*** Wo ist Nummer 11? ***

Wir können fliegen . . . wir tun es aber nicht! Scheinen uns unsere 11 Stockenten sagen zu wollen. Es ist ja aber auch zu schön hier. Ein schönes eingezäuntes Gelände mit tollem Teich und  außerdem regelmäßig leckerstes Futter. Wer bitte ist da so blöd und fliegt weg?

Also gehören diese 11 Stockenten jetzt auch zu unserer Familie. Und gacken und meckern aus Herzenslust, dass es uns manchmal schon peinlich ist.

Und manchmal sagen wir auch zu ihnen, dass sie uns nicht anmeckern sollen. Wenn ihnen etwas nicht passt, dürfen sie gern wegfliegen. Bitte! 11 sind nämlich 9 zuviel!

Vor einigen Tagen nun hantierte der Hausherr im Garten mit Folie. Die Enten, welche ihn bis dahin immer neugierig umwuselten (es könnte ja doch sein, dass so ganz nebenbei noch ein bisschen Futter abfällt) erschraken derart, dass sie hoch aufflogen um sich auf dem Teich in Sicherheit zu bringen.

Nur eine, eine Ente hatte wohl zu viel Schwung genommen und bekam die Kurve auf den Teich nicht mehr. Kopfschüttelnd beobachteten der Hausherr und ich, wie das Entchen, um nicht gegen die Hecke zu prallen, noch ordentlich Schwung geben musste um über die Hecke fliegen zu können.

Dahinter sah man sie dann im Sinkflug verschwinden.

Und nichts weiter.

Ruhe.

Der Hausherr und Frau Spätlese guckten uns erst erschrocken an und dann erwartungsvoll auf die Hecke, von hinter welcher wir jeden Augenblick unser Entchen zurückerwarteten.

Aber nichts.

Kein Flügelschlag, kein gacken. Nichts!

Naja, wendet Frau Spätlese zaghaft ein, wir haben ihnen ja immer gesagt, dass sie wegfliegen sollen, jetzt ist es vielleicht soweit? Aber wirklich überzeugt ist sie nicht. Weitere spannungsgeladene Minuten vergehen. Bis Frau Spätlese aufgibt und suchen geht. Um keine Zeit zu verlieren praktischerweise in Gummistiefeln und Arbeitsjacke. So stiefelt sie also wie Bäuerin Trude die Straße entlang und guckt konzentriert in Hecken, über Zäune, unter Autos.

Nichts.

Auf dem Rückweg beschließt sie, da sie keinen Nachbarn gesehen hat und die Luft rein zu sein scheint, es auch mit Rufen zu versuchen.

„Gack, gack, gack – wo bist Du“ ruft sie in lockendem Ton. Und als es in der Hecke raschelt und sie sich gerade über ein Entchen freuen will – taucht daraus der Nachbar auf, der dahinter wohl gerade Unkraut jätet und guckt Frau Spätlese befremdet an.

Frau Spätleses Gesicht nimmt die Farbe einer reifen Tomate an. Aber hier hilft nur die Flucht nach vorn. „Uns ist eine Ente weggeflogen, haben sie sie irgendwo landen sehen?“ Sie sieht ihn an, als wäre es das natürlichste von der ganzen Welt in Gummistiefeln nach Enten rufend durch die Siedlung zu spazieren.

Der Nachbar gibt Bescheid, dass der Vogel wohl auf seinem Carport gelandet wäre – aber dann auch bereits schnell weitergeflogen sei.

Also nichts wie zurück auf den eigen Hof. Aber dort schwimmen immer noch nur 10 Enten. Nummer 11 fehlt.

Der Hausherr und Frau Spätlese versuchen sich einzureden, dass es schon o.k. ist. Sie SOLLEN ja wegfliegen. Aber ganz leise und heimlich werden beide doch ein bisschen traurig.

Zum Glück landet wenige Minuten später Nummer 11 wieder auf dem Teich.

Und ist so frech, uns nicht mal zu sagen, wo sie nun gewesen ist. So was aber auch.

Noch einmal gut gegangen.

🙂

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4 Antworten zu “*** Wo ist Nummer 11? ***

  1. *lach* klasse! Ihr seid süß – und euer Federvieh auch!

  2. Herrlich! Einerseits sollen sie weg, andererseits sind sie Euch schon ganz schön ans Herz gewachsen, oder? So suchend und mich in der Nachbarschaft zum Affen machend bin ich mal nach einer unserer Katzen unterwegs gewesen.