der Erziehung, wie sie auf dem Hühnerhof völlig selbsttätig ohne menschliches Eingreifen erfolgt.

Unser Hahn Willi nämlich, der erzieht seine Hühnerdamen.

Kleines Beispiel gefällig?

Ich rede wieder einmal von Waltraut. Von unserem schönen schwarzen Huhn. Waltraut hatte, gleich nach ihrer Ankunft auf unserem Hof im Frühjahr einen ziemlich schweren Stand – sie war das einzige andersfarbige Huhn. Die anderen waren alle weiß. Aus diesem Grund dauerte ihre Integration besonders lange – ich war drauf und dran einen Blogbeitrag über ‚Rassismus bei Hühnern’ zu schreiben. Bis sich das allmählich in Wohlgefallen auflöste und unsere schwarze Waltraut in der Rangfolge sofort nach dem Chefhuhn die Lieblingsnebenhenne des Hahnes wurde. Könnt Ihr folgen? Dann ergänzten wir im Herbst unser Hühnervolk erneut – und diesmal mit braunen Hühnern. Um gleich mal klar zu stellen, dass hier bitte schön friedliches Multikulti angesagt ist.

Ob Ihr es glaubt oder nicht. Es gab nur ein Huhn, welches es den Neuankömmlingen besonders schwer machte.

Kommt Ihr drauf?

Na klar. Es war Waltraut.

Ganz besonders schlimm wurde es, als wir vor einigen Wochen unser Chefhuhn Berta dem Kochtopf überantworteten und das Hühnerdamenvolk sich rangordnungstechnisch neu sortieren musste.

Und von diesem Augenblick an war Waltraut gar nicht mehr auszuhalten.  Sie hackte und zickte nach allen Seiten, drängelte sich in allem vor und schikanierte die restlichen Hühner, bis . . .

Ja, bis Willi die Faxen dicke hatte, sich einmischte und Waltraut kurzerhand ins Abseits stellte. Oups. Jetzt zeigte er ihr, wer der Chef im Hause ist. Er jagte sie über den Hühnerhof, zwang sie zum hinducken um sie dann unbeachtet links liegen zu lassen, trat und hackte ebenfalls nach ihr. Bis sie irgendwann morgens nicht einmal mehr aus dem Hühnerstall kommen wollte. Da sie für die Dauer der Stallreinigung (und zum Fressen) natürlich trotzdem aus dem Stall sollte, nahm der Hausherr sie in die Hände und wollte sie durch die Luke nach außen schieben. Und was macht dieses dumme Huhn? Legt sich auf die Seite. Getreu dem Motto: ‚Mach was Du willst – aber da raus gehe ich nicht.’

😉

Dieses liegt jetzt aber auch schon 2 Wochen zurück. Zwischenzeitlich habe ich tatsächlich beobachten können, wie alle (!) Hühner einträchtig neben dem Hahn über die Wiese liefen und nach Futter pickten. Aha – es geht also. Ich dachte schon: Lektion gelernt.

Aber nein – heute sitzt sie wieder schmollend in der Hecke.

Blödes Volk, das.

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2 Antworten zu “*** Erziehung in der Villa Huhn ***

  1. Ja, so ist das mit den einst Unterdrückten 😉

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