Monatsarchiv: November 2011

*** Wie weit bist Du eigentlich . . . ***

. . . mit dem Video? Wir müssen die Päckchen bald packen! Fragt die beste Mutter von allen.

Ja – alles gut, fast fertig, nur die Schlussbilder noch. Ich nicke am Telefon so heftig mit dem Kopf, dass ich sicher bin, es müsste am anderen Ende der Leitung zu sehen sein.

Wie weit bist Du jetzt eigentlich mit dem Video? Fragt der Hausherr und sagt, Du sitzt da schon seit Stunden. Wollen wir nicht lieber doch erst essen?

Ja – nur noch dieses letzte Bild und eine letzte Kontrolle – aber lass gut sein, das mache ich morgen. Lass uns Abendbrot essen.

Am nächsten Tag, als ich mir das ‚Gesamtkunstwerk‘ zusammenhängend anschaue und kritisch prüfe, ob ich aus vielen einzelnen Bildern und einigen Musikstücken etwas zusammengeschnitten habe, was man sich auch nach dem 385. Mal immer noch gern und immernocheinmal wieder anschaut, sinke ich seufzend in mich zusammen.

Die Musik da, passt gar nicht. An anderer Stelle stimmt die Lautstärke nicht. Dort muss ich das Video noch ein bisschen aufhellen. Hier noch ein – zwei Übergänge verfeinern . . .

. . . aber, ich arbeite daran.

Ich arbeite daran!

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*** Wieviel frisst ein Huhn? ***

Das ist keine blöde Frage, sondern für jemanden, der Hühner hält, eine enorm wichtige, geradezu essentielle Frage.

Warum?

Weil man beim Nachdenken darüber, was ein Ei so alles enthält, irgendwann auch auf die Idee kommt, dass all das dieses Huhn auch vorher gefressen haben muss.

Logisch oder?

Also kümmert und informiert man sich. Man will ja schließlich, dass es dem Hühnervogel gut geht und an nichts fehlt. Es soll ein glückliches Huhn sein. Basta!

Das Problem ist also folgendes: frage 10 Leute und Du bekommst 11 Antworten. Der eine füttert nur Legemehl (nur dann legen die Hühner ordentlich Eier – sagt er). Der nächste gibt nur Weizen und sagt, da ist alles drin, was das Huhn braucht und den Rest holt es sich von der Wiese. Ein anderer ernährt seine Hühner mit den gesammelten Essensresten des Dorfes und wieder der Nächste stellt Futter penibelst aus Körner und Mineralmischungen und Vitaminen zusammen.

Eure Hühner sind zu fett! Sagt zum Beispiel Frau Nachbarin, als ich mich bei ihr wundere, dass unsere Hühner grad so schlecht Eier legen. Fette Hühner, sagt sie, legen schlecht. Das sagt auch ihre Bekannte.

So!

Und nun?

Man könnte fachlich werden. Denn natürlich gibt es auch genügend Bücher (und Seiten im Internet) wo minutiös aufgeschrieben ist, wieviel Eiweiß, Kohlenhydrate, Fett so ein Huhn braucht. Zum Beispiel hier: (Man beachte die linke Leiste!)

Ich könnte das auch ausrechnen. Weil mir alle diese schlauen Tabellen auch sagen, was z.B. in Weizen drin ist. Könnte ich! Wenn ich denn wollte.

Tja.

Tu‘ ich aber nicht, denn wir sind hier (herzlich willkommen) in der Realität.

Und die Realität sieht wie folgt aus: Ich stelle also mein auf (derzeit) 6 Hühner und einen Hahn ausgerechnetes perfektes Futter morgens in der Früh vor die Tiere und was passiert?

1. Bertha sitzt gerade auf dem Nest und legt ein Ei (und kann demzufolge nicht fressen)

2. Die neuen Hühner sind in der Rangordnung noch irgendwo unter den Spatzen und dürfen erst fressen, wenn dem Chefhuhn quasi schon schlecht ist. Und

3. Hat unser schwarzes Huhn Waltraut ganz schnell mitbekommen, dass es irgendwie Engpässe beim Futter gibt. Und anstatt die ansonsten so im Weibsvolk so verbreitete Sorge um die Figur zu pflegen, haut sie rein, was das Zeug hält. Getreu dem Motto: Wenn das alles ist, was wir heute kriegen, könnt ihr ja gerne sonnenbaden – ich fresse derweil.

Mit der Folge, das fünf unserer Hühnerdamen tatsächlich etwas von den Fettreserven zehrten, während Waltrauts Figur sich allmählich Richtung Luftballon entwickelte . . .

Zwischenzeitlich bin ich ein Vertreter der ‚Es-muss-immer-Futter-da-sein-Fraktion‘. Und egal. Meine Hühner sind nicht fett. Sie sind stämmig. Gerne. Man darf sie auch als beleibt bezeichnen. Auch das. Aber eines sind sie auf alle Fälle: Glücklich!

So!

Luftballon-Waltraut

Luftballon-Waltraut

*** Man muss nicht verrückt sein . . . ***

. . . um an einem Tag fünf Sorten Kekse zu backen, eine Minestrone zu kochen und die Wäsche der Woche zu bügeln . . .

. . . aber es hilft dabei. 😉

Da hatte ich mir gestern heldenhaft einen Urlaubs-und-Kekse-Back-Tag verordnet, denn, wie wir alle wissen, der erste Advent kommt immer überraschend und nie sind Kekse da, wenn man sie braucht. Also war mein Plan, zuerst ganz entspannt sämtliche Keksteige anzurühren – denn die müssen eh‘ alle ruhen – und dann ganz easy ein Blech nach dem anderen abzubacken.

Soweit die Theorie . . .

In Praxis sah das Ganze so aus, dass ich schon beim ersten Teig tierisch am Fluchen war, weil ich mir schon wieder ein Rezept ausgesucht hatte, zu welchem man Schokolade reiben musste. Völlig blöd das. Denn erstens bricht die doofe Schokolade sowieso in immer noch kleinere und unreibbare Stücken und zweitens klebt sie dann überall und drittens ist sie so statisch aufgeladen nach dem Reiben, dass sie sich auch auf Arbeitsfläche, Schürze und Pullover ausbreitet . . . Aber ich bin ja schließlich ein Held und deswegen Sieger über die Schokolade.

Und als dann gegen 12:30 Uhr beim 3. Keksteig der Hausherr zum Mittag nach Haus kam, sah er ein überquellendes Abwaschbecken, zwischendrin eine 3/4 fertige Minestrone und eine Frau die mächtig hysterisch genervt angestrengt von einer Ecke zur nächsten flitzte . . .

Kekse1

Kekse1

Und weil auch der Hausherr ein Held ist, übernahm er erst einmal ganz fix den Abwasch während ich die Suppe zum Mittag vollendete. Ist doch alles gar nicht so schlimm . . .

Nach der verdienten Ruhepause dann der letzte Rundumschlag und noch während die letzten Bleche den Ofen ‚durchliefen‘ begann ich schon mit dem Bügeln. Höre ich da ein „Toll!“ ?

Pünktlich bevor der Kronsohn nach Hause kam waren alle Kekse fertig. Tadaa!

Kekse2

Kekse2

Dann die restliche Bügelwäsche während des Musikabends abarbeiten und abschließend brachte ich statt ‚Schlaf gut beim Schatz, gute Nacht bis Morgen‘ nur ein „N….“ raus und war schon eingeschlafen.

Jetzt habe ich nur noch den Teig für die braunen Pfeffernüsse im Kühlschrank, weil der da über Nacht liegen soll, gern auch zwei. Und das kam mir gestern sehr entgegen. Vielleicht wird er ja noch besser, wenn ich ihn drei Nächte im Kühlschrank lasse?

Und, wie backt Ihr so Eure Kekse?

*** Da schien mal kurz so schön die Sonne . . . ***

. . . und ich nutzte dieses kleine Fleckchen Helligkeit um nach dem Mittag einen Verdauungsspaziergang bei den Hühnern zu genießen. Und siehe da – auch das Federvieh lümmelte einhellig und vor allem friedlich gesellig in der Sonne. Gruppendösen war angesagt.

Faszinert stand ich mehrere Minuten und beobachtete die absolute Regungslosigkeit. Diesen Frieden.

Dann beschloss ich, ich müsste davon unbedingt ein Foto haben. Ganz unbedingt und jetzt und sofort.

Ich schlich mich langsam, leise und unbemerkt davon. Im Haus griff ich das erste kameraähnliche, was mir unterdie Finger kam. Ich wollte keine Zeit verlieren.

Langsam schlich ich mich wieder auf das Hühnergelände und ging ganz langsam vorsichtig und ruhig um den Hühnerruhepool herum. Schließlich wollte ich nicht gegen das Licht fotografieren.

Kaum jedoch holte ich das Handy aus der Tasche kam Bewegung in die Hühner.

Futter? Gibt’s Futter? Oder vielleicht sogar Leckerli?

Ehe ich mich versah, war ich umringt von bettelnden Hühnern, die sich für mein Handy interessierten.

Grrrr.

Also habe ich einfach mal trotzdem geknippst und hinterher einfach eine Bleistiftzeichnung draus gemacht. Toll – oder?

Malhühner-1

Malhühner-1

 

Und die ganz neugierigen habe ich in buntenPinselstrich umgewandelt.

Malhühner-2

Malhühner-2

 

Was für ein lustiges Völkchen.

*** Arbeitsteilung ***

Wir müssen in die große Stadt! Frau Spätlese ist gnadenlos. Sie hat dort eine Winterjacke erspäht, welche dem Hausherr a) passen und ihn b) gut kleiden würde.

Oooch – müssen wir nur wegen einer Jacke da jetzt hin? Brummelt der Hausherr und setzt noch ein: Es ist aber kein Kaufzwang – oder? hinterher, bevor er endlich mitkommt.

Nein, es ist kein Kaufzwang! Beruhigt sie ihn, als er endlich im Laden steht und die Jacke an hat. Du darfst selber frei und eigenständig entscheiden.

Er dreht und wendet sich kritisch vor dem Spiegel. Kein Kaufzwang, ehrlich? Noch eine unentschlossene Drehung.

Frau Spätlese drängelt aber nicht ein klitzekleines bisschen: „Also, wenn Du mich fragst, ich finde sie schick. Sie passt, ist warm, sieht gut aus. Ich find sie toll.“

„Aber es ist kein Kaufzwang!“ setzt sie schnell hinterher.

Dann endlich entscheidet sich der Hausherr frei und eigenständig und vollkommen unbeeinflusst, die Jacke zu kaufen.

Uff.

Anschließend will er (völlig überraschend) noch in einen Schuhladen, wo er kurzentschlossen 1 Paar neue Winterschuhe kauft.

In einen Hosenladen für ihn will er dann leider nicht mehr . . . Einkaufen ist ihm immer sooo anstrengend!

Dann am Auto, übergibt er die Autoschlüssel und meint: „Du fährst zurück. Ich muss noch ein paar wichtige Telefongespräche erledigen.“

Spricht’s, lehnt sich zurück und schließt die Augen.

*

(GibtesirgenwoeinensmileyfürhochgezogeneAugenbrauen?)

*** Was soll das heißen? ***

Wenn der Kronsohn am Wochenende kommt, müssen wir uns natürlich Zeit für seine Schulsachen nehmen. So leicht wie wir alle dachten und hofften geht die Umstellung auf eigenverantwortliches Lernen in der Ferne dann doch nicht. Und da ist es ratsam, einfach mal einen Blick auf die Hefte zu werfen und zu schauen, ob der Sohn auch alles verstanden hat.

Interessant sind hierbei seine Mitschriften. Und wenn er nicht irgendwann einmal auf die Idee gekommen wäre, dass man beim Mitschreiben viel schneller ist, wenn man soviel wie möglich abkürzt . . .

. . . dann könnten wir diese Buchstabenkombination bestimmt auch deuten:

Abkuerzung

Abkuerzung

 

Blöd ist nur, dass auch der Kronsohn inzwischen nur noch die Augenbrauen samt Schultern hochzieht und Unverständnis äußert.

Für alle Rätselwilligen: Gefunden haben wir dieses im Matheheft und in der Nähe geisterten solche Begriffe wie ‚Verdopplung des x-Wertes‘ und ‚Halbierung des y-Wertes‘ und ‚Proportionalität‘ und ‚Quotengleichheit‘ und ‚Zuordnung‘ herum.

Wer also weiß, welchen wichtigen Merksatz der Kronsohn da abgekürzt hat – bitte melden. Wir haben keinen blassen Schimmer.

Ähem, und natürlich hab ich ihm erklärt, wie man ‚proportinal‘ schreibt.

Hach ja.

*** Alle Jahre wieder . . . ***

ist das erste, was sich in diesem Jahr von Weihnachten blicken lässt (ausgenommen Keksdosen – ;-)) der Stollen.Denn den muss man rechtzeitig backen, damit er durchziehen und reifen kann und dann am ersten Advent perfekt schmeckt.

Bei zögerte sich das ‚rechtzeitig backen‘ in diesem Jahr bis zur letzten Woche hin. Aber es ist vollbracht.

Ausgerollt und befüllt . . .

Stollen-1

Stollen-1

 

und dann ausgebacken, gebuttert und mit Puderzucker bestäubt . . .

Stollen-2

Stollen-2

 

JA, er ist leider etwas aufgeplatzt – ich hatte ihn wohl zu dünn ausgerollt. Aber ich versichere Euch, das tut dem Geschmack keinen Abbruch. Jedenfalls musste ich ihn genz schnell dem Hausherren entreißen, der schon das Messer in der Hand hatte und meinte, so gut hätte der noch nie gerochen!

Jetzt ist er versteckt und ich hoffe 10 age reichen zum Reifen und Durchziehen.

*Daumendrück*