*** 11 sind 9 zuviel ***

Oder: Wir lernen fliegen!

Nun sind alle 9 Entenküken ausgewachsen. Groß. Kaum noch von den Elterntieren zu unterscheiden. Es fehlt eigentlich nur noch die typisch markante Färbung der Herren, damit wir Männlein und Weiblein unterscheiden können. Bisher erkennen wir eigentlich nur Rudi, den Vater, absolut sicher. Und es fehlt, dass sie fliegen können. 11 große Enten auf dem Hof und auf dem Teich sind eine Herausforderung an die Toleranz. Kein: ‚Ich geh mal schnell in Hausschuhen zum Gewächshaus . . . ‚ Das ist nicht zu empfehlen. Die überaus gut funktionierende Verdauungstätigkeit der 11 geflügelten kleinen Nervensägen sprenkelt den Garten, die Wege und die Terrasse eindrucksvoll. Dazu kommt, dass sie sich sehr energisch ihr Futter erbetteln. Unsere Devise, einfach weniger zu füttern, dann fliegen sie bestimmt bald weg, ist nicht aufgegangen. Im Gegenteil! Reduziertes Füttern führt zu lautstark geschnatterten Beschwerden, so das wir jetzt erstmals in der Zeit seit wir hier wohnen, sogar lauter sind als unsere Nachbarn. Also, haustiertechnisch gesehen.

Über Nacht geht das ja alles noch. Dann unterscheiden wir uns kaum. Aber wehe der Wecker klingelt. Da wir grundsätzlich bei offenem Fenster schlafen, hört mindestens eine Ente das garantiert – und wir werden mit lauten Gegaacke aus dem Haus gerufen. Und Sonntags kann es durchaus sein, dass die Herrschaften Enten keine Lust haben, auf das 7:00 Uhr-Weckerklingeln zu warten. Dann rufen sie uns auch gern früher raus. Glücklicherweise wird es jetzt morgens später hell. Ich habe mich, glaube ich, noch nie so darüber gefreut.

Und in dem Augenblick, wo einer von uns das Haus verlässt, hat er innerhalb weniger Millisekunden sofort den ganzen 11erpack Enten an den Hacken, welche ihm schnatternd folgen. Da so ein Mensch relativ große Schritte machen und sich folglich recht zügig voran bewegen kann, klingt es enorm lustig, wenn 11 kurze Entenfüßchenpaare versuchen, in diesem Tempo hinterher zu patschen . . .

Und wehe, wir laufen NICHT draußen rum. ann werden wir raus gerufen. Energisch! Lautstark! Peinlich.

Jedenfalls üben wir jetzt fliegen. Auf diese Idee hat uns die beste Nachbarin von allen gebracht. Da ja alle Enten immer noch völlig furchtlos aus der Hand fressen, hat man ruck zuck eine gegriffen und wirft sie in Richtung Teich. Und siehe da – sie fliegen schon ein wenig. Das macht richtig Spaß (also, zumindest uns) und ich glaube, für die Enten ist es auch nicht schlimm, denn die kommen sofort wieder. Schwimmen an Land, watscheln zu uns und reihen sich wieder ein. Der Hausherr hat es zum Beispiel nicht geschafft, alle 11 gleichzeitig im Teich zu haben. Sie waren einfach zu schnell wieder zurück bei ihm.

Wenn wir dann gefüttert haben, halten sie Siesta. Ein Verdauungspäuschen. Ein kurzes. Entsprechend sieht das Entenhaus mittlerweile aus. Unser wunderschönes Entenhaus ist kaum noch wieder zu erkennen.

Entenhaus

Entenhaus

 

Und so ganz nebenbei, wird der Teich immer trüber. Am Ufer flusen Federchen und Sachen, von denen wir lieber nicht wissen wollen, was es ist. Und der Hausherr wird immer deprimierter, wenn er sich den ehemals klaren Teich, der jetzt nur noch eine trübe Entenbrühe ist, anschaut.

Los fliegt weg! Begrüßt er sie morgens. Los fliegt jetzt weg, verabschiedet er sie abends.

Keine Chance, sagt der Nachbar, die haben Euch adoptiert.

Und ganz heimlich stelle ich mir vor, sie bleiben tatsächlich und brüten nächstes Jahr hier. Wenn nur die Hälfte Weibchen sind, und die jeweils auch wieder 9 groß kriegen . . .

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6 Antworten zu “*** 11 sind 9 zuviel ***

  1. Tja, Liebe ist unergründlich, auch bei Enten 😉

  2. Glückwunsch, ist doch toll, adopTIERt zu werden 😉 Wer will denn da schon einen sauberen Teich?

    • Frau Spätlese

      Ja, aber gleich 9fach? Gegen zwei hätten wir ja nix. Zwei machen schon Spaß genug – schwör!
      Ich könnte ja welche in liebevolle Hände an andere Teiche umsiedeln?